Klimaanlage nachrüsten: was das fertige Haus extra kostet
Oliver Takens
Entwickler von KlimaCraft · 25. August 2026 · Lesezeit ca. 12 Minuten
Kurz zusammengefasst
Das Gerät kostet im Bestand dasselbe wie im Neubau, die Montage nicht. In der Preisliste eines Montagebetriebs stehen 589 Euro für die reine Inbetriebnahme eines Innengeräts und 1.699 Euro für die Komplettmontage desselben Geräts. Die Differenz von 1.110 Euro ist der Aufschlag des fertigen Gebäudes, und er verteilt sich auf fünf Stellen: Durchbruch, Leitungsweg, Kondensatablauf, Stromzuleitung und Zugang. Drei dieser Posten sind öffentlich nirgends beziffert.
Die kurze Antwort
Eine Klimaanlage in ein fertiges, bewohntes Haus oder eine fertige Wohnung
einzubauen kostet deutlich mehr als dieselbe Anlage im Rohbau. Nicht, weil das Gerät
teurer wäre; das kostet überall gleich viel. Teurer wird der Weg zwischen Gerät und
Gebäude: der Durchbruch durch die Wand, die Leitung dorthin, der Ablauf für das
Kondenswasser, die Stromzuleitung und der Zugang zum Einbauort.
Wie groß der Unterschied ist, lässt sich an einer veröffentlichten Preisliste ablesen.
Ein Montagebetrieb verlangt für die reine Inbetriebnahme eines Innengeräts
589 Euro brutto, also für den Fall, dass Durchbruch, Leitungen und Strom schon liegen.
Für die Komplettmontage desselben einen Innengeräts verlangt derselbe Betrieb
1.699 Euro. Die Differenz von 1.110 Euro ist das, was das fertige Gebäude kostet.
Kurz gesagt
Der Bestandsaufschlag ist kein Zuschlag von zehn Prozent, sondern grob eine
Verdreifachung der Montagekosten. Er hängt an fünf Stellen, und jede davon lässt sich
vor dem Angebot besichtigen. Den Grundpreis, auf den dieser Aufschlag kommt, finden Sie
im Beitrag darüber, was eine Klimaanlage mit Einbau
grundsätzlich kostet.
Wo im fertigen Haus die Zuschläge entstehen
Im Rohbau liegen Leerrohre, Kondensatleitung und Stromkabel im Estrich, bevor der
Putz kommt. Dafür fällt kein eigener Posten an, weil ohnehin gerade alle Gewerke im Haus
sind. Ist das Haus fertig, muss jeder dieser Wege einzeln hergestellt werden: durch
bewohnte Räume, an fertigen Wänden, mit Schutzabdeckung und Aufräumen danach.
Der Aufschlag entsteht nicht am Gerät, sondern am Weg zwischen Gerät und Gebäude. Alle fünf Stellen sind vor dem Angebot besichtigbar: Wandaufbau, Entfernung zwischen beiden Geräten, nächster Abfluss, Weg zum Zählerschrank, Einbauhöhe. Wer sie kennt, kann ein Angebot lesen. Wer sie nicht kennt, bekommt sie später als Nachtrag.
Diese fünf Buchstaben laufen durch den ganzen Beitrag. Sie meinen jedes Mal dasselbe:
A den Durchbruch, B die Leitung zwischen den Geräten, C den Ablauf für das Kondenswasser,
D die Stromzuleitung und E den Zugang zum Einbauort samt Befestigung an der Fassade.
Das fertige Gebäude verteuert die Montage um 188 Prozent. Der Betrieb rechnet die reine Inbetriebnahme und die Komplettmontage getrennt ab. Beide Zeilen stehen in derselben Liste, für dasselbe eine Innengerät. Was dazwischenliegt, ist genau die Arbeit, die im Rohbau schon erledigt war. Ein Forennutzer aus Niedersachsen zahlte für die reine Inbetriebnahme einer 3,5-kW-Anlage 583,10 Euro brutto, unter der ausdrücklichen Bedingung, dass Geräte, Durchbruch und Elektrik bereits vorhanden waren.
