Die kurze Antwort

Eine Stunde Kühlen kostet mit einem üblichen Splitgerät rund 4 bis 30 Cent. Welcher Wert davon zutrifft, hängt kaum vom Gerät ab und fast vollständig davon, was das Gerät in dieser Stunde tut: anfahren, eine erreichte Temperatur halten oder nachts bei geringer Last mitlaufen.

Für ein benanntes Gerät lässt sich das ausrechnen. Ein Daikin Perfera FTXM25R hat 2,50 Kilowatt Kühlleistung und nimmt dafür laut Datenblatt 0,56 Kilowatt elektrische Leistung auf. Bei 37,0 Cent je Kilowattstunde kostet eine Stunde unter Nennlast 20,7 Cent. Die durchschnittliche Sommerstunde desselben Geräts kostet nach seinem eigenen Energielabel 10,7 Cent. Und eine Stunde, in der das Gerät nur noch hält, was es erreicht hat, liegt nach einer Messung im Betrieb bei rund 5 Cent.

WAS EINE STUNDE KÜHLEN KOSTETHaltebetrieb, gemessen130 Watt, nachdem der Raum kalt ist4,8 ctMultisplit, zwei Geräte285 Watt, beide gleichmäßig10,5 ctDurchschnittsstunde, Label101 kWh je Jahr, geteilt durch 350 h10,7 ctGrößeres Gerät, Label137 kWh je Jahr, geteilt durch 350 h14,5 ctNennlast bei 35 Grad0,56 kW laut Datenblatt20,7 ctGrößeres Gerät, Nennlast0,80 kW laut Datenblatt29,6 ctAnlaufspitze, gemessen1 kW Spitze, auf die Stunde gerechnet37,0 ctDatenblattwerte: Daikin Perfera FTXM25R und FTXM35R. Messwerte: akkudoktor.net. Alle Beträge mit 37,0 ct/kWh, BDEW August 2026.
Die Spanne ist größer als der Unterschied zwischen zwei Geräten. Zwischen der billigsten und der teuersten Stunde liegt der Faktor acht, und zwar bei Geräten derselben Klasse. Wer nach einer einzigen Zahl sucht, sucht nach etwas, das es nicht gibt. Die brauchbare Frage lautet: Welche Stunde meine ich, und in welchem Zustand ist das Gerät darin?
Kurz gesagt „Was kostet eine Stunde“ ist keine beantwortbare Frage, solange nicht dabeisteht, welche Stunde gemeint ist. Die erste Stunde nach dem Einschalten kostet ein Vielfaches der dritten. Wer eine einzelne Zahl braucht, nimmt den Labelwert geteilt durch 350; der Rechenweg dazu steht weiter unten.

Der Fehler, den fast alle machen

Auf dem Karton steht eine große Zahl in Kilowatt. Sie liegt nahe, sie klingt nach Verbrauch, und sie ist der falsche Wert. Rechnet man mit ihr, kommt für das Gerät aus dem vorigen Abschnitt heraus: 2,50 Kilowatt mal 37,0 Cent sind 92,5 Cent je Stunde. Das ist mehr als das Vierfache des richtigen Werts.

WAS DIESELBE STUNDE JE NACH RECHENWEG KOSTET0 ct20 ct40 ct60 ct80 ct100 ct120 ct92,5 bis 125,8 CentKühlleistung mal Strompreis · falsch20,7 bis 29,6 CentLeistungsaufnahme mal Strompreis · richtigJe Marke zwei Geräte: Daikin Perfera FTXM25R und FTXM35R, bei 37,0 ct/kWh.
Der falsche Rechenweg landet in einer anderen Größenordnung. Zwischen der Rechnung mit der Kühlleistung und der Rechnung mit der Leistungsaufnahme liegt genau der EER des Geräts, beim FTXM25R also 4,50. Wer die Kühlleistung mit dem Strompreis multipliziert, bezahlt in seiner Vorstellung die verschobene Wärme, statt den Strom, der sie verschiebt. Der Abstand ist kein Rundungsfehler, sondern der ganze Sinn einer Wärmepumpe.

