Die kurze Antwort

Ja, ein mobiles Klimagerät kühlt. Es kühlt spürbar, es senkt die Temperatur in einem kleinen Raum auf 22 bis 24 Grad, und Nutzer berichten das übereinstimmend. Nur kühlt es langsamer, schwächer und teurer, als die Zahl auf dem Karton erwarten lässt.

Der Grund steckt in der Bauart. Ein Monoblockgerät steht komplett im Raum und bläst seine Abwärme durch einen Schlauch nach draußen. Dieselbe Luftmenge muss von irgendwo nachströmen, und sie kommt von draußen: warm. Bei sommerlichen Temperaturunterschieden hebt allein dieser Effekt gut die Hälfte bis knapp drei Viertel der Nennkühlleistung wieder auf. Stiftung Warentest fasst denselben Befund anders zusammen: Die Effizienz mobiler Geräte sei „bis zu siebenmal geringer“ als bei fest installierten Anlagen.

Kurz gesagt Für wenige Hitzetage im Jahr, in einem kleinen Raum, ohne Erlaubnis für einen Wanddurchbruch ist ein mobiles Gerät eine vernünftige Lösung. Als Dauerlösung für den ganzen Sommer ist es die teuerste Art zu kühlen. Wo genau die Grenze liegt, steht im letzten Abschnitt.

Zwei Begriffe vorweg, weil sie in Datenblättern und Verordnungen durcheinandergehen. Monoblock und Einkanalgerät meinen dasselbe: ein Gerät mit einem einzigen Schlauch, der warme Luft nach draußen führt. Um Geräte ohne jeden Schlauch geht es hier nicht. Was Geräte ganz ohne Abluftschlauch leisten, ist eine eigene Frage mit einer eigenen Antwort.

Warum weniger ankommt, als auf dem Karton steht

Der Schlauch ist die ganze Erklärung. Er führt warme Luft aus dem Raum ins Freie, und zwar nicht wenig: Das Datenblatt des Comfee Mobile 12000 Plus nennt je nach Gebläsestufe 355 bis 420 Kubikmeter je Stunde, das De’Longhi PAC EX105 250 bis 350 Kubikmeter. Ein Zimmer von 25 Quadratmetern fasst bei 2,50 Metern Deckenhöhe rund 62 Kubikmeter Luft. Das Gerät bläst also je nach Modell und Stufe das Vier- bis Siebenfache dieses Rauminhalts pro Stunde hinaus.

Diese Luft verschwindet nicht aus der Wohnung, sie wird ersetzt. Sie kommt durch Fensterspalten, Türritzen und die Öffnung, durch die der Schlauch führt, und sie hat Außentemperatur. Das Gerät kühlt damit zu einem erheblichen Teil die Luft, die es selbst hereinzieht. Wie sich die Verlustleistung aus Volumenstrom und Temperaturunterschied Watt für Watt ergibt, steht in der vollständigen Rechnung zum gekippten Fenster. Hier steht nur das Ergebnis.

WIE VIEL DER NENNKÜHLLEISTUNG DIE NACHSTRÖMENDE LUFT AUFFRISSTComfee Mobile 12000 Plusbei 10 Kelvin Unterschied · 3.500 W41 %Comfee Mobile 12000 Plusbei 15 Kelvin Unterschied · 3.500 W61 %De’Longhi PAC EX105 A+++bei 10 Kelvin Unterschied · 2.500 W48 %De’Longhi PAC EX105 A+++bei 15 Kelvin Unterschied · 2.500 W71 %Eigene Rechnung aus zwei Herstellerdatenblättern, jeweils höchste Gebläsestufe.
Von der Zahl auf dem Karton bleibt an einem heißen Tag weniger als die Hälfte übrig. Die Balken zeigen nicht den Stromverbrauch, sondern den Anteil der Kühlleistung, den das Gerät durch die eigene Abluft wieder verliert. Zehn Kelvin Unterschied bedeuten 30 Grad draußen und 20 Grad drinnen, fünfzehn Kelvin einen wirklich heißen Tag. Auffällig ist, dass das sparsamere Gerät schlechter dasteht: Es bläst fast so viel Luft hinaus wie das große, hat aber weniger Nennleistung, gegen die es rechnet.

