Der Unterschied in einem Satz

Ein Monosplit-System besteht aus einem Innengerät und einem Außengerät. Ein Multisplit-System besteht aus mehreren Innengeräten und einem einzigen Außengerät. Das ist die ganze bauliche Unterscheidung. Sie klingt harmlos, aber in ihr steckt die Antwort auf jede weitere Frage dieses Beitrags.

Denn im Außengerät sitzt der Verdichter, das Bauteil, das die Leistung der gesamten Anlage bestimmt. Beim Monosplit arbeitet dieser Verdichter für einen Raum. Beim Multisplit arbeitet er für alle angeschlossenen Räume gemeinsam, und er kann zu jedem Zeitpunkt nur eine einzige Leistung liefern.

EIN VERDICHTER FÜR EINEN RAUM ODER FÜR ALLE ZUSAMMENMonosplitein Innengerät, ein AußengerätInnengerät4VerdampferAußengerät1VerdichterZwei Räume brauchen zwei Außengeräte.Jedes Gerät regelt nur für sich.ein Kreislauf, ein RaumMultisplitmehrere Innengeräte, ein AußengerätAußengerät1ein Verdichterfür alle drei Räume4InnengerätWohnzimmer4InnengerätSchlafzimmer4InnengerätArbeitszimmerein Kreislauf für alle RäumeDie Nummern meinen im ganzen Ratgeber dasselbe: 1 Verdichter, 2 Verflüssiger, 3 Expansionsventil, 4 Verdampfer.Beide Bauarten sind Splitgeräte. Der Monoblock ohne Außengerät ist etwas anderes und hier nicht gemeint.
Der ganze Unterschied steckt in der Nummer 1. Beim Monosplit gehört jeder Verdichter zu genau einem Raum. Beim Multisplit teilen sich mehrere Räume einen Verdichter. Alles Weitere in diesem Beitrag folgt aus diesem einen Bild: Platzbedarf, Preis, Regelverhalten und die Frage, ob ein Raum heizen kann, während ein anderer kühlt.

Zwei Begriffe werden dabei regelmäßig verwechselt. „Monosplit“ heißt ein Innengerät, nicht ein Gerät. Ein Monoblock dagegen ist ein Gerät ohne Außeneinheit. Beide Bauarten in diesem Beitrag sind Splitgeräte, beide haben ein Außengerät, und beide brauchen eine Kernbohrung durch die Wand.

Kurz gesagt Multisplit spart ein Außengerät, nicht einen Verdichter. Der eine Verdichter, der übrig bleibt, muss dafür einen größeren Bereich abdecken. Genau daraus entsteht der Vorteil bei Platz und Fassade und der Nachteil im Einzelraumbetrieb.

Was ein Verdichter mindestens leisten muss

Moderne Splitgeräte haben einen Inverter. Er regelt die Drehzahl des Verdichters stufenlos, statt ihn wie früher nur ein- und auszuschalten. Wenn Sie noch nicht nachgelesen haben, wie ein Inverter die Leistung überhaupt regelt, lohnt der Umweg, weil der Rest dieses Beitrags darauf aufbaut.

Stufenlos heißt allerdings nicht grenzenlos. Jeder Verdichter hat eine untere Drehzahl, unter die er nicht gehen kann: zu wenig Öldurchsatz, zu wenig Kühlung der Wicklung, zu instabiler Kältemittelstrom. Aus dieser unteren Drehzahl ergibt sich eine Mindestkühlleistung. Sie steht in jedem technischen Datenblatt, meist als erste Zahl einer Reihe „minimal, nominal, maximal“.

Bis hierher gilt das für beide Bauarten. Der Unterschied liegt darin, worauf sich dieser Boden bezieht. Ein Monosplit-Außengerät ist für einen Raum ausgelegt, sein Boden liegt entsprechend niedrig. Ein Multisplit-Außengerät ist für die Summe aller Räume ausgelegt. Sein Boden liegt entsprechend hoch, und zwar auch dann, wenn nur ein einziges Innengerät eingeschaltet ist.