Der Grund ist eine Verwechslung zweier Größen, die beide in Kilowatt angegeben werden. Die Kühlleistung ist die Wärme, die das Gerät je Stunde aus dem Raum schafft. Die Leistungsaufnahme ist der Strom, den es dafür zieht. Das Verhältnis der beiden heißt EER. Die EU definiert ihn in der Verordnung 626/2011 als „die angegebene Kühlleistung [kW] geteilt durch die Nenn-Leistungsaufnahme eines Geräts im Kühlbetrieb [kW] unter Norm-Nennbedingungen“. Was diese Kennzahl und ihre Jahresvariante SEER genau messen, steht ausführlich im Beitrag dazu, welche Bedeutung SEER und SCOP wirklich haben.

Fairerweise Diesen Fehler macht keine der acht Ratgeberseiten, die für diesen Beitrag geprüft wurden. Alle acht trennen Kühlleistung und Leistungsaufnahme sauber, MediaMarkt schreibt es sogar ausdrücklich hin. Der Fehler passiert eine Stufe früher, beim Leser, der die Zahl vom Karton nimmt, weil sie die einzige ist, die er kennt.

Damit ist die Sache aber nicht erledigt. Auch mit der richtigen Zahl bleibt ein zweiter Fehler übrig, und der steckt in fast jedem Ratgeber. Sieben von acht geprüften Seiten legen eine feste Wattzahl über die ganze Stunde. Sie rechnen mit der Anschlussleistung, also mit dem, was das Gerät maximal oder im Prüfpunkt zieht, und nicht mit dem Betriebspunkt, in dem es tatsächlich läuft.

Der verbreitete Irrtum „Das Gerät hat 560 Watt, also verbraucht es 0,56 Kilowattstunden je Stunde.“ Richtig ist: Die 560 Watt gelten für einen einzigen Betriebspunkt: Volllast bei 35 Grad Außen- und 27 Grad Innentemperatur. Das sind die Norm-Nennbedingungen aus Anhang II Tabelle 2 der Verordnung (EU) 206/2012. Der Datenblattwert ist also bereits ein Hochsommerwert, keine Durchschnittsangabe.

So rechnen Sie es richtig

Die Rechnung selbst ist einfach. Sie braucht drei Zahlen, von denen zwei im Datenblatt stehen und die dritte auf Ihrer Stromrechnung.

WIE AUS DEM DATENBLATT EIN CENT-BETRAG WIRD11 · DatenblattNicht die Kühlleistungmit ihren 2,50 kWnehmen, sondern dieLeistungsaufnahmeKühlen: 0,56 kW.22 · Der FaktorBeide Zahlen trennt derEER. 2,50 geteilt durch0,56 ergibt rund 4,5,das Blatt nennt 4,50.33 · Die Stunde0,56 kW mal eine Stundesind 0,56 kWh. Das giltbei 35 Grad draußen und27 Grad drinnen.44 · Der Preis0,56 kWh mal 37,0 Centergibt 20,7 Cent. Dasist die Obergrenze,nicht der Durchschnitt.Schritt 1 entscheidet: Die große Zahl auf dem Karton ist die Kühlung, nicht der Strom.Daikin Perfera FTXM25R. EER-Definition: Verordnung (EU) 626/2011, Anhang I Nr. 5.
Vier Schritte, zwei Zahlen aus dem Datenblatt, eine aus der Stromrechnung. Der Rechenweg ist so kurz, dass er auf eine Zeile passt: Leistungsaufnahme in Kilowatt mal Stunden mal Strompreis. Schwierig ist daran nur der erste Schritt, weil auf dem Karton eine andere Zahl steht als die, die man braucht.

