Die kurze Antwort

Ein Kaltwassersatz ist eine Kältemaschine, die keine Luft kühlt, sondern Wasser. Das kalte Wasser läuft danach durch Rohre dorthin, wo gekühlt werden soll. Im Englischen heißt das Gerät Chiller, in Datenblättern manchmal Flüssigkeitskühler. Technisch steckt darin derselbe Kältekreis wie in jeder Klimaanlage, nur mit einem zusätzlichen Wärmetauscher zwischen Kältemittel und Raum.

Für die meisten Privathaushalte ist das kein Thema. Wichtig wird es genau dann, wenn Sie über eine Kühldecke, eine Fußboden- oder Wandkühlung nachdenken oder wenn Ihre Wärmepumpe im Sommer kühlen soll. Denn dann steht bei Ihnen bereits einer. Die entscheidende Zahl dabei: Über eine Kühlfläche kommen rund 40 Watt je Quadratmeter heraus, eine sommerliche Kühllast liegt bei 60 bis 100.

Kurz gesagt Kühlen über Flächen funktioniert, aber es ist eine Grundlast, kein Klimagerät. Die Grenze setzt nicht die Technik, sondern der Taupunkt. Warum das so ist, steht weiter unten mit der Rechnung.

Für wen das wichtig ist, und für wen nicht

Dieses Thema hat ein Publikumsproblem, und das gehört an den Anfang. Wer im Netz nach dem Kaltwassersatz sucht, landet fast ausschließlich bei Herstellern, Anlagenbauern und Shops aus der Gewerbekälte. Von elf Seiten, die für diesen Beitrag geprüft wurden, war keine einzige ein unabhängiger Verbraucherratgeber. Ein Onlineshop, der zu dieser Frage ganz oben steht, schreibt über sein eigenes Produkt, ein Einsatz „in Privatumgebung“ sei „völlig ausgeschlossen“. Ein Händler formuliert: „Der Kaltwassersatz kommt überwiegend im Gewerbe sowie in der Industrie zum Einsatz.“

Das ist ehrlich und trifft zu, jedenfalls für das eigenständige Gerät. Es verdeckt aber, dass dieselbe Technik längst in Wohnhäusern steht, nur unter einem anderen Namen. Drei Gruppen lassen sich unterscheiden.

  • Sie interessieren sich für ein Splitgerät an der Wand. Dann betrifft Sie der Kaltwassersatz nicht. Ihr Gerät arbeitet ohne Wasser, das Kältemittel geht direkt bis in den Raum. Der Begriff wird Ihnen in Angeboten nicht begegnen.
  • Sie haben eine Wärmepumpe oder planen Kühldecke, Fußboden- oder Wandkühlung. Dann ist das genau Ihr Thema, auch wenn im Angebot ein anderes Wort steht. Alles, was unten über Vorlauftemperatur, Taupunkt und Kühlleistung steht, gilt für Ihre Anlage.
  • Sie planen für einen Betrieb, ein Rechenzentrum oder eine Halle. Dann sind Sie hier falsch. Dieser Ratgeber rechnet für Wohnräume, nicht für Prozesskälte.
KANN BEI IHNEN ÜBER DIE FLÄCHE GEKÜHLT WERDEN?Liegen große Heizflächen im Boden oder in der Decke?jaKühlt eine Wärmepumpe oder ein Kaltwassersatz Wasser?jaHat dieses Gerät eine Kühlfunktion ab Werk?jaSind Taupunktwächter und Kühlregelung vorhanden?jaDann kühlt Ihre Heizung im Sommer mit.Rund 40 Watt je Quadratmeter. Das bricht die Spitze, mehr nicht.einmal nein?Fläche fällt ausHeizkörper sind zuklein. OhneKältemaschine gibtes kein kaltesWasser. Fehlt nurder Wächter, ist ernachrüstbar.
Vier Fragen, und Sie wissen, ob der Rest des Beitrags Sie betrifft. Ein einziges Nein genügt, und die Fläche scheidet aus. Am häufigsten scheitert es an der zweiten und dritten Frage: Ein Gas- oder Ölkessel kann kein Wasser kühlen, und eine Wärmepumpe ohne Kühlfunktion lässt sich meist nicht nachrüsten. Fragen Sie in dem Fall beim Hersteller nach dem konkreten Gerätetyp.
Eine offene Frage Wie viele der in Deutschland installierten Wärmepumpen überhaupt eine Kühlfunktion haben, ließ sich nicht belegen. Eine Zahl dazu war in der Recherche nicht auffindbar. Bekannt ist nur, dass 4,3 Prozent der 2025 fertiggestellten Wohngebäude eine Kühlanlage besitzen (Statistisches Bundesamt). Wie groß der betroffene Kreis genau ist, bleibt offen.

