Die kurze Antwort

Ja, aber nur zum Teil. Bei einer Split-Klimaanlage kommt das Außengerät ab Werk mit Kältemittel gefüllt. Die Kupferleitungen und das Innengerät sind leer. In ihnen steht Stickstoff als Schutzgas oder schlicht Luft. Die Absperrventile am Außengerät sind geschlossen, damit die Füllung dort bleibt, bis die Anlage fertig montiert ist.

Die zweite Hälfte der Antwort ist die wichtigere. Die Werksfüllung ist auf eine bestimmte Leitungslänge ausgelegt, und die steht in der Installationsanleitung Ihres Modells. In den acht Anleitungen, die für diesen Beitrag ausgewertet wurden, reicht die Spanne von 3 bis 40 Metern. Wird Ihre Leitung länger, kommen zwischen 10 und 45 Gramm Kältemittel für jeden zusätzlichen Meter dazu. Diese Spanne hängt nicht nur an der Baureihe, sondern auch am Durchmesser der Flüssigkeitsleitung: Bosch nennt für dasselbe Gerät 12 Gramm bei 6,35 Millimetern und 24 Gramm bei 9,52 Millimetern, Midea drei Werte zwischen 12 und 40 Gramm. Ohne den Durchmesser ist die Zahl nicht bestimmt.

Kurz gesagt „Vorgefüllt“ heißt: Das Kältemittel ist bezahlt und sitzt im Außengerät. Es heißt nicht „anschlussfertig“. Vor dem Öffnen der Ventile muss die Luft aus den Leitungen heraus, und genau dieser Schritt verlangt einen zertifizierten Betrieb. Was das für die Selbstmontage bedeutet, steht weiter unten.

Was ab Werk wo drin ist

Der Denkfehler steckt schon im Wort. „Vorgefüllt“ klingt nach „die Anlage ist voll“, und daraus folgt der Schluss, man müsse nur noch beide Geräte verbinden und einschalten. Tatsächlich sitzt das Kältemittel an einer einzigen Stelle.

WAS AB WERK WO DRIN ISTR32 ab WerkStickstoff als Schutzgas oder LuftDRAUSSENDRINNENHauswandAußengerätR32 ab WerkDie gesamte Füllung derAnlage sitzt hier.Menge: siehe TypenschildInnengerätab Werk ohne KältemittelDie roten Ringe sind die Absperrventile am Außengerät. Ab Werk sind sie zu.Flüssigkeitsleitung Ø 6,35 mmGasleitung Ø 9,52 mmInhalt ab Werk: Stickstoff oder LuftDeshalb heißt „vorgefüllt“ nicht „anschlussfertig“.Erst wird die Luft aus Leitung und Innengerät gezogen, dann werden die Ventile geöffnet.Aufbau nach den sieben ausgewerteten Installationsanleitungen; das Schutzgas zusätzlich durch zwei Forenberichte belegt.
Ab Werk gefüllt ist nur das Außengerät, nicht die Anlage. Kupferleitungen und Innengerät kommen leer beim Käufer an, meist mit Stickstoff als Schutzgas darin. Das ist der Grund, warum vor der ersten Inbetriebnahme evakuiert werden muss: Was in den Leitungen steht, muss heraus, bevor die Ventile am Außengerät geöffnet werden. Ein Nutzer bei akkudoktor.net bringt es auf den Punkt: „Evakuiert kann eine Anlage nicht sein. Das kann man regulär erst machen, wenn der komplette Kältekreislauf montiert ist.“

Ein Nutzer im Forum von akkudoktor.net fasst den ersten Teil knapp zusammen: „Nahezu jede Split-Klimaanlage ist heute vorgefüllt, egal von welchem Hersteller. Das Kältemittel ist im Außengerät.“ Was in den Leitungen steht, beschreibt derselbe Thread von der praktischen Seite: Beim Wechsel eines Adapters sei „unter hohem Druck Stickstoff entwichen“, und ein anderer Nutzer ergänzt, dass die Prüfung mit Stickstoff auf Dichtigkeit gängig sei.

Das Schutzgas hat einen Zweck. Es hält Feuchtigkeit und Luft aus dem sauberen Rohrsystem, solange das Gerät im Lager steht. Für den Betrieb muss es trotzdem wieder heraus, denn im Kältekreislauf haben Luft und Wasser nichts verloren. Sie lassen sich nicht verdichten wie das Kältemittel, sie treiben den Druck hoch und greifen mit der Zeit das Öl im Verdichter an.

