Die kurze Antwort

Für einen offenen Wohn-Ess-Koch-Bereich von 50 Quadratmetern empfehlen die sechs meistgelesenen deutschen Ratgeberseiten zwischen 3,0 und 6,5 Kilowatt. Das ist der Faktor 2,2 für denselben Raum, und keine dieser Seiten erklärt, woher der Unterschied kommt.

Noch auffälliger ist, was in allen sechs fehlt. Keine davon beantwortet die Frage, die im offenen Bereich über das Ergebnis entscheidet: Kommt die gekühlte Luft dort an, wo Sie sitzen? Die Größe, die das beschreibt, heißt Wurfweite, und sie kommt auf keiner der sechs Seiten vor.

Kurz gesagt Rechnen Sie im offenen Bereich zwei Dinge getrennt: die Kühllast in Watt und die Entfernung in Metern. Die erste sagt, wie stark das Gerät sein muss. Die zweite sagt, ob eines reicht. Wenn die weiteste Ecke mehr als acht Meter entfernt liegt, wird es mit einem einzigen Wandgerät knapp.

Wie weit kommt die kalte Luft wirklich?

Wurfweite bezeichnet die Strecke, die der ausgeblasene Luftstrahl zurücklegt, bevor er sich in der Raumluft verliert. In der Lüftungstechnik ist der Begriff über eine Endgeschwindigkeit definiert: Man misst, wo die Strömung auf einen festgelegten Wert abgefallen ist. Die Hersteller von Splitgeräten benutzen dasselbe Wort. Ob sie dieselbe Definition meinen, steht in keiner der geprüften Unterlagen.

Genau ein Hersteller im geprüften Feld druckt die Wurfweite als Zeile in seine technischen Daten. Mitsubishi Heavy führt sie unter „Kaltluftstrom, Wurfweite“ und nennt für die ZS-Baureihe 8 Meter bei 2,0 und 2,5 Kilowatt, 9 Meter bei 3,5 Kilowatt und 10 Meter bei 5,0 Kilowatt. Für die größere ZR-Baureihe stehen dort 17 Meter, für alle drei Baugrößen von 6,3 bis 8,0 Kilowatt derselbe Wert.

JEDE VERÖFFENTLICHTE REICHWEITENANGABE, ÜBER DER KÜHLLEISTUNG AUFGETRAGENMitsubishi Heavy ZS · DatenblattzeileMitsubishi Heavy ZR · DatenblattzeileMarketing: ZSX im Handel und Blog Mitsubishi ElectricPlanungshandbuch Mitsubishi Electric03691215180123456789Daikin FTXM-A und Perfera:keine Wurfweite, keineempfohlene Raumgröße.12,0 m · Merkmalsangabe im Handel (ZSX) und Blogaussage Mitsubishi Electric, ohne Bezug zur Baugröße3,64 · 4,55 · 6,00 mAchsenende im Planungshandbuch8 bis 10 m17 mNennkühlleistung des Innengeräts in Kilowattangegebene Wurfweite in Metern
Ein Hersteller, drei Zahlen. Ein zweiter Hersteller, zwei Zahlen, die sich um das Doppelte unterscheiden. Mitsubishi Heavy druckt für die ZS-Baureihe 8 bis 10 Meter ins Datenblatt und für die ZR-Baureihe 17 Meter. Für die ZSX-Baureihe wirbt derselbe Hersteller im Handel mit 12 Metern, ohne dass die Zahl in der technischen Tabelle steht. Mitsubishi Electric nennt im Blog 12 Meter und zeigt im eigenen Planungshandbuch Diagramme, deren Raumtiefenachse bei 3,64, 4,55 oder 6,00 Metern endet. Zu keinem dieser Werte steht eine Prüfbedingung.

Der Sprung von 10 auf 17 Meter zwischen zwei Baureihen desselben Herstellers ist die erste Auffälligkeit. Die zweite liefert Mitsubishi Electric. Im hauseigenen Blog heißt es, dank einer Wurfweite von bis zu zwölf Metern ließen sich auch große oder verwinkelte Räume klimatisieren. Im hauseigenen Planungshandbuch für Fachbetriebe stehen für dieselbe Gerätereihe Luftverteilungsdiagramme, deren Raumtiefenachse bei 3,64 Metern endet, bei 4,55 Metern oder bei 6,00 Metern, je nach Baugröße.