Woher die Zahlen stammen
589 und 1.699 Euro stehen in der Preisliste eines einzigen Montagebetriebs. Der
Vergleich ist deshalb belastbar, weil beide Zeilen aus derselben Liste kommen und
dieselbe Anlage meinen. Er ist aber kein Marktdurchschnitt. Dieselbe Liste führt den
Aufschlag auch für mehr Innengeräte: 1.700 Euro bei zwei, 2.440 Euro bei drei, 4.550 Euro
bei fünf. Das sind rund 810 bis 1.110 Euro je Innengerät, eine eigene Rechnung aus den
veröffentlichten Zeilen.
Das deckt sich mit dem, was Praktiker sagen. Ein Handwerker fasst im Akkudoktor-Forum
zusammen, dass die Installation samt Kleinmaterial etwa 1.200 bis 1.500 Euro brutto je
Innengerät kostet und eine komplizierte Installation noch einmal 500 bis 1.000 Euro
je Innengerät obendrauf. Dieser zweite Wert und der Aufschlag aus der Preisliste liegen
in derselben Größenordnung, obwohl beide Quellen nichts miteinander zu tun haben.
A · Die Kernbohrung: 45 Euro bohren, 180 Euro anfahren
Für eine Split-Anlage braucht es ein Loch durch die Außenwand, meist rund 65
Millimeter im Durchmesser. Hindurch gehen die beiden Kupferleitungen, das Steuerkabel
und in aller Regel auch der Kondensatschlauch. Ein Kernbohrbetrieb bohrt das nass oder
trocken mit einer Diamantkrone, ohne die Wand zu erschüttern.
Bohren kostet 45 Euro. Dass jemand dafür kommt, kostet 180 Euro. Die 45 Euro sind aus der veröffentlichten Preisliste eines Kernbohrbetriebs gerechnet: 1,50 Euro je Zentimeter Bohrtiefe, 30 Zentimeter Wand. Der Mindestauftrag je Baustelle liegt in derselben Liste bei 180 Euro. Genau diese Lücke erklärt, warum eine einzelne nachträgliche Bohrung unverhältnismäßig teuer wirkt.
Die veröffentlichte Preisliste rechnet nach Bohrtiefe: 1,40 Euro je Zentimeter bei
40 bis 50 Millimetern Durchmesser, 1,50 Euro bei 60 bis 70 Millimetern, 3,00 Euro bei
200 Millimetern. Für Trockenbohrungen in Beton kommen 0,40 bis 0,50 Euro je Zentimeter
dazu, für Überkopfarbeiten 50 Euro, für eine Schrägbohrung 25 Euro. Trifft die Krone auf
Bewehrung, wird der Eisenschnitt über einen Zentimeter mit 2,50 Euro je Zentimeter
berechnet.
Der eigentliche Kostentreiber steht weiter unten in derselben Liste: 50 Euro
Mindestauftrag je Bohrung und 180 Euro Mindestauftrag je Baustelle, jeweils netto.
Wer eine einzige Bohrung braucht, bezahlt also nicht das Bohren, sondern die Anfahrt,
den Aufbau und das Räumen. Derselbe Betrieb nennt für Split-Anlagen ab 160 Euro netto
für die erste Bohrung und 60 Euro für jede weitere. Zwei Bohrungen kosten damit
220 statt 320 Euro.
Warum anderswo 80 bis 400 Euro stehen
Im Beitrag Was kostet eine Klimaanlage mit Einbau?
steht für die Kernbohrung eine Ratgeberspanne von 80 bis 400 Euro. Sie
widerspricht den 45 Euro nicht, sie zählt etwas anderes: Die 45 Euro sind die
reine Bohrleistung netto für eine 30 Zentimeter starke Wand, gerechnet aus 1,50 Euro je
Zentimeter Bohrtiefe. Dazu kommt der Mindestauftrag von 180 Euro je Baustelle, den
jede Anfahrt auslöst. Die Ratgeberspanne nennt weder Wandmaterial noch Wandstärke noch,
ob Anfahrt und Mindestauftrag enthalten sind, und gibt keine Quelle an. Eine Preisliste
schlägt eine Ratgeberseite; die Ratgeberspanne steht dort als Beleg dafür, wie weit das
Feld streut, nicht als Preis.
Praktisch
Legen Sie alle Bohrungen in einen Termin. Das gilt auch für die Bohrung, die nur den
Kondensatablauf aufnimmt. Dafür genügen 30 Millimeter Durchmesser, aber die Anfahrt
kostet dasselbe. Ein Monoblockgerät ohne Außeneinheit braucht sogar zwei Bohrungen von
160 bis 200 Millimetern.