Der verbreitete Irrtum „Vorgefüllt und vakuumiert geliefert.“ Vakuumiert kann eine Split-Anlage ab Werk gar nicht sein, weil der Kreislauf beim Käufer erst noch zusammengebaut wird. Ein Nutzer bei akkudoktor.net formuliert es so: „Evakuiert kann eine Anlage nicht sein. Das kann man regulär erst machen, wenn der komplette Kältekreislauf montiert ist.“ Ein anderer maß vor dem Evakuieren „etwas mehr als 720 mBar auf dem System“, also gerade kein Vakuum.

Bis zu wie vielen Metern die Werksfüllung reicht

Das ist die Frage, mit der die meisten Menschen auf dieser Seite landen, oft mit einer Zahl im Suchfeld: vorgefüllt 7 Meter, vorgefüllt 10 Meter. Die Werksfüllung ist tatsächlich an eine Länge gekoppelt, und der Hersteller nennt sie. Nur ist es eben nicht überall dieselbe.

WIE WEIT DIE WERKSFÜLLUNG TRÄGT UND WO SIE AUFHÖRT0 m5 m10 m15 m20 mWerksfüllung reichtnichts nachkaufenZusatzfüllung nötig(Länge minus 10 m) mal 20 gBeispiel Daikin RXJ und RXM 20 bis 35 L: frei bis 10 m, danach 20 g je Meter, Schluss bei 20 m.
Diese Grenze ist bei jedem Modell eine andere. Der Zahlenstrahl zeigt das Prinzip an einem einzigen Gerät. Links die Länge, die mit der Werksfüllung abgedeckt ist, rechts der Bereich, für den nachgefüllt werden muss. Die Marke bei 10 Metern gilt für diese eine Baureihe. Bei anderen Geräten liegt sie bei 5 Metern, bei wieder anderen bei 30.

Im deutschen Netz steht dazu meist eine einzige Zahl. Die am besten sichtbare Ratgeberseite zum Thema schreibt „vorgefüllt bis 5 m Leitungslänge“ und an anderer Stelle „meist zwischen 3 und 5 Metern Kupferleitung“. Das klingt nach einer Konstante. Die Installationsanleitungen sagen etwas anderes.

BIS ZU WELCHER LEITUNGSLÄNGE DIE WERKSFÜLLUNG REICHT„meist 5 Meter“Argo CLIMADESIGN Mono9000 bis 24000: 3 bis 5 m5 mBosch Climate 5000 RAC2,6 bis 7 kW: 5 m Standard5 mMidea MUE-SerieEuropa 5 m, Nordamerika 7,5 m5 mPanasonic Etherea Z20 bis Z507,5 m Standardlänge7,5 mDaikin RXJ und RXM20 bis 35 L, frei bis 10 m10 mDaikin RXP-L und RXF-Aauch ARXP-L, frei bis 10 m10 mHaier 1U105 bis 1U140bis 30 m ohne Zusatzfüllung30 mDaikin Multi 2MXM, 2MXT30 m als Summe aller Räume30 mDaikin Multi 3MXM, 4MXM40 m als Summe aller Räume40 mStandardlänge laut Installationsanleitung. Bei Multisplit zählt die Summe aller Rohrleitungen.
Die verbreitete Regel „meist fünf Meter“ trifft auf drei von acht Anleitungen zu. Wer sie für alle Geräte übernimmt, rechnet in beide Richtungen falsch. Bei einem Daikin-Monosplit mit 9 Metern Leitung glaubt er, nachfüllen zu müssen, obwohl nichts nötig ist. Bei einem Bosch-Gerät mit 9 Metern glaubt er das Gegenteil. Beide Irrtümer erzeugt das aktuelle Netz.

Drei der acht ausgewerteten Anleitungen nennen tatsächlich fünf Meter oder weniger. Panasonic liegt mit siebeneinhalb Metern dazwischen, zwei Daikin-Baureihen fangen erst über zehn Metern an nachzufüllen. Haier deckt mit der Werksfüllung 30 Meter ab. Bei den Multisplit-Geräten von Daikin gilt die Grenze nicht je Raum, sondern für die Summe aller Leitungen. Das ist ein eigener Stolperstein, wenn Sie gerade überlegen, ob Mono- oder Multisplit besser passt.

Wie falsch die Pauschalregel wirkt, zeigt ein Forenbeitrag von 2023. Dort schreibt ein Nutzer, die Anlagen von Daikin seien „meistens für eine Leitungslänge zwischen 20 und 30m“ vorgefüllt. Die deutsche Anleitung derselben Baureihe nennt 10 Meter als Grenze und 20 Meter als absolute Höchstlänge. Zwischen der gut gemeinten Forenauskunft und dem Herstellerdokument liegt hier der Unterschied zwischen einer Anlage, die läuft, und einer, die vom ersten Tag an zu wenig Kältemittel hat.

