Die kurze Antwort

Das Wasser gehört dazu. Eine Klimaanlage entfeuchtet nicht, weil jemand eine Taste gedrückt hat, sondern weil sie kühlt. Sobald die Lamellen im Innengerät kälter sind als der Taupunkt der Raumluft, schlägt sich darauf Wasser nieder, genau wie an einem kalten Glas im Sommer. Eine Bauart, die kühlt, ohne dabei Wasser abzuscheiden, gibt es nicht.

Wie viel zusammenkommt, lässt sich beziffern, sofern man ein Datenblatt erwischt, das den Wert überhaupt ausweist. Bei der Panasonic-Baureihe Etherea sind es 0,56 bis 0,63 Liter je Stunde und Kilowatt Kälteleistung. Ein übliches Gerät mit 3,5 Kilowatt scheidet danach rund zwei Liter je Stunde ab. Der Rechenweg dazu steht weiter unten, samt der Frage, warum vier von sechs geprüften Herstellern diese Zahl gar nicht erst nennen.

Kurz gesagt Kondenswasser ist der Normalfall. Auffällig wird es erst, wenn es an der falschen Stelle austritt, und dann liegt es fast immer am Ablauf, nicht am Gerät. Wohin das Wasser gehört und was es aufhält, steht im Abschnitt über den Kondensatablauf.

Dieser Beitrag erklärt die Physik dahinter und die Mengen. Er ist keine Bedienungsanleitung für den Entfeuchtungsmodus: Welche Solltemperatur man dort einstellt und wie lange man ihn laufen lässt, ist eine eigene Frage, die hier nur gestreift wird.

Wie viel Wasser Luft überhaupt tragen kann

Luft nimmt Wasser auf wie ein Schwamm, aber die Größe dieses Schwamms hängt an der Temperatur. Je wärmer die Luft, desto mehr Wasserdampf kann sie halten, bevor sie gesättigt ist. Der Zusammenhang ist seit langem in einer Formel beschrieben, der Magnus-Formel, und er ist alles andere als linear.

In Zahlen: Bei 10 Grad passen höchstens 9,4 Gramm Wasser in einen Kubikmeter Luft. Bei 20 Grad sind es 17,3 Gramm, bei 25 Grad 23,0 Gramm, bei 30 Grad 30,3 Gramm und bei 35 Grad 39,5 Gramm. Zehn Grad mehr zwischen 20 und 30 Grad bedeuten also drei Viertel mehr Aufnahmefähigkeit.

WIE VIEL WASSER LUFT ÜBERHAUPT TRAGEN KANNSättigungsmenge der LuftBeispielraum 30 °C, 50 % FeuchteGramm Wasser je Kubikmeter Luft0102030405005101520253035409,4 g/m³17,3 g/m³23,0 g/m³30,3 g/m³39,5 g/m³Beispielraum: 15,2 g/m³ in der LuftTaupunkt 18,4 °CVerdampfer 4 bis 7 °CLufttemperatur in Grad CelsiusKurve nach der Magnus-Formel berechnet (wetterochs.de). Die Stützwerte bei 20 und 30 °C decken sich mitengineeringtoolbox.com und der deutschen Wikipedia auf unter ein Prozent.Der Beispielraum mit 30 °C und 50 % relativer Feuchte ist ein gewähltes Rechenbeispiel, keine Messung.
Warme Luft trägt viel mehr Wasser als kalte, und zwar nicht linear. Von 20 auf 30 Grad steigt die Aufnahmefähigkeit um drei Viertel, von 10 auf 35 Grad auf gut das Vierfache. Genau deshalb fällt am kalten Verdampfer Wasser aus: Die Lamellen liegen mit 4 bis 7 Grad weit unter dem Taupunkt von 18,4 Grad, den dieser Beispielraum hat. Keine der zehn für diesen Beitrag geprüften Ratgeberseiten nennt dazu eine einzige Zahl.

Diese Kurve ist der Grund, warum dieser Beitrag existiert. Die beste der geprüften Seiten, hausjournal.net, schreibt qualitativ richtig „Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit tragen“ und lässt es dabei bewenden. Sucht man dagegen nach dem Taupunkt allein, findet man ihn gut erklärt, aber an keiner Stelle mit der Klimaanlage verknüpft.