Die Mindestleistung, zehn echte Datenblattwerte

Diese Zahl ist der Kern der Bauartfrage, und sie taucht in den Ratgebern zum Thema nicht auf. Von neun geprüften Verbraucherseiten erwähnen acht das Teillastverhalten mit keinem Wort. Die einzige, die es anspricht, tut es in einem Halbsatz ohne Zahl. Deshalb steht hier die ganze Reihe.

ZEHN MULTISPLIT-AUSSENGERÄTE EINER BAUREIHE, WAS SIE MINDESTENS LIEFERNunter dem Minimum schaltet der Verdichter abRegelbereich bis Nennleistung14-m²-Schlafzimmer: 0,84 bis 1,4 kWMinimumAnteilSEERMXZ-2F33VF42 Innengeräte3,3 kW1,1 kW33 %6,13MXZ-2F42VF42 Innengeräte4,2 kW1,1 kW26 %8,69MXZ-2F53VF42 Innengeräte5,3 kW1,1 kW21 %8,63MXZ-3F54VF42 bis 3 Innengeräte5,4 kW2,9 kW54 %8,52MXZ-3F68VF42 bis 3 Innengeräte6,8 kW2,9 kW43 %7,96MXZ-4F72VF42 bis 4 Innengeräte7,2 kW3,7 kW51 %8,13MXZ-4F80VF42 bis 4 Innengeräte8,0 kW3,7 kW46 %7,55MXZ-4F83VF21 bis 4 Innengeräte8,3 kW3,7 kW45 %8,51MXZ-5F102VF21 bis 5 Innengeräte10,2 kW3,9 kW38 %8,21MXZ-6F120VF21 bis 6 Innengeräte12,0 kW3,5 kW29 %7,6502468101214Kühlleistung in KilowattTechnisches Datenblatt Mitsubishi Electric MXZ-VF4/VF2, Kühlbetrieb. Minimum, Nennleistung und Höchstleistung.Raumbedarf gerechnet mit der Faustzahl 60 bis 100 Watt je Quadratmeter.
Der orange Teil ist der Bereich, den das Gerät gar nicht erst anbieten kann. Bei allen zehn Geräten liegt die Mindestkühlleistung zwischen 21 und 54 Prozent der Nennleistung, im Mittel bei knapp 39 Prozent. Der rote Streifen ist der Bedarf eines einzelnen kleinen Schlafzimmers. Bei sieben der zehn Geräte beginnt der Regelbereich weit rechts davon. Keine der neun geprüften Ratgeberseiten nennt für diesen Punkt eine Zahl.

Drei Beobachtungen lohnen den zweiten Blick.

  • Der Boden hängt am Verdichter, nicht an der Nennleistung. Die drei kleinsten Geräte haben 3,3, 4,2 und 5,3 Kilowatt Nennleistung und trotzdem alle dasselbe Minimum von 1,1 Kilowatt. Prozentual sind das 33, 26 und 21 Prozent: derselbe Boden in Kilowatt, drei sehr verschiedene Prozentwerte.
  • Er wächst nicht gleichmäßig mit der Gerätegröße. Das Gerät für sechs Innengeräte kommt auf 3,5 Kilowatt Minimum, das kleinere für fünf Innengeräte auf 3,9 Kilowatt. Wer nach der größten Nennleistung geht, erwischt nicht automatisch den höchsten Boden.
  • Ab dem dritten Anschluss beginnt eine andere Größenordnung. Die Geräte mit drei bis sechs Anschlüssen starten bei 2,9 bis 3,9 Kilowatt. Das ist mehr, als ein einzelnes normales Zimmer abnehmen kann.

Der rote Streifen in der Grafik zeigt, was ein 14 Quadratmeter großes Schlafzimmer braucht: 0,84 bis 1,4 Kilowatt, gerechnet mit der üblichen Faustzahl von 60 bis 100 Watt je Quadratmeter. Ein 20-Quadratmeter-Raum landet bei 1,2 bis 2,0 Kilowatt, ein 25-Quadratmeter-Raum bei 1,5 bis 2,5 Kilowatt. Diese Faustzahl ist grob, sie ersetzt keine Berechnung, und die Spanne von 60 bis 100 ist selbst schon ein Eingeständnis. Wie Sie die Kühllast Ihres Raums genauer bestimmen, steht in einem eigenen Beitrag.

