Die kurze Antwort
Ein Innengerät je abgeschlossenem Raum, den Sie wirklich kühlen wollen. Für ein übliches Einfamilienhaus sind das meist vier bis fünf: Wohnzimmer, Schlafzimmer, ein bis zwei Kinderzimmer, Arbeitszimmer. Flur, Bad, Gäste-WC und die abgetrennte Küche bekommen keines.
Bevor es weitergeht, eine Begriffsklärung, ohne die der Rest nicht funktioniert. Was im Alltag „eine Klimaanlage“ heißt, besteht aus zwei Teilen: einem Außengerät an der Wand oder im Garten und einem oder mehreren Innengeräten in den Räumen. Wer fragt, wie viele Klimaanlagen ein Haus braucht, meint fast immer die Innengeräte. Genau deshalb findet er zu seiner Frage nichts Brauchbares: Die Suchmaschine liefert ihm Kostenseiten und Produktsets, weil die Frage in der Sprache der Technik anders lautet.
Für diesen Beitrag haben wir zehn Seiten gelesen, die zu dieser Frage ranken. Keine davon ist unabhängig: vier gehören einem Hersteller, zwei einem Shop, eine einem Vergleichsportal mit Handwerkervermittlung, eine einem Handwerksbetrieb, eine einem Amazon-Partner. Und keine einzige beantwortet die Titelfrage. Was sie stattdessen liefern, sind Preisspannen und die Produktobergrenze „zwei bis fünf Innengeräte“.
Die Regel, mit der Sie Ihr Haus durchzählen
Die Ratgeberseiten zu diesem Thema beantworten alle dieselbe Frage, und es ist die falsche. „Zwei bis fünf Innengeräte“ steht bei Bosch, bei Sollero, bei Rieth. Das ist die Antwort auf „wie viele kann ich anschließen“. Die Frage lautet aber, wie viele Sie brauchen.
Die klarste Formulierung dieser Regel steht in keinem Ratgeber, sondern in einem Forum. Ein Nutzer, der sein eigenes Haus mit sechs Innengeräten ausgestattet hat, schreibt im KNX-User-Forum: „Plan je ein Klimagerät dort ein, wo Du es kühl haben möchtest…“. Ein Praktiker bei akkudoktor.net sagt dasselbe von der anderen Seite: „Mit einem Innengerät pro Raum, der ordentlich auf Temperatur gebracht werden muss, liegst du im sichersten Bereich.“
Zwei der vier Fragen verdienen eine Erklärung. Die Tür ist das eigentliche Kriterium, nicht die Wand. Ein Raum, dessen Tür immer offen steht, ist luftseitig Teil des Nachbarraums. Ein Raum, dessen Tür nachts zugeht, ist es nicht, und deshalb steht das Schlafzimmer in dieser Regel immer vorn. Ob und wann ein Gerät zwei Räume mitversorgen kann, hängt an der Luftführung; das steht ausführlich bei reicht ein Innengerät für mehrere Räume.
Die acht Quadratmeter sind keine Norm, sondern eine praktische Untergrenze. Ein Innengerät hat eine Mindestleistung, unter die es auch mit Inverterregelung nicht kommt. Ein Forennutzer beziffert sie für ein Panasonic-Triplesplit im Einzelbetrieb auf rund 350 Watt. In einem sehr kleinen Raum ist selbst das zu viel, und das Gerät fängt an zu takten, statt durchzulaufen.
Diese Regel sagt, wie viele Geräte Sie brauchen. In welcher Reihenfolge Sie die Räume ausstatten, wenn das Geld nicht für alle reicht, ist eine eigene Frage; die beantwortet der Beitrag zu welche Räume sich wirklich lohnen, samt der Aufenthaltszeiten, die die Reihenfolge bestimmen.
Wie viele Innengeräte trägt ein Außengerät?
Jetzt kommt die zweite Zahl ins Spiel: die des Herstellers. Ein Multisplit-Außengerät hat eine feste Zahl von Anschlüssen, und die steht im Modellnamen.
Die Spanne über den ganzen Markt ist damit klar umrissen. Mitsubishi Electric gibt für seine MXZ-Baureihe „einen Leistungsbereich von 3,3 bis 14,0 kW“ und „zwei bis sechs individuell regelbare Innengerätemodelle“ an. Daikin endet bei fünf. Für Panasonic und Toshiba fanden sich Geräte mit vier Anschlüssen, aber keine vollständigen Datenblätter.