Woher die Zahlen stammen Die Werte sind mit der Magnus-Formel berechnet und gegengeprüft. Für 20 Grad nennt engineeringtoolbox.com 17,3 Gramm, für 30 Grad die deutsche Wikipedia 30,38 Gramm, beide Male eine Abweichung unter einem Prozent. Zur Formel selbst kursieren zwei gängige Konstantensätze, die sich in einem Wert unterscheiden; im hier gewählten Bereich liegen beide dicht beieinander.

Der Taupunkt, die Schwelle für Kondenswasser

Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die man eine bestimmte Luft abkühlen müsste, damit sie gerade gesättigt ist. Jede Fläche, die kälter ist, beschlägt. Für den Beispielraum in der Grafik oben, 30 Grad warm und 50 Prozent relative Feuchte, liegt er bei 18,4 Grad. Das ist deutlich unter Raumtemperatur, aber weit über dem, was im Innengerät passiert.

Die Lamellen des Verdampfers werden im Kühlbetrieb typischerweise 4 bis 7 Grad kalt. Diese Spanne stammt von einem Fachportal und ist dort selbst nicht belegt; ein Herstellerdatenblatt mit einem Wert dazu fand sich nicht. Plausibel ist sie trotzdem, denn sie liegt unter jedem üblichen Raumtaupunkt. Damit liegen die Lamellen mehr als zehn Kelvin unter dem Taupunkt der Raumluft. Wasser auszuscheiden ist unter diesen Bedingungen keine Option, sondern zwangsläufig. Ein Nutzer bringt es im Forum von akkudoktor.net auf einen Satz: „Die Entfeuchtung findet statt, wenn die Lamellen des Innengerätes den Taupunkt der Raumluft unterschreitet.“

Der verbreitete Irrtum „Die Klimaanlage entfeuchtet nur, wenn ich den Entfeuchtungsmodus einschalte.“ Richtig ist: Sie entfeuchtet in jedem Kühlbetrieb, ob man will oder nicht. Der Dry-Modus verschiebt nur, wie viel Aufwand auf Temperatur und wie viel auf Feuchte entfällt.

Für diese Aufteilung gibt es Fachbegriffe, die in keinem der zehn geprüften Verbraucherartikel vorkommen. Daikin definiert sie so: „Wärme, die zu einer Änderung des Aggregatzustands führt, wird latente (verborgene) Wärme genannt.“ Sensible Wärme senkt die Temperatur, latente Wärme steckt im Übergang von Dampf zu Wasser. Beide zusammen ergeben die Kälteleistung, die im Datenblatt steht.

Wie sich beides aufteilt, beschreibt der Sensible Heat Ratio. Eine englischsprachige Fachquelle nennt für Wohnräume, Apartments und Hotelzimmer Werte zwischen 0,80 und 0,95, für gewerbliche Küchen zwischen 0,60 und 0,80. Übersetzt heißt das: In einer Wohnung gehen 80 bis 95 Prozent der Kälteleistung in die Temperatur und nur 5 bis 20 Prozent in die Entfeuchtung. Eine deutschsprachige Quelle mit Zahlenwert dazu ließ sich nicht finden.

Wer nachvollziehen will, wie die Wärme aus dem Raum überhaupt an diese Lamellen kommt, findet die Grundlagen im Beitrag dazu, wie der Kältekreislauf arbeitet. Wohin sie danach verschwindet, steht im Beitrag darüber, warum das Außengerät so heiß wird.

Wie viel Wasser tatsächlich anfällt

Bis hierher steht fest, dass Wasser anfällt. Für die Menge braucht es zwei weitere Angaben: wie viel Luft das Gerät je Stunde bewegt und wie stark es sie abkühlt. Beides steht im Datenblatt, jedenfalls beim Luftvolumenstrom.

WIE MAN AUSRECHNET, WIE VIEL WASSER ANFÄLLT1Raumluft30 Grad, 50 ProzentFeuchte. In der Luftstecken 13,3 GrammWasser je Kilogramm.2TaupunktGesättigt wäre dieseLuft bei 18,4 Grad. DieLamellen sind mit 4 bis7 Grad kälter.3ZuluftSie verlässt das Gerätmit rund 15 Grad, fastgesättigt: 10,65 Grammje Kilogramm.4Ergebnis2,65 Gramm mal 887Kilogramm Luft jeStunde sind rund 2,35Liter je Stunde.Das Datenblatt desselben Geräts nennt 2,0 Liter je Stunde, rund 17 Prozent weniger.Beispiel Panasonic CS-Z35ZKEW: 3,5 kW Kälteleistung, 762 m³/h Luft, Dichte 1,164 kg/m³ bei 30 °C.
Zwei Eingangswerte stehen im Datenblatt, zwei kommen aus dem Rechenbeispiel. Dass die Rechnung zu viel herauskommt, ist kein Fehler, sondern der Bypass-Faktor: Nicht jedes Luftpaket berührt die Lamellen und kühlt vollständig ab. Ein Teil rauscht fast unverändert durch. Auf keiner der geprüften Verbraucherseiten taucht dieser Effekt auf, obwohl er erklärt, warum Faustformel und Datenblatt nie genau zusammenpassen.