Bei zehn Kelvin Unterschied zwischen drinnen und draußen liegt der Verlust je nach Gerät und Gebläsestufe bei 34 bis 48 Prozent der Nennkühlleistung, bei fünfzehn Kelvin bei 51 bis 71 Prozent. Von den 3,5 Kilowatt, die auf dem Comfee-Karton als 12.000 BTU stehen, bleiben an einem heißen Tag auf der höchsten Gebläsestufe also noch rund 1.360 Watt übrig. Was die BTU-Zahl auf dem Karton überhaupt bedeutet, ist ein eigenes Thema.

Woher die Zahlen stammen Die Volumenströme und Leistungswerte stammen aus den technischen Datenblättern der Hersteller, nicht aus Ratgeberseiten oder Produktbeschreibungen. Von zehn für diesen Beitrag geprüften Seiten beziffert keine einzige diesen Effekt. Alle beschreiben den Unterdruck im Raum in Worten, keine rechnet ihn aus.

Ein Detail daran ist unangenehm. Das sparsamere der beiden Geräte schneidet in der Grafik schlechter ab. Das De’Longhi ist mit einem EER von 4,1 das effizienteste Einkanalgerät, das die EU-Skala überhaupt zulässt, bläst aber fast dieselbe Luftmenge hinaus wie das große Comfee-Gerät, bei geringerer Nennleistung. Der Nachström-Effekt hängt eben nicht am Wirkungsgrad des Verdichters, sondern am Schlauch.

Was die unabhängigen Prüfer sagen

Zwei Institutionen äußern sich in Deutschland unabhängig von Herstellern und Händlern: Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale. Beide sind deutlich, aber ihre Aussagen werden im Netz häufig verkürzt weitergereicht.

Stiftung Warentest überschreibt ihren Beitrag mit „Flexibel, aber wenig effizient“ und nennt eine Effizienz, die „bis zu siebenmal geringer“ ausfalle als bei fest installierten Klimageräten. Die Preise der dort eingeordneten Modelle liegen zwischen 393 und 693 Euro. Ein Punkt fehlt in jeder Wiedergabe, die wir gefunden haben: Stiftung Warentest testet Monoblock-Geräte seit 2021 nicht mehr selbst. Für aktuelle Werte verweist die Seite auf einen Test der französischen Schwesterorganisation Que Choisir aus dem Jahr 2026.

Eine offene Frage Was diese Weitergabe anrichtet, lässt sich an einer Zahl zeigen. EnBW nennt in seinem Ratgeber „52 bis 120 Euro pro Jahr“ und schreibt sie Stiftung Warentest zu. Auf der test.de-Seite, die wir gelesen haben, stehen für denselben Zusammenhang andere Werte: 53 bis 67 Euro für 14 Tage Dauerbetrieb, nicht für ein Jahr. Ob EnBW eine ältere oder eine andere Veröffentlichung meint, ließ sich nicht klären. Solange das offen ist, sollte man mit der Jahreszahl nicht rechnen.

Das ist kein Vorwurf an Stiftung Warentest, aber es ändert die Belastbarkeit der Zahl. „Bis zu siebenmal geringer“ ist keine Messung aus einem deutschen Prüflabor, sondern eine Einordnung, die sich auf einen fremden Test stützt. Sie deckt sich der Größenordnung nach mit dem, was sich aus den Datenblättern rechnen lässt. Die Formulierung „bis zu“ markiert dabei den ungünstigsten Fall, nicht den Regelfall. Wer eine belastbare eigene Zahl braucht, kommt an den Datenblattwerten des konkreten Geräts nicht vorbei.

Die Verbraucherzentrale liefert die anschaulichste Zahl des ganzen Themas. Ein Splitgerät kühlt einen Raum von 14 Quadratmetern in unter fünf Minuten von 30 auf 24 Grad herunter. Ein Monoblockgerät braucht für dieselbe Strecke 30 bis 45 Minuten.

