Oliver Takens
Entwickler von KlimaCraft · 25. August 2026 · Lesezeit ca. 12 Minuten
Kurz zusammengefasst
Ein Raum, ein Innengerät, normale Außenwand: 1.999 bis 2.799 Euro komplett mit Montage, belegt durch sechs veröffentlichte Festpreise. Jedes weitere Innengerät kostet 500 bis 1.150 Euro Montage extra. Vom Gesamtpreis entfallen rund 1.700 Euro auf die Arbeit und 870 bis 1.960 Euro auf das Gerät. Die Spanne von 1.000 bis 5.500 Euro, die elf Ratgeberseiten aufspannen, ist keine Messungenauigkeit, sondern eine Liste von Aufpreisen, die niemand nennt.
Die kurze Antwort in einer Zahl
Ein Raum, ein Innengerät, eine normale Außenwand: 1.999 bis 2.799 Euro, komplett
mit Montage. Das ist keine Schätzung und keine Spanne aus dem Bauchgefühl, sondern der
Korridor von sechs Preisen, die zwei Anbieter im August 2026 öffentlich ausgeschrieben
haben.
Die sechs Zahlen im Einzelnen: 1.999 Euro für ein Mitsubishi-Gerät mit 9.000 BTU,
2.149 Euro für das größere Modell mit 12.000 BTU, 2.359 Euro für ein LG mit 2,5 Kilowatt,
2.699 Euro für ein Daikin Comfora, 2.799 Euro für ein Mitsubishi Premium und 2.749,99 Euro
für ein Kaisai mit 2,5 Kilowatt. Jeweils inklusive Einbau.
Kurz gesagt
Für den einfachen Standardfall ist der Preis gar nicht unbestimmt. Er liegt in einem
Fenster von 800 Euro Breite. Unbestimmt wird es erst, wenn Ihr Fall vom Standard abweicht.
Genau dafür steht weiter unten die Liste der Aufpreise.
Zwei Einschränkungen gehören dazu, und beide sind wichtig. Erstens sind das
Anbieterpreise, also Zahlen von Firmen, die daran verdienen. Zweitens gibt es zu diesen
Angeboten keine vollständige Ausschlussliste: Was nicht enthalten ist, steht auf den
Verkaufsseiten nirgends. Eine amtliche Statistik, was in Deutschland tatsächlich für eine
Klimaanlage mit Einbau bezahlt wird, existiert nicht. Weder das Statistische Bundesamt
noch die Verbände noch die Vermittlungsportale veröffentlichen so etwas.
Warum die Zahlen im Netz um das Fünffache auseinanderliegen
Wer „Klimaanlage Kosten mit Einbau“ sucht, bekommt für dasselbe Vorhaben Zahlen
zwischen 1.000 und 5.500 Euro. Elf Ratgeberseiten wurden dafür durchgesehen. Eine
überprüfbare Quelle für ihre Preise nennt keine davon; mehrere berufen sich ausdrücklich
nur auf eigene „Richtwerte“ oder „Richtpreise“.
Elf Seiten spannen 1.000 bis 5.500 Euro auf. Verkauft wird in einem Fenster von 800 Euro. Die Preise, die im selben Suchfeld tatsächlich veröffentlicht werden, liegen zwischen 1.999 und 2.799 Euro. Fünf der elf Ratgeberspannen beginnen oberhalb des günstigsten echten Angebots. Wer sich an ihnen orientiert, hält einen Preis für unmöglich, der genau so verkauft wird.
Das Auffällige daran ist nicht die Breite, sondern die Lage. Fünf der elf Spannen
beginnen oberhalb von 1.999 Euro, dem günstigsten Komplettpreis, der im selben Suchfeld
tatsächlich veröffentlicht wird. Eine Seite setzt die Untergrenze bei 3.000 Euro an, ohne
das zu begründen. Wer sich daran orientiert, hält ein reales Angebot für einen Lockvogel.