Die Rechnung ergibt 2,35 Liter je Stunde, das Datenblatt desselben Geräts nennt 2,0. Diese Lücke von rund 17 Prozent ist erklärbar. In der Kältetechnik heißt der Effekt Bypass-Faktor: Ein Teil der Luft strömt zwischen den Lamellen hindurch, ohne vollständig auf deren Temperatur abzukühlen. Eine reine Sättigungsrechnung überschätzt die Entfeuchtung deshalb systematisch.

Damit lassen sich auch die Angaben einordnen, die im Netz kursieren. Sie widersprechen sich auf den ersten Blick um den Faktor zehn.

WELCHE TAGESMENGEN IM NETZ KURSIEREN0 l5 l10 l15 l20 l25 l30 lkaeltewolf.de„ca. 10 Liter“eigene Rechnung3,5 kW, 8 Stunden Laufzeitmediamarkt.de„2 bis 5 Liter täglich“klimaanlage-ratgeber.de1 bis 3 l/h, auf 8 Stunden gerechnethitze24.com„5 bis 15 Liter“Vier Fremdangaben ohne Quelle, dazu die eigene Rechnung für ein 3,5-kW-Gerät.
Die vier Angaben widersprechen sich nur, solange niemand die Gerätegröße dazusagt. Zwischen „2 bis 5 Liter“ und den hochgerechneten „8 bis 24 Litern“ liegt der Faktor zehn. Keine der vier Seiten nennt Gerätegröße, Laufzeit oder Luftfeuchte, ohne die sich die Zahlen nicht vergleichen lassen. Rechnet man dagegen je Kilowatt Kälteleistung, wird aus dem Widerspruch eine Spanne, in die alle vier Angaben hineinpassen.

Auffällig ist nicht die Spannweite, sondern dass keine der vier Seiten sie bemerkt. Jede nennt ihre Zahl, als wäre sie die einzige. Dabei sind alle vier plausibel, sobald man dazusagt, für welches Gerät und für wie viele Stunden sie gelten sollen. Genau diese Angabe fehlt überall.

Im Fachforum akkudoktor.net kursiert außerdem die Faustregel „1 Liter pro Stunde und kW Kühlleistung“, verbunden mit der Schätzung von 20 bis 40 Litern am Tag für ein typisches Haus mit 100 Quadratmetern. Das ist rund doppelt so viel wie die Herstellerwerte hergeben, und der Nutzer nennt keine Quelle dafür. Als Auslegungsreserve für eine Kondensatpumpe mag das taugen, als Erwartungswert für den eigenen Eimer nicht.

Eine offene Frage Ob die kW-bezogene Rate über alle Bauarten hinweg gilt, lässt sich mit den verfügbaren Datenblättern nicht klären. Belegt sind sechs Modelle einer einzigen Baureihe plus ein Einzelgerät eines zweiten Herstellers. Für Multisplit-Anlagen, Kanal- und Kassettengeräte fanden sich in dieser Recherche gar keine Herstellerangaben zur Entfeuchtung.

Was die Hersteller angeben, und was nicht

Sechs Hersteller wurden für diesen Beitrag auf eine Angabe zur Entfeuchtungsleistung geprüft. Zwei nennen sie, vier nicht.

