Oliver Takens
Entwickler von KlimaCraft · 25. August 2026 · Lesezeit ca. 12 Minuten
Kurz zusammengefasst
Nicht pauschal. Im aktuellen Stiftung-Warentest-Feld kostet das billigste fest installierte Splitgerät 1.068 Euro und trägt einen japanischen Premiumnamen, während ein Gerät der als billig geltenden Marke Gree mit 1.670 Euro teurer ist als das Gerät, das Sekundärquellen als Testsieger führen. Preis und Marke sind nicht gekoppelt. Ob sich das effizientere Gerät lohnt, entscheidet dagegen eine einzige Frage: Wer nur kühlt, holt einen Effizienzsprung in fünfzehn Jahren mit rund 225 Euro herein, wer mit derselben Anlage auch heizt, mit rund 1.525 Euro.
Die kurze Antwort
Nicht pauschal, und der Preis sagt weniger über die Marke aus, als fast alle
glauben. Im aktuellen Prüffeld von Stiftung Warentest kostet das billigste fest
installierte Splitgerät 1.068 Euro und trägt mit Mitsubishi Heavy Industries einen
japanischen Premiumnamen. Das Gerät der als billig geltenden Marke Gree kostet 1.670 Euro
und damit mehr als das Gerät, das Sekundärquellen als Testsieger des Feldes führen.
Damit fällt die Prämisse der Frage in sich zusammen. „Billige Marke“ und „billiges
Gerät“ sind zwei verschiedene Dinge. Was wirklich zählt, sind zwei Zahlen im Datenblatt und
eine einzige Frage an Sie selbst: Wollen Sie mit der Anlage auch heizen? Wenn nein, ist das
günstigere Gerät fast immer die wirtschaftlich richtige Wahl. Wenn ja, dreht sich die
Rechnung um.
Kurz gesagt
Es gibt eine gesetzliche Untergrenze, unter die kein legal verkauftes Gerät fallen darf.
Es gibt aber keine Pflicht, Ersatzteile vorzuhalten. Das ist der einzige harte Nachteil,
den ein günstiges Gerät tatsächlich hat, und er steht
weiter unten im Detail.
Was „billig“ überhaupt heißt
Wer „günstige Klimaanlage“ sucht, bekommt drei völlig verschiedene Produkte gezeigt, und
keine der geprüften Ratgeberseiten trennt sie sauber. Das ist die erste Quelle für
Enttäuschung, noch bevor es um Marken geht.
Drei Produktgattungen werden im Netz als eine behandelt. Eine der rankenden Seiten führt unter der Überschrift „günstige Klimaanlagen“ ausschließlich mobile Monoblöcke auf. Wer eine günstige Split-Anlage sucht, bekommt dort eine andere Gerätegattung gezeigt. Die Frage „ist billig schlechter“ hat in jeder der drei Klassen eine andere Antwort, und dieser Beitrag beantwortet sie für die dritte.
Ein mobiler Monoblock ist ein einzelnes Gerät im Raum, das seine Abwärme durch einen
Schlauch aus dem Fenster schiebt. Für 300 Euro ist das keine billige Split-Anlage, sondern
eine andere Gerätegattung. Stiftung Warentest prüft mobile Geräte in einem getrennten Test
und überschreibt ihn mit „Flexibel, aber wenig effizient“. Ob das für Sie trotzdem reicht,
ist eine eigene Frage:
ob eine mobile Klimaanlage reicht, steht in
einem eigenen Beitrag. Wo die Preisskala nach unten endet, ebenfalls:
was Mini-Klimageräte für 30 Euro taugen.
Die mittlere Klasse heißt im Handel Quick-Connect. Bei diesen Geräten ist die
Kältemittelleitung ab Werk gefüllt und wird nur noch aufgeschraubt, statt vor Ort gebördelt
und evakuiert zu werden. In Foren montieren Nutzer solche Geräte regelmäßig selbst;
eine Handwerkervermittlung führt genau das als einen der fünf häufigsten Fehler.
