Die kurze Antwort

Ein mobiles Klimagerät mit Abluftschlauch bläst ununterbrochen Luft aus dem Zimmer nach draußen. Diese Luft fehlt im Raum, und sie kommt zurück, weil Luft nun einmal nachströmt. Der einzige nennenswerte Weg dafür ist die Öffnung, in der der Schlauch steckt: das gekippte Fenster. Was dort hereinkommt, ist im Sommer genau die warme Luft, gegen die das Gerät gerade arbeitet.

Wie viel Kühlleistung das kostet, lässt sich ausrechnen. Bei einem Gerät mit 420 Kubikmetern Luft je Stunde und 10 Kelvin Unterschied zwischen draußen und Wunschtemperatur sind es 1.428 Watt, bei 3.500 Watt Nennkühlleistung also gut 40 Prozent. An einem Hitzetag mit 15 Kelvin Unterschied sind es 2.142 Watt und damit 61 Prozent. Der vollständige Rechenweg steht weiter unten.

Kurz gesagt Das gekippte Fenster ist nicht der Fehler, sondern die Öffnung, durch die der Fehler hereinkommt. Abschaffen lässt sich der Effekt nicht, nur verkleinern: die Öffnung abdichten oder ein Gerät mit zwei Schläuchen wählen. Ob ein mobiles Gerät für Ihren Raum überhaupt reicht, ist eine eigene Frage und hängt genau an dieser Rechnung.

Was am gekippten Fenster wirklich passiert

In einem Monoblockgerät steckt der gesamte Kältekreislauf in einem Gehäuse. Der Verdampfer entzieht der Raumluft Wärme, der Verflüssiger muss sie wieder loswerden. Dafür braucht er Luft, und die nimmt er aus dem Zimmer. Erwärmt schiebt er sie durch den Schlauch nach draußen. Die Herstellerdatenblätter nennen dafür 350 bis 420 Kubikmeter je Stunde auf der höchsten Stufe.

Ein Zimmer von 20 Quadratmetern und 2,50 Meter Höhe fasst 50 Kubikmeter Luft. Ein Gerät mit 420 Kubikmetern je Stunde schiebt also in einer Stunde mehr als das Achtfache des Rauminhalts hinaus. Diese Menge muss nachkommen, sonst würde im Zimmer ein Vakuum entstehen. Tatsächlich stellt sich ein leichter Unterdruck ein, der die Luft von außen hereinzieht.

warme Abluftgekühlte LuftNachströmluft von draußenDRINNENDRAUSSENgekipptes FensterWas der Abluftschlauchhinausbläst, muss durchdieselbe Fensteröffnungwieder hereinkommen.mobiles Klimagerät2Verflüssigerkühlt mit Raumluft4VerdampferAbluftschlauchwarme Abluft350 bis 420 m³/hNachströmluftso warm wie draußenNachströmluft: dieselbeMenge, nur warmgekühlte Luft in den RaumVolumenströme aus den Datenblättern von Comfee und De'Longhi. Ablufttemperatur bis zu 70 °C laut TÜV-Verband.Die Ziffern 2 und 4 stehen im ganzen Ratgeber für Verflüssiger und Verdampfer.
Der Schlauch schafft Luft hinaus, und dieselbe Menge kommt zurück. Ein Monoblockgerät kühlt seinen Verflüssiger mit Luft aus dem Zimmer und bläst sie nach draußen. Weil der Raum sonst geschlossen ist, bleibt nur ein Weg für den Nachschub: die Öffnung, in der der Schlauch steckt. Im Sommer kommt dort keine kühle Luft herein, sondern genau die Hitze, gegen die das Gerät gerade arbeitet.

Der TÜV-Verband beschreibt den Mechanismus in seiner Sommer-Pressemitteilung qualitativ: Der Unterdruck ziehe warme Luft nach und mindere die Kühlleistung. Der Hersteller Bosch wird deutlicher und nennt es einen „physikalischen Nachteil, der sich auch mit optimaler Einrichtung nicht vollständig ausgleichen lässt“. Eine Zahl nennt keiner von beiden.