ENTFEUCHTUNG LAUT HERSTELLERDATENBLATTCS-Z20ZKEW · 2,05 kW0,63 Liter je Stunde und Kilowatt1,3 l/hCS-Z25ZKEW · 2,50 kW0,60 Liter je Stunde und Kilowatt1,5 l/hCS-Z35ZKEW · 3,50 kW0,57 Liter je Stunde und Kilowatt2,0 l/hCS-Z42ZKEW · 4,20 kW0,57 Liter je Stunde und Kilowatt2,4 l/hCS-Z50ZKEW · 5,00 kW0,56 Liter je Stunde und Kilowatt2,8 l/hCS-Z71ZKEW · 7,10 kW0,58 Liter je Stunde und Kilowatt4,1 l/hWindFree Avant · 3,50 kW0,40 Liter je Stunde und Kilowatt1,4 l/hPanasonic Etherea Z aus dem technischen Datenblatt „NEU 2023“, Samsung über klimaworld.com.
Die Entfeuchtung wächst mit der Gerätegröße, aber nicht sauber proportional. Über die sechs Panasonic-Modelle bleibt das Verhältnis in einem engen Band von 0,56 bis 0,63 Litern je Stunde und Kilowatt. Der Vergleich zweier gleich großer 3,5-kW-Geräte zeigt allerdings, wie weit Hersteller auseinanderliegen: 2,0 gegen 1,4 Liter je Stunde, gut 40 Prozent Unterschied bezogen auf den kleineren Wert.

Bei Panasonic steht der Wert für sechs Modelle der Baureihe Etherea im technischen Datenblatt, bei Samsung für das WindFree Avant über einen Fachhändler. Bei Daikin dagegen fehlt er in zwei geprüften Baureihen, bei Mitsubishi Electric im technischen Datenblatt der MSZ-RZ-Serie, bei LG auf der Produktseite. Bei Toshiba enthält überhaupt nur die Bedienungsanleitung Zahlen, und die betreffen die Kälteleistung, nicht die Entfeuchtung.

Was hier nicht steht Für Daikin, Mitsubishi Electric, LG und Toshiba wird in diesem Beitrag keine Entfeuchtungsleistung genannt, obwohl alle vier eine Entfeuchtungsfunktion bewerben. Der Wert steht in den geprüften Unterlagen schlicht nicht drin. Eine Schätzung anhand der Panasonic-Werte wäre naheliegend, aber sie wäre erfunden, und deshalb steht sie hier nicht.

Eine Ausnahme betrifft mobile Geräte. Bosch nennt für die eigenen 3-in-1-Modelle im Entfeuchtungsbetrieb „bis zu 50 Liter Wasser pro Tag“, allerdings ohne Modellbezeichnung. Auf ein konkretes Datenblatt lässt sich diese Zahl daher nicht zurückführen.

Bemerkenswert ist der Kontrast zu anderen Kennzahlen desselben Datenblatts. Wie effizient ein Gerät über die Saison arbeitet, ist mit SEER und SCOP europaweit einheitlich geregelt und steht auf jedem Energielabel. Wie viel Wasser dasselbe Gerät dabei abscheidet, darf jeder Hersteller weglassen.

Der Dry-Modus, und warum er kein Bautrockner ist

Fast jedes Gerät hat neben dem Kühlbetrieb einen Entfeuchtungsmodus, meist mit einem Tropfensymbol und der Bezeichnung Dry. Technisch ist das keine zweite Maschine, sondern dieselbe mit anderer Regelung.

DERSELBE VERDAMPFER, ZWEI BETRIEBSARTENKühlbetriebZiel: Temperatur senkenVerdichterläuft durchLuftmengehochKontaktzeitkurzTemperaturfällt deutlichentfeuchtet nebenbeiDry-ModusZiel: Feuchte senkenVerdichterin AbständenLuftmengereduziertKontaktzeitlängerTemperaturfällt langsamer1 bis 2 Stunden am StückWofür beides nicht gebaut istZiel: Bausubstanz trocknenKeller dauerhaft trocknenSchimmel bekämpfenNeubau austrocknenWäsche trocknendafür gibt es BautrocknerBeschreibung des Dry-Modus nach der Herstellerdarstellung von Bosch Home Comfort, eigenständig formuliert.
Der Dry-Modus ändert nicht die Physik, sondern nur das Tempo. Es ist derselbe Verdampfer, dieselbe Kältemaschine. Das Gerät drosselt den Luftstrom, damit jedes Luftpaket länger an den kalten Lamellen entlangzieht, und lässt den Verdichter in Abständen laufen statt durchgehend. Die Raumtemperatur sinkt dadurch langsamer. Was sich nicht ändert: Ohne genügend Abstand zum Taupunkt fällt auch hier kein Wasser aus.

Dass der Verdichter dabei in Abständen läuft statt durchgehend, ist bei modernen Geräten eine Frage der Drehzahl und nicht des Ein- und Ausschaltens. Was ein Inverter dafür anders macht, steht im Beitrag darüber, wie die Invertertechnik die Verdichterdrehzahl regelt. Ein Gerät, das nach wenigen Minuten wieder abschaltet, entzieht der Luft entsprechend weniger Wasser, weil weniger Luft an den kalten Lamellen vorbeikommt.