Wie ein Kaltwassersatz funktioniert

Der Kern ist der gewöhnliche Kältekreis mit vier Bauteilen: Verdichter, Verflüssiger, Expansionsventil und Verdampfer. Diese vier Bauteile stecken in jeder Klimaanlage und in jeder Wärmepumpe. Hier geht es nur um den einen Unterschied.

Bei einer Splitanlage verdampft das Kältemittel im Innengerät und entzieht der vorbeiströmenden Raumluft dort unmittelbar Wärme. Beim Kaltwassersatz verdampft es stattdessen in einem Wärmetauscher gegen Wasser. Das Kältemittel verlässt das Gerät nie. Nach draußen geht nur kaltes Wasser, und eine Umwälzpumpe schiebt es durch das Haus.

EIN KREIS ODER ZWEI: WO DER UNTERSCHIED SITZTSplitgerätDas Kältemittel wird im Raum kaltAußengerätVerdichter, Verflüssiger, Ventil123Kältemittel läuft bis ins ZimmerInnengerät an der WandHier verdampft das Kältemittel4ein WärmeübergangRaumluftwird direkt an den Lamellen gekühltKaltwassersatzDas Kältemittel bleibt im GerätDer Kaltwassersatzalle vier Bauteile stecken hier drin1234erster Wärmeübergang: Kältemittel an WasserKaltwasser im RohrGewerbe 6 bis 7 °C, Wohnhaus 16 bis 20 °CUmwälzpumpe, zusätzlicher StromFläche oder GebläsekonvektorFußboden, Kühldecke, Gerät mit Lüfterzweiter Wärmeübergang: Wasser an LuftRaumluftwird von der Fläche gekühltDie Ziffern meinen im ganzen Ratgeber dasselbe: 1 Verdichter, 2 Verflüssiger, 3 Expansionsventil, 4 Verdampfer.Wassertemperaturen: der Gewerbewert ist dreifach belegt, der Wert für das Wohnhaus ist eine Herstellerangabe.
Der Kaltwassersatz hat genau einen Kasten mehr als das Splitgerät. Beides ist dieselbe Kältemaschine mit denselben vier Bauteilen. Beim Splitgerät verdampft das Kältemittel im Innengerät und kühlt die Raumluft unmittelbar. Beim Kaltwassersatz verdampft es im Gerät gegen Wasser, und erst dieses Wasser läuft ins Haus. Jeder zusätzliche Übergang braucht eine Temperaturdifferenz, und die muss die Kältemaschine aufbringen.

In der Gewerbetechnik wird dieses Wasser typischerweise auf sechs bis sieben Grad gekühlt. Dieser Wert ist der einzige aus dem ganzen Themenfeld, den drei voneinander unabhängige Quellen gleichlautend nennen: Wikipedia, ein Informationsportal und ein Anbieter für Kälte- und Heiztechnik. Alles darunter ist Sonderbau, Tieftemperaturgeräte gehen bis minus 45 Grad.

Der Vorteil dieser Bauweise ist offensichtlich: Ein einziger Kältekreis versorgt beliebig viele Räume, und in den Räumen liegen nur Wasserrohre, keine Kältemittelleitungen. Das ist der Grund, warum Bürohäuser, Kinos und Krankenhäuser so gebaut werden. Der Preis dafür steht auf keiner der geprüften Seiten: Zwischen Kältemittel und Raumluft liegt jetzt ein Übergang mehr, und dazu kommt der Strom für die Umwälzpumpe.