Trotzdem reicht die Größenordnung für den entscheidenden Vergleich. Das größte Gerät der Reihe liefert im Minimum 3,5 Kilowatt. Das ist das Zweieinhalb- bis gut Vierfache dessen, was dieses Schlafzimmer überhaupt aufnehmen kann.

Woher die Zahlen stammen Alle zehn Zeilen stammen aus einem technischen Datenblatt von Mitsubishi Electric für die MXZ-Baureihe, nicht aus einer Ratgeberseite. Das Blatt liegt auf dem Server eines Fachhändlers; ein Erstellungsdatum ist im Dokument nicht erkennbar. Prüfen Sie vor einem Kauf die Werte des Geräts, das Ihnen angeboten wird. Jeder Hersteller und jede Baureihe hat eigene Zahlen.
Eine offene Frage Innerhalb dieser einen Baureihe streuen die SEER-Werte von 6,13 bis 8,69. Ausgerechnet das kleinste Gerät ist mit 6,13 das schwächste, während die beiden nächstgrößeren Modelle 8,69 und 8,63 erreichen. Der Verdacht liegt nahe, dass kleine Multisplit-Konfigurationen näher an ihrer Mindestleistung arbeiten und deshalb schlechter abschneiden. Belegen lässt sich das hier nicht: Ein direkter Vergleich mit gleich großen Monosplit-Geräten derselben Marke ließ sich in dieser Recherche nicht finden. Was SEER und SCOP überhaupt messen, steht an anderer Stelle.

Warum ein Multisplit im Einzelbetrieb taktet

Jetzt lassen sich die beiden Zahlen zusammenbringen. Angenommen, an einem Außengerät für sechs Räume hängen sechs Innengeräte, und nachts läuft nur das Schlafzimmer. Der Raum möchte rund 1 Kilowatt abnehmen. Das Außengerät kann nicht unter 3,5 Kilowatt.

EIN ZIMMER, NACHTS ALLEIN IN BETRIEBMonosplitnur für dieses Zimmer ausgelegtläuft durchfolgt dem BedarfMultisplit MXZ-6F120VF2für sechs Räume, einer aktivschaltet abknapp ein Drittel an0 Minuten60 MinutenSchematischer Verlauf über eine Stunde, keine Messreihe. Balkenhöhe ist die Kühlleistung, 0 bis 3,5 kW.
Der Verdichter kann nicht leiser werden, also macht er Pausen. Das große Außengerät liefert im Minimum 3,5 Kilowatt, das Zimmer nimmt rund 1 Kilowatt ab. Also läuft der Verdichter knapp ein Drittel der Zeit und steht den Rest. Der zeitliche Verlauf ist hier vereinfacht dargestellt; belegt sind die beiden Schwellen, nicht die Zahl der Zacken.

Was dann passiert, heißt Takten: Der Verdichter läuft, kühlt den Raum zu schnell unter den Sollwert, schaltet ab, wartet, bis der Raum sich wieder erwärmt hat, und startet erneut. Die Anlage arbeitet, aber nicht in der Betriebsweise, für die der Inverter gebaut wurde. Was das im Betrieb bedeutet, steht ausführlich im Beitrag darüber, warum auch ein Inverter taktet, wenn er zu groß ist.

Das Fachportal Haustec beschreibt genau diesen Planungsfehler für Multisplit-Anlagen: „zu viel Reserveleistung, bei der eine Niedrig- oder Kleinstlast-Situation die geforderte Mindestleistung der Anlage unterschreitet. In Übergangszeiten kann es so zu Taktungen kommen.“ Der Text richtet sich an Planer und Installateure. In der Verbrauchersuche taucht er nicht auf.

Der verbreitete Irrtum „Ein Außengerät statt drei spart Strom.“ Eine der geprüften Seiten schreibt, ein Multisplit-System spare „auch bei den jährlichen Betriebskosten durch bessere Energie-Effizienz“, ohne Rechnung und ohne Quelle. Für den Einzelraumbetrieb spricht die Physik dagegen. Für den Fall, dass mehrere Räume tatsächlich gleichzeitig laufen, kann die Aussage stimmen. Pauschal ist sie falsch.