Interessanter als die Bedienung ist die Grenze. Der Dry-Modus taugt für schwüle Sommertage und kurze Feuchtespitzen. Er taugt nicht für einen dauerhaft feuchten Keller, und dafür gibt es Belege aus der Praxis statt aus der Werbung.

Verbreiteter Irrtum „Mit dem Dry-Modus kann ich den Keller trockenlegen.“ Ein Nutzer hat genau das im Mai 2026 mit vier fest installierten Daikin-Geräten zu 3,5 Kilowatt versucht. Sein Ergebnis nach rund 15 Stunden: „Die Feuchtigkeit ging von 71,1 auf 69,3 Prozent, also fast null Auswirkung.“ Ein einzelner Luftentfeuchter sammelte im selben Raum über Nacht rund 3,5 Liter und senkte die Feuchte spürbar.

Der Grund ist wieder der Taupunkt. Ein Fachnutzer im selben Forenthread ordnet ein, dass die Geräte grundsätzlich eine hohe Entfeuchtungsleistung von 0,5 bis 0,7 Litern je Stunde hätten, dass im kühlen Keller aber der Abstand zwischen Lamellentemperatur und Taupunkt zu klein sei. Wo die Luft ohnehin schon kalt ist, bringt weiteres Abkühlen wenig.

Dazu kommt eine harte Betriebsgrenze. In einem älteren Vergleichstest schaltete sich ein mobiles Klimagerät bei 10 Grad Raumtemperatur automatisch ab, während dedizierte Luftentfeuchter laut demselben Thread bis 0 Grad weiterarbeiten. Ein Teilnehmer fasst den Unterschied so zusammen: „Einfache Klimageräte sind darauf ausgelegt, eine bestimmte Raumtemperatur zu erzielen, einem Entfeuchter ist die Temperatur quasi egal.“

Eine offene Frage, die hier nicht gelöst wird Ab welcher Raumtemperatur ein Splitgerät den Kühl- oder Trockenbetrieb einstellt, war in keinem geprüften Herstellerdatenblatt zu finden. Die einzigen konkreten Hinweise sind der genannte Forentest von 2011 und der Kellerversuch von 2026. Beides sind Einzelerfahrungen, keine Messreihen. Die Zahl 10 Grad ist deshalb ein Anhaltspunkt und kein Grenzwert.

Wohin das Wasser läuft

Das Kondensat tropft von den Lamellen in eine Wanne unter dem Wärmetauscher. Was danach passiert, unterscheidet sich je nach Gerätetyp grundlegend, und in beiden Fällen sitzt dort die häufigste Störungsursache.

WOHIN DAS KONDENSAT LÄUFTSplitgerätfest verlegter Ablauf, meist durch die AußenwandWandInnengerät41 bis 2 % GefälleKondensatwanne unter den Lamellen, dann durch die Wand.Ohne Gefälle hebt eine Kondensatpumpe das Wasser an:25 mm Rohr, bis 750 mm Förderhöhe (Riewitec).Ein Siphon im Schlauch stoppt den Abfluss.Mobiles MonoblockgerätTank im Gerät, ein Teil verdunstet über die AbluftFensterMonoblock im Raum4Tank1 bis 3 LiterAbluftschlauchDer Tank fasst 1 bis 3 Liter und wird von Hand geleert.Ein Teil verdunstet an der heißen Seite und geht überden Abluftschlauch mit nach draußen.Ist der Tank voll, schaltet das Gerät ab.WAS DEN ABLAUF AUFHÄLTGegengefälle oder ein Siphon im SchlauchTank übersehen, das Gerät stopptAlgen, Schmutz oder Insekten im RohrAbluftschlauch geknickt oder zu langKondensatpumpe defekt oder verstopftVereister Verdampfer, die Wanne läuft überGefälle 1 bis 2 Prozent nach klimaanlage-ratgeber.de und cilson.de, mindestens 1,5 Prozent nach kaeltebringer.de.Eine DIN- oder VDI-Norm dazu wurde nicht gefunden. Die Nummer 4 meint hier wie überall den Verdampfer.
Beim Splitgerät ist der Ablauf die Schwachstelle, beim Mobilgerät der Tank. Ein fest verlegter Schlauch braucht durchgehendes Gefälle. Fehlt es an einer einzigen Stelle, steht dort Wasser, und die Wanne im Innengerät läuft irgendwann über. Beim mobilen Gerät passiert dasselbe harmloser: Es schaltet ab und wartet, bis jemand den Tank leert.