Woher die Zahlen stammen
Alle Preise in diesem Beitrag sind entweder veröffentlichte Preislisten von Fachbetrieben
und Shops, unabhängige Testpreise der Stiftung Warentest, Gesetzestexte, oder ausdrücklich
als Einzelfall aus einem Forum gekennzeichnet. Wo eine Zahl aus einer Ratgeberseite ohne
Quelle stammt, steht das dabei. Alle Anbieterpreise wurden am 24. August 2026 abgerufen.
Was das Gerät kostet und was die Arbeit
Nach dem Gesamtpreis kommt immer dieselbe zweite Frage: Wie viel davon ist Technik und
wie viel Handwerkerzeit. Dafür gibt es seit dem 27. Mai 2026 eine unabhängige Zahl.
Die Stiftung Warentest hat 15 Split-Klimageräte geprüft; die Gerätepreise lagen bei
rund 870 bis 1.960 Euro. Das ist die einzige Preisquelle im Feld, die nichts
verkauft.
Die Gegenzahl liefert eine veröffentlichte Preisliste: Ein Fachbetrieb ruft für die
Komplettmontage mit einer Inneneinheit 1.699 Euro brutto auf. Wenn beide Zahlen
stimmen, muss ihre Summe den Korridor der Komplettangebote treffen.
Der Sockel ändert sich nicht. Nur oben wird es teurer. Zwei völlig unabhängige Quellen ergeben zusammen genau den Korridor, den die Anbieter veröffentlichen: 2.572 bis 3.656 Euro. Das ist die Kreuzprobe, die im ganzen Suchfeld niemand macht. Und sie zeigt, wo die Stellschraube sitzt: nicht beim Handwerker, sondern beim Gerät.
Die Rechnung geht auf. 873 plus 1.699 ergibt 2.572 Euro, 1.957 plus 1.699 ergibt 3.656 Euro. Der
untere Wert liegt genau im Fenster der veröffentlichten Komplettpreise, der obere darüber.
Das ist zu erwarten, weil kein Komplettanbieter das teuerste Testgerät verbaut. Zwei
unabhängige Quellen bestätigen sich damit gegenseitig.
Daraus folgt die praktisch wichtigste Erkenntnis dieses Beitrags: Die Montage ist
der feste Teil, das Gerät der bewegliche. Ob Sie 500 Euro sparen wollen oder 1.000,
Sie finden das Geld beim Gerät, nicht beim Handwerker. Ob das eine gute Idee ist, hängt
davon ab. Sind günstige Anlagen schlechter ist
eine eigene Frage, und die Antwort darauf ist differenzierter, als beide Lager behaupten.
Welche Marke welchen Aufschlag trägt, steht bei
welcher Hersteller was kostet.
Gerät selbst kaufen und nur montieren lassen
In Foren ist das der Klassiker. Ein Nutzer holte ein Angebot für eine Dual-Split-Anlage
ein, fand es zu teuer, kaufte die Geräte online und beauftragte einen separaten
Installateur. Sein Fazit: Das Ergebnis kostete „quasi die Hälfte des ursprünglichen
Angebotes“. Andere im selben Umfeld berichten von Unterschieden zwischen lokalen
Installateuren und Online-Anbietern von teils 50 Prozent.
Der Gegenfall steht im selben Forum. Ein Nutzer hatte eine Vierfach-Multisplit-Anlage
selbst montiert und sollte für die reine Inbetriebnahme 1.200 Euro brutto zahlen.
Die Reaktion der Community war eindeutig: extrem teuer. Normalerweise macht der Monteur
die Inbetriebnahme mit, und dann kostet sie einen Bruchteil.