Eine offene Frage Wie viel Wirkungsgrad dieser Umweg kostet, lässt sich hier nicht beziffern. Weder ein belegter Prozentwert je Kelvin niedrigerer Verdampfungstemperatur noch ein belastbarer Anteil des Pumpenstroms ließ sich finden. Die Richtung ist unstrittig und wird in einem Fachforum so formuliert: Ein Splitgerät sei effizienter, weil „das Kältemittel ohne Umwege genutzt wird“. Eine Zahl dazu steht hier bewusst nicht.

Unterschieden werden luft- und wassergekühlte Geräte. Der Unterschied betrifft die andere Seite des Kreises, also die Frage, wohin die Wärme abgegeben wird: an die Außenluft über einen Ventilator oder an einen zweiten Wasserkreis mit Kühlturm. Ein Portal nennt 250 Kilowatt als Schwelle, ab der sich die Wasserkühlung lohnt. Für ein Wohnhaus ist die Frage damit erledigt, dort ist immer die luftgekühlte Bauart gemeint.

Warum Ihre Wärmepumpe im Sommer ein Kaltwassersatz ist

Eine der geprüften Seiten spricht den entscheidenden Satz aus und lässt ihn dann liegen: „Das Funktionsprinzip von Kaltwassersätzen ist übrigens dasselbe wie von Wärmepumpen.“ Keine der fünf Wärmepumpen-Ratgeberseiten, die für diesen Beitrag gelesen wurden, benutzt das Wort Kaltwassersatz überhaupt. Die Brücke zwischen beiden Themenwelten liegt frei.

Sie ist schnell gebaut. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erzeugt im Winter warmes Wasser für die Fußbodenheizung. Im Kühlbetrieb dreht das Ventil den Kreislauf um: Was eben noch Verflüssiger war, wird zum Verdampfer, und im Rohr läuft statt warmem Wasser kühles. Das ist die Definition eines Kaltwassersatzes. Klimaanlage und Wärmepumpe sind technisch dasselbe, und das gilt hier genauso.

Ein Unterschied bleibt, und er ist der wichtigste des ganzen Beitrags: die Wassertemperatur. Der gewerbliche Kaltwassersatz kühlt auf sechs bis sieben Grad, weil das Wasser dort in Gebläsekonvektoren mit Kondensatablauf läuft. Im Wohnhaus läuft es in den Estrich, und dort gilt eine harte Grenze. Herstellerangaben nennen für den Kühlbetrieb Vorlauftemperaturen von 16 bis 20 Grad, mit 18 bis 20 Grad als Sicherheitsbereich.

Vier Wörter, zwei Unterscheidungen Passiv und aktiv beschreiben, ob der Verdichter läuft. Passiv heißt: kaltes Erdreich wird über einen Wärmetauscher direkt genutzt, es läuft nur die Pumpe. Still und dynamisch beschreiben etwas ganz anderes, nämlich ob die Kälte über eine ruhende Fläche oder über einen Ventilator in den Raum kommt. Die geprüften Herstellerseiten werfen beide Begriffspaare durcheinander; eine nennt sie nebeneinander, ohne sie zu trennen.

Daraus folgt ein Ausschlusskriterium, das in zwei der geprüften Ratgeber verwischt wird: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann nicht passiv kühlen. Passive Kühlung setzt eine Sole- oder Grundwasserwärmepumpe voraus, weil sie das kühle Erdreich als Wärmesenke braucht. Ein Hersteller sagt das ausdrücklich, zwei andere Anbieter lassen es weg. Wer ein Außengerät im Garten stehen hat, kann nur aktiv kühlen, und nur, wenn das Gerät die Funktion mitbringt.

Warum das Wasser nicht kälter werden darf

Die naheliegende Frage lautet: Wenn sechs Grad kaltes Wasser mehr kühlen als achtzehn Grad kaltes, warum macht man es dann nicht einfach kälter? Die Antwort ist der Taupunkt.

Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die man eine bestimmte Luft abkühlen müsste, damit ihr Wasserdampf als flüssiges Wasser ausfällt. Jede Fläche im Raum, die kälter ist als dieser Wert, wird nass. Beim Splitgerät ist das gewollt und eingeplant, deshalb hat es eine Kondensatwanne und einen Schlauch nach draußen. Das ist der Grund, warum eine Klimaanlage Wasser produziert und die Luft dabei trocknet. Ein Fußboden hat keine Wanne.

AB WELCHER TEMPERATUR SICH WASSER NIEDERSCHLÄGTRaumluft 22 °CRaumluft 26 °CRaumluft 30 °C07152229405060708018,4 °C22,3 °C26,2 °CRelative Luftfeuchte im Raum, in ProzentTaupunkt in Grad Celsius
Je schwüler die Luft, desto wärmer muss der Fußboden bleiben. Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der Luft ihr Wasser nicht mehr halten kann. Alles, was kälter ist als dieser Wert, wird nass. Bei 26 Grad und 60 Prozent Feuchte liegt er bei 17,6 Grad, bei denselben 26 Grad und 80 Prozent schon bei 22,3 Grad. Ein Fachverband nennt 18 Grad als Untergrenze der Oberflächentemperatur. Sobald eine Kurve darüber liegt, ist dieser Spielraum verbraucht. Die Werte sind mit der Magnus-Formel berechnet; die Punkte bei 60 und 70 Prozent decken sich mit der Angabe „17 bis 20 °C“ im Fachdienst cci Dialog.

Damit steht die Rechnung. Die Kühlleistung einer Fläche folgt einer einzigen Formel: Leistung gleich Wärmeübergangskoeffizient mal Temperaturdifferenz. Für den Kühlboden nennt der Fachdienst cci Dialog einen Koeffizienten von 7 Watt je Quadratmeter und Kelvin, für die Kühldecke 11. Der Unterschied kommt daher, dass kalte Luft nach unten sinkt und an der Decke ständig neue warme Luft nachströmt.

  • Angenehmer Sommertag, 26 Grad und 60 Prozent Feuchte. Taupunkt 17,6 Grad. Der Boden darf also auf gut 18 Grad, was zugleich die Untergrenze ist, die ein Fachverband nennt. Differenz 8 Kelvin, mal 7 ergibt 56 Watt je Quadratmeter.
  • Schwüler Sommertag, 26 Grad und 80 Prozent Feuchte. Taupunkt 22,3 Grad. Der Boden darf jetzt nur noch auf 22,3 Grad. Differenz 3,7 Kelvin, mal 7 ergibt rund 26 Watt je Quadratmeter.
  • Der Raum ist schon kühler, 24 Grad bei 20 Grad Bodentemperatur. Differenz 4 Kelvin, mal 7 ergibt 28 Watt je Quadratmeter. Je kühler es im Raum wird, desto weniger kühlt die Fläche noch. Das System bremst sich selbst aus.
Der verbreitete Irrtum „Ein Taupunktwächter schützt vor Kondenswasser, damit ist das Thema erledigt.“ Der Wächter schützt tatsächlich, aber er tut es, indem er die Vorlauftemperatur anhebt oder die Kühlung abschaltet. Sie bekommen also kein nasses Wohnzimmer, dafür genau an den schwülen Tagen die geringste Kühlleistung. Ausgerechnet dann, wenn Sie sie brauchen.

Und es kommt ein zweiter Effekt dazu. Eine Fläche, die nicht unter den Taupunkt darf, scheidet auch kein Wasser ab. Sie entfeuchtet nicht. Sinkt die Lufttemperatur, während die absolute Wassermenge gleich bleibt, steigt die relative Feuchte sogar an. Gegen das Gefühl von Schwüle richtet eine Flächenkühlung deshalb prinzipbedingt wenig aus. Diesen Zusammenhang formuliert keine der geprüften Seiten.