Verbreiteter Irrtum
„Unter 500 Euro bekomme ich keine Klimaanlage.“ Doch. Ein Testaggregator führt am
3. August 2026 ein Splitgerät der Premiummarke Daikin für 454,93 Euro. Der Haken ist ein
anderer: Zu diesem Gerät kommt die Montage, und die kostet ein Vielfaches des Geräts.
Was das Gesetz erzwingt und was nicht
Die beruhigende Hälfte der Antwort zuerst. Seit dem 1. Januar 2014 darf in der
Europäischen Union kein Splitgerät bis 6 Kilowatt mehr verkauft werden, dessen
Jahreskennzahl im Kühlen unter SEER 4,60 oder im Heizen unter SCOP 3,80
liegt; das steht in Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 206/2012 und gilt für Kältemittel mit
einem Treibhauspotenzial über 150, also für R32 und R410A. Bei Propangeräten liegen die
Schwellen bei SEER 4,14 und SCOP 3,42. Dazu kommen
Grenzen für den Schallleistungspegel, also für die Schallmenge, die ein Gerät insgesamt
abstrahlt: 60 Dezibel innen und 65 Dezibel außen bei Geräten bis 6 Kilowatt Kälteleistung.
„Billig“ hat in Deutschland also einen gesetzlich erzwungenen Boden.
SEER und SCOP sind Jahreskennzahlen. Sie setzen die Kälte- beziehungsweise Wärmemenge
einer ganzen Saison ins Verhältnis zum Strom, der dafür nötig war. Beide sind der Kern
jedes Vergleichs, und wenn Sie noch nie damit zu tun hatten:
was SEER und SCOP überhaupt messen, ist in
wenigen Minuten erklärt und lohnt sich, bevor Sie ein Angebot lesen.
Die linke Spalte schützt jeden Käufer, die rechte niemanden. Das ist der einzige Punkt, an dem der Kauf einer unbekannten Marke ein hartes, belegbares Risiko trägt. Alles andere, was gegen billige Geräte vorgebracht wird, betrifft Eigenschaften, die das Gesetz nach unten begrenzt. Die Ersatzteilversorgung begrenzt es nicht.
Die rechte Spalte ist der eigentliche Fund. Für Kühlgeräte, Waschmaschinen,
Geschirrspüler, elektronische Displays und Schweißgeräte schreibt das europäische
Ökodesignrecht vor, dass Hersteller nach dem Produktionsende sieben bis zehn Jahre lang
Ersatzteile liefern, und zwar binnen höchstens fünfzehn Arbeitstagen. Raumklimageräte
stehen nicht auf dieser Liste. Das bestätigt das Umweltbundesamt, und die für Klimageräte
geltende Verordnung enthält tatsächlich Mindesteffizienz, Schallgrenzen und
Informationspflichten, aber keine Zeile zu Ersatzteilen oder Reparierbarkeit.
Praktisch heißt das: Bei einer Handelsmarke ohne eigenes Werk hängt die
Ersatzteilversorgung allein am Fortbestand des Importeurs. Das ist keine Meinung, sondern
Rechtslage. Wie lange ein Gerät überhaupt durchhält und was in dieser Zeit typischerweise
ausfällt, steht bei
wie lange eine Klimaanlage überhaupt hält.
Eine offene Frage
So real das Risiko rechtlich ist, so dünn ist der Beleg dafür, dass es eintritt. In der
Recherche für diesen Beitrag ließ sich kein einziger dokumentierter Fall finden, in
dem ein Billighersteller vom deutschen Markt verschwand und deshalb eine Anlage nicht mehr
repariert werden konnte. Die längste belegte Betriebszeit eines Billiggeräts im gefundenen
Erfahrungsmaterial sind fünf Jahre. Das Risiko ist also gesetzlich vorhanden und praktisch
unbelegt. Beides gehört nebeneinander.
Wer die Geräte wirklich baut
Die Markennamen im Shop sehen nach mehr Auswahl aus, als dahintersteht. Keine der zehn
für diesen Beitrag geprüften Ratgeberseiten nennt eine einzige Konzernzugehörigkeit,
auch nicht die technisch beste, die fünf Marken über zehn Kriterien vergleicht und dabei
„Marke“ wie eine Naturkategorie behandelt.