Daraus folgt eine Konsequenz, die keine der geprüften Seiten zieht, obwohl sie naheliegt: Die Anschlusszahl ist der Zeitpunkt der Entscheidung, nicht ein Detail der Ausführung. Wer heute drei Räume ausstattet und in zwei Jahren das Kinderzimmer nachrüsten will, muss das vierte Anschlussstück heute mitkaufen. Ein 3MXM wird nicht zum 4MXM.
Die Summe darf größer sein als das Außengerät
Hier liegt die Zahl, die im gesamten deutschen Ratgebernetz fehlt. Von zehn geprüften Seiten erwähnt keine einzige, dass die Summe der Innengeräteleistungen die Leistung des Außengeräts überschreiten darf. Dabei ist es der Grund, warum die Rechnung überhaupt aufgeht.
Die offizielle Daikin-Broschüre führt in den technischen Daten eine Zeile mit dem Namen „max. anschließbare Innengeräteleistung“. Stellt man sie der Nennkühlleistung desselben Geräts gegenüber, ergibt sich der Überdeckungsgrad.
Ein Zahlenbeispiel: Das 4MXM80A9 hat 8,0 Kilowatt Nennkühlleistung, und Daikin gibt bis zu 15,6 Kilowatt Innengeräteleistung dafür frei. Vier Räume mit je 3,5 Kilowatt ergeben 14,0 Kilowatt. Das ist erlaubt, obwohl das Außengerät nur 8,0 Kilowatt kann.
Der Grund ist plausibel und einfach: In der Praxis fordern selten alle Räume gleichzeitig volle Leistung an. Das Kinderzimmer im Osten hat seinen Bedarf am Vormittag, das Wohnzimmer im Westen am Abend. Das Außengerät bedient sie nacheinander.
Ein Onlineshop verkauft übrigens genau das, ohne es zu benennen: ein Set mit drei Innengeräten à 2,0 Kilowatt an einem 5,0-Kilowatt-Außengerät. Das sind 6,0 gegen 5,0 Kilowatt, also 120 Prozent Überdeckung. Auf der Produktseite steht dazu kein Wort.
Was am 35-Grad-Nachmittag passiert
Die Überdeckung hat einen Preis, und er wird an genau einem Tag im Jahr fällig: wenn alle Räume gleichzeitig heiß sind. Ein Anbieter formuliert es als einziger überhaupt und bleibt dabei ohne Zahl: „wenn alle Räume gleichzeitig bei Außentemperaturen über 35 °C auf Maximum laufen, wird die Leistung pro Raum geringer.“ Um wie viel, sagt niemand.
Die Rechnung ist keine Kunst. Ein Außengerät gibt nicht mehr ab, als seine Nennkühlleistung hergibt. Beim 4MXM80A9 sind das 8,0 Kilowatt. Laufen vier Innengeräte gleichzeitig unter Volllast, teilen sie sich diese 8,0 Kilowatt: rechnerisch je 2,0 Kilowatt statt der 3,5 Kilowatt, die auf dem Innengerät stehen. Das ist ein Minus von 43 Prozent.
Bemerkbar macht sich das nicht als Störung, sondern als Ausbleiben: Die Solltemperatur wird an diesem Nachmittag in keinem Raum erreicht, die Geräte laufen trotzdem durch, und der Stromzähler dreht sich. Wer dann den Fachbetrieb ruft, bekommt zu hören, dass alles in Ordnung sei. Das stimmt sogar. Nur war die Anlage nie dafür ausgelegt, alle Räume gleichzeitig auf Volllast zu bedienen.
Es gibt einen belegten Anhaltspunkt dafür, wie Planer mit dieser Lage umgehen. Die Fachzeitschrift KK DIE KÄLTE + Klimatechnik schreibt: „Selbst ein Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,75 (d. h. das Außengerät bringt ‚nur‘ 75 % der Leistung, die alle Innengeräte zusammen erzielen) wird selten ausgeschöpft, da es nur in Ausnahmefällen dazu kommt, dass alle Geräte gleichzeitig 100 % ihrer Leistung beim Außengerät anfordern.“ Ein österreichisches Vergleichsportal nennt unabhängig davon 70 bis 80 Prozent.
Rechnet man den Faktor 0,75 zurück, entspricht er einer Überdeckung von rund 133 Prozent. Die Daikin-Kataloge geben bis zu 213 Prozent frei. Eine Anlage, die den Katalog ausreizt, liegt also weit jenseits dessen, was die Fachpresse als Planungsannahme beschreibt. Das ist kein Fehler des Herstellers, sondern der Unterschied zwischen dem, was zugelassen ist, und dem, was man auslegen sollte. Und es ist der Grund, warum eine ehrliche Auslegung die Innengeräte nicht alle auf Maximum stellt.