WIE LANGE EIN RAUM VON 14 QUADRATMETERN VON 30 AUF 24 GRAD BRAUCHTSplitgerät, fest installiertund zwar „unter fünf Minuten“5 Min.Mobiles Gerät, schnellster Fallmindestens sechsmal so lange30 Min.Mobiles Gerät, langsamster Fallmindestens neunmal so lange45 Min.Verbraucherzentrale, Stand 04.08.2026. Ein einzelner Vergleichswert, kein Reihentest.
Der Unterschied liegt nicht im Ob, sondern im Wie lange. Beide Bauarten erreichen 24 Grad. Das mobile Gerät braucht dafür eine gute halbe Stunde bis Dreiviertelstunde, und in dieser Zeit läuft der Verdichter durchgehend. Wer abends heimkommt und sofort Kühlung will, merkt genau diesen Unterschied, nicht die Effizienzklasse.

Die Verbraucherzentrale bestätigt außerdem den unteren Rand der üblichen Faustformel: Mindestens 60 Watt Kühlleistung je Quadratmeter seien anzusetzen. Für einen Raum von 20 Quadratmetern sind das 1.200 Watt, und zwar Kühlleistung, die tatsächlich im Raum ankommt, nicht die Zahl vom Karton. Das große Comfee-Gerät liefert an einem heißen Tag rund 1.360 Watt netto und deckt diesen Raum damit knapp. Liegt die Kühllast am oberen Rand der Faustformel, also bei 100 Watt je Quadratmeter, reicht es nicht mehr.

Als effizientere Alternative nennt Stiftung Warentest das mobile Splitgerät Midea Portasplit, bei dem nur eine Leitung von 2,7 Zentimetern Durchmesser nach draußen führt statt eines armdicken Schlauchs. Das ist eine eigene Gerätekategorie mit eigenen Nachteilen und hier nicht das Thema.

Klasse A ist nicht gleich Klasse A

Auf mobilen Klimageräten steht regelmäßig ein A oder A+, und die Nischenseite deine-mobile-klimaanlage.de beruhigt ihre Leser damit, „die meisten Geräte“ besäßen genau diese Klassen. Daneben steht die Aussage von Stiftung Warentest, dieselben Geräte seien bis zu siebenmal ineffizienter als Splitgeräte. Beide Aussagen sind richtig. Sie widersprechen sich nur scheinbar, weil zwei verschiedene Maßstäbe angelegt werden.

Die Delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011 bewertet Einkanalgeräte auf einer eigenen Skala. Standard- und Splitgeräte werden nach dem SEER beurteilt, einem Jahreswert über eine ganze Kühlsaison. Einkanalgeräte werden nach dem EER beurteilt, einem einzelnen Betriebspunkt. Und die Schwellen liegen weit auseinander.

KLASSE A IST NICHT GLEICH KLASSE A0123456789Klasse A+++ab SEER 8,50Klasse Aab SEER 5,10Klasse Gunter SEER 2,60Klasse A+++ab EER 4,10Klasse Aab EER 2,60Klasse Gunter EER 1,40Oben Standard- und Splitgeräte nach SEER, unten Einkanalgeräte nach EER. Anhang II der Verordnung (EU) 626/2011.
Dieselbe Buchstabenkombination, zwei völlig verschiedene Anforderungen. Ein Splitgerät muss für die Klasse A einen SEER von mindestens 5,10 schaffen, ein mobiles Einkanalgerät für dieselbe Klasse einen EER von 2,60, also rund die Hälfte. Das Comfee-Gerät aus der Grafik oben hat genau diesen EER von 2,6 und trägt deshalb völlig zu Recht ein A auf dem Karton. Auf der oberen Skala läge derselbe Zahlenwert unterhalb der schlechtesten Klasse.

Für die Klasse A braucht ein Splitgerät einen SEER von mindestens 5,10. Ein Einkanalgerät braucht für dasselbe A einen EER von 2,60, also etwa 51 Prozent davon. Bei A+++ ist der Abstand ähnlich: 8,50 gegen 4,10. Das Comfee-Gerät aus dem Beispiel hat einen EER von 2,6 und trägt deshalb regelkonform ein A. Läge derselbe Zahlenwert auf der oberen Skala, wäre er schlechter als die Klasse G.

