Die kurze Antwort

Ein Innengerät je abgeschlossenem Raum, den Sie wirklich kühlen wollen. Für ein übliches Einfamilienhaus sind das meist vier bis fünf: Wohnzimmer, Schlafzimmer, ein bis zwei Kinderzimmer, Arbeitszimmer. Flur, Bad, Gäste-WC und die abgetrennte Küche bekommen keines.

Bevor es weitergeht, eine Begriffsklärung, ohne die der Rest nicht funktioniert. Was im Alltag „eine Klimaanlage“ heißt, besteht aus zwei Teilen: einem Außengerät an der Wand oder im Garten und einem oder mehreren Innengeräten in den Räumen. Wer fragt, wie viele Klimaanlagen ein Haus braucht, meint fast immer die Innengeräte. Genau deshalb findet er zu seiner Frage nichts Brauchbares: Die Suchmaschine liefert ihm Kostenseiten und Produktsets, weil die Frage in der Sprache der Technik anders lautet.

Für diesen Beitrag haben wir zehn Seiten gelesen, die zu dieser Frage ranken. Keine davon ist unabhängig: vier gehören einem Hersteller, zwei einem Shop, eine einem Vergleichsportal mit Handwerkervermittlung, eine einem Handwerksbetrieb, eine einem Amazon-Partner. Und keine einzige beantwortet die Titelfrage. Was sie stattdessen liefern, sind Preisspannen und die Produktobergrenze „zwei bis fünf Innengeräte“.

EIN BEISPIELHAUS, RAUM FÜR RAUM DURCHGEZÄHLTeigenes Innengerätkein GerätDGOGEGArbeitszimmer16 m²AbstellraumTreppeSchlafzimmer18 m²Kinderzimmer14 m²Kinderzimmer12 m²Bad9 m²FlurWohnzimmer32 m²offene Küche14 m²FlurGäste-WCAußengerätfünf Anschlüsse5 InnengeräteBeispielhaus mit rund 160 Quadratmetern. Raumgrößen gewählt, Größenordnung aus zwei Forenfällen.Die offene Küche bekommt kein eigenes Gerät: ihre Last wird auf das Wohnzimmergerät aufgeschlagen.
Die Antwort auf die Titelfrage ist abzählbar, und sie steht im Grundriss. Fünf Räume, die dauerhaft genutzt werden und deren Tür zugeht, bekommen je ein Innengerät. Flure, Bad und Gäste-WC bekommen keines. Die Zahl folgt aus dem Grundriss und aus dem Nutzungsverhalten, nicht aus der Quadratmeterzahl des Hauses.
Kurz gesagt Die Anzahl der Innengeräte ergibt sich aus dem Grundriss, nicht aus der Wohnfläche. Ein Außengerät trägt je nach Baureihe zwei bis sechs davon. Wie viel Kilowatt der einzelne Raum dann braucht, ist eine getrennte Frage. Die rechnen Sie mit dem Rechner unter Kühlleistung berechnen aus.

Die Regel, mit der Sie Ihr Haus durchzählen

Die Ratgeberseiten zu diesem Thema beantworten alle dieselbe Frage, und es ist die falsche. „Zwei bis fünf Innengeräte“ steht bei Bosch, bei Sollero, bei Rieth. Das ist die Antwort auf „wie viele kann ich anschließen“. Die Frage lautet aber, wie viele Sie brauchen.

Die klarste Formulierung dieser Regel steht in keinem Ratgeber, sondern in einem Forum. Ein Nutzer, der sein eigenes Haus mit sechs Innengeräten ausgestattet hat, schreibt im KNX-User-Forum: „Plan je ein Klimagerät dort ein, wo Du es kühl haben möchtest…“. Ein Praktiker bei akkudoktor.net sagt dasselbe von der anderen Seite: „Mit einem Innengerät pro Raum, der ordentlich auf Temperatur gebracht werden muss, liegst du im sichersten Bereich.“

VIER FRAGEN JE RAUM, VIERMAL JA HEISST EIN GERÄTSind Sie dort bei Hitze länger als eine Stunde?jaIst die Tür dieses Raums regelmäßig geschlossen?jaHat der Raum ein Fenster oder eine Außenwand?jaIst er größer als acht Quadratmeter?jaDieser Raum bekommt ein eigenes Innengerät.Wie groß es sein muss, ist die nächste Frage. Erst zählen, dann rechnen.einmal nein?Kein eigenesGerät.Prüfen Sie dann, obder Nachbarraum ihnmitversorgen kann.
Die Regel ist anwendbar, nicht nur behauptet. Gehen Sie mit diesen vier Fragen durch Ihren eigenen Grundriss. Ein einziges Nein genügt, und der Raum fällt heraus. Am Ende steht eine Zahl, mit der Sie in ein Beratungsgespräch gehen können, statt eine vorgelegt zu bekommen.