Erreicht das Außengerät im Garten das Dachgeschoss?
Die dritte Grenze ist die Reichweite, und hier steht im Netz die deutlichste Falschzahl des ganzen Themas. Ein deutsches Informationsportal nennt „90 m“ als Maximalabstand zwischen Innen- und Außengerät.
Die Gesamtlänge ist dabei die Grenze, an die man zuerst stößt, und sie wird beim Zählen regelmäßig übersehen. Ein Rechenbeispiel: Drei Innengeräte mit je 15 Metern Leitung ergeben 45 Meter. Ein Daikin 3MXM68A erlaubt 50 Meter insgesamt. Es passt, aber die Reserve beträgt fünf Meter: Ein einziger ungünstig gelegener Raum kippt die Rechnung. Wie lang die Leitungen tatsächlich werden, hängt am Standort des Außengeräts, und darüber wird meistens zuletzt entschieden.
Bei der Höhe wird es interessant, weil hier eine Asymmetrie steckt, die niemand erklärt. Mitsubishi Electric gibt für die MXZ-Reihe an: 15 Meter, wenn das Außengerät unterhalb der Innengeräte steht, aber nur 10 Meter, wenn es oberhalb steht. Wer das Außengerät aufs Flachdach setzt, verliert ein Drittel der Reichweite.
Für das normale Einfamilienhaus mit drei Geschossen ist beides unkritisch. Die Grenze, die dort zuerst greift, ist eine andere: Die Daikin-Broschüre nennt neben der Höhendifferenz zum Außengerät auch eine maximale Höhendifferenz zwischen den Innengeräten von 7,5 Metern. Bei 2,80 Metern Geschosshöhe liegen zwischen einem Gerät im Erdgeschoss und einem im Dachgeschoss rund 5,6 Meter. Es passt, aber mit wenig Luft. Bei vier Geschossen passt es nicht mehr.
Praktisch heißt das: Das Außengerät gehört nach unten, nicht nach oben. Und ein hohes Haus wird nicht an einem einzigen Außengerät hängen, selbst wenn die Anschlusszahl reichen würde. Warum das oberste Geschoss dabei ohnehin einen Sonderfall darstellt, steht bei warum das Dachgeschoss mehr Kühlleistung braucht.
Ab wann Sie ein zweites Außengerät brauchen
Die technische Antwort ist kurz: ab sieben Räumen zwangsläufig, weil kein Multisplit-Außengerät mehr als sechs Innengeräte trägt. In einem Forum steht die Regel so klar, wie sie in keinem Ratgeber steht: „Bei 7 Räumen würde ich 2 Außengeräte und je 3 bzw 4 Innengeräte nehmen.“ Der Fall dahinter ist ein Haus mit 240 Quadratmetern Wohnfläche und sieben Räumen: vier Zimmer mit 12 bis 15 Quadratmetern, ein Raum mit 45, ein weiterer mit rund 65 und eine Küche mit 20 Quadratmetern. Kein einziges Multisplit-Außengerät auf dem Markt trägt das.
Interessanter sind die Fälle, in denen man ein Haus freiwillig auf zwei Systeme teilt, obwohl eines reichen würde. Dafür gibt es vier Gründe, und drei davon nennt keine Verkaufsseite.
- Der Betriebsartenzwang. Daikin schreibt: „Alle Innengeräte werden immer in der gleichen Betriebsart, Kühlen oder Heizen, betrieben.“ Bosch bestätigt das der Sache nach. Im Übergangsmonat können Sie also nicht gleichzeitig das Südzimmer kühlen und das Nordzimmer heizen. Wer die Anlage auch zum Heizen nutzen will, sollte das vor der Planung wissen.
- Unterschiedliche Laufzeiten. Ein Forennutzer beschreibt seinen Fall: Das Erdgeschoss läuft rund 15 Stunden am Tag, das Obergeschoss nur 4 bis 5. Für dieses Nutzungsprofil hält er einzelne Geräte für effizienter. Ein Außengerät, das dauernd für einen einzigen kleinen Verbraucher anspringt, arbeitet im ungünstigsten Teil seiner Kennlinie.
- Ein gemeinsamer Ausfallpunkt. Steht das eine Außengerät still, stehen alle Räume still. Bei zwei getrennten Anlagen fällt die Hälfte aus.
- Der Schall. Ein Nutzer vergleicht Datenblätter: ein Daikin-Multi mit vier Anschlüssen bei 49 dB(A), ein einzelnes Außengerät bei 46 dB(A). Bei enger Bebauung ist das ein Argument, zwei kleinere statt eines großen Geräts zu setzen.