Kurz gesagt Fragen Sie den Shop vor der Bestellung nach der Installationsanleitung als PDF. Darin stehen beide Zahlen, die Sie brauchen: die Länge, bis zu der die Werksfüllung reicht, und die Gramm je zusätzlichem Meter. Ein Händler, der das PDF nicht liefern kann, hat es entweder nicht oder will es nicht zeigen. Beides ist ein Signal.

Wenn die Leitung länger ist: die Rechnung

Die Formel ist erfreulich einfach und steht in jeder Anleitung, meist in einer Tabelle mit der Überschrift „Zusätzliche Kältemittelfüllung“:

Die Rechnung

(Ihre Leitungslänge minus Standardlänge) mal Gramm je Meter = Nachfüllmenge

Beispiel Daikin RXM 35: Standardlänge 10 Meter, 20 Gramm je Meter. Bei 15 Metern Leitung sind das (15 − 10) × 20 g = 100 Gramm. In der Anleitung steht dieselbe Rechnung als Formel mit Kilogramm: R = (L − 10 m) × 0,020.

Genau diese Rechnung führt ein Nutzer im Forum vor, und zwar richtig: „(15-10)x0,02kg = 100g Kältemittel“. Ein zweiter bestätigt den Wert aus der Daikin-Spezifikation. Es ist bezeichnend, dass die belastbarste Rechnung im deutschsprachigen Netz in einem Forenthread steht und nicht auf einer Ratgeberseite.

WIE VIEL KÄLTEMITTEL JE ZUSÄTZLICHEM METER DAZUKOMMTPanasonic Etherea Z20 bis Z50dafür erst ab 7,5 m nötig10 g/mBosch Climate, Ø 6,35 mmdünne Flüssigkeitsleitung12 g/mMidea MUE, dünnes Rohrkleinster Rohrdurchmesser12 g/mArgo Mono 9000, 12000die beiden kleinen Baugrößen15 g/mDaikin, alle BaureihenRXJ, RXM, RXP, RXF und Multi20 g/mBosch Climate, Ø 9,52 mmgleiche Baureihe, dickeres Rohr24 g/mArgo Mono 18000, 24000die beiden großen Baugrößen25 g/mMidea MUE, dickes Rohrgleiche Baureihe, dickeres Rohr40 g/mHaier 1U105 bis 1U140dafür erst ab 30 m nötig45 g/mWerte aus acht Installationsanleitungen. Bosch und Midea staffeln nach dem Durchmesser der Flüssigkeitsleitung.
Zwischen dem kleinsten und dem größten Wert liegt der Faktor 4,5. Die orange markierten Balken gehören paarweise zu derselben Baureihe. Bosch nennt für ein und dasselbe Gerät 12 oder 24 Gramm, Midea sogar 12, 24 oder 40 Gramm. Der Unterschied ist nicht die Marke, sondern der Durchmesser der Flüssigkeitsleitung. Wer die Zahl seines Modells nicht kennt, kann die Nachfüllmenge um mehr als das Dreifache verfehlen.

Der Gramm-je-Meter-Wert ist die Zahl, die im gesamten geprüften Ratgeberfeld fehlt. Sechs Seiten wurden dafür angesehen. Keine einzige nennt einen Wert. Die Seite, die am nächsten herankommt, schreibt „pro zusätzlichem Meter eine definierte Menge“ und lässt die Menge offen. Eine andere nennt statt der Menge einen Preis je 100 Gramm, was die Frage nicht beantwortet, sondern verschiebt.

Die Werte aus acht Original-Anleitungen

BaureiheWerksfüllung reicht bisZusatzfüllung je MeterDokument
Daikin RXJ und RXM 20, 25, 35 L10 m20 gInstallationsanleitung 3PDE386697-1B
Daikin RXP-L, ARXP-L, RXF-A10 m20 gReferenz für Installateure 4PDE513661-2
Daikin Multi 2MXM und 2MXT30 m, Summe aller Räume20 gInstallation Manual, englisch
Daikin Multi 3MXM und 4MXM40 m, Summe aller Räume20 gInstallation Manual, englisch
Bosch Climate 5000 RAC 2,6 bis 75 m12 g bei Ø 6,35 mm, 24 g bei Ø 9,52 mmInstallationsanleitung 6720894072
Argo CLIMADESIGN 9000 bis 240003 bis 5 m15 g bei 9000 und 12000, 25 g bei 18000 und 24000Installationsanleitung 08/2024
Haier 1U105, 1U125, 1U14030 m45 gBedienungs- und Installationsanleitung CAC
Midea MUE-18 bis MUE-555 m, in Nordamerika 7,5 m12 g, 24 g oder 40 g je nach RohrdurchmesserMontageanleitung FlexTruhengerät
Panasonic Etherea Z20 bis Z507,5 m10 gInstallationsanleitung Etherea ZKEW Außengerät, Tabelle A