Die Leistungsaufnahme finden Sie im technischen Datenblatt Ihres Geräts unter „Leistungsaufnahme Kühlen“ oder „Power input, cooling“, meist als Nennwert und manchmal zusätzlich als Bereich. Auf dem Typenschild am Außengerät steht oft nur die maximale Stromaufnahme in Ampere. Die ist für diese Rechnung unbrauchbar, weil sie den Anlaufstrom abdeckt und nicht den Betrieb.

Steht im Prospekt nur der EER, lässt sich die Leistungsaufnahme daraus zurückrechnen: Kühlleistung geteilt durch EER. Für das Beispielgerät sind das 2,50 geteilt durch 4,50, also 0,556 Kilowatt. Das Datenblatt rundet auf 0,56.

Eine offene Frage Für keines der beiden geprüften Modelle weist der Hersteller die Leistungsaufnahme als Bereich von minimal bis maximal aus. Beim Mitsubishi MSZ-AP25VG ist die Kühlleistung als Modulationsbereich belegt (2,5 Kilowatt nominal, regelbar zwischen 0,9 und 3,4 Kilowatt), die zugehörige Leistungsaufnahme aber nicht. Wie viel Strom ein Gerät im untersten Regelpunkt zieht, lässt sich aus den zugänglichen Unterlagen also nicht ablesen. Dafür gibt es derzeit nur Messungen von Nutzern, keine Herstellerwerte.

Warum dieselbe Stunde unterschiedlich kostet

Ein Inverter-Gerät läuft nicht mit fester Drehzahl. Es fährt hoch, bis der Raum die eingestellte Temperatur erreicht hat, und regelt danach so weit herunter, wie es die Wärmelast des Raums zulässt. Warum das so gebaut ist und was es bringt, steht im Beitrag dazu, was die Invertertechnik anders macht.

DIESELBE STUNDE, ZWEI ANNAHMENDie Annahme der Ratgeber0,56 kW, die ganze Stunde durch20,7 ctangenommenWas ein Messgerät zeigterst hoch, dann rund 0,13 kW4,8 ctab Stunde zwei0 Minuten60 MinutenBelegt sind 0,56 kW aus dem Datenblatt und 100 bis 140 Watt aus einer Messung. Der Übergang ist ein Beispiel.
Sieben von acht geprüften Seiten legen eine feste Wattzahl über die ganze Stunde. Genau darin steckt der Fehler, um den es in diesem Beitrag geht. Die Nennaufnahme ist eine Anschlussgröße, kein Betriebswert. Ein Inverter-Gerät fährt sie nur an, solange der Raum noch warm ist. Wann es heruntergeht, ist belegt: Ein Nutzer misst 100 bis 140 Watt nach 30 bis 60 Minuten Laufzeit. Wie steil der Übergang verläuft, weist kein zugängliches Datenblatt aus, deshalb steht er hier als Beispiel und nicht als Messung.

Für die Kosten heißt das: Es gibt drei Stunden, nicht eine.

  • Die Stunde nach dem Einschalten. Der Raum ist warm, das Gerät arbeitet nahe an seinem Maximum. Hier ist der Datenblattwert die richtige Größenordnung, beim Beispielgerät also rund 20 Cent. Ein Nutzer hat an einer Daikin-Multisplit im Anlauf eine Spitze von etwa einem Kilowatt gemessen. Eine ganze Stunde auf diesem Niveau wären 37 Cent, nur hält die Spitze so lange nicht an.
  • Die Stunde im Haltebetrieb. Ist die Zieltemperatur erreicht, fällt die Leistungsaufnahme deutlich. Zwei Nutzer messen an 9.000-BTU-Geräten übereinstimmend 100 bis 140 Watt nach 30 bis 60 Minuten Laufzeit. Das sind 3,7 bis 5,2 Cent je Stunde.
  • Die Stunde nachts. Nachts ist es draußen kühler, die Last des Raums sinkt, und das Gerät bleibt im Haltebetrieb. Acht Stunden bei 130 Watt sind 1,04 Kilowattstunden, also 38 Cent für die ganze Nacht. Diese Rechnung setzt voraus, dass der Raum beim Zubettgehen bereits kalt ist.