Zwei der vier Fragen verdienen eine Erklärung. Die Tür ist das eigentliche Kriterium, nicht die Wand. Ein Raum, dessen Tür immer offen steht, ist luftseitig Teil des Nachbarraums. Ein Raum, dessen Tür nachts zugeht, ist es nicht, und deshalb steht das Schlafzimmer in dieser Regel immer vorn. Ob und wann ein Gerät zwei Räume mitversorgen kann, hängt an der Luftführung; das steht ausführlich bei reicht ein Innengerät für mehrere Räume.

Die acht Quadratmeter sind keine Norm, sondern eine praktische Untergrenze. Ein Innengerät hat eine Mindestleistung, unter die es auch mit Inverterregelung nicht kommt. Ein Forennutzer beziffert sie für ein Panasonic-Triplesplit im Einzelbetrieb auf rund 350 Watt. In einem sehr kleinen Raum ist selbst das zu viel, und das Gerät fängt an zu takten, statt durchzulaufen.

Diese Regel sagt, wie viele Geräte Sie brauchen. In welcher Reihenfolge Sie die Räume ausstatten, wenn das Geld nicht für alle reicht, ist eine eigene Frage; die beantwortet der Beitrag zu welche Räume sich wirklich lohnen, samt der Aufenthaltszeiten, die die Reihenfolge bestimmen.

Wie viele Innengeräte trägt ein Außengerät?

Jetzt kommt die zweite Zahl ins Spiel: die des Herstellers. Ein Multisplit-Außengerät hat eine feste Zahl von Anschlüssen, und die steht im Modellnamen.

WIE VIELE INNENGERÄTE AN EIN AUSSENGERÄT PASSEN2 Innengerätedie kleinsten BaureihenDaikin2MXM40A bis 68AMitsubishiMXZ-2F33 bis 53jeder Hersteller3 Innengeräteder häufigste ZuschnittDaikin3MXM40A bis 68AMitsubishiMXZ-3F54, 3F684 Innengerätegroßes EinfamilienhausDaikin4MXM68A, 4MXM80AMitsubishiMXZ-4F72, 4F80PanasonicCU-4Z80TBE5 InnengeräteGrenze der meisten ReihenDaikin5MXM90A, 9,0 kWhier endet Daikin6 Innengerätenur ein Modell gefundenMitsubishiMXZ-6F120VF212,0 kW7 und mehrkein Multisplit mehrzweites Außengerätoder ein VRF-SystemAnschlusszahlen aus den Datenblättern von Daikin, Mitsubishi Electric und Panasonic.
Die Modellbezeichnung verrät die Anzahl. Bei Daikin steht die Ziffer vorn: 2MXM trägt zwei Innengeräte, 5MXM fünf. Bei Mitsubishi steht sie in der Mitte, MXZ-6F120VF2 trägt sechs. Sechs ist im Einfamilienhaus die harte Obergrenze. Wer mehr Räume ausstatten will, braucht ein zweites Außengerät.

Die Spanne über den ganzen Markt ist damit klar umrissen. Mitsubishi Electric gibt für seine MXZ-Baureihe „einen Leistungsbereich von 3,3 bis 14,0 kW“ und „zwei bis sechs individuell regelbare Innengerätemodelle“ an. Daikin endet bei fünf. Für Panasonic und Toshiba fanden sich Geräte mit vier Anschlüssen, aber keine vollständigen Datenblätter.

Daraus folgt eine Konsequenz, die keine der geprüften Seiten zieht, obwohl sie naheliegt: Die Anschlusszahl ist der Zeitpunkt der Entscheidung, nicht ein Detail der Ausführung. Wer heute drei Räume ausstattet und in zwei Jahren das Kinderzimmer nachrüsten will, muss das vierte Anschlussstück heute mitkaufen. Ein 3MXM wird nicht zum 4MXM.