Elf Anbieter im Test, aber weniger Unternehmen, als die Namen vermuten lassen. Bosch, Buderus und Hitachi stehen im selben Prüffeld nebeneinander wie drei Wettbewerber. Seit dem 1. August 2025 gehören sie zu einem Unternehmen, das seine Marken ausdrücklich getrennt weiterführt. Keine der zehn geprüften Ratgeberseiten erwähnt eine einzige dieser Zuordnungen. Auch nicht die technisch beste unter ihnen.
Jede Zuordnung im Bild beruht auf einer Unternehmensquelle, nicht auf Marktbeobachtung.
Im Einzelnen: Bosch hat das Wohn- und Leichtgewerbe-Klimageschäft von Johnson Controls und
das Gemeinschaftsunternehmen mit Hitachi übernommen; der Abschluss datiert auf den
1. August 2025 und steht auf der Unternehmensseite der Bosch Home Comfort Group, die
Hitachi und York seither als lizenzierte Marken führt. Dass Comfee zur Midea Group gehört,
steht wörtlich auf der Unternehmensseite der Marke selbst. Und der Name Toshiba steht im
Bild absichtlich zweimal, in zwei verschiedenen Konzernkästen.
Der Fall Toshiba
„Toshiba“ auf einer Waschmaschine bedeutet Midea, „Toshiba“ auf einer Klimaanlage bedeutet
Carrier. Derselbe Markenname, zwei Produktgruppen, zwei verschiedene Käufer. Beide Hälften
stehen in Primärquellen: Die Toshiba-Mitteilung vom 30. März 2016 meldet den Verkauf des
Hausgerätegeschäfts an Midea und nennt dabei ausdrücklich Kühlschränke, Waschmaschinen und
Staubsauger. Klimageräte waren nicht Teil dieser Transaktion. Das Klimageschäft lief über
die Toshiba Carrier Corporation, eine Gesellschaft, an der beide Konzerne beteiligt waren.
Carrier meldete am 31. Juli 2022 den Abschluss der Übernahme, nach dem Wortlaut der
eigenen Mitteilung allerdings nicht des vollständigen Anteils, den Toshiba an dieser
Gesellschaft hielt, sondern im Wesentlichen des gesamten. Ob danach ein Restanteil
bei Toshiba geblieben ist und wie groß er wäre, sagt die Mitteilung nicht; eine Zahl steht
hier deshalb nicht. Für die Frage, aus welchem Konzern ein Toshiba-Splitgerät kommt, ändert
das nichts. Dass die Midea Group in ihrer Presseunterlage zur ISH 2025 die Marke Toshiba
unter ihren Konzernmarken führt, widerspricht dem ebenfalls nicht: Dort steht die Marke
ohne Produktgruppe. Offen bleibt allein, wie der Name selbst lizenziert ist. Für die
Frage, wer hinter einem konkreten Gerät steht, spielt das keine Rolle.
Und die Frage, die Nutzer in Foren wörtlich stellen: Mitsubishi Electric und Mitsubishi
Heavy Industries sind nicht dasselbe Unternehmen. Beide haben eine eigene Zentrale,
eine eigene Bilanz und einen eigenen Vertrieb, beide verkaufen in Deutschland Klimageräte,
und keine der beiden Konzernseiten führt die andere Gesellschaft als Konzernteil. Fujitsu
General wiederum gehört seit dem 22. August 2025 zur japanischen Paloma Rheem Group, die
das Übernahmeverfahren an diesem Tag als abgeschlossen meldete.
Was hier bewusst nicht steht
Wer die Geräte der Marken Kältebringer, Hantech, Kesser, MundoClima, Sinclair oder TCL
tatsächlich fertigt, ließ sich nicht belegen. In Foren kursieren Zuordnungen, eine
Unternehmensquelle war nicht auffindbar, und deshalb steht hier keine. Dasselbe gilt für
die verbreitete Netzbehauptung, eine bestimmte Bosch-Splitreihe werde von Midea gefertigt.
Auch belastbare Weltmarktanteile fehlen: Die frei zugänglichen Marktforschungsseiten nennen
keine nachprüfbare Methodik. Die einzige harte Größenangabe ist Mideas eigene
Produktionszahl von über 67 Millionen Klimageräten im Jahr.