Der verbreitete Irrtum „Mehr Kilowatt heißt mehr Reichweite.“ Die Datenblattwerte legen etwas anderes nahe: Innerhalb der ZS-Baureihe wächst die Wurfweite von 8 auf 10 Meter, während sich die Leistung von 2,0 auf 5,0 Kilowatt mehr als verdoppelt. Zwischen den Baureihen springt sie dagegen ohne Zwischenschritt. Reichweite entsteht am Gebläse und an der Ausblasgeometrie, nicht am Verdichter.

Der wichtigste Befund steht nicht in den Zahlen, sondern daneben: Zu keiner einzigen dieser Angaben nennt ein Hersteller eine Prüfbedingung. Es fehlt die Endgeschwindigkeit, die Montagehöhe, die Lüfterstufe und die Norm. Damit sind die Werte zwischen Herstellern nicht vergleichbar.

Was im Datenblatt steht und was nicht

Es lohnt sich, in die technischen Unterlagen zu schauen, bevor man sich auf die Angaben im Shop verlässt. Für diesen Beitrag wurden sechs Unterlagen von drei Marken geprüft.

WAS IN DEN SECHS GEPRÜFTEN HERSTELLERUNTERLAGEN WIRKLICH STEHTgefüllter Punkt: Angabe vorhanden · offener Ring: Angabe fehltDaikinFTXM-ADatenblattDaikinPerfera WEinzelblattMits. ElectricMSZ-LNDatenblattMits. ElectricMSZ-LNPlanungshandbuchMits. HeavySRK-ZS-WFDatenblattMits. HeavySRK-ZR-WFDatenblattKühlleistung in kWRegelbereich von bisLuftvolumenstromm³/minm³/hm³/hm³/hm³/hSchalldruckpegelnur LeistungWurfweite in Metern8 / 9 / 10 m17 mLuftverteilungsdiagramm0,3 bis 2,7 m/sempfohlene RaumgrößeEine einzige der sechs Unterlagen führt die Wurfweite als Datenblattzeile. Keine einzige nennt eineempfohlene Raumgröße in Quadratmetern. Diese Angabe stammt aus dem Handel, nicht vom Hersteller.Geprüft am 24. August 2026. Toshiba, LG, Samsung, Panasonic und Bosch waren nicht abrufbar und sind hier nicht bewertet.
Die Zahl, nach der Laien suchen, gibt es beim Hersteller gar nicht. Kein einziges der geprüften Datenblätter nennt eine empfohlene Raumgröße in Quadratmetern. Wenn im Onlineshop „für 50 bis 55 m²“ steht, ist das eine Angabe des Händlers. Umgekehrt steht in den Datenblättern eine Menge, was auf den Ratgeberseiten nie vorkommt: der Regelbereich, der Volumenstrom je Gebläsestufe und bei einem Hersteller eben die Wurfweite.

Zwei Dinge fallen dabei auf. Erstens stammt die Quadratmeterangabe, an der sich Laien orientieren, nicht vom Hersteller. Ein Fachhändler führt denselben SRK35ZSX-WF unter „Raumgröße 35 bis 40 m²“ und gleichzeitig mit dem Merkmal „Wurfweite Kaltluftstrom 12 Meter“. Ein rechteckiger Raum mit 40 Quadratmetern ist typisch fünf mal acht Meter groß. Beide Angaben zusammen ergeben keine sinnvolle Planungsaussage.

Zweitens sind Schallangaben nicht ohne Weiteres vergleichbar. Daikin nennt in der Tabelle zur FTXM-A-Reihe den Schallleistungspegel, Mitsubishi Heavy und Mitsubishi Electric nennen den Schalldruckpegel. Das sind zwei verschiedene Größen. Wer 54 Dezibel bei Daikin gegen 46 Dezibel bei Mitsubishi Heavy stellt, hat nicht dasselbe verglichen.