Eine offene Frage Diese Aussage folgt zwingend aus der festen Anschlusszahl der Außengeräte. Wörtlich gefunden haben wir sie in keinem Databook. Ein österreichisches Vergleichsportal stellt die Frage „Kann ich eine Multisplit-Anlage später erweitern?“ in seinem FAQ-Block und beantwortet sie ohne technische Angabe. Wir behaupten deshalb nicht mehr, als sich ableiten lässt: Über die Anschlusszahl hinaus geht es nicht. Ob unterhalb dieser Zahl ein späterer Anschluss ohne Eingriff in die Füllmenge möglich ist, ist eine Frage an den ausführenden Betrieb und gehört vor die Auftragsvergabe.

Die Summe darf größer sein als das Außengerät

Hier liegt die Zahl, die im gesamten deutschen Ratgebernetz fehlt. Von zehn geprüften Seiten erwähnt keine einzige, dass die Summe der Innengeräteleistungen die Leistung des Außengeräts überschreiten darf. Dabei ist es der Grund, warum die Rechnung überhaupt aufgeht.

Die offizielle Daikin-Broschüre führt in den technischen Daten eine Zeile mit dem Namen „max. anschließbare Innengeräteleistung“. Stellt man sie der Nennkühlleistung desselben Geräts gegenüber, ergibt sich der Überdeckungsgrad.

WIE VIEL INNENGERÄTELEISTUNG DAIKIN JE AUSSENGERÄT FREIGIBTSumme innen = Leistung außen2MXM68A96,8 kW außen, bis 9,5 kW innen140 %2MXM40A94,0 kW außen, bis 6,0 kW innen150 %3MXM68A96,8 kW außen, bis 11,0 kW innen162 %2MXM50A95,0 kW außen, bis 8,5 kW innen170 %3MXM52A95,2 kW außen, bis 9,0 kW innen173 %5MXM90A99,0 kW außen, bis 15,6 kW innen173 %3MXM40A94,0 kW außen, bis 7,0 kW innen175 %4MXM80A98,0 kW außen, bis 15,6 kW innen195 %4MXM68A96,8 kW außen, bis 14,5 kW innen213 %Daikin-Broschüre MXM-A9/A8, Zeile „max. anschließbare Innengeräteleistung“. Prozente eigene Rechnung.
Die Summe der Innengeräte darf das Außengerät deutlich übersteigen. Zwischen 140 und 213 Prozent, je nach Modell, und der Spielraum folgt keiner Regel: Das 4MXM68A9 gibt mehr als das doppelte seiner eigenen Leistung frei, das 2MXM68A9 nur 140 Prozent. Diese Zahl steht in keinem deutschen Verbraucherratgeber, obwohl sie erklärt, warum ein 8-kW-Gerät vier Räume „schafft“.

Ein Zahlenbeispiel: Das 4MXM80A9 hat 8,0 Kilowatt Nennkühlleistung, und Daikin gibt bis zu 15,6 Kilowatt Innengeräteleistung dafür frei. Vier Räume mit je 3,5 Kilowatt ergeben 14,0 Kilowatt. Das ist erlaubt, obwohl das Außengerät nur 8,0 Kilowatt kann.

Der Grund ist plausibel und einfach: In der Praxis fordern selten alle Räume gleichzeitig volle Leistung an. Das Kinderzimmer im Osten hat seinen Bedarf am Vormittag, das Wohnzimmer im Westen am Abend. Das Außengerät bedient sie nacheinander.

Verbreiteter Irrtum „Wenn mehr erlaubt ist, nehme ich lieber größere Innengeräte.“ Das ist der falsche Schluss. Ein zu groß gewähltes Innengerät kühlt den Raum schnell herunter, schaltet ab und wiederholt das den ganzen Tag. Was dabei verloren geht, steht bei was passiert, wenn die Klimaanlage zu groß ist. Der Überdeckungsgrad ist eine Obergrenze des Herstellers, keine Empfehlung.

Ein Onlineshop verkauft übrigens genau das, ohne es zu benennen: ein Set mit drei Innengeräten à 2,0 Kilowatt an einem 5,0-Kilowatt-Außengerät. Das sind 6,0 gegen 5,0 Kilowatt, also 120 Prozent Überdeckung. Auf der Produktseite steht dazu kein Wort.