Diese Einschränkung ist wichtig, weil sie in beide Richtungen gilt. Im Forum von akkudoktor.net rechnet ein Nutzer vor, dass drei bis vier gleichzeitig aktive Innengeräte an einem Multisplit mit „3 x 400 W bzw. 4 x 300 W“ deutlich niedriger fahren könnten als vier einzelne Geräte mit je 600 bis 800 Watt Grundlast. Ein anderer Nutzer desselben Threads bestätigt den Kipppunkt: „wenn man wirklich mehrere Innengeräte typisch gleichzeitig betreibt, dann ist das sogar deutlich günstiger.“ Beides sind Forenangaben ohne Datenblattbeleg, aber sie zeigen die richtige Denkrichtung. Ein dritter Nutzer bringt die Bedingung auf einen Satz: „Solange die abgeforderte Leistung nicht zu klein für das große Außengerät wird.“

Wie viele Innengeräte an ein Außengerät dürfen

Die zulässige Zahl steht beim Gerät. In der Grafik oben reicht sie von zwei bis sechs, und bei Mitsubishi verrät sie schon die Modellbezeichnung: Die Ziffer hinter dem Bindestrich benennt die Höchstzahl der Anschlüsse, MXZ-6F120VF2 also sechs. Daikin verfährt ähnlich, dort steht die Ziffer vorn: 2MXM, 3MXM, 4MXM, 5MXM.

Interessanter ist die zweite Angabe. Beim großen Gerät steht nicht „6 Innengeräte“, sondern „1 bis 6“. Dasselbe Außengerät soll also einen Raum versorgen können und sechs. In dieser Spanne steckt die gesamte Teillastproblematik.

Die Leistungen müssen dabei nicht aufgehen. Vier Innengeräte mit je 2,5 Kilowatt ergeben zusammen 10 Kilowatt und dürfen an einem Außengerät mit 8 Kilowatt hängen. Das Verhältnis der beiden Zahlen heißt Leistungsverhältnis, hier also 125 Prozent.

LEISTUNGSVERHÄLTNIS: WIE VIEL INNENGERÄT AN EIN AUSSENGERÄT DARF80 %90 %100 %110 %120 %130 %140 %Leistungsverhältnis 1hierfür schreibt die EU ein Label vor125 %Rechenbeispiel eines Shops, ohne Quellerund 133 %rechnerisch aus dem Faktor 0,75Leistungsverhältnis: Summe der Innengeräte geteilt durch die Nennleistung des Außengeräts.
Mehr Innengeräteleistung als Außengerät ist der Normalfall, nicht der Pfusch. Ein Planungsportal für Fachleute nennt einen Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,75: Das Außengerät bringt nur drei Viertel dessen, was alle Innengeräte zusammen könnten. Kehrt man das um, sind rechnerisch rund 133 Prozent möglich. Eine allgemein gültige Prozentregel für alle Hersteller ließ sich dafür nicht finden.

Der Grund ist der Gleichzeitigkeitsfaktor: Alle Räume rufen praktisch nie zur selben Zeit ihre volle Leistung ab. Das Fachportal Haustec nennt dafür einen Wert von 0,75 und merkt an, dass selbst der „selten ausgeschöpft“ wird. Ein österreichisches Vergleichsportal nennt unabhängig davon 70 bis 80 Prozent, allerdings ohne eigene Quelle. Beide Angaben liegen in derselben Größenordnung.

Eine offene Frage Im Netz kursiert eine Kombinationsregel von „50 bis 130 Prozent“. In dieser Recherche ließ sie sich in keinem frei zugänglichen Planungshandbuch bestätigen. Belegbar sind nur zwei Zahlen: der Faktor 0,75 aus dem Fachportal, aus dem sich rechnerisch rund 133 Prozent ergeben, und ein Rechenbeispiel eines Shops mit 125 Prozent, das dort ohne Quelle steht. Verbindlich ist deshalb einzig die Kombinationstabelle des Herstellers für Ihr Gerät. Lassen Sie sie sich vom Anbieter zeigen, bevor Sie unterschreiben.