Nutzer merken den Effekt körperlich. In einem Forenbeitrag auf gutefrage.net beschreibt ein Nutzer seine mit Styroporplatten abgedichtete Lösung so: „In dem Raum war dann immer Unterdruck, das hat man gemerkt, wenn man die Tür aufmachen wollte.“ Genau dieser Unterdruck ist der Motor, der die Außenluft hereinholt.

Der verbreitete Irrtum „Es ist doch nur ein schmaler Spalt.“ Wie viel Luft hereinkommt, entscheidet nicht die Spaltbreite, sondern der Schlauch: Er bestimmt, wie viel hinausgeht, und genau so viel kommt nach. Ein engerer Spalt lässt dieselbe Menge nur schneller durch. Was eine Abdichtung zusätzlich verhindert, ist der freie Austausch durch die große Öffnung: Wind, Auftrieb und die eigene, bis zu 70 Grad heiße Abluft, die am offenen Kippflügel direkt wieder hereinzieht. Wie groß dieser zusätzliche Anteil ist, hat niemand gemessen.
Ein zweiter Weg, den kaum jemand beziffert Der Abluftschlauch selbst wird heiß. Der TÜV-Verband nennt Ablufttemperaturen von bis zu 70 Grad. Ein Forennutzer weist darauf hin, dass ein ungedämmter Schlauch einen Teil dieser Wärme direkt wieder an den Raum abgibt. Wie groß dieser Anteil ist, hat in den geprüften Quellen niemand gemessen. Die Rechnung unten enthält ihn nicht.

Wie viel Kühlleistung das kostet, in Watt

Für diesen Beitrag wurden elf rankende Seiten und mehrere Primärquellen einzeln gelesen, darunter der TÜV-Verband, Stiftung Warentest und die Ratgeberseiten zweier Hersteller. Keine einzige nennt eine Watt-Zahl. Es bleibt bei „mindert die Kühlleistung“, „könne die Kühlleistung sinken“ und „verliert massiv an Leistung“. Dabei ist die Rechnung seit Jahrzehnten Standard, nur eben aus der Heiztechnik.

Die Formel

Wer den Lüftungswärmeverlust eines Hauses berechnet, multipliziert das Luftvolumen je Stunde mit der Temperaturdifferenz und einer Konstante. Beim Kühlen gilt dieselbe Physik, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

SO ENTSTEHT DIE WATTZAHL11 · LuftmengeWie viel Luft derSchlauch je Stundehinausbläst, hier 420m³/h.22 · DifferenzAußentemperatur minusZieltemperatur im Raum,in Kelvin. Ein warmerTag: 10 Kelvin.33 · Konstante0,34 Wattstunden jeKubikmeter und Kelvin,aus Luftdichte undWärmekapazität.44 · Ergebnis420 mal 10 mal 0,34ergibt 1.428 Wattallein für dienachströmende Warmluft.Derselbe Term, den DIN EN 12831 für den Lüftungswärmeverlust beim Heizen verwendet, hier auf das Kühlen angewendet.
Drei Zahlen genügen, und alle drei kann jeder nachschlagen. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein: den Luftvolumenstrom Ihres Geräts, die Differenz zwischen Außen- und Wunschtemperatur, dann die Konstante. Das Ergebnis ist die Leistung, die das Gerät zusätzlich aufbringen muss, bevor der Raum überhaupt kühler wird.

Die Konstante ist kein Erfahrungswert, sondern ein Produkt aus zwei Stoffgrößen. Die spezifische Wärmekapazität trockener Luft liegt bei rund 1.005 Joule je Kilogramm und Kelvin, die Dichte bei 20 Grad bei 1,204 Kilogramm je Kubikmeter. Beides multipliziert ergibt etwa 1.210 Joule je Kubikmeter und Kelvin. Geteilt durch 3.600, um von Joule auf Wattstunden zu kommen, bleiben 0,336, gerundet 0,34 Wattstunden je Kubikmeter und Kelvin. Zwei unabhängige Fachquellen kommen mit eigener Herleitung auf denselben Wert.