Was am 35-Grad-Nachmittag passiert

Die Überdeckung hat einen Preis, und er wird an genau einem Tag im Jahr fällig: wenn alle Räume gleichzeitig heiß sind. Ein Anbieter formuliert es als einziger überhaupt und bleibt dabei ohne Zahl: „wenn alle Räume gleichzeitig bei Außentemperaturen über 35 °C auf Maximum laufen, wird die Leistung pro Raum geringer.“ Um wie viel, sagt niemand.

WAS AM HEISSEN NACHMITTAG JE RAUM ANKOMMTWas angeschlossen istvier Innengeräte à 3,5 kW14,0 kW3,5 kW, wenn nur eines läuftWas das Außengerät hergibtDaikin 4MXM80A9, Nennkühlleistung8,0 kW2,0 kW, wenn alle vier laufenje Raum minus 43 %Eigene Rechnung: 8,0 kW geteilt durch vier gleichzeitig laufende Geräte. Katalogwerte Daikin.
Das Gerät im Kinderzimmer hat keine 3,5 Kilowatt, wenn die anderen drei mitlaufen. Kein Außengerät kann mehr abgeben, als auf seinem Typenschild steht. Fordern alle vier Räume gleichzeitig volle Leistung an, verteilt sich diese eine Zahl auf vier. Von zehn geprüften Ratgeberseiten stellt eine einzige diese Frage, und auch sie nennt keine Zahl.

Die Rechnung ist keine Kunst. Ein Außengerät gibt nicht mehr ab, als seine Nennkühlleistung hergibt. Beim 4MXM80A9 sind das 8,0 Kilowatt. Laufen vier Innengeräte gleichzeitig unter Volllast, teilen sie sich diese 8,0 Kilowatt: rechnerisch je 2,0 Kilowatt statt der 3,5 Kilowatt, die auf dem Innengerät stehen. Das ist ein Minus von 43 Prozent.

Bemerkbar macht sich das nicht als Störung, sondern als Ausbleiben: Die Solltemperatur wird an diesem Nachmittag in keinem Raum erreicht, die Geräte laufen trotzdem durch, und der Stromzähler dreht sich. Wer dann den Fachbetrieb ruft, bekommt zu hören, dass alles in Ordnung sei. Das stimmt sogar. Nur war die Anlage nie dafür ausgelegt, alle Räume gleichzeitig auf Volllast zu bedienen.

Woher die Zahlen stammen Die 8,0 und die 15,6 Kilowatt sind Katalogwerte aus der Daikin-Broschüre. Die Verteilung auf vier Geräte ist unsere Rechnung, keine Herstellerangabe. Kein Hersteller veröffentlicht eine Tabelle „Leistung je Innengerät bei n gleichzeitig laufenden Geräten“. Wir haben danach gesucht und keine gefunden. Die Rechnung zeigt die Größenordnung, nicht das Verhalten eines bestimmten Geräts. Reale Anlagen regeln, statt stur zu teilen.

Es gibt einen belegten Anhaltspunkt dafür, wie Planer mit dieser Lage umgehen. Die Fachzeitschrift KK DIE KÄLTE + Klimatechnik schreibt: „Selbst ein Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,75 (d. h. das Außengerät bringt ‚nur‘ 75 % der Leistung, die alle Innengeräte zusammen erzielen) wird selten ausgeschöpft, da es nur in Ausnahmefällen dazu kommt, dass alle Geräte gleichzeitig 100 % ihrer Leistung beim Außengerät anfordern.“ Ein österreichisches Vergleichsportal nennt unabhängig davon 70 bis 80 Prozent.

Rechnet man den Faktor 0,75 zurück, entspricht er einer Überdeckung von rund 133 Prozent. Die Daikin-Kataloge geben bis zu 213 Prozent frei. Eine Anlage, die den Katalog ausreizt, liegt also weit jenseits dessen, was die Fachpresse als Planungsannahme beschreibt. Das ist kein Fehler des Herstellers, sondern der Unterschied zwischen dem, was zugelassen ist, und dem, was man auslegen sollte. Und es ist der Grund, warum eine ehrliche Auslegung die Innengeräte nicht alle auf Maximum stellt.

Erreicht das Außengerät im Garten das Dachgeschoss?