Ein Beispiel für den Umgang mit dieser Lücke liefert eine Handelsmarke, die im
Anzeigenteil einer Wirtschaftszeitung mit „Premium-Klimatechnik nach deutschen
Qualitätsstandards“ wirbt und dabei weder ein Werk noch einen Fertiger noch einen einzigen
Messwert nennt. Der Beitrag ist als Anzeige gekennzeichnet. Woran solche Angebote sonst
noch zu erkennen sind, steht bei
woran man ein unseriöses Angebot
erkennt.
Was der unabhängige Test über billig gegen teuer sagt
Es gibt genau einen aktuellen, unabhängigen deutschen Test von Split-Klimageräten:
Stiftung Warentest, erstveröffentlicht am 27. Mai 2026, zuletzt aktualisiert am
19. August 2026. Fünfzehn Single-Split-Geräte von elf Anbietern, Preisspanne 873 bis
1.957 Euro ohne Installation. Gewichtet wird zu 40 Prozent nach Umwelteigenschaften,
zu 20 Prozent nach Kühlen, zu je 15 Prozent nach Heizen und Handhabung sowie zu je
5 Prozent nach Entfeuchten und Datenschutz. Geprüft wurden zwei Größenklassen: 2,5 Kilowatt
für etwa 25 Quadratmeter und 3,5 Kilowatt für etwa 35 Quadratmeter.
Die beiden Blöcke „billige Marken“ und „teure Marken“ gibt es auf dieser Achse nicht. Das billigste fest installierte Gerät im Feld trägt einen japanischen Premiumnamen und kostet 1.068 Euro. Das Gerät der als günstig geltenden Marke Gree kostet 1.670 Euro und liegt damit über dem Gerät, das Sekundärquellen als Testsieger führen. Zwischen dem Midea und dem Mitsubishi-Electric-Gerät derselben Leistungsklasse liegen 21 Euro. Das fünfzehnte Gerät des Prüffelds ist ein mobiles Splitgerät für 873 Euro und steht deshalb nicht in dieser Reihe.
Diese Preistabelle ist frei sichtbar, die Einzelnoten sind es nicht. Sie kosten
5,90 Euro. Genau deshalb ranken über dem Test ein Dutzend Aggregatoren, die ihn ungenau
nacherzählen, und deshalb steht der wichtigste Befund nirgends: Preis und Marke sind
nicht gekoppelt.
Woher die Zahlen stammen
Alle Preise, die Gerätezahl, die Anbieterliste und die Prüfgewichtung stammen direkt von
test.de. Die Noten stammen ausschließlich aus Sekundärquellen, die den Test
wiedergeben, weil die Einzelbewertungen kostenpflichtig sind. Nach diesen Quellen erhielt
ein Mitsubishi-Electric-Gerät für 1.660 Euro die Note 2,0, ein Samsung-Gerät für
1.300 Euro die Note 2,1, ein Daikin für 1.957 Euro die Note 2,2 und ein Bosch für
1.400 Euro die Note 2,3; das Gree-Gerät für 1.670 Euro wird mit „befriedigend“ geführt.
Diese Werte sind nicht an der Primärquelle bestätigt. Zwei Widersprüche bleiben offen:
Eine Sekundärquelle schreibt die Bosch-Modellbezeichnung anders als test.de, und eine
weitere spricht von elf statt fünfzehn Geräten. Vermutlich fasst die Tabelle drei
Prüfjahrgänge zusammen. Wer sich auf eine Note verlassen will, sollte die 5,90 Euro
ausgeben.
Selbst mit diesem Vorbehalt trägt der Befund. Das teuerste Gerät der
2,5-Kilowatt-Klasse ist nicht das beste. Der günstigere von zwei Spitzengeräten liegt ein
Zehntel Notenpunkt hinter dem teureren und kostet 360 Euro weniger. Und die beiden Marken,
die im Netz als billig gelten, liegen einmal am unteren und einmal am oberen Ende der
Preisachse.
Der verbreitete Irrtum
„Teurer ist besser, billiger ist schlechter.“ Auf dieser Achse gibt es keine solche Linie.