Heizen und Kühlen zur selben Zeit

Diese Frage stellt sich in der Übergangszeit von selbst: Das Nordzimmer ist zu kühl, das Südzimmer steht in der Sonne. Bei zwei Monosplit-Geräten ist das kein Thema, weil zwei getrennte Kältekreisläufe arbeiten, jeder mit eigenem Verdichter und eigener Umschaltung.

Bei einem Multisplit-System gibt es nur einen Kreislauf. Mitsubishi Electric schreibt für die eigene MXZ-Baureihe unmissverständlich: „Die Multisplit-Systeme der MXZ-Serie arbeiten entweder im Kühl- oder Heizbetrieb.“ Ein Innengerät kann also nicht heizen, während ein anderes am selben Außengerät kühlt. Wer beides gleichzeitig will, wählt den Modus für alle Räume oder schaltet die abweichenden Räume ab.

Diese Aussage ist für die geprüfte Baureihe belegt. Ob andere Hersteller ihre Multisplit-Reihen anders auslegen, wurde in dieser Recherche nicht geprüft. Wenn Ihnen der gleichzeitige Betrieb wichtig ist, lassen Sie ihn sich für das konkrete Gerät schriftlich bestätigen. Keine der neun geprüften Ratgeberseiten erwähnt diese Einschränkung überhaupt.

Was das Energielabel auf dem Karton nicht sagt

Beim Monosplit ist die Sache einfach: Ein Innengerät, ein Außengerät, ein Label, und das Label beschreibt genau diese Kombination. Beim Multisplit-Außengerät ist die Sache nicht einfach, und die Verordnung sagt auch, warum.

WOFÜR DAS ENERGIELABEL AUF DEM KARTON GILTMonosplit-Geräteine Innen-Außen-KombinationMögliche Kombinationengenau eineDavon gekennzeichnetdiese eineDas Label gilt fürIhr GerätLabel und Gerät sind dasselbeMultisplit-Außengerätviele Innen-Außen-KombinationenMögliche Kombinationenje nach Modell bis sechsDavon gekennzeichnetmindestens eineDas Label gilt fürdie Referenzkombinationnicht zwingend für Ihre KombinationDelegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011, Artikel 3 Absatz 1 und Anhang I Punkt 48.
Ein Label, viele mögliche Geräte dahinter. Vorgeschrieben ist die Kennzeichnung für mindestens eine Kombination, und zwar für die ausgewogene mit dem Leistungsverhältnis 1. Wer vier Innengeräte an ein Außengerät hängt, kauft eine Kombination, für die kein eigenes Label vorliegen muss. Keine der neun geprüften Ratgeberseiten erwähnt diesen Punkt.

Die delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011 definiert in Anhang I das Leistungsverhältnis als „das Verhältnis der angegebenen Gesamtkühl- oder -heizleistung aller betriebenen Inneneinheiten zur angegebenen Kühl- oder Heizleistung der Außeneinheit“. In Artikel 3 Absatz 1 verlangt sie die Kennzeichnung dann für mindestens eine Kombination aus Innen- und Außeneinheit mit dem Leistungsverhältnis 1.

Mindestens eine. Für ein Außengerät, das mit einem, zwei, drei oder sechs Innengeräten in ganz unterschiedlichen Größen verkauft wird, muss also nur eine einzige ausgewogene Referenzkombination gekennzeichnet sein. Die Kombination, die Sie am Ende kaufen, braucht kein eigenes Label. Sie kann besser sein oder schlechter; aus dem Etikett auf dem Karton geht es nicht hervor.

Das ist kein Skandal und keine Lücke im Gesetz, sondern die einzige praktikable Lösung für ein Gerät mit dutzenden möglichen Konfigurationen. Es ändert nur, wie viel das Label wert ist. Beim Monosplit ist es eine Aussage über Ihr Gerät. Beim Multisplit ist es eine Aussage über ein Referenzgerät. Wie ein solches Etikett zu lesen ist, steht im Beitrag zum Energielabel der Klimaanlage.