Der stärkste Einzelfaktor daneben ist die Außentemperatur. Je heißer es draußen ist, desto mehr Wärme drückt in den Raum nach und desto höher muss das Gerät regeln. Belegbar ist davon der Bezugspunkt: Der Datenblattwert gilt bei 35 Grad außen. Eine Stunde bei 28 Grad liegt darunter, eine Stunde bei 38 Grad darüber.

Was sich nicht belegen ließ Wie stark genau die Stundenkosten mit der Außentemperatur steigen, konnten wir nicht belegen. Kein zugängliches Datenblatt der geprüften Modelle weist Kennlinien über der Außentemperatur aus; die Angaben enden beim Normpunkt von 35 Grad. Eine österreichische Ratgeberseite nennt „60 bis 70 Prozent der Maximalleistung“ bei moderaten Außentemperaturen, allerdings ohne Primärquelle. Wir geben hier deshalb keine Prozentzahl an. Keine der acht geprüften Seiten quantifiziert diesen Zusammenhang.

Ein Sonderfall verdient Beachtung, weil er der Intuition widerspricht. An Multisplit-Anlagen messen mehrere Nutzer, dass die Anlage mehr Strom zieht, wenn weniger Innengeräte laufen. Ein Nutzer misst mit beiden Innengeräten 285 Watt gleichmäßig, mit nur einem dagegen im Mittel 380 Watt mit einem Taktzyklus je Stunde: 10,5 gegen 14,1 Cent. Ein zweiter beobachtet dasselbe an einer Daikin-Anlage, 300 gegen 480 Watt. Der Grund ist die Mindestmodulation: Fällt der Kühlbedarf darunter, kann das Gerät nicht weiter herunterregeln und schaltet stattdessen ab und wieder ein.

Die Zahl steht auf Ihrem Energielabel

Es gibt einen zweiten Weg zur Stunde, der ohne Datenblatt auskommt und den kein geprüfter Wettbewerber geht. Auf dem Energielabel jedes Raumklimageräts steht der Jahresenergieverbrauch für das Kühlen in Kilowattstunden. Diese Zahl ist keine Schätzung, sondern eine Rechengröße mit einer festen Stundenzahl dahinter: Die Verordnung (EU) 206/2012 setzt in Anhang II Tabelle 4 genau 350 Kühlstunden im Jahr an.

VOM JAHRESWERT AUF DEM LABEL ZUR EINZELNEN STUNDEJahresverbrauch Kühlen, wie er auf dem Energielabel stehtWas eine durchschnittliche Stunde davon kostet, bei 37,0 ct/kWh60 kWh6,3 ct101 kWh10,7 ct137 kWh14,5 ct180 kWh19,0 ct220 kWh23,3 ctDie EU rechnet für Raumklimageräte mit 350 Kühlstunden im Jahr: Verordnung (EU) 206/2012, Anhang II Tabelle 4.
Zwei Zahlen genügen, und eine davon klebt am Gerät. Der Jahreswert auf dem Label ist kein Schätzwert, sondern eine Rechengröße mit fester Stundenzahl dahinter. Wer ihn durch 350 teilt, hat den Verbrauch einer durchschnittlichen Kühlstunde. Von acht geprüften Ratgeberseiten führt diese Rechnung keine einzige vor, obwohl sie aus einer Division besteht.

Für den Daikin FTXM25R stehen 101 Kilowattstunden auf dem Label. Geteilt durch 350 Stunden sind das 0,289 Kilowattstunden je Stunde und damit 10,7 Cent. Das größere Modell FTXM35R kommt mit 137 Kilowattstunden auf 0,391 Kilowattstunden und 14,5 Cent. Beide Geräte tragen die Effizienzklasse A+++. Was sonst noch auf dem Label steht und wie die Klassen zustande kommen, steht im Beitrag dazu, wie man das Energielabel einer Klimaanlage liest.