Eine offene Frage Was genau passiert, wenn es doch kondensiert, lässt sich nur schwach belegen. Ein Fachportal nennt als Folge „Estrichverwölbungen“ und Schäden am Fußbodenaufbau, der Text stammt aber von 2010. Ein Sachverständigenbeleg oder eine Schadensstatistik dazu war nicht auffindbar. Auch die Frage, welche Norm die Flächenkühlung verbindlich regelt, ist offen: Fachquellen verweisen teils auf DIN EN 1264, teils auf DIN EN ISO 11855. Beide Normtexte lagen für diesen Beitrag nicht vor.

Wie viel eine Kühlfläche wirklich hergibt

Aus der Formel wird ein Erfahrungswert. Der Fachdienst cci Dialog nennt für die Fußbodenkühlung „etwa 42 W/m²“, ein anderes Fachportal „ca. 40 W/m² als Mittelwert“ und „etwa 35 W/m²“, sobald der Raum unter 24 Grad liegt. Nach oben geht es nur in Sonderfällen: bis 80 Watt bei intensiver Sonneneinstrahlung, bis 100 Watt in großflächig verglasten Bereichen; dort ist die Strahlungslast hoch und die Luft im Zweifel trockener.

KÜHLLEISTUNG IN WATT JE QUADRATMETER RAUMFLÄCHE020406080100120140160So viel Wärme muss wegKühllast an einem Sommertag: 60 bis 100Fußbodenkühlungrund 35 bis 42, belegtKühldeckerund 66, eigenes RechenbeispielSplitgerät 3,5 kW auf 25 m²140, eigenes RechenbeispielFlächenwerte nach cci Dialog und HaustechnikDialog, Kühllast als Branchenwert ohne Norm.
Die Fußbodenkühlung endet dort, wo die Kühllast erst anfängt. Das ist die ganze Geschichte in einem Bild: Eine Fußbodenkühlung liefert rund 40 Watt je Quadratmeter, ein Sommertag verlangt 60 bis 100. Sie deckt also je nach Tag zwischen 40 und knapp 70 Prozent der Last. Der Rest bleibt im Raum und heizt ihn auf. Die Werte für Kühldecke und Splitgerät sind gerechnet, nicht gemessen. Keine der elf für diesen Beitrag geprüften Seiten stellt diese Zahlen nebeneinander.

Die Vergleichszahl dazu ist die Kühllast, also die Wärme, die an einem Sommertag tatsächlich weg muss. Als Faustzahl kursieren 60 bis 100 Watt je Quadratmeter. Diese Zahl ist ein Branchenwert und keine Norm, und sie liegt bei ungünstigen Räumen deutlich daneben; wie viel Kühlleistung Ihr Raum wirklich braucht, hängt vor allem an Fensterfläche, Ausrichtung und Sonnenschutz.

DIESELBE FLÄCHE, ZWEI JAHRESZEITENHeizen im WinterGrenze ist die Behaglichkeit, rund 29 °C100 W/m²Höchstwert Fußbodenheizung, BDHKühlen im SommerGrenze ist der Taupunkt, oft 18 bis 22 °C40 W/m²Mittelwert Fußbodenkühlung, cci Dialognur 40 %Beide Werte gelten für denselben Fußbodenaufbau. Was sich ändert, ist die Grenztemperatur.
Derselbe Boden kann im Winter mehr als das Doppelte von dem, was er im Sommer kann. Beim Heizen darf die Oberfläche deutlich von der Raumtemperatur abweichen, nach oben sind rund 29 Grad üblich. Beim Kühlen ist bei etwa 18 Grad Schluss, und an schwülen Tagen schon früher. Die Fläche ist im Sommer also nicht schlechter gebaut, sie darf nur weniger.