Alle Werte stammen aus den Herstellerdokumenten selbst, nicht aus Ratgeberseiten. Die Spalte ganz rechts nennt das Dokument, damit Sie den Wert für Ihr eigenes Gerät an derselben Stelle suchen können. Für die maximale Rohrlänge gelten eigene Zahlen: Daikin RXJ und RXM 20 Meter, Daikin RXP-L und RXF-A nur 15 Meter, Argo 20 beziehungsweise 25 Meter, Bosch je nach Baugröße 25, 30 oder 50 Meter.

Eine offene Frage Wie viel Kältemittel in Kilogramm ab Werk drin ist, sagt fast keine Anleitung als Zahl. Fünf der ausgewerteten Anleitungen verweisen ausschließlich auf das Typenschild am Gerät. Nur Haier nennt Werte je Modell: 1,5 kg für das 1U105, 2,0 kg für das 1U125 und 2,9 kg für das 1U140, allerdings für Geräte mit 10 bis 14 Kilowatt, nicht für ein Wandgerät im Wohnzimmer. Eine im Netz kursierende Angabe von „1,2 kg R32 bei maximal 5 m“ steht ohne Marke und ohne Modell da und ist damit nicht überprüfbar. Ihre Zahl steht auf dem Typenschild an der Seite oder Rückseite des Außengeräts. Fotografieren Sie es, bevor der Monteur abfährt; das gilt auch, wenn Sie eine gebrauchte Anlage kaufen.

Wenn die Menge nicht stimmt

Warum der Hersteller so genau rechnet, wird an Messwerten deutlich. Eine Untersuchung von 2018 hat an einer Split-Anlage neun Füllstufen durchgemessen und dabei Kälteleistung und Effizienz aufgezeichnet.

WAS EINE FALSCHE FÜLLMENGE KOSTETKälteleistungCOP, also die Effizienz0510152080 %100 %120 %11,4 %16,4 %Kältemittelfüllung, in Prozent der SollmengeVerlust gegenüber der Sollfüllung, in Prozent
Zu viel kostet mehr Effizienz als zu wenig. Bei 20 Prozent Unterfüllung sinkt der COP um 10,8 Prozent, bei 20 Prozent Überfüllung um 16,4 Prozent. Das ist gut die Hälfte mehr. Die Kälteleistung verhält sich umgekehrt. Gemessen wurde an einer Split-Anlage mit 1,5 PS bei 30 Grad Außentemperatur, allerdings mit dem alten Kältemittel R-22. Ob sich die Werte auf heutige R32-Geräte übertragen lassen, ist nicht belegt.

Das Ergebnis ist kontraintuitiv. Zu wenig Kältemittel kostet vor allem Kälteleistung, die Anlage kühlt also schlechter, verbraucht aber verhältnismäßig weniger Strom dafür. Zu viel Kältemittel kostet vor allem Effizienz: Die Anlage kühlt fast normal, zieht dafür aber deutlich mehr Strom. Für die Stromrechnung ist Überfüllung damit der teurere Fehler.

Die Einschränkung gehört dazu und wird hier nicht weggelassen: Gemessen wurde mit R-22, einem Kältemittel, das in Neugeräten längst nicht mehr verwendet wird. Für heutige R32-Geräte liegen keine vergleichbaren veröffentlichten Messungen vor. Die Richtung des Effekts ist plausibel, die genauen Prozentwerte sind es für R32 nicht.

Warum vorgefüllt nicht anschlussfertig heißt

Zwischen Lieferung und erstem Kühlen liegen mehrere Arbeitsgänge. Der Karton enthält keinen davon.