Verbreiteter Irrtum
„Ich montiere selbst und lasse nur befüllen.“ Das dürfen Sie nicht. Arbeiten am
Kältekreis setzen einen Sachkundenachweis nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung
voraus: Kategorie A1 für Anlagen jeder Größe, A2 für Füllmengen unter 3 Kilogramm,
Kategorie E nur für Dichtheitskontrollen ohne Eingriff. Die Pflicht gilt bei ortsfesten
Anlagen unabhängig von der Füllmenge und auch dann, wenn die Anlage Propan statt
eines fluorierten Kältemittels enthält. Wie hoch das Bußgeld bei einem Verstoß ist,
ließ sich in keiner zugänglichen Behördenquelle belegen; deshalb steht hier keine Zahl.
Der Festpreis und was sicher noch dazukommt
Ein Festpreis ist kein Rundumpreis. Der Betrieb mit der veröffentlichten Preisliste
sagt genau, was für seine 1.699 Euro enthalten ist und was nicht. Diese Liste ist die
brauchbarste Vorlage, die im ganzen Suchfeld zu finden war, weil sie die Grenze konkret
zieht statt sie zu verschweigen.
Die Spanne von 1.000 bis 5.500 Euro im Netz ist keine Willkür. Sie ist diese rechte Spalte. Zwei Positionen fallen auf: Für den Einbau der Kondensatpumpe und für einen zusätzlichen Stromkreis nennt keine der geprüften Preislisten eine Zahl. Das Pumpenmaterial ist mit 113 bis 149 Euro belegt, der Einbau nicht. Beides gehört deshalb ausdrücklich in Ihre Anfrage, sonst steht es später als Nachtrag auf der Rechnung.
Der wichtigste Punkt darin ist die Unterscheidung zwischen Wandbohrung und Kernbohrung.
Mehrere Ratgeberseiten nennen einen Preis für „Kernbohrung“, zusammen von 80 bis
400 Euro. Keine sagt, wovon der Unterschied abhängt. Die Preisliste sagt es: Eine Wandbohrung, die nicht durch Beton
geht, ist im Festpreis enthalten. Eine Kernbohrung in Beton kostet ab 198 Euro extra. Das
ist eine Unterscheidung, die Sie an Ihrem eigenen Haus treffen können.
Warum anderswo 45 Euro stehen
Im Beitrag über das Nachrüsten steht für
dieselbe Bohrung 45 Euro plus 180 Euro Mindestauftrag. Das widerspricht den 80 bis
400 Euro nicht, es zählt etwas anderes: Die 45 Euro sind die reine Bohrleistung
netto für eine 30 Zentimeter starke Wand, gerechnet aus 1,50 Euro je Zentimeter
Bohrtiefe. Dazu kommt der Mindestauftrag von 180 Euro je Baustelle, den jede
Anfahrt auslöst. Die Ratgeberspanne hier nennt weder Wandmaterial noch Wandstärke noch,
ob Anfahrt und Mindestauftrag enthalten sind, und gibt keine Quelle an. Eine Preisliste
schlägt eine Ratgeberseite. Die 80 bis 400 Euro stehen deshalb als Beleg dafür, wie weit
das Feld streut, nicht als Preis.
Genauso bei der Leitungslänge. Fünf Meter Kältemittelleitung je Innengerät sind drin,
jeder weitere Meter kostet 103,50 Euro. Wenn das Innengerät im Obergeschoss hängt und das
Außengerät im Garten steht, sind fünf Meter schnell überschritten. Ein Angebot, das die
Leitungslänge nicht benennt, ist an dieser Stelle offen. Welche Positionen ein
vollständiges Angebot enthalten muss, steht in einem eigenen Beitrag zu
den Positionen im Angebot.
Eine offene Frage
Für zwei Positionen veröffentlicht kein geprüfter Anbieter einen Preis: den Einbau
der Kondensatpumpe, die nötig wird, wenn das Kondenswasser nicht mit natürlichem Gefälle
abläuft, und die Elektro-Zuleitung, falls am Aufstellort kein Stromkreis liegt.