Woher die Zahlen stammen Wärmekapazität: schweizer-fn.de und energie-lexikon.info, beide zwischen 1.000 und 1.005 J/(kg·K). Dichte trockener Luft bei 20 Grad und 1.013 Hektopascal: 1,204 kg/m³. Der gerundete Faktor 0,34 Wh/(m³·K) ist bei wiki.energie-m.de und calculytic.com übereinstimmend belegt. Die Geräteangaben stammen aus den Herstellerdatenblättern von Comfee und De'Longhi, nicht aus Händlerseiten.
Eine Annahme, die offen bleibt Kein geprüftes Datenblatt unterscheidet zwischen dem Abluftstrom durch den Schlauch und einem allgemeinen Luftvolumenstrom. Comfee, De'Longhi, ein Otto-Handelsmarkengerät und Klarstein nennen alle nur den undifferenzierten Wert; das offizielle EU-Produktdatenblatt des Trotec PAC 3500 S nennt gar keinen, weil die Kennzeichnungsverordnung ihn nicht verlangt. Diese Rechnung setzt den veröffentlichten Luftvolumenstrom als Näherung für den Abluftstrom. Das ist plausibel (ein 130-Millimeter-Schlauch bei 250 bis 460 Kubikmetern je Stunde entspricht 5 bis 10 Metern je Sekunde, ein realistischer Bereich), aber vom Hersteller nicht bestätigt. Jede Watt- und Prozentangabe in diesem Beitrag steht unter dieser Annahme.

Zwei reale Geräte, drei Wetterlagen

Als Beispiele dienen zwei Geräte, deren Datenblätter öffentlich sind: das Comfee Mobile 12000 Plus mit 3.500 Watt Kühlleistung, 420 Kubikmetern je Stunde und Effizienzklasse A, und das De'Longhi Pinguino PAC EX105 A+++ mit 2.500 Watt, 350 Kubikmetern je Stunde und Klasse A+++.

VERLUSTLEISTUNG DURCH NACHSTRÖMENDE AUSSENLUFTHöchste Gebläsestufe.ΔT 6 Kmilder AbendΔT 10 Kwarmer TagΔT 15 KHitzetagComfee, 420 m³/h857 W1.428 W2.142 WDe'Longhi, 350 m³/h714 W1.190 W1.785 WVolumenstrom mal Temperaturdifferenz mal 0,34 Wh/(m³·K). Nennkühlleistung: Comfee 3.500 W, De'Longhi 2.500 W.
Am Hitzetag geht mehr Leistung ins Fenster als in den Raum. Beim Comfee bleiben von 3.500 Watt noch 1.358 Watt für die eigentliche Kühlung übrig, beim De'Longhi von 2.500 Watt noch 715 Watt. Das effizientere Gerät trifft es prozentual sogar härter: Es bewegt fast dieselbe Luftmenge, hat aber weniger Nennleistung, gegen die es gegenrechnen kann.

In Prozent der Nennkühlleistung: Beim Comfee sind es 24,5 Prozent am milden Abend, 40,8 Prozent am warmen Tag und 61,2 Prozent am Hitzetag. Beim De'Longhi sind es 28,6 Prozent, 47,6 Prozent und 71,4 Prozent. Diese Werte gelten für die höchste Gebläsestufe. Auf der niedrigsten Stufe, 355 beziehungsweise 250 Kubikmeter je Stunde, sinken sie auf rund 20 Prozent bei 6 Kelvin und rund 51 Prozent bei 15 Kelvin. Vernachlässigbar wird der Verlust in keinem Fall.

WIE DER VERLUST MIT DER TEMPERATURDIFFERENZ WÄCHSTComfee, 420 m³/hDe'Longhi, 350 m³/h08001599239931990246810121416182050 % beim Comfee2856 W2380 WTemperaturdifferenz zwischen draußen und Zieltemperatur, in KelvinVerlustleistung in Watt
Der Verlust wächst geradlinig mit der Temperaturdifferenz. Je Kelvin sind es beim Comfee 143 Watt, beim De'Longhi 119 Watt. Die gestrichelte Linie markiert die Hälfte der Comfee-Nennkühlleistung; erreicht wird sie bei rund 12,3 Kelvin. Beim De'Longhi liegt dieselbe Schwelle schon bei 10,5 Kelvin. An einem Tag mit 35 Grad draußen und 24 Grad Wunschtemperatur sind Sie bereits bei 11 Kelvin.