Beim Splitgerät entscheidet das Gefälle. Drei unabhängige Fachquellen nennen übereinstimmend 1 bis 2 Prozent, also 1 bis 2 Zentimeter je laufendem Meter; eine vierte fordert mindestens 1,5 Prozent. Ein Monteur rechnet es im Forum vor: „So ab 1 Prozent fließt das Wasser, 2 Prozent sind besser. Also 6 Zentimeter über 3 Meter.“ Eine DIN- oder VDI-Norm, die diesen Wert festschreibt, ließ sich in dieser Recherche nicht finden. Die geprüften Montageanleitungen von Haier, Riewitec und Kampmann verlangen alle „natürliches Gefälle“, ohne einen Prozentwert zu nennen.

Eine offene Frage Die 1-bis-2-Prozent-Regel ist Installateurspraxis, keine belegte Norm. Sie steht übereinstimmend auf mehreren Fachseiten und in Foren, aber keine dieser Quellen beruft sich auf ein Regelwerk. Wer wissen will, was für sein Gerät gilt, findet die verbindliche Angabe nur in der Montageanleitung des Herstellers.
  • Nie einen Siphon im Schlauch. Ein Kältetechnikbetrieb warnt ausdrücklich davor: Bildet der Schlauch einen Bogen nach unten, steht dort Wasser und der Abfluss stoppt.
  • Vorsicht am Regenfallrohr. In einem Bauforum wird beschrieben, wie ein zu dicht angeschlossener Kondensatschlauch bei Starkregen zurückstaut, weil beide Leitungen als kommunizierende Röhren wirken. Gelöst wurde es, indem der Schlauch unterhalb des Sinkkastens in den Kanal geführt wurde.
  • Die Pumpe ist eine zusätzliche Fehlerquelle. Wo kein Gefälle möglich ist, hebt eine Kondensatpumpe das Wasser an, bei einem geprüften Hersteller bis 750 Millimeter. Sie macht Geräusche und sie kann ausfallen.
  • Verstopfung kommt von innen. Algen, Schmutz und Insekten im Ablaufrohr gehören zu den häufigsten Ursachen für tropfende Innengeräte, neben Gegengefälle und einem vereisten Verdampfer.

Weil die Lamellen im Betrieb dauerhaft nass sind, ist der Verdampfer zugleich die Stelle, an der sich ein Biofilm bildet, wenn er nie abtrocknet. Genau dafür haben viele Geräte eine Nachlauffunktion, die den Lüfter nach dem Abschalten noch einige Minuten weiterlaufen lässt. Das ist keine Zusatzausstattung, sondern die direkte Folge der Physik aus den ersten Abschnitten. Wie oft Filter und Ablauf kontrolliert gehören, steht im Beitrag zur Wartung einer Klimaanlage.

Eine Angabe, die hier bewusst fehlt Eine große Ratgeberseite warnt vor Legionellen im Kondensat und nennt dazu einen Temperaturbereich, ohne eine Quelle anzugeben. Legionellen werden dann zum Gesundheitsrisiko, wenn Wasser vernebelt und eingeatmet wird, etwa an Kühltürmen oder Duschen. Ob eine stehende Kondensatwanne im Innengerät diesen Weg überhaupt eröffnet, belegt die Seite nicht. Solange dazu keine Primärquelle vorliegt, steht hier keine Zahl.

Wird die Luft dadurch zu trocken?

Wer im Sommer stundenlang kühlt, entzieht der Raumluft literweise Wasser. Die Frage nach der Untergrenze ist also berechtigt. Nur wird sie im Netz mit einer Sicherheit beantwortet, die die Quellenlage nicht hergibt. Belastbare deutsche Quellen gibt es durchaus. Sie nennen nur nicht dieselbe Zahl, weil sie verschiedene Zwecke verfolgen.