Woher die Zahlen stammen Alle Reichweiten-, Volumenstrom-, Leistungs- und Schallwerte in diesem Beitrag stammen aus technischen Datenblättern und Planungshandbüchern der Hersteller, nicht aus Ratgeberseiten. Wo eine Zahl aus dem Handel stammt, steht es dabei. Geprüft wurden Daikin, Mitsubishi Electric und Mitsubishi Heavy. Für Toshiba, LG, Samsung, Panasonic und Bosch waren die Unterlagen nicht abrufbar, über diese Marken sagt der Beitrag deshalb nichts.

Luftwechsel: die Zahl, die Sie selbst nachrechnen können

Es gibt eine Reichweitengröße, die praktisch jeder Hersteller veröffentlicht, auch die, die keine Wurfweite angeben: den Luftvolumenstrom in Kubikmetern je Stunde oder je Minute. Er steht in jedem ausführlichen Datenblatt, meist getrennt nach Gebläsestufen. Teilen Sie ihn durch das Raumvolumen, und Sie erhalten den Luftwechsel je Stunde.

Die Rechnung ist eine Zeile lang. Ein Mitsubishi Heavy SRK50ZS-WF bewegt auf der höchsten Stufe 726 Kubikmeter je Stunde. Ein offener Bereich von 52 Quadratmetern hat bei 2,60 Metern Höhe ein Volumen von 135 Kubikmetern. Das ergibt 5,4 Luftwechsel je Stunde. Derselbe Wert für 75 Quadratmeter: 3,7.

LUFTWECHSEL JE STUNDE, AUS ZWEI DATENBLATTANGABEN GERECHNET40 m² · Daikin FTXM35A798 m³/h auf 104 m³ Raumvolumen7,752 m² · SRK50ZS-WFMitsubishi Heavy, 726 m³/h auf 135 m³5,475 m² · SRK50ZS-WFdasselbe Gerät, 726 m³/h auf 195 m³3,775 m² · SRK63ZR-WFgrößeres Gerät, 1.230 m³/h auf 195 m³6,3Volumenstrom der höchsten Gebläsestufe aus dem Datenblatt, geteilt durch das Raumvolumen bei 2,60 m Höhe. Eigene Rechnung.
Dieselbe Anlage, die in 40 Quadratmetern siebenmal je Stunde umwälzt, schafft in 75 Quadratmetern nicht einmal vier Umwälzungen. Beide Eingangswerte stehen fest: der Volumenstrom im Datenblatt, das Raumvolumen in Ihrem Grundriss. Was fehlt, ist der Zielwert. Ab wie vielen Luftwechseln ein offener Bereich als gleichmäßig durchmischt gilt, war in dieser Recherche an keiner Quelle belegbar. Vergleichen können Sie damit trotzdem.

Diese Zahl hat eine ehrliche Grenze. Es existiert keine belegbare Untergrenze, ab der ein offener Bereich als gleichmäßig durchmischt gilt. In dieser Recherche wurde dafür keine Quelle gefunden, weder bei den Herstellern noch in einer Norm. Der Luftwechsel taugt deshalb nicht als Prüfsiegel, wohl aber als Vergleich: Er sinkt sichtbar, wenn die Fläche wächst, und er trennt zwei Geräte voneinander, deren Kilowattzahl gleich aussieht.

Wohin an die Wand? Die tote Ecke im offenen Grundriss

Der typische offene Bereich ist nicht quadratisch, sondern L-förmig oder lang gestreckt: Wohnen und Essen in einer Achse, die Küchenzeile im kurzen Schenkel. Dort entscheidet die Montageposition, wie viel Fläche der Luftstrom überhaupt erreicht.