Die Rechnung geht auch in die Gegenrichtung auf. Multipliziert man die 101 Kilowattstunden mit dem SEER von 7,85 und teilt wieder durch 350 Stunden, kommt eine Auslegungskühllast von 2,27 Kilowatt heraus, plausibel für ein Gerät mit 2,50 Kilowatt Nennkühlleistung. Die Zahlen auf dem Label sind untereinander konsistent.

Was diese 10,7 Cent nicht sind Sie sind ein Durchschnitt über eine ganze Prüfsaison, ermittelt auf dem Prüfstand im europäischen Referenzklima. Die heiße Nachmittagsstunde liegt darüber, die Nachtstunde darunter. Wer in Norddeutschland kühlt, kommt vermutlich günstiger weg als jemand im Rheingraben. Eine unabhängige Feldstudie mit realen Verbrauchswerten für Luft-Luft-Geräte im deutschen Bestand haben wir nicht gefunden. Dass es keine gibt, lässt sich nicht beweisen: Wir haben keine.

Derselbe Weg beantwortet nebenbei die Frage nach dem mobilen Gerät. Der Kühlbedarf hinter den 101 Kilowattstunden beträgt 101 mal 7,85, also rund 793 Kilowattstunden im Jahr. Ein Monoblock deckt denselben Bedarf mit einem SEER von etwa 3,0 und braucht dafür 264 Kilowattstunden Strom, also 0,76 Kilowatt in der Durchschnittsstunde und rund 28 Cent. Gegenüber 10,7 Cent beim Splitgerät ist das rund das Zweieinhalbfache. Woran das liegt, steht im Vergleich von Monoblock und Splitgerät. Der SEER-Bereich für Monoblöcke von 2,5 bis 4,0 stammt allerdings von einer Anbieterseite, nicht aus einem Datenblatt.

Rechner: Ihr Gerät, Ihr Strompreis

Die Rechnung oben mit Ihren eigenen Zahlen. Der Rechner geht denselben Weg wie das Energielabel: über den SEER, nicht über die Nennleistung. Daneben zeigt er, wo man landet, wenn man den verbreiteten Fehler macht.

Rechner

Was kostet Ihre Klimaanlage im Betrieb?

2,5 kW
7,0
350 h
37 ct
46 Euro im Jahr
125 Kilowattstunden Strom für 875 Kilowattstunden Kälte.
13,2 Cent kostet eine Betriebsstunde im Durchschnitt der Saison.
Ein mobiles Monoblockgerät deckt denselben Kühlbedarf mit einem SEER um 3,0 und käme auf rund 108 Euro, das 2,3-Fache.
Wer statt dessen die Nennleistung mit den Stunden multipliziert (so rechnen die meisten Rechner im Netz), landet bei 324 Euro. Das ist das 7,0-Fache und schlicht falsch.

Gerechnet wird der Weg, den auch das Energielabel geht: Kühlleistung mal Betriebsstunden ergibt den Kältebedarf, geteilt durch den SEER den Strom. Die 350 Stunden sind der Normwert der Prüfsaison im europäischen Referenzklima; wer länger kühlt, zieht den Regler hoch. Der Rechner läuft in Ihrem Browser, es werden keine Eingaben übertragen. Alle Rechner im Überblick.

Was Messgeräte tatsächlich zeigen

Alle bisherigen Zahlen stammen aus Datenblättern und Verordnungen, also vom Prüfstand. Wie sich das im Betrieb verhält, lässt sich öffentlich nur an einer Stelle nachlesen: in Foren, in denen Leute ein Messgerät zwischen Anlage und Steckdose hängen. Diese Werte sind Einzelmessungen ohne kontrollierte Bedingungen. Sie sind kein Ersatz für eine Studie, aber sie sind die einzigen realen Betriebsdaten, die es gibt.