Auffällig ist, worüber die Branche stattdessen spricht: über Grad Raumtemperatur. Und dort widersprechen sich die Angaben offen. Ein Hersteller schreibt, die Fußbodenheizung kühle „um 2 bis 4 °C aktiv und um 3 bis 8 °C passiv“, und zwei Sätze später, bei der aktiven Kühlung könne „der Effekt etwas stärker ausfallen“. Beides zusammen kann nicht stimmen. Ein zweiter Hersteller nennt 2 bis 4 Grad aktiv und 3 bis 5 Grad passiv, ein Anbieterverbund „bis zu 3 Grad“, ein Fachportal „rund fünf Grad“.

Vier Quellen, vier Antworten Auf die meistgestellte Frage des Themas gibt es im deutschen Netz keine übereinstimmende Zahl. Zwei der vier Quellen behaupten außerdem, die passive Kühlung wirke stärker als die aktive. Das ist schwer haltbar: Passiv steht nur das Erdreich mit rund zehn Grad zur Verfügung, und davon kommt nach zwei Wärmeübertragern deutlich weniger im Estrich an. Aktiv läuft der Verdichter und kann bis an die Taupunktgrenze herunterfahren. Dieser Widerspruch wird hier nicht geglättet, weil er sich mit den vorliegenden Quellen nicht auflösen lässt.

Der Grund für das Durcheinander ist methodisch: Grad Raumtemperatur ist keine Eigenschaft der Anlage. Wie weit ein Raum abkühlt, hängt an Dämmung, Fenstern, Verschattung und Wetter. Watt je Quadratmeter ist dagegen eine Eigenschaft der Fläche und lässt sich gegen die Kühllast rechnen. Genau diese Zahl nennt keine der elf geprüften Seiten.

Stille Kühlung oder Gebläsekonvektor

Wer mehr will als die Grundlast, kommt beim Kaltwassersatz zum Gebläsekonvektor, auch Fan Coil genannt: ein Wärmetauscher mit Ventilator, der das kalte Wasser aus demselben Rohr bekommt. Weil er eine Kondensatwanne und einen Ablauf hat, darf sein Wasser unter den Taupunkt. Damit entfeuchtet er, und damit kühlt er spürbar.

ZWEI DINGE HEISSEN „KÜHLEN MIT DER WÄRMEPUMPE“Stille Kühlungüber Fußboden, Wand oder DeckeWo sie sitztim BauteilWasser im Rohr16 bis 20 °CKühlleistungrund 35 bis 42 W/m²Entfeuchtet die Luftnein, darf sie nichtKondensatablauf nötigneinGeräuschkeinesnimmt der Hitze die SpitzeAktive Kühlungüber Gebläsekonvektoren im RaumWo sie sitztGerät mit LüfterWasser im Rohrkälter möglich, Zahl unbelegtKühlleistungunbelegt, kein DatenblattEntfeuchtet die LuftjaKondensatablauf nötigjaGeräusch20 bis 30 dB(A) leise Stufekühlt spürbar, ist aber hörbarWassertemperatur und Schallpegel sind Sekundärquellen, der Schallwert stammt aus einem Forenbeitrag.
Nur eine der beiden Bauarten kann etwas gegen Schwüle ausrichten. Eine Fläche darf nicht unter den Taupunkt, also fällt an ihr kein Wasser aus, also trocknet sie die Luft nicht. Ein Gebläsekonvektor hat einen Kondensatablauf und darf deshalb kälter werden. Wer gegen schwüle Luft etwas tun will, kommt an einem Gerät mit Ablauf nicht vorbei. Zwei Zahlen fehlen hier, weil sich dafür kein Herstellerdatenblatt beschaffen ließ.

Zwei Angaben fehlen an dieser Stelle, und sie fehlen im ganzen Netz. Erstens die Kühlleistung eines Gebläsekonvektors in Kilowatt je Gerät oder in Watt je Quadratmeter. Dafür wäre ein Herstellerdatenblatt nötig, das sich für diesen Beitrag nicht beschaffen ließ. Zweitens ein gemessener Schallpegel. Der einzige Zahlenfund im gesamten Themenfeld steht in einem Forum, nicht auf einer Ratgeberseite: auf niedrigster Stufe „irgendwo zwischen 20dB(A) und 30dB(A)“, bei höherer Last „40dB(A) oder gar darüber“.