Der Preis sagt etwas über die Produktlinie eines Herstellers aus, also Einstiegsserie oder
Spitzenserie, und fast nichts über die Marke. Daikin verkauft eine Einstiegsserie unter
500 Euro und ein Spitzengerät für 1.957 Euro. Beides ist Daikin.
Was ein Effizienzunterschied wirklich kostet
Wenn der Markenname nichts entscheidet, entscheidet dann wenigstens die
Effizienzklasse? Auch das ist komplizierter, als das Etikett suggeriert.
Die beste Klasse ist nach oben offen, und genau das verdeckt sie. A+++ beginnt bei SEER 8,50 und hat keine Obergrenze. Die beiden echten Geräte im Bild tragen beide dieses Label und liegen 38 Prozent auseinander. Ein Laie liest zwei gleiche Etiketten und schließt auf zwei gleiche Geräte. Das ist der zentrale Denkfehler beim Thema. Das Band zeigt nur den Ausschnitt, um den es hier geht; die Klassen B bis A+ sind zu einem Feld zusammengefasst.
Zwei echte Geräte machen das Problem greifbar. Das Comfee Infini Save 12 erreicht
SEER 8,5 und trägt damit A+++. Das Mitsubishi Electric MSZ-RZ25VU erreicht SEER 11,7 und
trägt ebenfalls A+++. Zwischen beiden liegen 38 Prozent. Beim Heizen trennen sie sich sogar
um eine Klasse: SCOP 4,6 gegen SCOP 5,3, also A++ gegen A+++. Warum das Etikett diese
Spreizung nicht abbildet und wo alle übrigen Klassengrenzen liegen, steht in der
vollständigen Klassentabelle beim
Energielabel.
Ehrlich dazu gehört: Die beiden Geräte sind nicht dieselbe Leistungsklasse, 3,5 gegen
2,5 Kilowatt. Ein Datenblattpaar mit exakt gleicher Nennleistung war nicht auffindbar.
Belastbar bleibt der Vergleich trotzdem, weil SEER und SCOP auf die Leistung normiert sind. Sie sind
Verhältniszahlen, keine absoluten Verbräuche.
Zwei Nebenbefunde aus demselben Datenblattpaar gehören dazu, und sie zeigen in
verschiedene Richtungen. Beim Kältemittel liegt der Vorteil klar beim teureren Gerät: R290
mit einem Treibhauspotenzial von 3 gegen R32 mit 675. Bei der Vollständigkeit liegt er
beim günstigeren. Comfee weist den Schalldruck für drei Lüfterstufen aus, 23, 36 und
40 Dezibel, dazu Betriebsgrenzen von minus 15 bis plus 50 Grad im Kühlen und minus 15 bis
plus 24 Grad im Heizen sowie drei Jahre Garantie. Im Produktdatenblatt des Mitsubishi
fehlen alle vier Angaben. Ein Blatt ohne Betriebsgrenzen ist selbst ein Befund, ganz gleich
was das Gerät kostet.
Jetzt die Frage, die keine der zehn geprüften Seiten beantwortet: Was ist dieser
Unterschied in Euro wert? Die Europäische Union rechnet den Jahresstromverbrauch nach einem
festen Verfahren: Nennleistung mal Referenzstunden geteilt durch die Jahreskennzahl. Für
das Kühlen sind 350 Stunden angesetzt, für das Heizen 1.400. Die Gegenprobe an einem echten
Datenblatt geht auf: 2,5 Kilowatt mal 350 Stunden geteilt durch SEER 11,7 ergibt
74,8 Kilowattstunden, das Datenblatt weist 75 aus. Beim Heizen ergibt die Rechnung
845 Kilowattstunden, das Datenblatt weist 844 aus.
Derselbe Effizienzsprung ist einmal 225 Euro und einmal 1.525 Euro wert. Links reicht die Ersparnis nicht bis zur Linie, rechts weit darüber hinaus. Der Grund ist reine Arithmetik: Die Heizperiode ist im Rechenverfahren viermal so lang wie die Kühlsaison, und die abgegebene Leistung ist größer. Damit hängt die ganze Kaufentscheidung an einer einzigen Frage: Heizen Sie mit der Anlage oder nicht?