  • DGUV: mindestens 40 Prozent. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung empfiehlt für Arbeitsplätze ausdrücklich, „die relative Luftfeuchte auf mindestens 40 %, nicht wie häufig üblich auf 30 %, zu regulieren“. Als Obergrenze nennt sie rund 60 Prozent bei 22 Grad.
  • DIN EN 16798-1: 40 bis 65 Prozent. Der deutsche nationale Anhang von März 2022 hebt die Mindestwerte gegenüber der europäischen Basisnorm an, und zwar ausdrücklich, „um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Personen zu erhalten“.
  • DIN EN ISO 7730: 35 bis 60 Prozent. Das ist der Bereich, der im Behaglichkeitsmodell nach Fanger für Büroarbeit als thermisch behaglich gilt. Gerechnet wird darin üblicherweise mit 50 Prozent.

Alle drei Bereiche überlappen sich zwischen 40 und 60 Prozent, aber keiner von ihnen ist als Universalzahl gedacht. Wer eine einzelne Prozentzahl als „optimal“ hinschreibt, verschweigt, für welchen Zweck sie gilt.

Woher die Zahlen stammen Alle drei Werte stammen aus Regelwerken oder aus der Fachpresse, die daraus zitiert. Zum Vergleich: Zwei der bestplatzierten Ratgeberseiten zu diesem Thema nennen „40 bis 60 Prozent optimal“ beziehungsweise „selten unter 35 Prozent“ ohne jede Quelle. Eine davon schreibt sogar, „wissenschaftliche Studien belegen“ eine Reduktion der Hausstaubmilben-Vermehrung um bis zu 80 Prozent, ohne eine einzige Studie zu benennen. Solche Zahlen werden hier nicht wiedergegeben.

Ein Regelwerk verknüpft Feuchte und Temperatur direkt. Die Arbeitsstättenregel ASR A3.5 nennt eine Schwülegrenze, die an eine konstante absolute Feuchte gekoppelt ist.

SCHWÜLEGRENZE NACH ASR A3.526 °C28 °C30 °C32 °C35 °Chöchstens55 %50 %44 %39 %33 %ASR A3.5, Tabelle 5, Abschnitt 4.4, gekoppelt an rund 11,5 g Wasser je kg trockener Luft.
Je wärmer der Raum, desto trockener muss die Luft sein, damit sie erträglich bleibt. Oberhalb der genannten relativen Feuchte gilt die Luft bei dieser Raumtemperatur als schwül. Das ist der Zahlenkern hinter der Beobachtung, dass ein klimatisierter Raum kühler wirkt, als das Thermometer vermuten lässt: Bei niedrigerer Feuchte gibt der Körper Wärme leichter ab. Wichtig ist die Einschränkung, die das Regelwerk selbst macht. Luftfeuchten werden in der ASR A3.5 ausdrücklich nicht betrachtet; diese Tabelle ist eine Ausnahme und begrenzt allein, wann am Arbeitsplatz gekühlt werden muss. Ein allgemeiner Behaglichkeitswert ist sie nicht.

Diese fünf Werte sind der beste Beleg dafür, dass eine einzelne Prozentzahl nicht reicht. Bei 26 Grad Raumtemperatur gelten 55 Prozent noch als erträglich, bei 35 Grad sind es nur noch 33 Prozent. Der Wassergehalt der Luft bleibt dabei rechnerisch derselbe, es ändert sich nur die Bezugstemperatur. Rechnet man die fünf Werte mit der Magnus-Formel vom Anfang nach, kommt man auf ein bis zwei Prozentpunkte an die Tabelle heran.

Praktisch heißt das: Wer die Solltemperatur moderat wählt, entzieht der Luft weniger Wasser. Ein Nutzer im Forum rät, „lieber nur leicht kühlen als volle Pulle über lange Zeit“, und weist darauf hin, dass bei 25 Grad Solltemperatur deutlich weniger Wasser anfällt als bei 20 Grad. Das deckt sich mit der Sättigungskurve vom Anfang. Wie stark dieselbe Anlage bei extremer Hitze insgesamt einbricht, steht im Beitrag darüber, warum manche Anlage bei 38 Grad kaum noch kühlt.