Die Praxispreise streuen entsprechend. Im selben Forenthread wurden Kernbohrungen
einmal mit 70 Euro brutto pauschal abgerechnet (Niedersachsen) und einmal mit 160 Euro
brutto je Bohrung (Nordrhein-Westfalen). Die Monteurstundensätze in denselben beiden
Angeboten unterscheiden sich parallel: 65 gegen 80 Euro je Stunde netto, Hilfsarbeiter
45 gegen 55 Euro. Regionale Unterschiede von einem Drittel sind hier normal.
B · Der Leitungsweg: der fünfte Meter ist die teuerste Grenze
Zwischen Innen- und Außengerät laufen zwei Kupferrohre, ein Steuerkabel und meist der
Kondensatschlauch. Im Rohbau liegen sie im Schacht, bevor der Putz kommt. Im fertigen
Haus müssen sie geführt werden: entweder in einem Kabelkanal auf dem Putz, oder
eingeschlitzt und wieder verputzt, oder außen an der Fassade entlang.
Der fünfte Meter ist die teuerste Grenze im ganzen Angebot. Bis etwa fünf Meter steckt die Leitung im Festpreis, alles darüber wird einzeln berechnet. Die Zeile mit 14 zusätzlichen Metern ist dabei keine Rechnung, sondern eine echte Angebotszeile: 1.118,60 Euro für die Kältemittelleitung einer Trisplit-Anlage. Das ist mehr, als manches Innengerät kostet. Die äußeren beiden Spalten stammen aus einer Ratgeberquelle, die für ihre Meterpreise keine Quelle nennt.
In Festpreisangeboten stecken üblicherweise etwa fünf Meter Leitung. Alles
darüber wird einzeln berechnet, und zwar je Meter. In einem echten Angebot für eine
Trisplit-Anlage stehen 14 Meter zusätzliche Kältemittelleitung zu 79,90 Euro je Meter,
zusammen 1.118,60 Euro. Ein anderer Nutzer zahlte 1.200 Euro allein für Leitungen
über 15 Meter. Im selben Angebot steht außerdem eine Zeile „Montagematerial bis 18 Meter“
mit 831,81 Euro.
Eine offene Frage
Was der Kabelkanal auf dem Putz oder das Einschlitzen und Verputzen in Deutschland je
Meter kostet, ließ sich nicht belegen. Die einzige gefundene Aufstellung stammt aus
Österreich und nennt 5 bis 15 Euro je Meter für den Kanal und 50 bis 120 Euro je Meter
fürs Einschlitzen. Diese Werte gelten für einen anderen Markt und sind hier ausdrücklich
keine deutschen Preise. Lassen Sie sich beide Varianten getrennt anbieten.
Für Sie heißt das: Der Standort des Innengeräts ist eine Kostenentscheidung, keine
Geschmacksfrage. Zwei Räume weiter kann teurer sein als das Gerät selbst. Wenn mehrere
Räume klimatisiert werden sollen, lohnt vorher der Blick darauf, was es kostet,
drei Zimmer zu klimatisieren. Dort
entscheidet sich, ob ein Multisplit oder mehrere Einzelgeräte günstiger liegen.
C · Der Kondensatablauf: der Posten, den fast alle unterschätzen
Ein Innengerät entzieht der Luft nicht nur Wärme, sondern auch Feuchtigkeit. Das
Wasser sammelt sich in einer Wanne unter dem Wärmetauscher und muss weg. Warum das so
ist und wie viel zusammenkommt, steht im Beitrag darüber,
wohin das Kondenswasser läuft. Für die
Kostenfrage zählt nur eines: ob es mit natürlichem Gefälle abläuft oder gepumpt werden
muss.
Der Standort des Innengeräts entscheidet über einen dreistelligen bis vierstelligen Betrag. Gewählt wird er fast immer nach Optik. Dabei ist die Frage, ob unter dem Gerät ein Abfluss mit natürlichem Gefälle erreichbar ist, der einzige Punkt, der die Pumpe überflüssig macht. Ein Handwerker beziffert im Akkudoktor-Forum den Aufschlag für eine komplizierte Installation mit 500 bis 1.000 Euro je Innengerät und nennt als Grund ausdrücklich die Kondensatpumpe, lange Leitungen und mehrere Durchbrüche.