Die dritte Grenze ist die Reichweite, und hier steht im Netz die deutlichste Falschzahl des ganzen Themas. Ein deutsches Informationsportal nennt „90 m“ als Maximalabstand zwischen Innen- und Außengerät.

Der verbreitete Irrtum Kein Hersteller erlaubt mehr als 25 Meter je Innengerät. Daikin nennt für die gesamte MXM-Reihe 25 Meter, Mitsubishi je nach Baureihe 15 bis 25 Meter. Die 90 Meter dürften eine Verwechslung sein: Gesamtlängen großer Systeme liegen tatsächlich in dieser Größenordnung, aber verteilt auf alle Leitungen zusammen. Ein Shop nennt „maximal 60 bis 80 Meter“ Gesamtlänge und 20 bis 25 Meter je Gerät. Das sind plausible Werte, aber ohne jede Quellenangabe.
DIE KOMBINATIONSGRENZEN AUS DEN DATENBLÄTTERNInnengerätehöchstensRohr gesamtMeterRohr je GerätMeterHöhendifferenzMeterDaikin 2MXM40A2302515Daikin 3MXM68A3502515Daikin 4MXM80A4702515Daikin 5MXM90A5752515Mitsubishi 2F33VF2201510Mitsubishi 4F80VF24602515Mitsubishi 6F120VF26802515Alle vier Zahlen gelten gleichzeitig. Daikin-Datenblatt xMXMxxA, Mitsubishi Electric Planungshandbuch MXZ.
Vier Grenzen gleichzeitig, und die kleinste gewinnt. Die Anschlusszahl ist nur die erste. Dazu kommen die Gesamtlänge aller Leitungen, die Länge zum einzelnen Gerät und der Höhenunterschied. Ein Haus, das an der Anschlusszahl vorbeikommt, kann an der Gesamtlänge scheitern: Beim kleinsten Mitsubishi sind nach 20 Metern für beide Geräte zusammen Schluss. Für Panasonic, Toshiba und LG waren keine Rohrlängen auffindbar.

Die Gesamtlänge ist dabei die Grenze, an die man zuerst stößt, und sie wird beim Zählen regelmäßig übersehen. Ein Rechenbeispiel: Drei Innengeräte mit je 15 Metern Leitung ergeben 45 Meter. Ein Daikin 3MXM68A erlaubt 50 Meter insgesamt. Es passt, aber die Reserve beträgt fünf Meter: Ein einziger ungünstig gelegener Raum kippt die Rechnung. Wie lang die Leitungen tatsächlich werden, hängt am Standort des Außengeräts, und darüber wird meistens zuletzt entschieden.

Bei der Höhe wird es interessant, weil hier eine Asymmetrie steckt, die niemand erklärt. Mitsubishi Electric gibt für die MXZ-Reihe an: 15 Meter, wenn das Außengerät unterhalb der Innengeräte steht, aber nur 10 Meter, wenn es oberhalb steht. Wer das Außengerät aufs Flachdach setzt, verliert ein Drittel der Reichweite.

WIE WEIT EIN AUSSENGERÄT NACH OBEN UND NACH UNTEN ARBEITEN DARFDachgeschossObergeschossErdgeschoss5,6 mzwischen oberstemund unterstem Gerätauf dem Dach10 m nach untenendet 1,6 m unter demErdgeschossbodenim GartenAußengerät15 m nach obenreicht 6,6 m überdas Dach hinausdrei Geschosse à 2,80 m, Flachdach bei 8,4 mHöhengrenzen: Mitsubishi Electric MXZ. Grenze zwischen den Innengeräten: Daikin-Broschüre MXM-A9/A8.Geschosshöhe 2,80 m und Montagehöhe 2,20 m sind Annahmen; die Meterwerte daraus sind eigene Rechnung.Bei vier Geschossen liegen 8,4 m zwischen oberstem und unterstem Innengerät. Das sind 0,9 m zu viel.
Nicht der Weg zum Außengerät begrenzt zuerst, sondern der Abstand der Innengeräte zueinander. Fünfzehn Höhenmeter reichen bequem über ein dreigeschossiges Haus hinaus. Die 7,5 Meter, die zwischen dem obersten und dem untersten Innengerät liegen dürfen, sind dagegen bei vier Geschossen aufgebraucht. Wer ein hohes Haus an ein einziges Außengerät hängen will, scheitert an dieser Zahl, nicht an der Rohrlänge.