Bei einem Strompreis von 37,0 Cent je Kilowattstunde und fünfzehn Jahren Nutzung
bedeutet das: Ein Sprung von SEER 6,1 auf SEER 8,5 spart 40,5 Kilowattstunden im Jahr,
also 14,99 Euro, über fünfzehn Jahre rund 225 Euro. Wer dafür 600 Euro mehr fürs
Gerät bezahlt, hat sich nach fünfzehn Jahren nicht amortisiert. Selbst bei doppelter
Laufzeit (700 statt 350 Stunden, eine Schätzung für eine Dachwohnung nach Süden und keine
Norm) bleiben es nur rund 450 Euro.
Beim Heizen kippt das Bild. Ein Sprung von SCOP 4,0, der Untergrenze der Klasse A+, auf
SCOP 5,3 spart 275 Kilowattstunden im Jahr, also 101,65 Euro, über fünfzehn Jahre
rund 1.525 Euro. Selbst der kleinere Sprung auf SCOP 4,6 bringt noch 811 Euro. Der
Grund ist rein arithmetisch: Die Heizperiode ist im Rechenverfahren viermal so lang wie die
Kühlsaison, und die abgegebene Leistung ist größer. Wer die Anlage im Winter laufen lässt, sollte
deshalb zuerst auf den SCOP schauen und erst danach auf den Preis.
Woher die Zahlen stammen
Strompreis 37,0 Cent je Kilowattstunde aus einer Strompreisanalyse vom August 2026.
Referenzstunden und Rechenweg aus dem EU-Verfahren, am Datenblatt gegengeprüft. Die
Nutzungsdauer von fünfzehn Jahren ist eine Annahme, keine belegte Lebensdauer.
Bewusst weggelassen sind Strompreissteigerung und Abzinsung: Jede Preissteigerung
vergrößert den Vorteil des effizienteren Geräts, jede Abzinsung verkleinert ihn. Die
Rechnung ist damit die vorsichtige Variante.
Der Gerätepreis ist der kleinere Teil der Rechnung
Bis hierher ging es um das Gerät. Wer eine feste Split-Anlage kauft, zahlt aber für
etwas anderes mit, und zwar für mehr als die Hälfte der Summe.
Die Markenfrage entscheidet über weniger als die Hälfte der Rechnung. Der Leser sieht im Netz entweder einen Gerätepreis oder eine Gesamtsumme, nie das Verhältnis. Aus zwei belegten Quellen lässt es sich bilden: Gerätepreise von 873 bis 1.957 Euro in einem Komplettpaket von 2.900 bis 4.000 Euro ergeben einen Geräteanteil von rund 30 bis 50 Prozent. Die Positionen, die über die Lebensdauer entscheiden, stehen auf der anderen Seite.
Das ändert die Perspektive auf die Sparfrage. Sechshundert Euro am Gerät gespart ändern
die Gesamtrechnung um etwa ein Sechstel. An der Montage gespart, riskieren Sie die Anlage:
Bördeln, also das saubere Aufweiten der Kupferrohrenden, Evakuieren, Dichtheitsprüfung und
Leitungsführung entscheiden darüber, ob der Kältekreis dicht bleibt. Ein undichter Kreislauf zerstört auf Dauer den Verdichter, ganz
gleich, welcher Name auf dem Gehäuse steht.
Ein Widerspruch, der so stehenbleiben muss
Die geprüften Seiten nennen für die Montage vier unvereinbare Zahlen. Ein Testaggregator
beziffert die „Einbaukosten“ am 3. August 2026 auf 200 bis 300 Euro. Eine
Handwerkervermittlung nennt 800 bis 1.500 Euro für die Fachbetriebsmontage. Ein
zertifizierter Installateur nennt 2.900 bis 4.000 Euro für das Komplettpaket
einschließlich Gerät, ein Automobilclub 2.000 bis 5.000 Euro. Die 200 bis 300 Euro
sind mit den drei anderen Angaben nicht vereinbar. Eine plausible Erklärung: Der Betrag
beschreibt vermutlich ein Quick-Connect-Gerät plus Anfahrt, nicht die Fachbetriebsmontage
einer klassischen Split-Anlage. Als unkommentierte Zahl in einer Bestenliste führt er in
die Irre. Aufgelöst ist der Widerspruch nicht.