WAS EIN GANZER SOMMER AN STROM GEKOSTET HATEin Zimmer, Südseite30 kWh gemessen, 9.000-BTU-Gerät11,1 €Rund 50 m², eine Saison78 kWh gemessen, 9.000-BTU-Gerät28,9 €Zwei Geräte, ein Jahr117 kWh gemessen43,3 €Labelwert FTXM25R101 kWh für 350 Stunden37,4 €Labelwert FTXM35R137 kWh für 350 Stunden50,7 €Messwerte aus dem Forum akkudoktor.net, Labelwerte aus den Datenblättern. Alle Beträge mit 37,0 ct/kWh.
Die gemessenen Sommer liegen unter oder nahe an dem, was das Label verspricht. Der verbreitete Verdacht, Klimaanlagen zögen in der Praxis ein Vielfaches des Prospektwerts, findet in diesen Messungen keine Bestätigung. Es sind Einzelmessungen ohne kontrollierte Bedingungen, keine Studie. Als Gegenprobe für die Stundenrechnung taugen sie trotzdem: Wer einen ganzen Sommer mit 30 Kilowattstunden übersteht, kann in einer Stunde keine ganze Kilowattstunde verbraucht haben.

Ein Nutzer kommt mit einem 9.000-BTU-Gerät für ein Südzimmer auf 30 Kilowattstunden für die gesamte Kühlsaison, also 11,10 Euro. Ein zweiter misst 78 Kilowattstunden für rund 50 Quadratmeter Wohnfläche, das sind 28,86 Euro. Ein dritter nennt 117 Kilowattstunden für zwei Geräte zusammen, umgerechnet 43,29 Euro. Zum Vergleich: Der Labelwert des FTXM25R entspricht 37,37 Euro für seine 350 Prüfstunden.

Für die Stundenfrage ist das eine brauchbare Gegenprobe. Wer einen ganzen Sommer mit 30 Kilowattstunden übersteht, hat in keiner einzelnen Stunde eine Kilowattstunde verbraucht. Genau das aber unterstellt die Rechnung, die vom Karton ausgeht.

Wenn Sie selbst messen wollen Im Forum werden dafür Zwischenzähler zwischen 19 und 37 Euro empfohlen, etwa ein Shelly EM Mini oder ein Modbus-Zähler im Sicherungskasten. Ein Hinweis daraus ist wichtiger als die Gerätewahl: Die kostenlose Cloud-Auswertung eines solchen Zählers löst oft nur stündlich auf. Für die Anlaufkurve ist das zu grob, für den Verbrauch einer Stunde, eines Tages oder eines Monats reicht es.

Warum andere Seiten andere Zahlen nennen

Wer zwei Ratgeber vergleicht, findet für dasselbe Gerät völlig verschiedene Stundenkosten. Das liegt selten am Gerät. Von acht geprüften Seiten rechnen sechs mit einem Strompreis, der entweder veraltet, undatiert oder aus dem falschen Land stammt.

EIN GERÄT, EINE STUNDE, 800 WATT: SIEBEN RATGEBER, SIEBEN PREISEblitzrechner.de53,3 ct/kWh, ein Krisenwert42,6 ctverivox.de40 ct/kWh, ohne Quellenangabe32,0 ctmediamarkt · energiemarie37 ct/kWh, beide auf dem Wert29,6 ct1komma5.com35 ct/kWh, ohne Quelle28,0 ctbosch-homecomfort.com32,8 ct/kWh, Stand April 202626,2 ctheide-kaelteklima.de30 ct/kWh, ohne Quelle und Datum24,0 ctklimavergleich.at28 ct/kWh, aus Österreich22,4 ctStundenkosten berechnet: 800 Watt mal dem Strompreis der jeweiligen Seite. Seiten geprüft am 24. August 2026.
Zwischen der teuersten und der billigsten Seite liegen 63 Prozent. Am Gerät hat sich dabei nichts geändert. Es sind immer dieselben 800 Watt, und der ganze Unterschied steckt im angenommenen Strompreis. Wer Stundenkosten aus zwei Ratgebern vergleicht, vergleicht in Wahrheit deren Preisannahmen. Nur zwei der sieben Seiten rechnen mit dem Wert, den der BDEW für August 2026 ausweist.