WAS ZWISCHEN LIEFERUNG UND ERSTEM KÜHLEN PASSIERT1AnschließenLeitungen verlegen,bördeln oderverschrauben, beideGeräte verbinden.2AbdrückenMit Stickstoff prüfen,ob alle Verbindungendicht sind.3VakuumierenLuft und Feuchtigkeitheraussaugen, Zielminus 0,1 MPa, alsorund minus ein bar.4ÖffnenVakuum halten, beiÜberlänge nachfüllen,dann die Absperrventileaufdrehen.Ab Schritt 2 wird der Kältekreis berührt. Dafür verlangt das F-Gas-Recht ein Personenzertifikat.Vakuumzeiten laut Anleitung: Daikin RXJ und RXM 10 Minuten, Bosch und Midea 15 Minuten, Haier 2 Stunden.
Der erste Schritt ist Handwerk, alles danach ist Kältetechnik. Zwischen Karton und erstem Kühlen liegen vier Arbeitsgänge, und drei davon greifen in den Kältekreis ein. Wie lange das Vakuum gezogen und gehalten werden muss, steht in der Anleitung des Geräts. Die Spanne reicht von zehn Minuten bis zu zwei Stunden, und beide Extreme stammen von Daikin.

Der entscheidende Schritt ist das Vakuumieren, im Fachjargon Evakuieren. Eine Vakuumpumpe saugt Luft und Luftfeuchtigkeit aus Leitungen und Innengerät, bis der Druck weit unter dem Umgebungsdruck liegt. Erst danach werden die Absperrventile am Außengerät geöffnet und das Kältemittel strömt in den fertigen Kreis.

Dass dabei wirklich etwas herauskommt, beschreibt ein Nutzer nach seiner Montage nüchtern: Die Vakuumpumpe habe „ordentlich viel Feuchtigkeit entfernt (Es hat gedampft an der Pumpe)“. Wer den Schritt überspringt und einfach die Ventile aufdreht, schließt genau diese Feuchtigkeit im Kreislauf ein.

Die Vorgaben dafür sind erstaunlich uneinheitlich. Daikin verlangt für die Baureihe RXJ und RXM bei bis zu 15 Metern Rohrlänge „nicht weniger als 10 Minuten“. Für die Baureihe RXP-L und RXF-A verlangt derselbe Hersteller mindestens zwei Stunden. Haier schreibt zwei Stunden Evakuieren auf minus 100,7 Kilopascal vor und danach noch eine Stunde Haltezeit, in der das Vakuum stehen bleiben muss. Bosch und Midea nennen 15 Minuten. Zwischen der kürzesten und der längsten Vorgabe liegt der Faktor zwölf, und beide Extreme stammen von Daikin.

Woher die Zahlen stammen Alle Längen, Gramm- und Vakuumwerte in diesem Beitrag stammen aus acht Installationsanleitungen der Hersteller, sieben davon deutschsprachig. Den Panasonic-Wert hat der Beitrag über die versteckten Kosten aus derselben Anleitung belegt; er ist hier übernommen, weil er aus einem Herstellerdokument stammt und damit denselben Rang hat wie die übrigen sieben. Keine Zahl wurde von einer Ratgeberseite übernommen. Wo Foren zitiert werden, ist das im Text kenntlich gemacht, weil Forenangaben nicht denselben Rang haben wie ein Herstellerdokument.

Dürfen Sie das selbst anschließen?

Hier widersprechen sich die Quellen im Netz hart. Eine Affiliate-Seite zum Thema Quick-Connect beantwortet die Frage mit „grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen“ und warnt nur vor dem Verlust der Garantie. Die F-Gase-Verordnung wird auf dieser Seite nicht ein einziges Mal erwähnt. Ein redaktionelles Portal formuliert dagegen richtig, aber ohne Fundstelle. Eine dritte Seite argumentiert mit einer Verordnung von 1991 und diskutiert Kältemittel, die es in Neugeräten seit Jahrzehnten nicht mehr gibt.

Das eigentliche Kriterium nennt keine dieser Seiten. Es lautet nicht „vorgefüllt oder nicht“ und auch nicht „Quick-Connect oder nicht“, sondern: Ist die Einrichtung hermetisch geschlossen?

WER WELCHEN ARBEITSSCHRITT ÜBERNEHMEN DARFOhne ZertifikatEigentümer oder HandwerkerWandkonsole montierenKernbohrung durch die WandKabel und Kondensat verlegenInnengerät aufhängenLeitungen verlegenkein Nachweis nötigDie Grauzonerechtlich nicht Ihre SacheBördelnÜberwurfmuttern anziehenQuick-Connect verschraubengehört zum KältekreisNur mit Sachkundezertifizierter BetriebMit Stickstoff abdrückenVakuumierenVentile öffnenKältemittel nachfüllenAnlage in Betrieb nehmenZertifikat A1Zuordnung nach dem Kriterium, ob der Kältekreis geöffnet oder in Betrieb genommen wird.
Die Grenze verläuft nicht zwischen Innen und Außen, sondern am Kältekreis. Alles, was das Kältemittel nicht berührt, dürfen Sie selbst machen oder einen beliebigen Handwerker machen lassen. Sobald der Kreis geöffnet, evakuiert, gefüllt oder in Betrieb genommen wird, verlangt das F-Gas-Recht eine geprüfte Sachkunde. Ob das Gerät vorgefüllt ist, ändert daran nichts.