Läuft es nicht von allein, kommt eine Kondensatpumpe ins Gerät oder daneben. Eine
gängige Pumpe fördert bis zu 12 Liter je Stunde, schafft bis zu 10 Meter Förderhöhe und
ist im Betrieb mit 21 dB(A) in einem Meter Abstand angegeben. Der zugehörige
PVC-Schlauch kostet je nach Länge 1,90 bis 58,90 Euro.
Zwei Preise für dasselbe Bauteil
Für die Kondensatpumpe als Material stehen zwei Händlerpreise nebeneinander:
113 Euro bei einem Fachhändler für ein benanntes Modell und 149 Euro in der
Preisliste eines Montagebetriebs, beide inklusive Mehrwertsteuer. Es sind zwei Preise für
dasselbe Bauteil aus zwei verschiedenen Listen, keine zwei Angebote für dieselbe
Lieferung; gemittelt wird hier nicht. Ein Ratgeberportal nennt 100 bis 200 Euro ohne
Quelle. Diese Spanne umfasst beide Preise, ersetzt sie aber nicht. Wir rechnen deshalb
auf allen Seiten mit 113 bis 149 Euro Material, auch bei den
versteckten Kosten und bei den
Positionen im Angebot.
Eine offene Frage
Was der Einbau dieser Pumpe kostet, steht nirgends. In keiner der geprüften
Ratgeberseiten und in keiner der veröffentlichten Preislisten taucht die Montage der
Kondensatpumpe als eigene Position mit Preis auf, auch nicht in den zehn Tabellen der
gründlichsten Seite im Feld. Belegen lässt sich nur die Faustzahl eines Praktikers:
500 bis 1.000 Euro Aufschlag je Innengerät bei komplizierter Installation, mit der Pumpe
als einem von drei genannten Gründen.
In den Foren ist die Pumpe außerdem unbeliebt. Ein Nutzer bringt es auf die Formel,
Kondensatpumpen „zicken nur rum und machen Lärm“. Für Sie heißt das: Bevor Sie Technik
gegen die Schwerkraft setzen, suchen Sie beim Standort des Innengeräts das natürliche
Gefälle. Ein Regenfallrohr in Reichweite ist im Bestand die naheliegende günstige Lösung;
in einem Forenfall lag es rund einen Meter neben dem geplanten Außengerät. Empfohlen wird
dort, den Ablaufschlauch tief einzuführen, damit er nicht verstopft.
Der verbreitete Irrtum
„Der Schlauch geht einfach durchs Loch nach draußen.“ Das ist die billigste Lösung und
im dichten Bestand die riskanteste. In einem Bauforum berichtet ein Eigentümer eines
Hauses von 2012, dass ihm zwei Firmen vorschlugen, Löcher zu bohren und mit Bauschaum
zu verfüllen. Seine Frage, ob er dann nicht einen offenen Schlauch von innen nach außen
habe, blieb im Thread unwidersprochen: Eine luftdichte Durchführung ergibt das nicht.
Bei einer dichten Gebäudehülle ist das ein Bauschaden-Kandidat, kein Schönheitsfehler.
D und E · Strom, Gerüst und gedämmte Fassade
Ein Außengerät braucht Strom, und zwar in aller Regel eine eigene, abgesicherte
Zuleitung vom Zählerschrank. Im Rohbau ist das eine Leitung mehr im Schlitz. Im fertigen
Haus ist es ein eigener Auftrag an eine Elektrofachkraft, quer durchs Gebäude.
Genau diese Leitung fehlt in vielen Angeboten. In mindestens drei dokumentierten
Angeboten aus einem Forenthread steht die Elektro-Zuleitung ausdrücklich als
„bauseits“: Der Kunde hält ein scheinbar vollständiges Angebot in der Hand und
muss den Elektriker selbst beauftragen. Ein Nutzer beziffert allein das Elektromaterial
bei Eigenleistung mit 170 Euro.
Was hier bewusst ohne Pauschale steht
Für die nachträgliche Elektro-Zuleitung einer Klimaanlage veröffentlicht kein geprüfter
Betrieb einen Preis. Belegt sind allein die Stundensätze einer allgemeinen Elektroquelle:
45 bis 65 Euro für den Gesellen, 65 bis 90 Euro für den Meister. Die Pauschalen,
die auf Portalen kursieren, nennen keine Quelle; wir führen sie deshalb auf keiner
unserer Seiten als Preis, weder hier noch bei den
versteckten Kosten noch bei den
Positionen im Angebot. Lassen Sie sich
stattdessen den Leitungsweg in Metern ins Angebot schreiben.