EIN OFFENER BEREICH VON 52 m², EIN WANDGERÄT AN DER KOPFWANDFensterfront 5,0 mKühlschrank, Backofen, KochfeldKüche 4,0 × 2,0 moffene Treppe11,2 m bis in die EckeWandgerät 5,0 kWSRK50ZS-WFjenseits von 6,0 mkeine belastbare Angabe mehrWohnen und EssenWand bei 11,0 m6,0 mPlanungshandbuch10,0 mDatenblattzeile12,0 mMarketingKonstruiertes Beispiel: 11,0 × 4,0 m Wohnen und Essen, 4,0 × 2,0 m Küchenzeile, Gerät mittig an der Kopfwand.20,5 der 52 m² liegen weiter als 6,0 m vom Gerät entfernt, also 39 Prozent der Fläche. Eigene Rechnung.
Die Frage ist nicht, ob 5 Kilowatt für 52 Quadratmeter reichen. Die Frage ist, ob die Luft in der entfernten Ecke ankommt. Vom Gerät bis in die weiteste Ecke sind es hier 11,2 Meter. Die vorsichtigste Herstellerangabe reicht 6,0 Meter weit, die Datenblattzeile 10,0 Meter, der Marketingtext 12,0 Meter und damit rechnerisch über die gegenüberliegende Wand hinaus. Je nachdem, welcher Angabe man glaubt, liegen 39 Prozent der Fläche im Schatten des Luftstroms oder gar keine.

Vier Positionen stehen in der Praxis zur Wahl, und sie unterscheiden sich deutlich.

  • An der kurzen Kopfwand, in Längsrichtung blasend. Die Luft läuft die lange Achse entlang. Das nutzt die vorhandene Reichweite am besten aus und lässt die kleinste unbelüftete Fläche übrig.
  • An der Längswand, quer blasend. Der Fächer wird breit, aber flach. Die Reichweite wird über die kurze Raumseite verbraucht statt über die lange, das ferne Ende bleibt außen vor.
  • Über der Sitzgruppe. Kürzeste Strecke bis zum Nutzer, aber der Luftstrom trifft direkt auf die Sitzplätze. Das ist der klassische Weg in die Zugluft.
  • Im Knick des L. Beide Teilbereiche werden angeströmt, keiner davon vollständig. Ein Kompromiss ohne Gewinner.

Wichtig ist der Schluss daraus: Die Montageposition verschiebt die unversorgte Ecke, sie beseitigt sie nicht. Wenn die längste Strecke im Raum größer ist als jede belastbare Reichweitenangabe, hilft nur ein zweites Gerät oder eine andere Bauform. Vorher aber lohnt es sich, das erste Gerät zu verschieben; das ist der billigste Hebel, den es in dieser Frage gibt.

Ein großes Gerät oder zwei kleine?

Diese Frage steht auf mehreren Ratgeberseiten als eigene Überschrift und wird dort ohne eine einzige Zahl beantwortet. Dabei stehen die entscheidenden Zahlen in den Datenblättern, und sie zeigen in eine klare Richtung.

REGELBEREICH: EIN GROSSES GERÄT GEGEN ZWEI KLEINE0 kW1 kW2 kW3 kW4 kW5 kW6 kW7 kWEin SRK50ZS-WF, 5,0 kWregelt von 1,3 bis 5,5 kWZwei SRK25ZS-WF, je 2,5 kWregeln von 0,9 bis 6,2 kWHier taktet das 5-kW-Gerät0 bis 1,3 kWAus dem Datenblatt Mitsubishi Heavy SRK-ZS-WF. Oberes Ende der Zweiergruppe: beide Geräte zusammen.
Der Gewinn der Zwei-Geräte-Lösung steht nicht oben am Balken, sondern unten. Ein einzelnes 5-kW-Gerät regelt nicht unter 1,3 Kilowatt herunter. Zwei 2,5-kW-Geräte kommen auf 0,9 Kilowatt, wenn nur eines läuft: Die untere Regelgrenze sinkt um 31 Prozent. Genau dieser Bereich entscheidet im Frühsommer darüber, ob die Anlage durchläuft oder ständig an- und ausgeht.

Der Vorteil liegt also unten am Regelbereich, nicht oben bei der Leistung. Das Problem ist der Frühsommertag, an dem 1,0 Kilowatt genügen würden. Ein 5-kW-Gerät kann das nicht. Es schaltet ab und wieder ein und arbeitet dabei dauerhaft im ungünstigsten Betriebspunkt.