Belegt ist nur das Material der Pumpe mit 113 bis 149 Euro, zwei Händlerpreise
nebeneinander, nachgerechnet beim Nachrüsten
im Bestand. Für die Zuleitung sind allein die Stundensätze einer allgemeinen
Elektroquelle belegt: 45 bis 65 Euro für den Gesellen, 65 bis 90 Euro für den Meister. Die
Pauschalen, die auf Portalen kursieren, nennen keine Quelle; wir übernehmen sie nicht,
sondern empfehlen, beide Positionen ausdrücklich anzufragen.
Was jedes weitere Zimmer kostet
Bei dieser Frage widerspricht sich das Feld um den Faktor fünf. Zwei Seiten nennen rund
300 Euro für ein zusätzliches Innengerät, eine dritte bis zu 1.500 Euro. Alle drei ohne
Beleg. Drei veröffentlichte Preislisten entscheiden die Sache, und zwar über denselben
Rechenweg: Montagepauschale für zwei Geräte minus Pauschale für eines, dasselbe für das
dritte.
Der belegte Korridor liegt bei 500 bis 1.150 Euro je zusätzlichem Innengerät. Beide Zahlen, die im Netz kursieren, liegen daneben: die 300 Euro deutlich zu niedrig, die 1.500 Euro über dem höchsten veröffentlichten Zuwachs. Der Rechenweg ist bei allen drei Listen derselbe: Montagepauschale für zwei Geräte minus Pauschale für eines, dasselbe für das dritte. In zwei der drei Listen kostet das dritte Gerät mehr als das zweite.
Klimaprofis geht von 1.699 Euro für ein Innengerät auf 2.350 Euro für zwei und auf
3.225 Euro für drei. Das sind Zuwächse von 651 und 875 Euro. FLAIRMAX staffelt 1.699,99,
2.349,99 und 3.499,99 Euro, also 650 und 1.150 Euro. Kältebringer staffelt Mono,
Duo und Trio mit 1.999, 2.499 und 2.999 Euro in gleichmäßigen Schritten von je 500
Euro, und zwar sowohl in seinen Aktionspreisen als auch in den regulären. Der
belegte Korridor liegt damit bei 500 bis 1.150 Euro Montage je zusätzlichem
Innengerät.
Auffällig ist, dass zwei der drei Listen für das dritte Gerät mehr verlangen als für
das zweite, obwohl die Leitungswege dann schon liegen. Dieselbe Beobachtung, an derselben
FLAIRMAX-Liste durchgerechnet, steht im Beitrag darüber, was drei Zimmer zusammen kosten. Welche der
drei Staffelungen für Ihr Angebot gilt, klärt nur die Positionsliste Ihres Betriebs.
Warum der Zuwachs kleiner ausfällt als der erste Posten, liegt an der Struktur der
Arbeit: Anfahrt, Außengerät, Vakuumieren und Inbetriebnahme fallen nur einmal an, egal wie
viele Innengeräte daran hängen. Was je Gerät dazukommt, ist die Montage des Innengeräts,
seine Leitung und sein Wanddurchbruch. Was drei Zimmer am Ende
zusammen kosten, mit Gerätepreisen und einer durchgerechneten Summe, steht bei
was drei Zimmer zusammen kosten.
Aus derselben Preisliste ergibt sich eine Rechnung, die im ganzen Suchfeld niemand
aufmacht. Zwei getrennte Monosplit-Anlagen kosten an Montage 2 × 1.699 Euro, also
3.398 Euro. Ein Duo-Multisplit kostet 2.350 Euro. Der Unterschied beträgt 1.048 Euro,
und zwar allein bei der Arbeit, bevor über Geräte oder Stellplätze geredet wird. Dafür
hängt bei zwei Einzelanlagen nicht alles an einem Außengerät. Wann sich
zwei Einzelanlagen statt eines
Multisplits lohnen und worin sich
Mono und Multisplit sonst unterscheiden, steht in
zwei eigenen Beiträgen.