Wann sich das teurere Gerät lohnt
Aus allem oben folgt eine kurze Regel, und sie hat nichts mit dem Markennamen zu tun.
Sie kühlen nur, und das mäßig. Bei etwa 350 Betriebsstunden im Sommer bringt
ein Effizienzsprung rund 225 Euro über fünfzehn Jahre. Ein Aufpreis darüber rechnet sich
nicht. Achten Sie stattdessen auf den Schalldruck auf der leisesten Stufe, wenn das Gerät
im Schlafzimmer hängt, und auf die Montagequalität.
Sie kühlen viel. Bei etwa 700 Stunden im Jahr rechtfertigt die Ersparnis einen
Aufpreis bis rund 450 Euro über fünfzehn Jahre. Mehr nicht.
Sie heizen mit der Anlage. Dann ist der SCOP die wichtigste Zahl im ganzen
Angebot, und ein Aufpreis bis etwa 1.500 Euro rechnet sich über fünfzehn Jahre.
Es wird richtig kalt bei Ihnen. Dann ist die Betriebsgrenze im Datenblatt ein
Ausschlusskriterium. Hier trennen sich die Geräte wirklich, und ausgerechnet diese
Angabe fehlt in vielen Datenblättern.
Was Nutzer nach Jahren berichten, passt dazu. In den ausgewerteten Foren beschreibt
niemand ein Billiggerät, das schlecht kühlt. Ein Nutzer betreibt sechs Splitgeräte einer
Billigmarke für je etwa 300 Euro, das älteste seit fünf Jahren, und ist zufrieden. Ein
anderer vergleicht sein Gerät für rund 1.500 Euro mit dem 500-Euro-Gerät eines Bekannten:
„Auf den ersten Blick merke ich keine Unterschiede.“ Gemessene Dauerleistungen liegen
erstaunlich nah beieinander: 173 bis 180 Watt beim Billiggerät gegen 180 bis 250 Watt bei
zwei Premiumgeräten, allerdings in verschieden großen Räumen.
Die Kritik trifft andere Punkte: Regelverhalten, Lautstärke und Heizfunktion. Ein
mobiles Splitgerät wird mit 54 Dezibel auf einem Meter Abstand auf der niedrigsten
Lüfterstufe beschrieben und schaltet beim Erreichen der Zieltemperatur nicht selbst ab.
Ein anderes Gerät nennt ein Nutzer eine „Heiz-Mogelpackung“. Und die Sorge, die praktisch
in jedem Thread auftaucht, ist immer dieselbe: „Wo kriegst du Ersatzteile? Wer repariert
es?“ Die Antwort eines Dritten darauf lautet schlicht: „Wegwerfen und neu kaufen.“ Genau
zwischen diesen beiden Sätzen liegt die Entscheidung.
Fünf Sätze, mit denen Sie jedes Angebot prüfen
Fragen Sie nach SEER und SCOP, nicht nach der Effizienzklasse. Verlangen Sie die
Betriebsgrenzen im Kühlen und Heizen aus dem Datenblatt. Fehlen sie, ist das selbst ein
Befund. Lassen Sie sich die Garantiedauer schriftlich geben. Fragen Sie nach dem Fertiger,
nicht nach der Marke. Und lassen Sie das Angebot in Gerät und Montage aufteilen, sonst
vergleichen Sie zwei Zahlen, die nicht dasselbe meinen.
Häufige Fragen
Nicht pauschal. Im aktuellen Prüffeld von Stiftung Warentest kostet das billigste fest installierte Splitgerät 1.068 Euro und trägt einen japanischen Premiumnamen, während ein Gerät der als billig geltenden Marke Gree mit 1.670 Euro teurer ist als das Gerät, das Sekundärquellen als Testsieger führen. Der Preis sagt etwas über die Produktlinie aus, fast nichts über die Marke. Der einzige harte Nachteil günstiger Geräte liegt bei den Ersatzteilen, für die es bei Klimageräten keine gesetzliche Vorhaltepflicht gibt.