Der verbreitete Irrtum „Klasse A ist Klasse A.“ Richtig ist: Das Etikett vergleicht mobile Geräte ausschließlich mit anderen mobilen Geräten. Es sagt nichts darüber, wie das Gerät gegen ein Splitgerät dasteht. Von den geprüften Seiten löst keine einzige das auf. Das Klimaschutzportal co2online.de kündigt den Unterschied zwischen Einkanalgeräten und übrigen Klimageräten sogar ausdrücklich an und bricht die Erklärung dann genau davor ab.

Nützlich bleibt das Etikett trotzdem, nur eben innerhalb der Kategorie. Zwischen einem Einkanalgerät mit EER 2,6 und einem mit EER 4,1 liegt ein deutlicher Abstand: Für dieselbe Kühlleistung braucht das schlechtere knapp 58 Prozent mehr Strom. Wer die Kennzahlen dahinter genauer verstehen will, findet den Unterschied zwischen SEER und EER und den Aufbau des Energielabels in eigenen Beiträgen.

Praktisch heißt das: Der Buchstabe auf dem Karton taugt zum Vergleich zweier mobiler Geräte, nicht zur Frage, ob mobil überhaupt reicht. Über acht aktuell gelistete Einstiegsmodelle hinweg reicht der EER von 2,6 bis 4,1. Diese Spanne steht in den Datenblättern, nicht in den Produktbeschreibungen, und sie entscheidet über den Stromverbrauch stärker als jedes Werbeversprechen. Die beiden Beispielgeräte dieses Beitrags markieren die Ränder: 2,6 ist gerade noch Klasse A, und 4,1 ist zugleich die Schwelle für A+++. Besser wird ein Einkanalgerät auf dieser Skala nicht eingestuft.

Was der Betrieb wirklich kostet

Die belastbarste Kostenangabe im ganzen Themenfeld stammt von Stiftung Warentest: 53 bis 67 Euro für 14 Tage Dauerbetrieb, also 168 Betriebsstunden, gerechnet mit 40 Cent je Kilowattstunde. Diese Angabe ist deshalb brauchbar, weil sie alle drei nötigen Größen nennt: Zeitraum, Betriebsdauer und Strompreis.

DREI KOSTENANGABEN, DREI VERSCHIEDENE GRUNDLAGEN53 bis 67 EuroStiftung Warentest, Mai 2026Zeitraum14 TageBetrieb12 Std. am TagStrompreis40 ct/kWhGrundlagedrei Testmodelleam Gerät ermittelt52 bis 120 EuroEnBW zitiert Stiftung WarentestZeitraumein JahrBetriebnicht genanntStrompreisnicht genanntGrundlagenicht auffindbarWiderspruch ungeklärt135 Eurobaupraxis.de, BeispielrechnungZeitraumein JahrBetrieb500 StundenStrompreis27 ct/kWhGrundlagekein BelegAnnahmen unbelegtAlle drei Angaben stammen aus dem August 2026 recherchierten Quellenbestand.
Wer Stromkosten vergleicht, vergleicht meistens verschiedene Zeiträume. Nur die linke Angabe nennt Zeitraum, Betriebsdauer und Strompreis vollständig und ist damit nachrechenbar. Die mittlere gibt sich als dieselbe Quelle aus, kommt aber auf einen Jahreswert, der sich auf test.de nicht wiederfinden ließ. Die rechte rechnet mit einem Strompreis, den es 2026 so nicht mehr gibt.

Rechnet man diese Werte auf einen Strompreis von 37 Cent je Kilowattstunde um, kostet eine Stunde Volllastbetrieb 29 bis 37 Cent. Ein Kühltag von acht Stunden liegt damit bei 2,30 bis 2,95 Euro. Aus denselben Zahlen folgt nebenbei die mittlere Leistungsaufnahme über den Testzeitraum: rund 0,8 bis 1,0 Kilowatt. Das ist deutlich weniger als die 1.450 Watt, die im Comfee-Datenblatt als Maximum stehen. Das liegt daran, dass der Verdichter abschaltet, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist. Genau das beschreibt auch ein Nutzer im Forum von computerbase.de.