Zuschuss oder Steuerbonus
Hier wird es unübersichtlich, und zwar nicht aus Zufall. Von dreizehn geprüften
Kostenseiten nennt eine einzige den Förderstand seit dem 21. Juli 2026. Eine nennt „bis zu
35 Prozent“, was keiner geltenden Systematik entspricht. Fünf nennen 30 oder 70 Prozent
ohne Datum. Sechs nennen gar keinen Prozentsatz.
Der Ausgangspunkt ist eine Übersetzung: Im Förderrecht gibt es keine Klimaanlagen. Es
gibt elektrisch angetriebene Wärmepumpen. Ein Splitgerät mit Heizfunktion ist technisch
genau das. Ein Gerät, das nur kühlt, ist keine Heizung und bekommt nichts.
Die vier Fragen entscheiden, und drei davon haben nichts mit dem Preis zu tun. Die Grundförderung liegt seit dem 21. Juli 2026 bei 30 Prozent, der Klimageschwindigkeitsbonus bei 16 statt vorher 20 Prozent, und der Effizienzbonus für natürliche Kältemittel ist ersatzlos gestrichen. Von dreizehn geprüften Kostenseiten nennt genau eine diesen Stand. Und die schleppt dabei eine Bedingung weiter, die es nicht mehr gibt.
Die zweite Zahl, die überall fehlt, ist die Bemessungsgrundlage. „Bis zu 70 Prozent“
klingt nach 70 Prozent Ihres Angebotspreises. Gemeint sind 70 Prozent von höchstens
28.000 Euro förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit. Die 80 Prozent, die
manche Seite nennt, gelten nur bei einem Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro.
Der ganze Antragsweg, die Bonusstufen und die Fristen stehen bei
der Förderung seit dem 21. Juli 2026.
Der verbreitete Irrtum
Fast jede Seite schreibt, die Anlage müsse die bestehende Heizung vollständig ersetzen,
ein Parallelbetrieb mit der Gasheizung sei ausgeschlossen. Diese Bedingung ließ sich im
KfW-Merkblatt 458 in der ab 21. Juli 2026 geltenden Fassung nicht finden, weder
als vollständiger Ersatz noch als Mindestanteil an der Heizlast. Die früher genannte
65-Prozent-Regel ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz am 29. Juli 2026 ohnehin
entfallen; eine der aktuellsten Seiten im Feld führt sie trotzdem weiter. Lassen Sie sich
die Förderfähigkeit Ihres Vorhabens vom Energieeffizienz-Experten schriftlich bestätigen,
bevor Sie unterschreiben. Ohne dessen Bestätigung gibt es den Zuschuss ohnehin nicht.
Wenn kein Zuschuss möglich ist oder Sie ihn nicht wollen, bleibt der Steuerbonus nach
§ 35c des Einkommensteuergesetzes. Der Gesetzestext ist eindeutig: 7 Prozent der
Aufwendungen im Jahr des Abschlusses, 7 Prozent im Folgejahr, 6 Prozent im übernächsten
Jahr, in Summe also 20 Prozent, gedeckelt bei 14.000, 14.000 und 12.000 Euro je Jahr und
bei 40.000 Euro je begünstigtem Objekt.
Beides zusammen geht nicht, und der Unterschied ist vierstellig. § 35c Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes schließt die Steuerermäßigung aus, wenn es sich „um eine öffentlich geförderte Maßnahme handelt“. Eine Ratgeberseite im geprüften Feld stellt beide Wege trotzdem nebeneinander wie zwei kombinierbare Vorteile. Das ist falsch, und der Irrtum kostet im Beispiel oben 4.000 Euro.
Drei Voraussetzungen stehen im Gesetz und werden selten genannt: Das Gebäude muss bei
Durchführung der Maßnahme älter als zehn Jahre sein, es muss im jeweiligen
Kalenderjahr ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden, und es darf für
dieselbe Maßnahme keine öffentliche Förderung in Anspruch genommen worden sein.