Die Nennkühlleistung ist dabei die Zahl vom Typenschild, gemessen unter Normbedingungen. Sie sagt nichts darüber, ob das Gerät zu Ihrem Raum passt; dafür brauchen Sie die Kühllast. Wie Sie die passende Kühlleistung für Ihren Raum berechnen, steht in einem eigenen Beitrag. Die Rechnung hier kommt danach: Sie zeigt, wie viel von der gekauften Leistung überhaupt im Raum ankommt.

Diese Rechnung ist die Referenz Sie steht in diesem Ratgeber nur an dieser Stelle vollständig, mit Formel, Konstanten, Quellen und der offenen Annahme. Andere Beiträge brauchen den Nachströmverlust ebenfalls, etwa die Frage, ob ein mobiles Gerät für Ihren Raum reicht, oder der Blick auf Geräte ganz ohne Abluftschlauch. Sie verweisen auf diesen Abschnitt, statt die Zahlen zu wiederholen. Ändert sich hier ein Wert, ändert er sich an genau einer Stelle.

30 Prozent oder 60 Prozent, was stimmt?

Im Netz kursieren zwei Zahlen zum Leistungsverlust am gekippten Fenster, und sie unterscheiden sich um das Doppelte. arekoreshop.com nennt „bis zu rund 30 Prozent“ und bezeichnet das im eigenen Text als „Schätzwert der Branche“, ohne Quelle. klimaanlage-ratgeber.de nennt „bis zu 60 Prozent Effizienzverlust“, ebenfalls ohne Quelle. Keine der beiden Seiten nennt ein Gerät, eine Temperatur oder einen Rechenweg.

WO DIE KURSIERENDEN PROZENTZAHLEN HERKOMMEN0 %10 %20 %30 %40 %50 %60 %70 %80 %bis zu 30 %arekoreshop.com, ohne Belegbis zu 60 %klimaanlage-ratgeber.de, ohne BelegΔT 6 Kmilder Abend: 24,5 bis 28,6 %ΔT 10 Kwarmer Tag: 40,8 bis 47,6 %ΔT 15 KHitzetag: 61,2 bis 71,4 %Beide Fremdangaben nennen weder ein Gerät noch eine Temperaturdifferenz.
Beide Zahlen stimmen, nur unter verschiedenen Bedingungen. Die 30 Prozent passen zu einem milden Abend, die 60 Prozent zu einem echten Hitzetag. Weil keine der beiden Quellen sagt, welches Gerät und welche Temperaturdifferenz gemeint sind, kann eine Leserin mit keiner der beiden Zahlen etwas anfangen. Erst die Bedingung macht eine Prozentangabe brauchbar.

Die eigene Rechnung löst den Widerspruch auf, ohne ihn zu glätten: Beide Werte liegen im berechneten Bereich, nur bei verschiedenen Temperaturdifferenzen. Vermutlich sind beide Momentaufnahmen unter Bedingungen, die niemand aufgeschrieben hat. Als Ratschlag taugen sie trotzdem nicht: Eine Prozentangabe ohne Gerät und ohne Wetterlage ist keine Information, sondern eine Zahl.

Was in dieser Rechnung noch nicht steckt

Die nachströmende Luft bringt nicht nur Wärme mit, sondern auch Wasserdampf. Bevor der Raum sich kühl anfühlt, muss ein Teil davon am Verdampfer auskondensieren, und das kostet zusätzliche Leistung. Fachleute nennen die beiden Anteile sensible Last für die Temperatur und latente Last für die Feuchtigkeit. Beide wirken gleichzeitig und unabhängig voneinander.

Wie groß der Unterschied ausfällt, zeigt ein Vergleich der Stoffwerte. Wasser gibt beim Kondensieren rund 2.257 Kilojoule je Kilogramm ab, gemessen am Siedepunkt; bei 25 Grad sind es nach Umrechnung aus einem Tabellenwert etwa 2.441 Kilojoule je Kilogramm. Ein Kilogramm Luft um ein Kelvin abzukühlen kostet dagegen nur rund 1,005 Kilojoule. Ein einziges Gramm Wasser, das aus einem Kilogramm Luft auskondensiert, setzt also etwa so viel Wärme frei wie das Abkühlen desselben Kilogramms um rund 2,4 Kelvin.