Eine offene Frage Was ein mobiles Gerät im Jahr kostet, lässt sich mit den verfügbaren Quellen nicht seriös beantworten. Die entscheidende Größe ist die Zahl der tatsächlichen Betriebsstunden eines deutschen Haushalts pro Sommer, und diese Zahl war in der Recherche für diesen Beitrag nirgends zu finden, auch nicht beim Statistischen Bundesamt oder beim BDEW. Wer Ihnen einen Jahresbetrag nennt, hat sie geschätzt. Wir schätzen sie nicht.

Bei der Anschaffung nennt die Verbraucherzentrale eine Spanne von 300 bis über 1.000 Euro. Die von Stiftung Warentest eingeordneten Modelle liegen mit 393 bis 693 Euro mittendrin. Ein einfacher Ventilator kostet ab etwa 30 Euro und ist nach Einschätzung der Verbraucherzentrale für Einzelpersonen oft die passendere Lösung: Er kühlt den Raum nicht, aber er kühlt die Person darin.

Was echte Nutzer erreichen

Ratgeberseiten enden meist bei „kühlt schlechter als ein Splitgerät“. Wie es sich tatsächlich anfühlt, steht in Foren. Vier Berichte aus zwei deutschen Technikforen zeigen ein Bild, das keiner der geprüften Ratgeber zeichnet.

WAS VIER NUTZER IN FOREN BERICHTEN22 °C erreichtNutzer Pro_BroDraußen30 °CWohnungrund 50 m²Dafür nötigPlexiglas gelasert22 bis 23 °CNutzer NarbennarrVorher27 bis 28 °CRaumSchlafzimmerDauerrecht kurze Zeit22 bis 23 °CNutzer SayerDraußen35 °C, SüdseiteZusätzlichAußenverdunklungDafür nötigzweiter Schlauch23 bis 24 °CNutzer Belo79Raumrund 20 m²Betriebtaktet ständigUrteilohne ProblemeForenbeiträge auf computerbase.de und hardwareluxx.de. Vier Einzelberichte, kein Test.
Alle vier erreichen 22 bis 24 Grad, zwei davon nur mit selbst gebauter Technik. Das ist der Teil, der auf Verkaufsseiten fehlt. Die erreichten Temperaturen sind gut, aber bei zwei der vier Berichte stehen daneben eine gelaserte Plexiglasscheibe und ein selbst gebauter zweiter Schlauch. Die beiden anderen erwähnen keinen Zusatzaufwand, sie kühlen allerdings auch keine 50 Quadratmeter und keine Südseite bei 35 Grad.

Alle vier erreichen Temperaturen zwischen 22 und 24 Grad, einer davon bei 35 Grad Außentemperatur an einer Südseite. Das widerlegt die pauschale Behauptung, mobile Geräte brächten nichts. Bei den beiden anspruchsvollsten Fällen steht der Preis dafür allerdings im selben Beitrag. Ein Nutzer ließ sich eigens eine Plexiglasscheibe mit Schlauchloch lasern und schreibt dazu: „das funktioniert nur mit guter Abdichtung“. Ein anderer baute für rund 15 Euro Materialkosten einen zweiten Schlauch an, der die Zuluft von draußen holt statt aus dem Raum, und benutzte dafür einen umfunktionierten Farbeimer als Ansaugbox.

  • Dichten Sie die Fensteröffnung wirklich ab. Ein Schlauch, der lose im gekippten Fenster hängt, ist der teuerste Fehler des ganzen Themas. Warum genau, steht in dem Beitrag zum gekippten Fenster.
  • Verschatten Sie vorher. Ein Nutzer erreicht seine 22 bis 23 Grad an einer Südseite ausdrücklich mit Außenverdunklung. Wärme, die gar nicht erst hereinkommt, muss das Gerät nicht wegschaffen.
  • Erwarten Sie vom Einstiegssegment nicht zu viel. Ein erfahrener Forennutzer antwortet einem enttäuschten Käufer trocken: „Du hast dir natürlich die billigste der billigen ausgesucht.“ Zwischen EER 2,6 und EER 4,1 liegen Welten, und beide Werte stehen im Datenblatt.
  • Rechnen Sie mit Lärm. Derselbe Nutzer, der 22 bis 23 Grad erreicht, beschreibt selbst beim leisesten von ihm getesteten Gerät im Silent-Modus, dass Schlafen im selben Raum ohne Ohrstöpsel unmöglich sei. Für ein Schlafzimmer ist das der wichtigere Punkt als jede Effizienzzahl.