Eine offene Frage, die hier nicht gelöst wird
§ 35c begünstigt unter anderem die „Erneuerung der Heizungsanlage“. Ob eine
Split-Klimaanlage mit Heizfunktion darunter fällt, entscheidet die Verordnung über
energetische Maßnahmen, und dazu gibt es ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom
21. August 2025. Dieses Schreiben war für die Recherche nicht abrufbar. Die Einordnung ist
damit offen. Wer den Steuerbonus einplant, sollte das vorher mit dem Finanzamt oder einem
Steuerberater klären und sich nicht auf Ratgeberseiten verlassen, auch nicht auf diese.
Zur Handwerkerleistung nach § 35a kursiert die Angabe „20 Prozent, höchstens 1.200 Euro“;
der Gesetzestext war ebenfalls nicht abrufbar, deshalb übernehmen wir sie nicht.
Was Leute tatsächlich bezahlt haben
Preislisten zeigen, was angeboten wird. Was am Ende auf der Rechnung steht, zeigen
Foren. Die fachlich stärksten deutschen Foren zum Thema sind für automatisierte Abrufe
gesperrt; die folgenden Fälle stammen aus den zugänglichen. Sechs davon sind
österreichisch, dort gilt ein Umsatzsteuersatz von 20 statt 19 Prozent und ein anderes
Handwerkerpreisniveau. Zwei Fälle sind aus 2018 und 2019.
Vier Räume kosten in denselben Foren 4.500 Euro und 8.540 Euro, zwei Räume 4.000 und 13.000. Sechs dieser Fälle stammen aus Österreich, wo 20 statt 19 Prozent Umsatzsteuer gelten, zwei sind sieben und acht Jahre alt. Beides ist bei jeder Zahl mitzudenken. Trotzdem gilt: Das ist keine Ungenauigkeit der Foren, das ist der Markt. Der Markenname ist der größte einzelne Preistreiber, den die Nutzer selbst benennen. Und der Ausreißer nach oben löst sich auf, sobald man seine Positionen liest: Fundament, Ölprotektor, Verkabelung, Dachdurchführung, Kondensatpumpe und Trockenbauarbeiten waren enthalten.
Ein Satz aus einem dieser Threads fasst zusammen, was auch die Kreuzprobe weiter oben
zeigt: „Die Klimas selber kosten generell nicht wirklich viel, das teure ist die
Arbeitszeit.“ Für den einzelnen Raum stimmt das nur halb. Die Montage ist mit 1.699 Euro
zwar der größere Posten, aber sie ist eben auch der feste. Was den Unterschied zwischen
zwei Angeboten ausmacht, ist fast immer das Gerät.
Zwei Beobachtungen aus denselben Threads, die auf keiner rankenden Seite stehen. Erstens
ist Lieferzeit eine Größe: Ein Nutzer wartete auf ein einzelnes Singlesplit-Gerät drei
Monate. Drei Monate heißt, wer im Juni bestellt, hat die Anlage im September. Für den
günstigsten Kaufzeitpunkt macht das mehr aus als
jeder Rabatt. Zweitens war die Überraschung nach dem Einbau bei einem Nutzer nicht der
Preis, sondern die Luftfeuchtigkeit: In gut gedämmten Häusern sei nicht die Temperatur das
Hauptproblem, schreibt er, sondern die hohe Luftfeuchte.
Was der Regionalaufschlag angeht
Eine Vermittlungsplattform behauptet, in München, Hamburg und Berlin sei die Montage
15 bis 25 Prozent teurer als in Mittelstädten. Für diese Behauptung war keine Erhebung zu
finden. Wir führen sie hier als Behauptung des Wettbewerbs und nicht als Zahl. Belegt ist
nur ein allgemeiner Trend: Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland lagen im
ersten Quartal 2026 um 2,4 Prozent über dem Vorjahresquartal. Ein gesonderter Wert für
Bauinstallation oder Klimatechnik steht in dieser Mitteilung nicht.
So ordnen Sie Ihr Angebot in fünf Minuten ein
Sie brauchen dafür kein Fachwissen, sondern die Aufpreisliste von oben. Gehen Sie Ihr
Angebot mit fünf Fragen durch.