Die eine Frage, die Sie stellen sollten
„Ist die Elektro-Zuleitung vom Zählerschrank bis zum Außengerät in Ihrem Preis enthalten,
einschließlich Sicherung?“ Steht im Angebot „bauseits“, ist die Antwort nein. Dieselbe
Frage lohnt für Gerüst, Kondensatpumpe und Wiederherstellung.
Der Zugang ist der Posten, den fast kein Ratgeber erwähnt und der in echten Angeboten
am meisten überrascht. In einem Trisplit-Angebot vom Juli 2023 steht die Arbeitsbühne
mit 649 Euro als eigene Zeile, mehr als die gesamte Kernbohrung in anderen
Angeboten. Nach Verhandlung sank diese Zeile auf 629,51 Euro. Sobald ein Gerät im
Obergeschoss oder unter dem Dach hängt, ist dieser Posten fällig.
Dazu kommt die Befestigung. Sitzt das Außengerät an einer gedämmten Fassade, kann die
Konsole nicht einfach in den Putz geschraubt werden, sondern muss die Dämmung
durchdringungsarm überbrücken. Ein Angebot vom März 2022 führt dafür eine
Wandhalterung für 10 Zentimeter Dämmung mit 376,05 Euro netto als eigene Position.
Ein einfacher Träger in einem anderen Angebot kostet 136,85 Euro. Beide Zahlen stammen
aus verschiedenen Angeboten und sind nicht direkt vergleichbar, zeigen aber die
Größenordnung des Unterschieds.
Was hier nicht steht
Für Staubschutz, Malerarbeiten und die Wiederherstellung von Wand und Fassade ließ sich
in dieser Recherche keine einzige Quelle finden: weder Ratgeber noch Preisliste noch
Forum. Ebenso wenig ließ sich ein deutscher Tagespreis für ein Standgerüst belegen; die
beiden belegten Zahlen betreffen Arbeitsbühnen aus konkreten Angeboten. Diese Posten
existieren, ihr Preis ist öffentlich nicht dokumentiert.
Alle Zuschläge zusammen, und wovon sie abhängen
Nebeneinandergestellt ergibt sich ein Bild, das im deutschen Netz sonst nirgends
steht. Die folgende Aufstellung zeigt jeden Zuschlag mit dem, woran er hängt, und
markiert ausdrücklich, welche Posten sich nicht beziffern lassen.
Drei von acht Zuschlägen sind öffentlich überhaupt nicht beziffert. Das ist kein Versehen dieser Seite, sondern der Stand des Netzes: Für den Einbau einer Kondensatpumpe, für die nachträgliche Elektro-Zuleitung und für Staubschutz und Wiederherstellung ließ sich in keiner Preisliste, keinem Ratgeber und keinem Forum eine Zahl finden. Genau diese drei Zeilen kommen später als Nachtrag.
Der Beispielfall am Fuß der Aufstellung beschreibt ein Innengerät im Obergeschoss an
einer gedämmten Fassade ohne Abfluss in der Nähe. Er summiert nur die fünf belegten
Zeilen und landet bei 1.774 bis 2.452 Euro. Die 1.110 Euro Aufschlag aus der Preisliste
liegen darunter, was plausibel ist, weil eine Pauschalmontage weder Arbeitsbühne noch
Sonderkonsole enthält.
Derselbe Gerätepreis, drei völlig verschiedene Endpreise. Die Unterschiede liegen ausschließlich in den fünf Zuschlägen, nicht in der Technik. Von den sechs geprüften Ratgeberseiten unterscheidet keine einzige nach Gebäudetyp und Etage, obwohl das der Punkt ist, an dem sich der Preis entscheidet.
Welcher Zuschlag bei Ihnen anfällt, hängt an drei Dingen: am Wandaufbau, an der Etage
und daran, was unter dem Innengerät liegt. Ein ebenerdiges Wohnzimmer im freistehenden
Haus mit Abfluss in der Nähe kommt praktisch ohne Zuschläge aus. Ein Schlafzimmer im
dritten Stock einer Eigentumswohnung von 2010 trifft fast alle fünf auf einmal.