Für wen sich ein mobiles Gerät lohnt

Die Frage „sinnvoll oder nicht“ lässt sich nicht am Gerät entscheiden. Sie entscheidet sich an drei Angaben zur eigenen Lage: wie oft gekühlt wird, ob ein fester Einbau überhaupt in Frage kommt, und wie groß und dicht der Raum ist.

REICHT MIR EIN MOBILES GERÄT?Kühlung nur an wenigen Tagen im Jahr nötigjaWanddurchbruch nicht möglich oder nicht erlaubtjaEin Raum, klein genug und dicht zu bekommenjaEin mobiles Gerät ist eine vertretbare WahlRechnen Sie mit rund 30 Cent je Betriebsstunde und einer langsamen Abkühlung.einmal nein?Prüfen Sie einSplitgerätBei täglichemBetrieb, mehrerenRäumen oder einerdauerhaften Lösungfällt der Vergleicheindeutig aus:schneller kühl,weniger Strom,dafür Montage undGenehmigung.
Die Eignung hängt nicht am Gerät, sondern an drei Fragen zur eigenen Lage. Fällt eine der drei Antworten anders aus, ist das kein Ausschlusskriterium, sondern ein Hinweis. Je häufiger Sie kühlen, desto stärker wiegt der Effizienznachteil, und desto eher lohnt der Aufwand einer festen Anlage. Bei einem absehbaren Umzug kann das mobile Gerät trotzdem die vernünftigere Wahl bleiben.

Klar für ein mobiles Gerät sprechen vier Situationen. In einer Mietwohnung ohne Erlaubnis für einen Wanddurchbruch gibt es zu einem mobilen Gerät oft keine Alternative. Bei einem absehbaren Umzug zieht das Gerät einfach mit. Wer nur an einer Handvoll Hitzetage im Jahr kühlt, holt die Mehrkosten einer festen Anlage nie herein. Und für einen einzelnen kleinen Raum, der sich gut abdichten lässt, reicht die verbleibende Kühlleistung aus.

Diese vier Fälle nennen auch die Verkaufsseiten, die im Netz zu diesem Thema ranken. Was dort fehlt, ist die Zahl dahinter. Keine der geprüften Seiten sagt, ab wie vielen Kühltagen im Jahr die Empfehlung kippt, wie groß der Raum höchstens sein sollte oder was eine Betriebsstunde kostet. Genau deshalb steht in diesem Beitrag hinter jeder Aussage eine Zahl mit Quelle, und dort, wo es keine gibt, steht das ausdrücklich dabei.

Klar dagegen sprechen ebenfalls vier Situationen: täglicher Betrieb über den ganzen Sommer, mehrere Räume gleichzeitig, große oder schlecht abdichtbare Räume und ein Schlafzimmer mit Anspruch an Ruhe. In diesen Fällen ist die Frage nicht mehr, ob ein mobiles Gerät kühlt, sondern ob man den Effizienznachteil über Jahre bezahlen will. Wie eine feste Anlage dagegen aufgebaut wäre und ob ein Gerät für mehrere Räume genügt, steht im Vergleich zwischen Monosplit und Multisplit.

Kurz gesagt Ein mobiles Klimagerät ist kein schlechtes Gerät, sondern ein Gerät mit einer klaren Grenze. Wer diese Grenze kennt und den Schlauchdurchlass ernsthaft abdichtet, bekommt an wenigen Tagen im Jahr genau das, was er braucht. Wer es als billigen Ersatz für eine feste Anlage kauft, zahlt den Unterschied über den Stromzähler nach.