Steht die Leitungslänge drin? Wenn nicht, ist die teuerste variable Position
offen. Über fünf Meter je Innengerät kostet jeder Meter rund 100 Euro.
Ist die Bohrung als Mauerwerk oder als Beton bezeichnet? Das ist der
Unterschied zwischen enthalten und ab 198 Euro. Wenn Sie es selbst nicht wissen, muss
der Betrieb es beim Ortstermin festgestellt haben.
Sind Inbetriebnahme, Einweisung und Dichtheitsprüfung genannt? Fehlen sie,
kann daraus eine eigene Rechnung werden. Ein Forenfall zeigt, wie hoch die ausfallen
kann.
Ist der Stromkreis erwähnt? Entweder ist er vorhanden, oder er kostet extra.
Beides muss im Angebot stehen, sonst wird es ein Nachtrag.
Passt die Leistung zum Raum? Ein zu großes Gerät kostet mehr und kühlt
schlechter. Welche Leistung Ihr Raum
braucht, lässt sich in zehn Minuten selbst nachrechnen.
Der Einbaupreis ist nicht der Gesamtpreis. Drei Posten laufen weiter, und sie gehören in
die Rechnung, bevor Sie unterschreiben.
Strom. Die Stiftung Warentest beziffert die Stromkosten fürs Kühlen über
15 Jahre auf 780 bis 1.800 Euro, je nachdem, wie sparsam das Gerät ist. Beim Heizen
liegt der Unterschied zwischen sparsamem und ineffizientem Testgerät bei über
2.000 Euro über die Nutzungsdauer. Gerechnet wird mit dem Haushaltsstrompreis, den der
BDEW für August 2026 mit 37,0 Cent je Kilowattstunde angibt. Was
Heizen mit der Anlage kostet, steht
gesondert.
Wartung. Die geprüften Seiten nennen 80 bis 500 Euro im Jahr, ohne Quelle,
und sind sich nicht einmal beim Intervall einig. Was davon nötig ist und was verkauft
wird, steht bei der jährlichen Wartung.
Rückbau und Lebensdauer. Irgendwann muss die Anlage raus, und das Kältemittel
muss dabei fachgerecht abgesaugt werden. Wann das ansteht, hängt davon ab,
wie lange eine Anlage hält.
Wenn Ihre Anlage in ein bestehendes Haus soll und nicht in einen Rohbau, ändern sich die
Randbedingungen deutlich: Leitungswege, Stemmarbeiten, Fassade. Was das kostet, steht bei
eine Klimaanlage nachträglich einbauen.
Häufige Fragen
Für einen Raum mit einem Innengerät und normaler Außenwand liegen die veröffentlichten Komplettpreise bei 1.999 bis 2.799 Euro, inklusive Montage. Diese Spanne stammt aus sechs ausgeschriebenen Festpreisen zweier Anbieter, abgerufen am 24. August 2026. Ratgeberseiten nennen für dasselbe Vorhaben 1.000 bis 5.500 Euro, durchweg ohne Quellenangabe. Für mehrere Räume kommen je zusätzlichem Innengerät 500 bis 1.150 Euro Montage dazu; diese Spanne ist aus drei veröffentlichten Montagepreislisten gerechnet.
Die Stiftung Warentest hat im Mai 2026 fünfzehn Split-Klimageräte geprüft; die Gerätepreise lagen bei rund 870 bis 1.960 Euro. Eine veröffentlichte Montagepauschale für ein Innengerät liegt bei 1.699 Euro brutto. Zusammen ergibt das 2.572 bis 3.656 Euro und trifft damit den Korridor der Komplettangebote. Die Montage ist der feste Teil, das Gerät der bewegliche.