Eine offene Frage Wie viele Watt die Feuchtelast im konkreten Fall „gekipptes Fenster“ ausmacht, steht hier bewusst nicht. Dafür bräuchte es eine belastbare Annahme zur absoluten Luftfeuchte innen und außen an einem typischen deutschen Sommertag, und keine der geprüften Quellen liefert sie. Eine Seite trägt die Frage sogar im Titel und bleibt trotzdem bei allgemeinen Zielwerten fürs Raumklima. Der Mechanismus ist belegt, die Größenordnung nicht. Sie wird deshalb nicht geschätzt.

Praktisch merken Sie die latente Last am Tank oder am Ablaufschlauch: Je feuchter die hereinströmende Luft, desto mehr Kondenswasser fällt an. Der TÜV-Verband nennt für mobile Geräte mehrere Liter am Tag, geräteabhängig. Ein voller Tank schaltet viele Geräte ab, was die gefühlte Kühlleistung zusätzlich drückt.

Ein Schlauch oder zwei

Der Nachströmzwang hat eine einzige Ursache: Das Gerät nimmt die Luft für seinen Verflüssiger aus dem Zimmer. Ein Zweischlauchgerät holt sie stattdessen über einen zweiten Schlauch direkt von draußen. Damit bleibt die Bilanz im Raum ausgeglichen, es entsteht kein Unterdruck, und nichts muss nachströmen.

EIN SCHLAUCH ODER ZWEI, WO DER UNTERSCHIED LIEGTEinschlauchgerätder übliche mobile MonoblockLuft für den Verflüssigeraus dem ZimmerUnterdruck im Raumentsteht zwangsläufigNachströmluftunvermeidbarIm Handelder StandardDie Rechnung oben giltZweischlauchgerätzweiter Schlauch als ZuluftLuft für den Verflüssigerdirekt von draußenUnterdruck im Raumentsteht nichtNachströmluftnicht erzwungenIm Handelseltener, teurerDer Zwang entfälltDer einzige gefundene Vergleichstest zwischen beiden Bauarten stammt aus dem Jahr 2014.
Der zweite Schlauch beseitigt die Ursache, nicht nur die Folge. Er holt die Luft für den Verflüssiger direkt von draußen, statt sie dem Zimmer zu entnehmen. Die Bilanz im Raum bleibt damit ausgeglichen: kein Unterdruck, kein Nachströmzwang, und die Rechnung weiter oben greift nicht mehr. Was das in Watt bedeutet, hat allerdings auch für diese Bauart niemand gemessen.

Beim Vergleich der beiden Bauarten wird die Quellenlage dünn. Die Zahlen, die dazu kursieren, stammen aus einem Vergleichstest der Stiftung Warentest von 2014. Er ist heute zwölf Jahre alt, und keine der Seiten, die ihn zitieren, kennzeichnet ihn als veraltet. Stiftung Warentest testet mobile Monoblockgeräte seit 2021 nicht mehr selbst und verweist inzwischen auf einen französischen Test aus dem Jahr 2026. Die Einordnung dort bleibt grundsätzlich: Mobile Geräte arbeiten bis zu siebenmal weniger effizient als fest installierte Splitgeräte.

Ein Forennutzer berichtet, sein Gerät sei nach dem eigenhändigen Umbau auf Zweischlauchbetrieb spürbar effizienter geworden. Das ist ein Erfahrungsbericht, keine Messung. Wer ganz ohne Schlauch auskommen will, sollte wissen, was Geräte ohne Abluftschlauch physikalisch leisten können und was nicht. Und wer über eine fest installierte Lösung für mehrere Räume nachdenkt, findet den Vergleich unter Mono- oder Multisplit.

Was eine Fensterabdichtung wirklich bringt

Fensterabdichtungen gibt es in drei Bauarten: als Stoffbahn mit Reißverschluss, als zugeschnittene Platte aus Hartschaum oder Acrylglas und als feste Durchführung vom Fachbetrieb. Sie unterscheiden sich in Aufwand, Rückbaubarkeit und Eignung für Mietwohnungen. In einem Punkt unterscheiden sie sich nicht.