Artikel 3 Nummer 9 der Verordnung (EU) 2024/573 definiert das eng. Hermetisch geschlossen ist eine Einrichtung, bei der alle Teile, die fluorierte Treibhausgase enthalten, beim Hersteller durch Schweißen, Löten oder eine ähnlich dauerhafte Verbindung abgedichtet wurden, mit einer geprüften Leckagerate von unter drei Gramm im Jahr. Eine Verschraubung, die Sie selbst auf der Baustelle zusammensetzen, erfüllt das nicht. Ein mobiles Monoblockgerät ohne Außeneinheit erfüllt es dagegen: Dort ist der Kreislauf im Werk verschlossen worden, und Sie dürfen es aufstellen und einstecken.

Für Arbeiten am nicht hermetisch geschlossenen Kältekreis verlangt das europäische F-Gas-Recht eine geprüfte Sachkunde. Die Anforderungen an die Personenzertifikate regelt seit 2024 die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215, die die frühere Verordnung (EU) 2015/2067 abgelöst hat. Aus der alten Kategorie I ist dabei das Zertifikat A1 geworden; bestehende Bescheinigungen gelten laut Umweltbundesamt noch bis zum 12. März 2029.

Warum der Shop einen Nachweis von Ihnen will

Die Vorschrift greift eine Stufe früher, als die meisten Käufer vermuten: nicht bei Ihnen, sondern beim Händler. Vorbefüllte, nicht hermetisch geschlossene Klimageräte dürfen an Endkunden nur abgegeben werden, wenn der Käufer schriftlich nachweist, dass das Gerät von einem zertifizierten Unternehmen eingebaut wird. Die Verpflichtungserklärung, die Sie im Bestellvorgang unterschreiben sollen, ist deshalb keine Schikane des Shops, sondern dessen gesetzliche Pflicht. Zwei Händlerquellen nennen übereinstimmend eine Aufbewahrungsfrist von mindestens fünf Jahren für diesen Nachweis.

Woher die Zahlen stammen Die Nachweispflicht ist in einer gemeinsamen Stellungnahme der Fachverbände VDKF, BFS, FGK und BIV vom 3. Dezember 2024 beschrieben und dort Artikel 11 Absatz 7 der Verordnung (EU) 2024/573 zugeordnet. Der Volltext dieses Artikels ließ sich in der Recherche nicht abrufen, die Absatznummer stammt also aus einer Sekundärquelle. Unter der Vorgängerverordnung (EU) 517/2014, die seit dem 11. März 2024 ersetzt ist, war es Artikel 11 Absatz 5. Diese alte Nummer kursiert im Netz weiter.
Eine offene Frage Zwei der geprüften Ratgeberseiten nennen für Verstöße eine konkrete Bußgeldhöhe, beide ohne Fundstelle. Dem steht die Verbändestellungnahme vom Dezember 2024 entgegen: Sie kritisiert ausdrücklich, dass der Verstoß gegen die Nachweispflicht bis dahin nicht als Ordnungswidrigkeit aufgeführt war, und fordert eine Ergänzung. Ob die deutsche Durchführungsverordnung, die im April 2026 neu gefasst wurde, diese Lücke geschlossen hat, ließ sich nicht klären. Deshalb steht hier keine Zahl. Wer eine liest, sollte nach der Fundstelle fragen.

Praktisch heißt das für die Selbstmontage: Der große Teil der Arbeit bleibt Ihnen erlaubt. Konsole setzen, Kernbohrung, Kabel und Kondensatleitung verlegen, Innengerät aufhängen, Leitungen ziehen. Für den letzten Arbeitsgang brauchen Sie einen Betrieb. Was der kostet, wenn er nur die Inbetriebnahme übernimmt, ist schwer zu belegen. Zwei Forenbeiträge nennen rund 500 Euro und eine Spanne von 500 bis 1.000 Euro, beide ohne Angebotsbeleg. Ein belastbarer Marktpreis dafür ließ sich nicht finden.