Wann Monosplit passt und wann Multisplit

Nach all dem wäre der Kurzschluss naheliegend, Multisplit sei die schlechtere Bauart. Das stimmt nicht. Es gibt reale Gründe für ein gemeinsames Außengerät, und sie haben nichts mit dem Verdichter zu tun.

PunktMonosplitMultisplit
Außengeräteeines je Innengeräteines für alle Innengeräte
Fassade und Aufstellortmehrere Standorte nötigein Standort genügt
Schallquellen draußenso viele wie Innengeräteeine
EinzelraumbetriebBoden liegt beim Bedarf eines RaumsBoden liegt bei 2,9 bis 3,9 kW ab drei Anschlüssen
Heizen und Kühlen gleichzeitiggetrennte Kreisläufe, unabhängigfür die MXZ-Baureihe ausgeschlossen
Energielabelgilt für Ihre Kombinationgilt für eine Referenzkombination
Ausfall des Außengerätsbetrifft einen Raumbetrifft alle Räume, plausibel, nicht belegt
Anschaffungkein belastbarer Vergleich gefunden„10 bis 20 % günstiger“, unbelegt

Die Zeilen zu Mindestleistung, Betriebsart und Energielabel sind mit Datenblatt, Herstellerangabe und Verordnungstext belegt. Die beiden letzten Zeilen sind es nicht: Für die Ausfallfolge fand sich keine Herstellerangabe zu Reparaturdauer oder Ausfallhäufigkeit, und die Preisangabe stammt von einem Vermittlerportal ohne Rechenbasis.

Der Platzvorteil ist der stärkste Punkt für Multisplit, und er ist keine Kleinigkeit. Drei Außengeräte an einer Fassade brauchen drei genehmigungsfähige Standorte, drei Wanddurchbrüche und drei Schallquellen, die zum Nachbarn hin bewertet werden. Wo ein Außengerät überhaupt frei stehen kann, ist auf vielen Grundstücken die eigentliche Engstelle der Planung.

DREI FRAGEN VOR DER BAUARTENTSCHEIDUNGWerden mehrere Räume regelmäßig gleichzeitig gekühlt?jaIst an der Fassade nur ein Aufstellort möglich?jaGenügt allen Räumen derselbe Betriebsmodus?jaMultisplit spielt seine Stärken ausEin Außengerät, ein Aufstellort, gemeinsam genutzte Leistung.einmal nein?Monosplit bleibtim RennenVergleichen Siedann das Minimumdes Außengeräts mitdem Raum, der amhäufigsten alleinläuft.
Die Bauart entscheidet sich am Nutzungsmuster, nicht an der Zimmerzahl. Drei Räume, die täglich gemeinsam laufen, sind ein guter Fall für ein gemeinsames Außengerät. Drei Räume, von denen abends nur einer genutzt wird, sind es nicht. Diese Grafik führt bewusst nicht zu einer Kaufempfehlung, sondern zu der Rechnung, die Sie danach aufmachen müssen.

Auch der Preis wird regelmäßig für Multisplit ins Feld geführt. Belegen ließ er sich in dieser Recherche nicht. Eine Vermittlerseite schreibt „10 bis 20 Prozent günstiger in der Anschaffung“ ohne jede Rechenbasis. Ein Forennutzer kommt für seinen konkreten Fall auf das Gegenteil: 3.829 Euro für das Multisplit-System gegenüber 3.356 Euro für vier Monosplit-Geräte. Beides sind Einzelangaben ohne belastbare Grundlage.

Damit endet dieser Beitrag bewusst. Er erklärt die Technik, er rechnet aber keinen Fall durch. Welche Lösung für Ihre Wohnung günstiger ist, hängt an Leitungswegen, Gerüstkosten, Raumzahl und Nutzungsmuster. Diese Rechnung steht im Beitrag darüber, wann zwei Einzelgeräte besser sind als ein Multisplit.

Kurz gesagt Multisplit ist eine Antwort auf ein Platzproblem, nicht auf ein Effizienzproblem. Wenn mehrere Räume regelmäßig gemeinsam laufen, passt die Bauart zur Nutzung. Wenn meistens nur ein Raum aktiv ist, kaufen Sie einen Verdichter, der für diesen Raum zu groß ist, und zwar jede Nacht aufs Neue.