Für das normale Einfamilienhaus mit drei Geschossen ist beides unkritisch. Die Grenze, die dort zuerst greift, ist eine andere: Die Daikin-Broschüre nennt neben der Höhendifferenz zum Außengerät auch eine maximale Höhendifferenz zwischen den Innengeräten von 7,5 Metern. Bei 2,80 Metern Geschosshöhe liegen zwischen einem Gerät im Erdgeschoss und einem im Dachgeschoss rund 5,6 Meter. Es passt, aber mit wenig Luft. Bei vier Geschossen passt es nicht mehr.

Praktisch heißt das: Das Außengerät gehört nach unten, nicht nach oben. Und ein hohes Haus wird nicht an einem einzigen Außengerät hängen, selbst wenn die Anschlusszahl reichen würde. Warum das oberste Geschoss dabei ohnehin einen Sonderfall darstellt, steht bei warum das Dachgeschoss mehr Kühlleistung braucht.

Ab wann Sie ein zweites Außengerät brauchen

Die technische Antwort ist kurz: ab sieben Räumen zwangsläufig, weil kein Multisplit-Außengerät mehr als sechs Innengeräte trägt. In einem Forum steht die Regel so klar, wie sie in keinem Ratgeber steht: „Bei 7 Räumen würde ich 2 Außengeräte und je 3 bzw 4 Innengeräte nehmen.“ Der Fall dahinter ist ein Haus mit 240 Quadratmetern Wohnfläche und sieben Räumen: vier Zimmer mit 12 bis 15 Quadratmetern, ein Raum mit 45, ein weiterer mit rund 65 und eine Küche mit 20 Quadratmetern. Kein einziges Multisplit-Außengerät auf dem Markt trägt das.

Interessanter sind die Fälle, in denen man ein Haus freiwillig auf zwei Systeme teilt, obwohl eines reichen würde. Dafür gibt es vier Gründe, und drei davon nennt keine Verkaufsseite.

  • Der Betriebsartenzwang. Daikin schreibt: „Alle Innengeräte werden immer in der gleichen Betriebsart, Kühlen oder Heizen, betrieben.“ Bosch bestätigt das der Sache nach. Im Übergangsmonat können Sie also nicht gleichzeitig das Südzimmer kühlen und das Nordzimmer heizen. Wer die Anlage auch zum Heizen nutzen will, sollte das vor der Planung wissen.
  • Unterschiedliche Laufzeiten. Ein Forennutzer beschreibt seinen Fall: Das Erdgeschoss läuft rund 15 Stunden am Tag, das Obergeschoss nur 4 bis 5. Für dieses Nutzungsprofil hält er einzelne Geräte für effizienter. Ein Außengerät, das dauernd für einen einzigen kleinen Verbraucher anspringt, arbeitet im ungünstigsten Teil seiner Kennlinie.
  • Ein gemeinsamer Ausfallpunkt. Steht das eine Außengerät still, stehen alle Räume still. Bei zwei getrennten Anlagen fällt die Hälfte aus.
  • Der Schall. Ein Nutzer vergleicht Datenblätter: ein Daikin-Multi mit vier Anschlüssen bei 49 dB(A), ein einzelnes Außengerät bei 46 dB(A). Bei enger Bebauung ist das ein Argument, zwei kleinere statt eines großen Geräts zu setzen.

Beim Preis wird die Quellenlage dünn. Die einzige gefundene durchgerechnete Gegenüberstellung stammt von einem österreichischen Vergleichsportal, das an der Vermittlung von Angeboten verdient. Danach kostet ein System für drei Räume als Multisplit 5.500 bis 9.500 Euro und als drei Einzelgeräte 6.000 bis 12.000 Euro. Für zwei Räume beziffert dieselbe Tabelle den Vorteil des Multisplit auf null bis 15 Prozent, für vier Räume auf 15 bis 25 Prozent.