Rechnen statt schätzen: Ein Gerät mit 2,5 Kilowatt Kälteleistung und SEER 6,1 verbraucht nach dem EU-Verfahren 143 Kilowattstunden im Jahr, bei 37,0 Cent je Kilowattstunde also rund 53 Euro. Ein Gerät mit SEER 8,5 kommt auf rund 38 Euro. Der Unterschied liegt bei etwa 15 Euro im Jahr. Sobald Sie mit der Anlage auch heizen, wird daraus ein dreistelliger Betrag pro Jahr, weil das Rechenverfahren viermal so viele Heizstunden ansetzt.
Nein. Es sind zwei rechtlich getrennte Unternehmen mit eigener Zentrale, eigener Bilanz und eigenem Vertrieb, die beide in Deutschland Klimageräte verkaufen. Keine der beiden Konzernseiten führt die andere Gesellschaft als Konzernteil. Im Prüffeld von Stiftung Warentest stehen Geräte beider Unternehmen nebeneinander, und das günstigste fest installierte Gerät des ganzen Feldes stammt von Mitsubishi Heavy Industries.
Das ist eine andere Produktgattung, keine billigere Variante derselben Sache. Stiftung Warentest prüft mobile Geräte in einem getrennten Test unter der Überschrift „Flexibel, aber wenig effizient“. Wer eine günstige Split-Anlage sucht und stattdessen einen mobilen Monoblock kauft, vergleicht zwei verschiedene Dinge. Für die Entscheidung zwischen beiden gibt es einen eigenen Beitrag.
Dazu gibt es im Netz vier unvereinbare Angaben, und keine davon ist gut belegt. Ein Testaggregator nennt 200 bis 300 Euro, eine Handwerkervermittlung 800 bis 1.500 Euro. Ein zertifizierter Installateur nennt 2.900 bis 4.000 Euro für das Komplettpaket samt Gerät, ein Automobilclub 2.000 bis 5.000 Euro. Aus den Komplettpreisen und den Gerätepreisen des Testfeldes ergibt sich ein Geräteanteil von rund 30 bis 50 Prozent. Der niedrigste Wert ist mit den übrigen nicht vereinbar.
Diese Seite nennt bewusst keinen Sieger. Die Einzelnoten des einzigen aktuellen unabhängigen deutschen Tests kosten 5,90 Euro und liegen hier nur über Sekundärquellen vor, die sich in der Modellbezeichnung und in der Gerätezahl widersprechen. Der belastbare Befund aus den frei sichtbaren Daten ist ein anderer und für die Kaufentscheidung nützlicher: Der Preis sagt den Testplatz nicht vorher.
Wer das geschrieben hat
Oliver Takens
Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.
Stand: 25. August 2026 · Quellen: Stiftung Warentest, Split-Klimageräte, Erstveröffentlichung 27.05.2026, aktualisiert 19.08.2026, Preistabelle frei sichtbar, Einzelnoten kostenpflichtig · Sekundärwiedergaben des Tests auf kka-online.info, heidelberg24.de, produkte-im-test.de und reduco.ai · Unternehmensquellen: Pressemitteilungen von Bosch (23.07.2024) und der Bosch Home Comfort Group (01.08.2025), Toshiba (30.03.2016), Carrier (31.07.2022), Paloma Rheem Holdings (22.08.2025), Unternehmensseiten von Comfee, Midea, Mitsubishi Electric und Mitsubishi Heavy Industries · Datenblätter Comfee Infini Save 12 und Mitsubishi Electric MSZ-RZ25 · Mindesteffizienzen aus Anhang I der VO (EU) Nr. 206/2012, Klassengrenzen aus Anhang II Tabelle 1 der Delegierten VO (EU) Nr. 626/2011 · Umweltbundesamt zu den Reparierbarkeitsanforderungen der VO (EU) 2024/1781 · Preis- und Kostenangaben von testberichte.de, homeandsmart.de, klimeo.de, eneto.com und ADAC · Erfahrungsberichte aus mikrocontroller.net, akkudoktor.net und forum.iobroker.net