DREI ARTEN, DIE ÖFFNUNG ZU SCHLIESSENStoff mit Reißverschlussdie verbreitete LösungFenstertypDreh-Kipp-FensterMontagegering, reversibelMietwohnunggut geeignetWirksamkeitnicht gefundenPlatte nach MaßHartschaum oder AcrylglasFenstertypSchiebefenster, TürMontagemittel, meist lösbarMietwohnungbedingt geeignetWirksamkeitnicht gefundenFeste Durchführungvom FachbetriebFenstertyppraktisch jederMontagehoch, dauerhaftMietwohnungnach AbspracheWirksamkeitnicht gefundenKein Test von Stiftung Warentest, Verbraucherzentrale oder einem unabhängigen Testportal gefunden.
Die entscheidende Zeile ist in allen drei Spalten dieselbe. Wie viel eine Abdichtung tatsächlich zurückhält, hat niemand gemessen und veröffentlicht. Selbst ein auf Fensterdurchführungen spezialisierter Betrieb nennt für seine eigene Lösung keinen Wert. Wählen Sie deshalb nach Fenstertyp und geplanter Nutzungsdauer, nicht nach beworbener Wirksamkeit.

Für keine der drei Bauarten ließ sich ein veröffentlichter Messwert finden. Weder Stiftung Warentest noch die Verbraucherzentrale haben Abdichtungsprodukte getestet. Am nächsten kommt der Anbieter deutsche-thermo.de, der schreibt, je gründlicher montiert werde, desto weniger Watt verbrauche die Klimaanlage. Eine Zahl nennt auch er nicht. Produktseiten werben damit, dass ihre Lösung sicher abdichte, ohne zu sagen, woran man das nachprüfen könnte.

Eine offene Frage Wie viel Prozent des berechneten Verlusts eine Abdichtung zurückholt, ist damit unbekannt. Plausibel ist, dass sie hilft: Sie unterbindet den freien Austausch durch die große Öffnung und hält die eigene heiße Abluft davon ab, gleich wieder hereinzuziehen. Um wie viel, sagt bisher niemand. Wer hier eine Prozentzahl liest, sollte nach der Messung fragen.

So gehen Sie praktisch vor

Die Wahl hängt vom Fenstertyp und von der geplanten Nutzungsdauer ab, nicht von der beworbenen Wirksamkeit. Fünf Punkte aus den Praxisberichten, die auf Ratgeberseiten selten zusammen stehen.

  • Erst den Fenstertyp bestimmen, dann kaufen. Für Dreh-Kipp-Fenster ist die Stoffabdichtung mit Reißverschluss die schnellste Lösung. Für Schiebefenster und Balkontüren passt eine zugeschnittene Platte besser, weil sich eine Stoffbahn dort kaum spannen lässt. Für Dachfenster gibt es eigene Sets.
  • Nicht hermetisch abdichten. Ein Nutzer im Computerbase-Forum warnt ausdrücklich: „Aber hermetisch abdichten ist auch schlecht, weil dann kommt die Luft von woanders.“ In einem dichten Gebäude steigt der Unterdruck sonst so weit, dass die Luft durch Türspalte, Schächte oder Kaminzüge kommt. Ein kleiner Restspalt am Fenster ist oft die bessere Lösung als der Kampf um die letzte Fuge.
  • Den Schlauch kurz halten und dämmen. Er wird laut TÜV-Verband bis zu 70 Grad heiß und gibt einen Teil davon an den Raum zurück. Ein Forennutzer empfiehlt deshalb ausdrücklich eine Dämmung. Je kürzer und gerader der Schlauch liegt, desto weniger Fläche strahlt ab.
  • Die Zimmertür ist ein Zielkonflikt. Bleibt sie zu, hält der Raum die gekühlte Luft, aber die Nachströmluft kommt vollständig von draußen und damit so heiß wie möglich. Steht sie offen, kommt ein Teil aus der übrigen Wohnung und ist kühler, dafür kühlen Sie eine größere Fläche mit. Welche Variante unterm Strich besser abschneidet, hat in den geprüften Quellen niemand gemessen.
  • Danach messen statt schätzen. Ein Thermometer in Raummitte, einmal ohne und einmal mit Abdichtung, jeweils über eine Stunde bei ähnlicher Außentemperatur: Das ist der einzige Wirksamkeitsvergleich, den es zu diesen Produkten überhaupt gibt. Wie Sie an Ihrem Gerät richtig messen, steht in einem eigenen Beitrag.