Eine offene Frage Eine vergleichbare deutsche Aufstellung existiert nicht. Wir haben danach gesucht und keine gefunden. Die österreichischen Preise sind nicht ungeprüft auf Deutschland übertragbar, und die Spannen sind ohne Herleitung. Was sich daraus dennoch ablesen lässt, ist eine Richtung, keine Zahl: Bei zwei Räumen liegt der Preisvorteil des Multisplit im Rauschen. Man kauft sich dort die Nachteile (Gleichzeitigkeit, Betriebsartenzwang, gemeinsamer Ausfallpunkt) ohne die Ersparnis. Ob das Ihr Fall ist, klärt der Vergleich unter mono oder multisplit, und den Gegenfall im Detail behandelt wann zwei Einzelgeräte besser sind als ein Multisplit.

Die häufigsten Fehler beim Zählen

Sieben Fehler tauchen in den Foren immer wieder auf. Sechs davon kosten Geld, einer kostet die Anlage.

  • Ein großes Gerät im Flur statt mehrerer kleiner. Der Klassiker unter den Sparideen. Ein Nutzer berichtet aus dem Betrieb: „Fast 3 Stunden vollgas Ventilator um einen anderen Raum um 2 Grad abzusenken“, bei einem zentralen Obergeschossgerät, dessen eigener Raum dabei stark unterkühlt war. Ein Praktiker bringt die ehrliche Rolle des Flurgeräts auf den Punkt: „Ein zentrales Innengerät kann man machen, wenn man damit nicht kühlen, sondern nur entfeuchten will.“
  • Die offene Wohnküche vergessen. Der Kühllastkennwert einer Küche liegt nach Bosch bei 126 bis 157 Watt je Quadratmeter, der eines Wohnraums bei 63 bis 94. Das ist rund das 1,7-fache. In der offenen Wohnküche hängt diese Last am Wohnzimmergerät, und wer sie nicht aufschlägt, liegt mit der Faustformel am weitesten daneben.
  • Räume ohne Gerät nur als „etwas wärmer“ einplanen. Sie bleiben auch feuchter. Ein Innengerät entfeuchtet nur den Raum, in dem es hängt. Ein Forennutzer berichtet von Stockflecken an Möbeln in Bereichen, die nicht mit entfeuchtet wurden.
  • Ein Gerät zu viel einplanen. Im Heizbetrieb kann das aktiv stören. Ein Nutzer stellt die Frage, die kein Ratgeber stellt: „Wie verhinderst du den Wärmeeintrag in Räume die zwar ein Innengerät haben, aber nicht beheizt werden sollen?“
  • Alle Innengeräte gleich groß wählen. Die Räume sind es nicht. Ein Arbeitszimmer liegt nach den Bosch-Kennwerten bei 94 bis 126 Watt je Quadratmeter, ein Schlafzimmer darunter, ein Dachgeschossraum mit einem Zuschlag von 25 bis 40 Prozent deutlich darüber.
  • Das Außengerät aufs Dach planen. Kostet ein Drittel der Höhenreichweite, wie oben gezeigt, und bringt keinen technischen Vorteil.
  • Mehr Räume planen, als das Außengerät trägt. Der einzige Fehler auf dieser Liste, den man nachträglich nicht mehr korrigieren kann, ohne ein zweites Außengerät zu kaufen.
Was hier nicht steht Für das Bad und den Flur ließ sich in keiner Quelle ein Kühllastkennwert in Watt je Quadratmeter finden, auch nicht bei dem Hersteller, der die Werte für Küche, Büro und Wohnraum veröffentlicht. Die Feuchtelast eines Bads ist in keiner der geprüften Quellen beziffert. Wir schätzen sie deshalb nicht. Wer ein Bad oder einen innenliegenden Raum ausstatten will, ist auf die Einzelfallrechnung eines Fachbetriebs angewiesen, und diese Lücke sollte er kennen, bevor er ein Angebot bewertet.