Beim Preis wird die Quellenlage dünn. Die einzige gefundene durchgerechnete Gegenüberstellung stammt von einem österreichischen Vergleichsportal, das an der Vermittlung von Angeboten verdient. Danach kostet ein System für drei Räume als Multisplit 5.500 bis 9.500 Euro und als drei Einzelgeräte 6.000 bis 12.000 Euro. Für zwei Räume beziffert dieselbe Tabelle den Vorteil des Multisplit auf null bis 15 Prozent, für vier Räume auf 15 bis 25 Prozent.
Die häufigsten Fehler beim Zählen
Sieben Fehler tauchen in den Foren immer wieder auf. Sechs davon kosten Geld, einer kostet die Anlage.
- Ein großes Gerät im Flur statt mehrerer kleiner. Der Klassiker unter den Sparideen. Ein Nutzer berichtet aus dem Betrieb: „Fast 3 Stunden vollgas Ventilator um einen anderen Raum um 2 Grad abzusenken“, bei einem zentralen Obergeschossgerät, dessen eigener Raum dabei stark unterkühlt war. Ein Praktiker bringt die ehrliche Rolle des Flurgeräts auf den Punkt: „Ein zentrales Innengerät kann man machen, wenn man damit nicht kühlen, sondern nur entfeuchten will.“
- Die offene Wohnküche vergessen. Der Kühllastkennwert einer Küche liegt nach Bosch bei 126 bis 157 Watt je Quadratmeter, der eines Wohnraums bei 63 bis 94. Das ist rund das 1,7-fache. In der offenen Wohnküche hängt diese Last am Wohnzimmergerät, und wer sie nicht aufschlägt, liegt mit der Faustformel am weitesten daneben.
- Räume ohne Gerät nur als „etwas wärmer“ einplanen. Sie bleiben auch feuchter. Ein Innengerät entfeuchtet nur den Raum, in dem es hängt. Ein Forennutzer berichtet von Stockflecken an Möbeln in Bereichen, die nicht mit entfeuchtet wurden.
- Ein Gerät zu viel einplanen. Im Heizbetrieb kann das aktiv stören. Ein Nutzer stellt die Frage, die kein Ratgeber stellt: „Wie verhinderst du den Wärmeeintrag in Räume die zwar ein Innengerät haben, aber nicht beheizt werden sollen?“
- Alle Innengeräte gleich groß wählen. Die Räume sind es nicht. Ein Arbeitszimmer liegt nach den Bosch-Kennwerten bei 94 bis 126 Watt je Quadratmeter, ein Schlafzimmer darunter, ein Dachgeschossraum mit einem Zuschlag von 25 bis 40 Prozent deutlich darüber.
- Das Außengerät aufs Dach planen. Kostet ein Drittel der Höhenreichweite, wie oben gezeigt, und bringt keinen technischen Vorteil.
- Mehr Räume planen, als das Außengerät trägt. Der einzige Fehler auf dieser Liste, den man nachträglich nicht mehr korrigieren kann, ohne ein zweites Außengerät zu kaufen.
Häufige Fragen
Die Anzahl steht. Fehlt die Größe je Gerät.
Wie viele Kilowatt der einzelne Raum braucht, rechnen Sie mit dem Rechner im Auslegungsbeitrag aus: mit Fensterfläche, Himmelsrichtung und Dämmung.
Zur KühllastrechnungStand: 25. August 2026 · Quellen: Daikin-Broschüre Multisplit MXM-A9/A8 (Zeile „max. anschließbare Innengeräteleistung“, Betriebsartenzwang, Höhendifferenz zwischen Innengeräten) · Daikin R-32 Multi-Split-Datenblatt xMXMxxA für 2MXM40A bis 5MXM90A · Mitsubishi Electric Planungshandbuch MXZ und MXZ-Produktseite (2 bis 6 Innengeräte, 15 m unten / 10 m oben) · Fachzeitschrift KK DIE KÄLTE + Klimatechnik zum Gleichzeitigkeitsfaktor 0,75, publiziert auf haustec.de · Bosch Home Comfort, Kühlleistung berechnen, für die Kühllastkennwerte je Raumtyp · tga-shop.de für den Dachgeschosszuschlag · klimavergleich.at für den Kostenvergleich (österreichische Preise) · priwatt.de, sollero.de, klimeo.de und rieth.team als geprüfte Wettbewerberseiten · Forenbeiträge auf knx-user-forum.de, akkudoktor.net und energiesparhaus.at · alle Seiten abgerufen am 25. August 2026