Der größte Ausreißer nach oben ist blitzrechner.de mit 53,3 Cent je Kilowattstunde. Das ist ein Preis aus der Energiekrise und liegt 44 Prozent über dem Wert, den der BDEW für August 2026 ausweist, obwohl die Seite als zuletzt im April 2026 aktualisiert gekennzeichnet ist. Der unauffälligste Fehler steht bei klimavergleich.at: Die Seite rechnet mit 28 Cent, weil sie österreichische Preise verwendet. Für deutsche Leser sind ihre Stundenkosten damit rund ein Viertel zu niedrig, ohne dass man das der Zahl ansieht.

Verbreiteter Irrtum „Watt pro Stunde“ ist keine Einheit. Vier der acht geprüften Seiten schreiben sie trotzdem, eine setzt sogar „500 bis 1.500 Watt“ mit „0,5 bis 1,5 kWh“ gleich. Watt ist eine Leistung, sie sagt, wie schnell Strom fließt. Die Kilowattstunde ist eine Menge. Ein Gerät mit 800 Watt verbraucht in einer Stunde 0,8 Kilowattstunden, in zwei Stunden 1,6. Wer „Watt pro Stunde“ liest, sollte den Rest der Rechnung besonders genau prüfen.

Für Sie folgt daraus eine einfache Regel: Rechnen Sie mit Ihrem Arbeitspreis, nicht mit einem Durchschnitt. Er steht auf Ihrer Jahresabrechnung in Cent je Kilowattstunde. Die 37,0 Cent in diesem Beitrag sind der Durchschnittswert eines Musterhaushalts und dienen nur dazu, die Zahlen untereinander vergleichbar zu halten.

Was in dieser Rechnung fehlt

Alle Beträge oben sind reine Stromkosten für die Zeit, in der das Gerät kühlt. Drei Posten kommen dazu, und keiner davon lässt sich sinnvoll auf eine Stunde umlegen.

  • Der Bereitschaftsbetrieb. Auch ausgeschaltet zieht die Anlage Strom, solange die Sicherung eingeschaltet ist. Wie viel, konnten wir nicht belegen. Wir nennen deshalb keine Zahl.
  • Wartung und Reinigung. Sie fallen im Jahr an, nicht in der Stunde, und verändern trotzdem den Stundenpreis: Ein verschmutzter Wärmetauscher zwingt das Gerät in einen ungünstigeren Betriebspunkt. Was dafür anfällt, steht bei den Wartungskosten einer Klimaanlage.
  • Anschaffung und Einbau. Über die Lebensdauer gerechnet sind sie meist der größere Posten. Zusammen mit Strom und Wartung ergeben sie die laufenden Kosten einer Klimaanlage.

Und ein letzter Punkt zur Einordnung: Die teuerste Stunde ist die, die das Gerät läuft, ohne dass jemand im Raum ist. Sie kostet dasselbe wie jede andere, nur bringt sie nichts. Das ist der einzige Hebel in diesem Beitrag, der ohne neues Gerät und ohne neuen Stromtarif auskommt.