Häufige Fragen

Für ein übliches Einfamilienhaus rechnet man mit vier bis fünf Innengeräten an einem Außengerät: Wohnzimmer, Schlafzimmer, ein bis zwei Kinderzimmer, Arbeitszimmer. Die Regel dahinter lautet: ein Innengerät je abgeschlossenem Raum, den Sie wirklich kühlen wollen und dessen Tür regelmäßig zugeht. Flur, Bad, Gäste-WC und eine abgetrennte Küche bekommen keines. Die Zahl folgt aus dem Grundriss, nicht aus der Wohnfläche.
Nein. Ein Außengerät gibt nie mehr ab als seine Nennkühlleistung. Hängen vier Innengeräte mit je 3,5 Kilowatt an einem Außengerät mit 8,0 Kilowatt und laufen alle vier gleichzeitig unter Volllast, bleiben rechnerisch 2,0 Kilowatt je Raum statt 3,5. Das ist ein Minus von 43 Prozent. Diese Rechnung ist eine Ableitung aus den Katalogwerten; eine Herstellertabelle dazu gibt es nicht.
Je nach Baureihe zwei bis sechs. Daikin endet bei fünf Innengeräten, Mitsubishi Electric gibt für die MXZ-Reihe zwei bis sechs an. Die Anschlusszahl steht im Modellnamen: 2MXM trägt zwei, 5MXM fünf, MXZ-6F120VF2 sechs. Sechs ist damit die harte Obergrenze im Einfamilienhaus. Wer mehr Räume ausstatten will, braucht ein zweites Außengerät.
Ja, und zwar deutlich. Daikin gibt in den technischen Daten eine „max. anschließbare Innengeräteleistung“ an. Gegen die Nennkühlleistung gerechnet ergibt das je nach Modell 140 bis 213 Prozent. Ein Außengerät mit 8,0 Kilowatt nimmt bis zu 15,6 Kilowatt Innengeräte an. Das ist eine Obergrenze des Herstellers, keine Empfehlung: Zu groß gewählte Innengeräte takten und arbeiten schlechter.
Nur bis zur Anschlusszahl des vorhandenen Außengeräts. Ein Außengerät mit drei Anschlüssen wird nicht zu einem mit vier. Wer perspektivisch nachrüsten will, muss den Anschluss von Anfang an vorsehen und mitbezahlen. Ob unterhalb dieser Zahl ein späterer Anschluss ohne weiteres möglich ist, konnten wir in keinem Datenblatt belegt finden. Das ist eine Frage an den ausführenden Betrieb.
In aller Regel nicht, sobald die Zimmertüren zugehen. Ein Nutzer berichtet, er habe mit einem zentralen Gerät und Ventilator auf voller Stufe fast drei Stunden gebraucht, um einen Nachbarraum um zwei Grad abzusenken, während der Raum mit dem Gerät stark unterkühlt war. Als reines Entfeuchtungsgerät kann ein zentrales Innengerät sinnvoll sein, als Kühlgerät für ein Stockwerk nicht.
Nach den Datenblättern höchstens 25 Meter je Innengerät, bei kleinen Mitsubishi-Modellen nur 15 Meter. Dazu kommt eine Gesamtlänge über alle Leitungen von 20 bis 80 Metern je nach Modell. Im Netz kursiert die Angabe „90 m“ Abstand zwischen Innen- und Außengerät. Kein Hersteller erlaubt das. Die Höhendifferenz liegt bei 15 Metern, wenn das Außengerät unten steht, und bei 10 Metern, wenn es oben steht.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Die Anzahl steht. Fehlt die Größe je Gerät.

Wie viele Kilowatt der einzelne Raum braucht, rechnen Sie mit dem Rechner im Auslegungsbeitrag aus: mit Fensterfläche, Himmelsrichtung und Dämmung.

Zur Kühllastrechnung

Stand: 25. August 2026 · Quellen: Daikin-Broschüre Multisplit MXM-A9/A8 (Zeile „max. anschließbare Innengeräteleistung“, Betriebsartenzwang, Höhendifferenz zwischen Innengeräten) · Daikin R-32 Multi-Split-Datenblatt xMXMxxA für 2MXM40A bis 5MXM90A · Mitsubishi Electric Planungshandbuch MXZ und MXZ-Produktseite (2 bis 6 Innengeräte, 15 m unten / 10 m oben) · Fachzeitschrift KK DIE KÄLTE + Klimatechnik zum Gleichzeitigkeitsfaktor 0,75, publiziert auf haustec.de · Bosch Home Comfort, Kühlleistung berechnen, für die Kühllastkennwerte je Raumtyp · tga-shop.de für den Dachgeschosszuschlag · klimavergleich.at für den Kostenvergleich (österreichische Preise) · priwatt.de, sollero.de, klimeo.de und rieth.team als geprüfte Wettbewerberseiten · Forenbeiträge auf knx-user-forum.de, akkudoktor.net und energiesparhaus.at · alle Seiten abgerufen am 25. August 2026