  • Im Karton ist: Außengerät mit Werksfüllung, Innengerät, Wandhalterung, Fernbedienung, meist ein kurzer Kondensatschlauch.
  • Nicht im Karton ist: Kupferleitung in Ihrer Länge, Isolierung, Wandkonsole oder Bodenfüße, die Kernbohrung, zusätzliches Kältemittel bei Überlänge, Vakuumpumpe und Manometerbrücke.
  • Erst recht nicht im Karton ist: die Inbetriebnahme durch einen zertifizierten Betrieb. Ein Angebot, das nur das Gerät nennt, ist noch kein Angebot. Woran Sie ein unvollständiges Angebot erkennen, steht in einem eigenen Beitrag.

Der Sonderfall Quick-Connect

Quick-Connect-Anlagen werden mit dem Versprechen verkauft, dass keine Vakuumpumpe und kein Fachbetrieb nötig sei. Technisch lösen sie tatsächlich ein Problem: Die Leitung kommt fertig konfektioniert und im Werk evakuiert, mit Schnellkupplungen an beiden Enden. Der Tutorial-Beitrag eines Forums beschreibt es so: „Der Hersteller evakuiert dieses Rohr, es ist also ein Vakuum im Inneren. Mitunter wird nach dem Evakuieren noch eine kleine Menge Kältemittel ins Rohr gegeben.“ Ob die Sets nun evakuiert oder mit einer Restmenge Kältemittel ausgeliefert werden, ist allerdings offen: Die Foren widersprechen sich in diesem Punkt, und eine Herstellerangabe dazu ließ sich nicht finden.

Was die Kupplung nicht löst, ist die rechtliche Seite. Eine Schnellkupplung, die auf der Baustelle zusammengeschraubt wird, ist eine lösbare Verbindung und damit nicht hermetisch geschlossen im Sinne der Verordnung. Derselbe Tutorial-Beitrag sagt das unumwunden: rechtlich sei es „leider in vielen Ländern trotzdem nicht möglich“. Was mobile Split-Geräte mit Schnellkupplung können und was nicht, ist ein eigenes Thema.

Auch technisch ist das Bild uneinheitlich. Ein Nutzer berichtet, mehrere Klimatechniker hätten ihm abgeraten, weil die Anschlüsse „oft undicht werden“, und zwar erst nach ein bis zwei Jahren. Ein anderer hält dagegen: Drei seiner Quick-Connect-Anlagen liefen nach vier bis fünf Jahren „noch wie am ersten Tag“, und schlecht ausgeführte Bördelungen seien genauso ein Problem. Beide Erfahrungen stehen hier nebeneinander, weil keine belastbare Statistik dazu existiert.

Die Längen sind bei Quick-Connect fest. Die Sets kommen in Standardlängen und lassen sich nicht kürzen. In einem gut dokumentierten Montagebericht bestellte ein Nutzer einen Leitungssatz mit 680 statt 715 Zentimetern und verlor drei Tage mit der Reklamation. Derselbe Bericht zeigt, dass die Meterzahl auf dem Typenschild stehen kann: Bei seiner Mitsubishi-Anlage war vermerkt, „bis zu wieviel m Rohr diese Menge reicht (hier 7m)“. Die Kostenaufstellung aus demselben Beitrag: Gerät mit 5,4 Kilowatt rund 900 Euro, Quick-Connect-Set mit 7 Metern samt Wandkonsole und WLAN-Modul rund 365 Euro, zusammen rund 1.265 Euro. Es sind Nutzerangaben aus dem Jahr 2023, kein Marktpreis.

Verbreiteter Irrtum „Quick-Connect heißt, ich darf es selbst in Betrieb nehmen.“ Die Kupplung ändert nichts an der rechtlichen Einordnung, sondern nur am Werkzeugbedarf. Wer sicher gehen will, plant den Fachbetrieb für die Inbetriebnahme von vornherein ein und spart das Geld an der Stelle, an der es wirklich zu holen ist: bei den Vorarbeiten und der Montage.