Häufige Fragen

Die Lamellen des Verdampfers im Innengerät werden im Kühlbetrieb rund 4 bis 7 Grad kalt. Das liegt weit unter dem Taupunkt üblicher Raumluft, der bei 30 Grad und 50 Prozent relativer Feuchte 18,4 Grad beträgt. Warme Luft kann mehr Wasserdampf halten als kalte. Kühlt sie an den Lamellen ab, fällt der Überschuss als Wasser aus und tropft in die Kondensatwanne.
Das hängt an Gerätegröße, Laufzeit und Luftfeuchte. Die einzigen belegten Herstellerwerte dieser Recherche liegen bei 0,56 bis 0,63 Litern je Stunde und Kilowatt Kälteleistung. Ein 3,5-Kilowatt-Gerät kommt damit auf etwa zwei Liter je Stunde, bei acht Betriebsstunden also auf rund 16 Liter. Ratgeberseiten nennen Werte zwischen 2 und 24 Litern am Tag, aber keine davon sagt, für welches Gerät.
Aus dem Ablaufschlauch ja, das ist der vorgesehene Weg. Aus dem Innengerät in den Raum nicht. Dann liegt es meist an einem falsch verlegten Schlauch, an Gegengefälle, an einem Siphon im Schlauch, an Verstopfung durch Algen oder Schmutz, an einer defekten Kondensatpumpe oder an einem vereisten Verdampfer, dessen Wanne überläuft.
Kurzfristig ja, dauerhaft schlecht. Ein Nutzer maß im Mai 2026 mit vier Splitgeräten zu 3,5 Kilowatt nach 15 Stunden im Entfeuchtungsmodus nur einen Rückgang von 71,1 auf 69,3 Prozent. Ein dedizierter Luftentfeuchter sammelte im selben Raum über Nacht rund 3,5 Liter. Der Grund ist der zu kleine Abstand zwischen Lamellentemperatur und Taupunkt in kühlen Räumen.
Mehrere unabhängige Fachquellen nennen 1 bis 2 Prozent, also 1 bis 2 Zentimeter je laufendem Meter; eine fordert mindestens 1,5 Prozent. Eine DIN- oder VDI-Norm dazu wurde in dieser Recherche nicht gefunden, und die geprüften Montageanleitungen verlangen nur allgemein natürliches Gefälle. Verbindlich ist deshalb die Anleitung des jeweiligen Geräts.
Weil Entfeuchten kein eigener Vorgang ist, sondern eine Folge des Kühlens. Jedes Mal, wenn Luft unter ihren Taupunkt abgekühlt wird, fällt Wasser aus. Der Dry-Modus verschiebt nur die Gewichtung: Er drosselt den Luftstrom, damit die Luft länger an den kalten Lamellen entlangzieht, und lässt die Temperatur langsamer sinken.
Das Wasser stammt aus der Luft und enthält daher praktisch keinen Kalk. Es läuft allerdings über die Lamellen und durch die Kondensatwanne, und genau dort kann sich ein Biofilm bilden, wenn das Gerät nie abtrocknet. Eine belastbare Quelle zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit hat diese Recherche nicht gefunden, deshalb steht hier keine Empfehlung.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Und warum kühlt dieselbe Anlage bei 38 Grad kaum noch?

Das Kennfeld eines Herstellers zeigt, wie viel Kälteleistung bei großer Hitze übrig bleibt, und ab wann das Gerät abschaltet.

Zum Hitzebeitrag

Stand: 25. August 2026 · Quellen: Magnus-Formel nach wetterochs.de, Konstanten gegengeprüft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg · engineeringtoolbox.com und de.wikipedia.org für die Sättigungswerte · Technisches Datenblatt Panasonic Etherea Z-Serie (Stand 2023) über prosatech.de · Samsung WindFree Avant über klimaworld.com · geprüft ohne Fundstelle: Datenblätter Daikin Ururu Sarara und Comfora, Mitsubishi Electric MSZ-RZ, LG AA09SP, Toshiba Seiya · daikin.at zur latenten Wärme · hvacprosales.com zum Sensible Heat Ratio · bosch-homecomfort.com zum Entfeuchtungsbetrieb · DGUV Fachbereich AKTUELL „Niedrige Luftfeuchte am Arbeitsplatz“ · ASR A3.5 Abschnitt 4.4 über die Reproduktion bei bgn-branchenwissen.de · DIN EN 16798-1, nationaler Anhang 2022, referiert in kka-online.info und tab.de · DIN EN ISO 7730 über gebaeudeforum.de · Montageunterlagen Riewitec und Kampmann · Einbaurichtlinien kaeltebringer.de und cilson.de · heizsparer.de zur Hygiene · Forenbeiträge auf akkudoktor.net, energiesparhaus.at und bauexpertenforum.de · geprüfte Ratgeberseiten: mediamarkt.de, kaeltewolf.de, hausjournal.net, klimaanlage-ratgeber.de, hitze24.com, isteshaltbar.de, klimeo.de, cold-man.de, dein-heizungsbauer.de