Eine dauerhafte Fensterdurchführung vom Fachbetrieb lohnt sich erst, wenn das Gerät über mehrere Sommer am selben Fenster stehen soll und die Vermieterin zugestimmt hat. In der Mietwohnung ist alles vorzuziehen, was sich rückstandsfrei entfernen lässt.

Häufige Fragen

Ja, das Gerät läuft. Es kühlt nur deutlich schlechter, weil durch die offene Fensteröffnung genau die Luftmenge nachströmt, die der Schlauch hinausbläst. Bei einem Gerät mit 420 Kubikmetern je Stunde und 10 Kelvin Temperaturunterschied sind das rechnerisch 1.428 Watt, die zusätzlich aufgebracht werden müssen. Eine Abdichtung verkleinert die Öffnung und hält die Warmluft weiter vom Gerät weg.
Nicht die Größe der Öffnung entscheidet, sondern wie viel Luft der Abluftschlauch hinausbläst: Genau diese Menge strömt nach. Wie teuer das wird, hängt an der Temperaturdifferenz zwischen draußen und Ihrer Zieltemperatur. Je Kelvin kostet sie bei 420 Kubikmetern je Stunde rund 143 Watt. Bei 15 Kelvin sind das 2.142 Watt, mehr als 60 Prozent einer Nennkühlleistung von 3.500 Watt.
Wenn das Gerät läuft und die Luft am Auslass kalt ist, liegt es selten am Gerät. Die häufigste Ursache ist die nachströmende Warmluft am Fenster. Weitere Kandidaten sind ein zu kleines Gerät für den Raum, ein verschmutzter Filter, ein voller Kondensatbehälter und ein langer, ungedämmter Abluftschlauch, der seine Wärme wieder in den Raum abgibt.
Ja, und zwar an der Ursache. Ein Zweischlauchgerät holt die Luft für den Verflüssiger über einen zweiten Schlauch direkt von draußen, statt sie dem Zimmer zu entnehmen. Damit entsteht kein Unterdruck und es muss nichts nachströmen. Aktuelle Vergleichsmessungen dazu fehlen: Die kursierenden Zahlen stammen aus einem Stiftung-Warentest-Vergleich von 2014.
Weil der Raum nicht dicht ist und der Unterdruck sich die Luft aus der nächstbesten Richtung holt. Ist das Fenster gut abgedichtet, verlagert sich der Weg auf Türspalte, Steckdosen oder Lüftungsschächte. Deshalb warnen erfahrene Nutzer davor, das Fenster hermetisch zu verschließen: Die Luftmenge bleibt gleich, sie sucht sich nur einen anderen Weg.
Für Dachfenster gibt es eigene Abdichtungssets, weil die Öffnung schräg liegt und der Schlauch dort anders geführt werden muss. Ob sie besser oder schlechter abdichten als Lösungen für Dreh-Kipp-Fenster, ist nicht belegt: Für keine Bauart existiert ein veröffentlichter Messwert. Die Rechnung zum Leistungsverlust gilt unverändert, unabhängig davon, in welchem Fenster der Schlauch steckt.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Was von der Nennkühlleistung nach dieser Rechnung übrig bleibt, und wann ein Monoblock trotzdem die richtige Wahl ist.

Zur Einordnung

Stand: 25. August 2026 · Quellen: Herstellerdatenblätter Comfee Mobile 12000 Plus und De'Longhi Pinguino PAC EX105 A+++ · EU-Produktdatenblatt Trotec PAC 3500 S · Produktangaben Klarstein und eines Otto-Handelsmarkengeräts · TÜV-Verband, Pressemitteilung vom 24. Juni 2026 · test.de, Mobile Klimaanlagen im Test, Stand 19. August 2026 · bosch-homecomfort.com · schweizer-fn.de und energie-lexikon.info für die Wärmekapazität · de.wikipedia.org für Dichte und Verdampfungsenthalpie · wiki.energie-m.de und calculytic.com für den Faktor 0,34 Wh/(m³·K) · tec-science.com · arekoreshop.com und klimaanlage-ratgeber.de für die beiden unbelegten Prozentangaben · deutsche-thermo.de · glas-voit.de · Forenbeiträge auf gutefrage.net, hardwareluxx.de und computerbase.de