Häufige Fragen

Ein Monosplit-System hat ein Innengerät und ein Außengerät. Ein Multisplit-System hat mehrere Innengeräte an einem gemeinsamen Außengerät. Weil im Außengerät der Verdichter sitzt, teilen sich beim Multisplit alle Räume eine einzige Leistungsquelle. Daraus folgen der Platzvorteil an der Fassade und die Nachteile im Betrieb einzelner Räume.
Das hängt am Nutzungsmuster. Laufen mehrere Räume regelmäßig gleichzeitig, kann ein gemeinsames Außengerät im Vorteil sein. Läuft meistens nur ein Raum, arbeitet der große Verdichter unter seiner Mindestleistung und taktet. Bei zehn geprüften Außengeräten einer Baureihe liegt diese Mindestleistung zwischen 21 und 54 Prozent der Nennleistung.
Takten heißt, dass der Verdichter abschaltet und kurz darauf wieder anläuft, statt durchzulaufen. Das passiert, wenn der Raum weniger Leistung abnimmt, als das Gerät im Minimum liefern kann. Beispiel: Das größte geprüfte Außengerät liefert mindestens 3,5 Kilowatt, ein 14 Quadratmeter großes Schlafzimmer braucht rund 1 Kilowatt. Der Verdichter läuft dann knapp ein Drittel der Zeit.
Das gibt der Hersteller je Modell vor, in der geprüften Baureihe sind es zwei bis sechs. Die Summe der Innengeräteleistungen darf dabei über der Nennleistung des Außengeräts liegen, weil nie alle Räume gleichzeitig volle Leistung abrufen. Ein Fachportal nennt dafür den Faktor 0,75, umgerechnet rund 133 Prozent. Eine allgemein gültige Regel für alle Hersteller ließ sich nicht belegen.
Für die geprüfte Baureihe nicht. Mitsubishi Electric schreibt dazu: „Die Multisplit-Systeme der MXZ-Serie arbeiten entweder im Kühl- oder Heizbetrieb.“ Alle Innengeräte an einem Außengerät liefern also denselben Modus. Bei zwei getrennten Monosplit-Geräten ist der gleichzeitige Betrieb möglich, weil zwei eigene Kältekreisläufe arbeiten.
Technisch liegt das nahe, weil alle Innengeräte an einem Kältekreislauf hängen. Eine Herstellerangabe zu Ausfallhäufigkeit oder Reparaturdauer ließ sich in dieser Recherche nicht finden, obwohl mehrere Ratgeberseiten die Aussage als Tatsache führen. Sie sollte deshalb als Plausibilitätsargument gelesen werden, nicht als belegte Zahl.
Nicht zwingend. Die delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011 verlangt in Artikel 3 Absatz 1 eine Kennzeichnung für mindestens eine Kombination aus Innen- und Außeneinheit mit dem Leistungsverhältnis 1. Wer vier Innengeräte an ein Außengerät hängt, kauft eine Kombination, für die kein eigenes Label vorliegen muss.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Und was heißt das für Ihre Wohnung?

Wann zwei einzelne Geräte die bessere Wahl sind als ein Multisplit, mit Fallunterscheidung und Kostenvergleich.

Zur Entscheidungshilfe

Stand: 25. August 2026 · Quellen: Technisches Datenblatt Mitsubishi Electric MXZ-VF4/VF2 Multisplit-Außengeräte, Fachhändler-Hosting, abgerufen 24.08.2026 · Mitsubishi Electric, Produktseite MXZ Multisplit-Inverter-Außengeräte · haustec.de, „5 Fehler bei der Planung von Multisplit-Klimaanlagen“, Ursprung Fachzeitschrift KK Die Kälte + Klimatechnik, 14.12.2021, aktualisiert 19.05.2022 · Delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011, konsolidierte Fassung, Artikel 3 und Anhang I, über EUR-Lex · Daikin Multisplit-Katalog 02/2025 · klimavergleich.at · klimeo.de · priwatt.de · sollero.de · buderus.de für die Faustzahl 60 bis 100 W je m² · Forenthread „Single- vs. Multisplit“ auf akkudoktor.net