Dieselbe Diskussion nennt den Haken dazu: Auf kleiner Stufe liefert ein Gebläsekonvektor „zwischen 200W und 600W“. Wer ihn leise fahren will, bekommt wenig Kühlung; wer Kühlung will, bekommt Geräusch. Für ein Schlafzimmer ist das die entscheidende Abwägung, und keine Herstellerseite der Trefferliste stellt sie an.

Praktisch Fläche und Gerät schließen sich nicht aus. Die verbreitete Lösung in gut geplanten Neubauten ist beides: die Fläche als stille Grundlast, die den Tag über die Spitze bricht, und ein Gerät dort, wo es wirklich kühl werden soll. Der Kondensatablauf ist dabei die Bedingung, die sich im Neubau leicht und im Bestand oft gar nicht erfüllen lässt.

Lohnt sich ein eigener Kaltwassersatz im Einfamilienhaus?

Fast nie. Außer, er steht schon da. Diese Antwort gibt keine der geprüften Kaltwassersatz-Seiten, obwohl sie sich aus deren eigenen Angaben ergibt.

Rechnerisch spricht nichts dagegen. Die Leistungsklassen beginnen bei zwei bis drei Kilowatt, und ein Einfamilienhaus braucht wenig: Bei 100 Quadratmetern gekühlter Fläche und 60 bis 100 Watt je Quadratmeter sind das 6 bis 10 Kilowatt. Ein Onlineshop führt Geräte mit 5,9, 8,5 und 12,5 Kilowatt zu Listenpreisen zwischen 3.357 und 4.120 Euro: Shop-Preise ohne Montage, nicht zu verwechseln mit einem Marktpreis. Es ist derselbe Shop, der im Fließtext schreibt, Privatnutzung sei ausgeschlossen.

Praktisch scheitert es an vier Dingen, die kein Datenblatt ausweist: Sie brauchen einen Aufstellort mit Schallschutz zum Nachbarn, einen Technikraum für Puffer, Pumpe und Verteilung, dauerhaften Pumpenstrom und eine gewerbliche Wartung. Und Sie brauchen im Haus Abnehmer, also Flächen oder Gebläsekonvektoren. Wer die hat, hat in aller Regel schon eine Wärmepumpe, und die kann es selbst.

Woher die Zahlen stammen Die Preisangaben in diesem Abschnitt sind Shop-Listenpreise und keine Marktpreise. Die einzige Preisstaffel, die im deutschen Netz zu Kaltwassersätzen kursiert (von rund 3.000 Euro bei 2 bis 5 Kilowatt bis 30.000 Euro bei über 100 Kilowatt), stammt von einer Vermittlungsplattform, ist drei Jahre alt und nennt keine Quelle. Sie wird hier nicht als Orientierung verwendet.

Bleibt die Frage nach den Betriebskosten, und hier wird es unsauber. Ein Anbieterverbund behauptet, die Betriebskosten einer Klimaanlage lägen „um rund zwei Drittel höher“ als beim Kühlen mit der Wärmepumpe. Eine Bezugsgröße nennt er nicht, eine Quelle auch nicht. Ein Hersteller nennt konkretere Zahlen: 300 bis 600 Euro jährlich für aktive Kühlung gegen 400 bis 900 Euro für eine Klimaanlage. Rechnet man das nach, sind das 33 bis 50 Prozent Unterschied, nicht zwei Drittel. Zwei Anbieterangaben, die einander widersprechen, und keine von beiden nennt Strompreis, Betriebsstunden oder Fläche.

Nachrechnen lässt sich das nur mit offengelegten Annahmen. Drei Größen sind nötig: Kälteleistung, Effizienz und Betriebsstunden. Der Haushaltsstrompreis liegt laut BDEW im August 2026 bei 37,0 Cent je Kilowattstunde. Nimmt man 4 Kilowatt Kälteleistung, 500 Betriebsstunden im Sommer und eine angenommene Arbeitszahl von 4, ergibt das 4 geteilt durch 4 gleich 1 Kilowatt Aufnahme, mal 500 Stunden gleich 500 Kilowattstunden, mal 0,37 Euro gleich 185 Euro. Der Effizienzwert ist dabei eine Annahme, kein Beleg: Ein gemessener Wert für den Kühlbetrieb einer Wohngebäude-Wärmepumpe war nicht auffindbar. Warum aus einer Kilowattstunde Strom überhaupt mehrere Kilowattstunden Kühlung werden, steht im Beitrag zum COP.