Häufige Fragen

Für wenige Hitzetage im Jahr, einen kleinen Raum und eine Wohnung ohne Erlaubnis für einen Wanddurchbruch: ja. Als Dauerlösung für den ganzen Sommer: nein. Der Grund ist der Abluftschlauch. Er lässt warme Außenluft nachströmen und hebt bei sommerlichen Temperaturunterschieden 51 bis 71 Prozent der Nennkühlleistung wieder auf. Stiftung Warentest beziffert die Effizienz als bis zu siebenmal geringer als bei einem fest installierten Gerät.
In den meisten Fällen liegt es nicht am Gerät, sondern an der Fensteröffnung. Für jeden Kubikmeter Luft, den der Schlauch hinausbläst, strömt ein Kubikmeter warme Außenluft nach. Ein lose ins gekippte Fenster gehängter Schlauch ist die schlechteste Variante. Nutzer, die gute Ergebnisse erreichen, dichten die Öffnung konsequent ab, teils mit selbst gefertigten Platten. Ein zweiter Punkt ist die Raumgröße: Ab etwa 25 Quadratmetern wird es eng.
Stiftung Warentest nennt 53 bis 67 Euro für 14 Tage Dauerbetrieb mit zwölf Stunden am Tag, gerechnet mit 40 Cent je Kilowattstunde. Umgerechnet auf 37 Cent sind das 29 bis 37 Cent je Betriebsstunde, also 2,30 bis 3,00 Euro für einen Kühltag von acht Stunden. Die mittlere Leistungsaufnahme liegt dabei bei 0,8 bis 1,0 Kilowatt, weil der Verdichter abschaltet, sobald die Zieltemperatur erreicht ist.
Die Kernaussage lautet „flexibel, aber wenig effizient“, die Effizienz sei bis zu siebenmal geringer als bei fest installierten Geräten. Wichtig für die Einordnung: Stiftung Warentest testet Monoblock-Geräte seit 2021 nicht mehr selbst und verweist für aktuelle Werte auf einen Test der französischen Organisation Que Choisir aus dem Jahr 2026. Keine der Seiten, die diese Zahlen zitieren, erwähnt das.
Nein. Die Delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011 bewertet Einkanalgeräte auf einer eigenen, deutlich niedrigeren Skala. Ein Splitgerät braucht für Klasse A einen SEER von mindestens 5,10, ein mobiles Einkanalgerät für dieselbe Klasse nur einen EER von 2,60. Das Etikett vergleicht mobile Geräte also ausschließlich untereinander, nicht mit fest installierten Anlagen.
Dauerbetrieb ist der Normalfall und kein Problem für das Gerät: Stiftung Warentest rechnet ausdrücklich mit zwölf Stunden am Tag über zwei Wochen. Technisch läuft der Verdichter dabei nicht durch, sondern schaltet ab, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist. Die Grenze ist nicht die Technik, sondern der Strompreis: Jede Betriebsstunde kostet rund 30 Cent.
Für eine einzelne Person hält die Verbraucherzentrale einen Ventilator oft für die passendere Lösung. Er kostet ab etwa 30 Euro statt 300 bis über 1.000 Euro und verbraucht einen Bruchteil des Stroms. Er senkt allerdings nicht die Raumtemperatur, sondern erhöht nur die Verdunstung auf der Haut. Bei mehreren Personen im Raum oder in einem stark aufgeheizten Dachgeschoss stößt er schnell an seine Grenze.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Stand: 25. August 2026 · Quellen: Stiftung Warentest, „Mobile Klimaanlagen im Test: Flexibel, aber wenig effizient“, Stand 29.05.2026, aktualisiert 19.08.2026 · Verbraucherzentrale, „Hilft eine Mini-Klimaanlage gegen die große Hitze?“ und „Klimaanlage installieren“, Stand 04.08.2026 · Delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011, Anhang II, konsolidierte Fassung vom 30.09.2023 · Herstellerdatenblätter Comfee Mobile 12000 Plus und De’Longhi PAC EX105 A+++ · vergleich.org · co2online.de · deine-mobile-klimaanlage.de · enbw.com · baupraxis.de · priwatt.de · kaeltebringer.de · sollero.de · Forenbeiträge auf computerbase.de und hardwareluxx.de