Was im Angebot fehlt, und wo Sie wirklich sparen
Angebote für Nachrüstungen sind selten falsch. Sie sind unvollständig. Diese fünf
Zeilen fehlen am häufigsten, und genau sie kommen später als Nachtrag:
Die Elektro-Zuleitung. Steht in mindestens drei dokumentierten Angeboten als
„bauseits“. Fragen Sie ausdrücklich nach Zuleitung und Sicherung.
Die Kondensatpumpe. 113 bis 149 Euro Material nach zwei Händlerpreisen, ihr
Einbau in keiner geprüften Preisliste beziffert.
Arbeitsbühne oder Gerüst. 630 bis 649 Euro in den belegten Fällen, fällig ab
dem Obergeschoss.
Die Konsole an gedämmter Fassade. 376,05 Euro netto in einem belegten
Angebot, gegenüber 136,85 Euro für einen einfachen Träger.
Staubschutz und Wiederherstellung. Öffentlich nirgends beziffert. Lassen Sie
schriftlich festhalten, wer verschließt, verputzt und streicht.
Sparen lässt sich beim Nachrüsten an genau zwei Stellen, und beide sind belegt. Die
erste ist die Bündelung: alle Bohrungen in einen Termin, damit der Mindestauftrag je
Baustelle nur einmal anfällt. Die zweite ist Eigenleistung an den Stellen, die keine
Sachkunde für Kältemittel verlangen. Ein Nutzer aus Mecklenburg-Vorpommern kam auf
2.582,42 Euro brutto für zwei Single-Split-Anlagen, weil er Kernbohrung,
Gerätemontage und Elektroanschluss selbst übernahm und nur die Inbetriebnahme mit
250 Euro je Gerät einkaufte. Ein Vollservice-Fall in Nordrhein-Westfalen aus
demselben Thread lag bei 4.250 Euro je Gerät.
Verbreiteter Irrtum
„Beim Nachrüsten gibt es 70 Prozent Förderung.“ Diese Zahl stammt aus der
Heizungsförderung und gilt für einen anderen Fall. Ein reines Kühlgerät ohne Heizfunktion
bekommt nichts, weil es keine Heizung ist. Das schreiben auch zwei der geprüften
Wettbewerberseiten deutlich. Welche Sätze wofür gelten und welche Voraussetzung mit dem
Gebäudeenergiegesetz zum 29. Juli 2026 entfallen ist, steht im Beitrag darüber,
was seit dem 21. Juli 2026 gefördert wird.
Als Entlastung im reinen Nachrüstfall bleibt der Steuerabzug für Handwerkerleistungen
nach § 35a EStG. Die im Feld kursierende Angabe lautet 20 Prozent der Lohnkosten,
höchstens 1.200 Euro im Jahr; sie stammt hier aus einer Ratgeberquelle, nicht aus dem
Gesetzestext. Für die Steuererklärung ist der Gesetzeswortlaut maßgeblich, und die
Rechnung muss die Lohnkosten getrennt ausweisen und überwiesen sein.
Zeitlich bleibt der Eingriff überschaubar. Für eine Single-Split-Anlage werden vier
bis acht Stunden genannt, also ein Arbeitstag, davon rund eine Stunde für das Evakuieren
der Leitungen. Die lauteste und staubigste Phase ist die Kernbohrung, und die dauert
Minuten, nicht Stunden.
Häufige Fragen
Das Gerät kostet dasselbe wie im Neubau, die Montage nicht. In der Preisliste eines Montagebetriebs kostet die reine Inbetriebnahme eines Innengeräts 589 Euro brutto, die Komplettmontage desselben Geräts 1.699 Euro. Der Aufschlag von 1.110 Euro entsteht durch Durchbruch, Leitungsweg, Kondensatablauf, Stromzuleitung und Zugang. Bei mehreren Innengeräten liegt er nach derselben Liste bei rund 810 bis 1.110 Euro je Gerät.
Nach der veröffentlichten Preisliste eines Kernbohrbetriebs kostet eine 65-Millimeter-Bohrung durch eine 30 Zentimeter starke Wand rechnerisch 45 Euro netto, bei 1,50 Euro je Zentimeter Bohrtiefe. Entscheidend ist aber der Mindestauftrag von 180 Euro je Baustelle. In echten Angeboten wurden 70 Euro brutto pauschal und 160 Euro brutto je Bohrung abgerechnet, in Beton ab 198 Euro. Mehrere Bohrungen gehören in einen Termin.