Kurz gesagt Ein eigener Kaltwassersatz lohnt sich im Wohnhaus praktisch nie. Die sinnvolle Konstellation ist die umgekehrte: Die Wärmepumpe steht ohnehin, sie kann kühlen, also nutzt man das. Die Nachrüstung der Kühlfunktion beziffert ein Hersteller mit 1.000 bis 3.000 Euro. Auch diese Zahl steht ohne Quelle und ohne Angabe, was darin enthalten ist.

Häufige Fragen

Eine Kältemaschine, die Wasser kühlt statt Luft. Sie enthält denselben Kältekreis wie eine Klimaanlage, gibt die Kälte aber über einen zusätzlichen Wärmetauscher an Wasser ab. Das Wasser läuft dann durch Rohre zu Gebläsekonvektoren, Kühldecken oder in eine Fußbodenkühlung. Andere Namen für dasselbe Gerät sind Chiller und Flüssigkeitskühler.
Der Verdichter verdichtet das Kältemittel, im Verflüssiger gibt es die Wärme nach draußen ab, das Expansionsventil entspannt es, und im Verdampfer nimmt es Wärme auf. Der Unterschied zur Splitanlage liegt allein im Verdampfer: Dort verdampft das Kältemittel nicht gegen Raumluft, sondern gegen Wasser. Eine Umwälzpumpe verteilt dieses Wasser im Gebäude.
Belastbare Marktpreise waren nicht auffindbar. Ein Onlineshop führt Geräte mit 5,9 bis 12,5 Kilowatt zu Listenpreisen von 3.357 bis 4.120 Euro, ohne Montage. Die einzige Preisstaffel im Netz reicht von rund 3.000 Euro bei kleinen bis 30.000 Euro bei großen Geräten, stammt aber von einer Vermittlungsplattform ohne Quellenangabe und ist drei Jahre alt.
Als eigenständiges Gerät fast nie. Es fehlen Aufstellort, Technikraum und Wartung, und wer Kühlflächen im Haus hat, hat meist schon eine Wärmepumpe, die dasselbe kann. Sinnvoll ist die umgekehrte Reihenfolge: die vorhandene Wärmepumpe im Sommer als Kaltwassersatz nutzen, falls sie eine Kühlfunktion mitbringt.
Darauf gibt es im Netz vier verschiedene Antworten: 2 bis 4 Grad, 2 bis 8 Grad, bis zu 3 Grad und rund 5 Grad. Keine ist belegt. Die belastbarere Größe ist die Kühlleistung: Eine Fußbodenkühlung liefert rund 35 bis 42 Watt je Quadratmeter, eine sommerliche Kühllast liegt bei 60 bis 100. Wie viel Grad daraus werden, hängt am Gebäude.
Über Heizkörper nicht sinnvoll: Ihre Fläche ist zu klein, und sie müssten so kalt werden, dass sie unter den Taupunkt geraten und tropfen. Möglich ist ein Gebläsekonvektor mit Ventilator und Kondensatablauf. Wer weder Flächen noch Konvektoren hat, kühlt mit einem Splitgerät einfacher und meist günstiger.
Gemeint ist, wohin die Wärme abgegeben wird. Luftgekühlte Geräte blasen sie über einen Ventilator in die Außenluft, wassergekühlte geben sie an einen zweiten Wasserkreis mit Kühlturm ab. Ein Fachportal nennt rund 250 Kilowatt als Schwelle, ab der sich die Wasserkühlung lohnt. Im Wohngebäude ist deshalb immer die luftgekühlte Bauart gemeint.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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