Aus der günstigsten der drei geprüften Preislisten ergeben sich für einen Trio-Multisplit rund 4.998 Euro komplett, wenn Gerätesatz und Montagepauschale addiert werden. Die Montage allein steht in den drei Listen mit 2.999, 3.225 und 3.499,99 Euro. Rechnet man dieselbe Anlage mit der teuersten Liste durch, kommt man auf ab 6.299,98 Euro; diese Rechnung steht im Beitrag zu drei Zimmern. Beide Zahlen stimmen, sie stammen aus verschiedenen Preislisten. In Foren berichten Nutzer für drei bis vier Räume von 4.500 bis 8.540 Euro, je nach Marke und Aufwand. Die Streuung kommt vor allem vom Gerät, nicht vom Handwerker.
Nur, wenn sie auch heizen kann. Förderrechtlich ist ein Splitgerät mit Heizfunktion eine Luft-Luft-Wärmepumpe, ein reines Kühlgerät ist keine Heizung und bekommt nichts. Seit dem 21. Juli 2026 gilt eine Grundförderung von 30 Prozent, dazu ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent und ein Einkommensbonus; der Deckel liegt bei 70 Prozent. Bemessungsgrundlage sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, nicht Ihr Angebotspreis.
§ 35c des Einkommensteuergesetzes sieht 7 Prozent im Jahr des Abschlusses, 7 Prozent im Folgejahr und 6 Prozent im übernächsten Jahr vor, in Summe 20 Prozent und höchstens 40.000 Euro je Objekt. Voraussetzung sind ein Gebäudealter über zehn Jahre und ausschließliche Selbstnutzung. Zuschuss und Steuerbonus schließen einander aus. Ob eine Split-Klimaanlage als begünstigte Heizungserneuerung zählt, ist offen und gehört vorab geklärt.
Den Kältekreis dürfen Sie nicht selbst herstellen. Die Chemikalien-Klimaschutzverordnung verlangt für ortsfeste Anlagen einen Sachkundenachweis, und zwar unabhängig von der Füllmenge und auch bei Propan als Kältemittel. Wer selbst montiert und nur die Inbetriebnahme beauftragt, zahlt dafür unter Umständen kräftig: In einem Forenfall wurden 1.200 Euro brutto allein für die Inbetriebnahme verlangt.
Eine veröffentlichte Montagepauschale liegt bei 1.699 Euro brutto für ein Innengerät, 2.350 Euro für zwei und 3.225 Euro für drei. Ein zweiter Betrieb ruft 1.999, 2.499 und 2.999 Euro auf, ein dritter 1.699,99, 2.349,99 und 3.499,99 Euro. Enthalten sind darin fünf Meter Leitung je Gerät, eine Wandbohrung außerhalb von Beton, Inbetriebnahme und Dichtheitsprobe. Kernbohrung in Beton, längere Leitungen und ein fehlender Stromkreis kommen extra.
Wer das geschrieben hat
Oliver Takens
Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.
Stand: 25. August 2026 · Quellen: Stiftung Warentest, Klimageräte im Test, 27.05.2026, Update 19.08.2026 · veröffentlichte Preislisten von klimaprofis.com, kaeltebringer.de, klimaanlagen24.com und klimaanlagen-heizungen.de, abgerufen 24.08.2026 · § 35c EStG im Wortlaut (dejure.org) · KfW-Merkblatt 458 in der Fassung ab 21.07.2026 · Gebäudemodernisierungsgesetz, in Kraft 29.07.2026 · Bayerisches Landesamt für Umwelt zur ChemKlimaschutzV · BDEW-Strompreisanalyse, August 2026 · Destatis, Erzeugerpreise für Dienstleistungen Q1 2026, PM vom 19.06.2026 · geprüfte Ratgeberseiten von my-hammer.de, obi.de, adac.de, reduco.ai, daibau.de, temperaturheld.de, bosch-homecomfort.com, heizsparer.de, klimeo.de, aroundhome.de, blauarbeit.de, 1komma5.com und inverter-klimaanlagen.de · Forenbeiträge auf energiesparhaus.at, bauexpertenforum.de und zroadster.com