Ohne Durchbruch bleiben nur Geräte, die keine Leitung nach draußen brauchen: mobile Monoblockgeräte mit Abluftschlauch durchs Fenster oder fest eingebaute Monoblöcke. Letztere brauchen allerdings zwei Wanddurchbrüche von 160 bis 200 Millimetern, also größere Löcher als eine Split-Anlage. Ein echter Verzicht auf jede Bohrung geht nur mit einem mobilen Gerät, und das kostet Kühlleistung und Strom.
Dann bleiben drei Wege: ein Regenfallrohr in Reichweite, eine Versickerung im Freien oder eine Kondensatpumpe. Für die Pumpe als Material stehen zwei Händlerpreise nebeneinander: 113 Euro bei einem Fachhändler und 149 Euro in der Preisliste eines Montagebetriebs; gemittelt wird hier nicht. Was ihr Einbau kostet, ist öffentlich nicht beziffert. Ein Praktiker rechnet bei komplizierter Installation mit 500 bis 1.000 Euro Aufschlag je Innengerät. Ein Schlauch einfach durch die Wand ergibt keine luftdichte Durchführung.
In aller Regel ja, und sie ist häufig nicht im Angebot enthalten. In mindestens drei dokumentierten Angeboten steht die Elektro-Zuleitung ausdrücklich als „bauseits“, der Kunde muss den Elektriker also selbst beauftragen. Belegt ist nur der Materialpreis bei Eigenleistung mit rund 170 Euro. Einen veröffentlichten Preis für diese Position hat kein geprüfter Betrieb; belegt sind allein die Stundensätze einer allgemeinen Elektroquelle mit 45 bis 65 Euro für den Gesellen und 65 bis 90 Euro für den Meister. Portalpauschalen zu dieser Position nennen keine Quelle und stehen hier deshalb nicht.
Sobald ein Gerät im Obergeschoss oder unter dem Dach montiert wird und der Monteur nicht mehr sicher von der Leiter arbeiten kann. In einem echten Angebot vom Juli 2023 steht die Arbeitsbühne mit 649 Euro als eigene Zeile, nach Verhandlung mit 629,51 Euro. Ein belastbarer deutscher Tagespreis für ein Standgerüst ließ sich in dieser Recherche nicht finden, deshalb steht hier keiner.
Für reines Kühlen nicht. Ein Kühlgerät ohne Heizfunktion ist keine Heizung und damit nicht Gegenstand der Heizungsförderung. Die vielzitierten 70 Prozent gehören zu einem anderen Fall und stehen auf mehreren Ratgeberseiten unkommentiert in Nachrüsttexten. Als Entlastung bleibt der Steuerabzug für Handwerkerleistungen nach § 35a EStG; die kursierenden 20 Prozent bis 1.200 Euro sind hier nur über eine Sekundärquelle belegt.
Wer das geschrieben hat
Oliver Takens
Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.
Stand: 25. August 2026 · Quellen: Veröffentlichte Preisliste eines Kernbohrbetriebs (abluftbohrungen.de, Abruf 25.08.2026, netto) · veröffentlichte Montagepreisliste eines Klimabetriebs (klimaprofis.com, Abruf 25.08.2026, brutto) · Datenblatt und Preis einer Kondensatpumpe Aspen Mini Orange FP2212 (heizman24.de, 113 € inkl. MwSt., Abruf 25.08.2026) · Nachberechnungspreis eines Montagebetriebs für eine Kondensatpumpe, 149 € (Abruf 24.08.2026, dieselbe Quelle wie im Beitrag zu den versteckten Kosten) · Kostenvoranschläge und Rechnungen aus dem Sammelthread auf akkudoktor.net, 2022 bis 2024 · Diskussionen zum Kondensatablauf auf energiesparhaus.at und bauexpertenforum.de · Ratgeberangaben von reduco.ai, klimeo.de, aroundhome.de, heizung.de und dein-heizungsbauer.de · Mehrkostenaufstellung von klimavergleich.at (Österreich, nicht auf den deutschen Markt übertragbar) · KfW-Merkblatt 458 und GModG für den Förderstand