Häufige Fragen

Zwischen rund 4 und 30 Cent, je nach Betriebszustand. Ein Splitgerät mit 2,5 Kilowatt Kühlleistung nimmt laut Datenblatt 0,56 Kilowatt auf und kostet unter Nennlast 20,7 Cent je Stunde. Im Haltebetrieb messen Nutzer 100 bis 140 Watt, das sind 3,7 bis 5,2 Cent. Die durchschnittliche Sommerstunde liegt nach dem Energielabel bei 10,7 Cent. Alle Beträge mit 37,0 Cent je Kilowattstunde.
Ein Splitgerät der 2,5-Kilowatt-Klasse verbraucht unter Nennlast 0,56 Kilowattstunden je Stunde. Im Durchschnitt der Saison sind es laut Energielabel 0,289 Kilowattstunden, im Haltebetrieb nach Messungen von Nutzern 0,10 bis 0,14. Nicht zu verwechseln ist das mit der Kühlleistung: Die 2,5 Kilowatt auf dem Karton sind die Wärme, die das Gerät wegschafft, nicht der Strom, den es zieht.
Rechnen Sie die erste Stunde mit dem Datenblattwert und die übrigen mit dem Haltebetrieb. Für das Beispielgerät wären zwölf Stunden also einmal 20,7 Cent plus elfmal rund 5 Cent, zusammen etwa 75 Cent. Diese Rechnung gilt für einen normal warmen Tag. An einem sehr heißen Tag bleibt das Gerät länger im oberen Bereich, dann liegt der Tag deutlich höher.
Die verfügbaren Messungen sprechen dagegen. Drei Nutzer nennen für eine ganze Kühlsaison 30, 78 und 117 Kilowattstunden, umgerechnet 11 bis 43 Euro. Das liegt unter oder nahe an dem, was die Energielabel der Geräte für 350 Betriebsstunden ausweisen. Es sind Einzelmessungen ohne kontrollierte Bedingungen. Eine unabhängige Feldstudie für den deutschen Bestand haben wir nicht gefunden.
Wenn der Raum beim Zubettgehen schon kalt ist, bleibt das Gerät im Haltebetrieb. Acht Stunden bei gemessenen 130 Watt sind 1,04 Kilowattstunden und damit 38 Cent. Eine österreichische Ratgeberseite nennt „ab ca. 1,60 Euro“ für dieselbe Nacht, rechnet dabei aber mit 0,7 Kilowatt Dauerleistung, obwohl sie im eigenen Text 0,3 bis 0,5 Kilowatt Teillast angibt.
Ja, deutlich. Für denselben Kühlbedarf braucht ein Monoblock mit einem SEER um 3,0 rund 0,76 Kilowatt in der Durchschnittsstunde, ein Splitgerät mit SEER 7,85 nur 0,29 Kilowatt. Das sind 28 gegenüber 10,7 Cent je Stunde. Der SEER-Bereich für Monoblöcke stammt aus einer Anbieterangabe, der Splitwert aus einem Herstellerdatenblatt.
Mit Ihrem eigenen Arbeitspreis. Er steht in Cent je Kilowattstunde auf der Jahresabrechnung. Die 37,0 Cent in diesem Beitrag sind der BDEW-Durchschnitt für einen Musterhaushalt im August 2026 und dienen nur der Vergleichbarkeit. Wie stark das durchschlägt, zeigt der Vergleich der Ratgeberseiten: Zwischen 28 und 53,3 Cent liegen bei identischem Gerät 63 Prozent Unterschied.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Und was kostet die Anlage im Jahr?

Strom, Wartung und Prüfpflichten zusammengerechnet: die laufenden Kosten einer Klimaanlage über ein ganzes Betriebsjahr.

Zu den laufenden Kosten

Stand: 25. August 2026 · Quellen: Technisches Datenblatt Daikin Perfera FTXM25R und FTXM35R (Abruf 24. August 2026) · Planungshandbuch Mitsubishi Electric MSZ-AP-VG · Delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011, Anhang I Nr. 5 und 19 · Verordnung (EU) Nr. 206/2012, Anhang II Tabelle 2 und Tabelle 4 · BDEW-Strompreisanalyse, 37,0 ct/kWh, August 2026 · Messwerte von Nutzern aus den Foren von akkudoktor.net · geprüfte Ratgeberseiten: blitzrechner.de, bosch-homecomfort.com, verivox.de, energiemarie.de, mediamarkt.de, heide-kaelteklima.de, 1komma5.com, klimavergleich.at (alle abgerufen am 24. August 2026)