Häufige Fragen

Ja, aber nur das Außengerät. Dort sitzt die gesamte Werksfüllung, gehalten von zwei geschlossenen Absperrventilen. Die Kupferleitungen und das Innengerät kommen leer beim Käufer an, meist mit Stickstoff als Schutzgas gefüllt. Vakuumiert kann eine Split-Anlage ab Werk nicht sein, weil der Kältekreis erst bei der Montage zusammengesetzt wird.
Das hängt am Modell und schwankt stärker, als die meisten Ratgeber zugeben. In den acht ausgewerteten Installationsanleitungen reicht die Spanne von 3 bis 40 Metern. Bosch, Argo und Midea nennen 5 Meter, Panasonic 7,5 Meter, zwei Daikin-Baureihen 10 Meter, Haier 30 Meter. Bei Multisplit-Geräten zählt nicht die längste Leitung, sondern die Summe aller Leitungen.
In den acht ausgewerteten Installationsanleitungen liegt der Wert zwischen 10 und 45 Gramm je Meter. Er hängt an der Baureihe und am Durchmesser der Flüssigkeitsleitung: Bosch nennt für dasselbe Gerät 12 Gramm bei 6,35 Millimetern und 24 Gramm bei 9,52 Millimetern, Midea drei Werte zwischen 12 und 40 Gramm. Daikin nennt für alle geprüften Baureihen 20 Gramm, Panasonic für die Etherea-Reihe 10 Gramm. Ohne Baureihe und Rohrdurchmesser ist die Zahl nicht bestimmt.
Vom Typenschild am Außengerät. Dort stehen das Kältemittel, die Füllmenge in Kilogramm und das CO₂-Äquivalent. Bei manchen Herstellern steht sogar dabei, für wie viele Meter Rohr die Menge reicht. Die Gramm je zusätzlichem Meter finden Sie nicht auf dem Schild, sondern in der Installationsanleitung, meist in der Tabelle „Zusätzliche Kältemittelfüllung“.
Für Arbeiten am nicht hermetisch geschlossenen Kältekreis verlangt das europäische F-Gas-Recht eine geprüfte Sachkunde; die Anforderungen daran regelt seit 2024 die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215. Der Handel mit vorbefüllten Geräten ist zusätzlich an einen schriftlichen Nachweis gebunden, dass ein zertifiziertes Unternehmen den Einbau übernimmt. Das Nachfüllen gehört damit in den Fachbetrieb, unabhängig davon, wie das Gerät beworben wurde.
Die Schnellkupplung ändert nichts an der Rechtslage. Maßgeblich ist, ob die Einrichtung hermetisch geschlossen ist, also im Werk dauerhaft abgedichtet, mit einer geprüften Leckagerate unter drei Gramm im Jahr. Eine Verbindung, die auf der Baustelle verschraubt wird, erfüllt das nicht. Ein mobiles Monoblockgerät erfüllt es dagegen und darf ohne Nachweis aufgestellt werden.
In einer Messreihe von 2018 verlor eine Split-Anlage bei 20 Prozent Überfüllung 16,4 Prozent Effizienz und 11,4 Prozent Kälteleistung. Bei 20 Prozent Unterfüllung waren es 10,8 Prozent Effizienz und 17,7 Prozent Kälteleistung. Für die Stromrechnung ist Überfüllung damit der teurere Fehler. Gemessen wurde allerdings mit R-22; für R32 gibt es keine vergleichbaren veröffentlichten Werte.
Weil vorbefüllte, nicht hermetisch geschlossene Klimageräte an Endkunden nur abgegeben werden dürfen, wenn schriftlich nachgewiesen ist, dass ein zertifiziertes Unternehmen den Einbau übernimmt. Die Verpflichtungserklärung ist also eine Pflicht des Händlers, nicht seine Erfindung. Zwei Händlerquellen nennen eine Aufbewahrungsfrist von mindestens fünf Jahren für diesen Nachweis.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Was mobile Split-Geräte mit Schnellkupplung wirklich können und wo ihre Grenze liegt.

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Stand: 25. August 2026 · Quellen: Installationsanleitungen der Hersteller: Daikin RXJ/RXM 20 bis 35 L (3PDE386697-1B), Daikin RXP-L/ARXP-L/RXF-A (4PDE513661-2), Daikin 2MXM/2MXT/3MXM/4MXM, Bosch Climate 5000 RAC 2,6 bis 7 (6720894072), Argo CLIMADESIGN Mono (08/2024), Haier 1U105/1U125/1U140, Midea MUE-18…55FNXD0, Panasonic Etherea ZKEW Außengerät (Tabelle A) · Verordnung (EU) 2024/573, Artikel 3 Nummer 9 · Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 · Umweltbundesamt, FAQ zur F-Gase-Verordnung, Abschnitt Zertifizierung, Stand 08.07.2026 · gemeinsame Stellungnahme von VDKF, BFS, FGK und BIV vom 03.12.2024, veröffentlicht über frigotechnik.de · Yusof et al., MATEC Web of Conferences, 2018 · Forenbeiträge auf akkudoktor.net