Der zweite Vorteil ist der Schallpegel. Ein SRK50ZS-WF liegt beim Kühlen zwischen 22 Dezibel auf der leisesten und 46 Dezibel auf der höchsten Stufe. Ein SRK25ZS-WF liegt zwischen 19 und 36 Dezibel. Ein einzelnes Gerät, das eine große Fläche allein schaffen muss, arbeitet dauerhaft am oberen Ende dieser Spanne. Zwei Geräte auf halber Last tun das nicht. Wie sich zwei gleich laute Quellen an verschiedenen Wänden am Ohr des Zuhörers addieren, ist hier bewusst nicht gerechnet.

Der dritte Punkt ist die Verteilung, und er ist der eigentliche Grund: Zwei Geräte lösen kein Leistungsproblem, sie lösen ein Reichweitenproblem. Ob daraus zwei getrennte Anlagen werden oder eine gemeinsame, ist eine eigene Entscheidung. Multisplit mit einem Außengerät oder zwei getrennte Monosplits unterscheiden sich in Kosten, Regelverhalten und Ausfallrisiko. Geht es um mehr als einen Bereich, ist außerdem die Frage wichtig, wie viele Innengeräte ein ganzes Haus braucht.

Warum hier keine Preise stehen Zwei rankende Seiten nennen für dieselbe Geräteklasse mit Einbau 1.500 bis 2.500 Euro und 1.800 bis 6.000 Euro. Das ist der Faktor 2,4, und keine der beiden Seiten gibt eine Quelle an. Solche Spannen werden hier nicht übernommen. Was ein Gerät mit Montage tatsächlich kostet, gehört in einen eigenen Beitrag mit eigener Kalkulation.

Die offene Treppe: kühlen Sie das Obergeschoss mit?

Zu dieser Frage gibt es im gesamten geprüften deutschen Netz keine einzige Ratgeberseite, nur Forenthreads. Dabei ist die Lage in Neubauten der Regelfall: Der offene Wohnbereich hat eine Galerie oder eine offene Treppe, und die Frage lautet, ob man damit oben mitkühlt oder unten Leistung verliert.

Der Teil, der sich rechnen lässt, ist der Auftrieb. Kühle Luft ist schwerer als warme, und dieser Dichteunterschied erzeugt einen Druck, der die kalte Luft unten hält. Wie groß dieser Druck ist, lässt sich mit drei Zahlen aus einer physikalischen Standardtabelle ausrechnen.

WIE STARK DIE KALTE LUFT NACH UNTEN GEZOGEN WIRD1Dichte bei 20 °CTrockene Luft wiegt bei20 Grad 1,2041 kg jeKubikmeter.2Dichte bei 30 °CBei 30 Grad 1,1644 kg.Unterschied: 0,0397 kgje m³, also 3,3Prozent.3Die FormelAuftriebsdruck gleichHöhe malErdbeschleunigung malDichteunterschied.4Ergebnis2,60 m × 9,81 m/s² ×0,0397 kg/m³ ergibt 1,0Pascal je Geschosshöhe.Dichtewerte aus einer physikalischen Standardtabelle, die Rechnung ist eigene Arbeit.
Ein Pascal. So groß ist die Kraft, die die kühle Luft unten hält. Zum Vergleich: Das Gebläse desselben Innengeräts bewegt in derselben Zeit 726 Kubikmeter Luft in eine gerichtete Strömung. Solange das Gerät läuft, bestimmt das Gebläse, wohin die Luft geht, nicht die Schwerkraft. Steht das Gerät still, bleibt nur der Auftrieb übrig.

Ein Pascal ist wenig. Der oft gehörte Satz, die kalte Luft bleibe eben unten, greift deshalb zu kurz: Er beschreibt den Zustand bei stehendem Gerät.

Der Teil, der sich nicht rechnen lässt, ist der wichtigere. Wie viel Kühlleistung ein offener Wohnbereich über eine offene Treppe tatsächlich ans Obergeschoss abgibt, war in dieser Recherche an keiner Quelle belegbar: nicht bei einem Hersteller, nicht in einer Norm, nicht in einer Erhebung. Deshalb steht hier keine Zahl.

Eine offene Frage, die hier nicht gelöst wird Die Praxisberichte gehen in beide Richtungen. Im Akkudoktor-Forum berichtet ein Nutzer, er kühle 45 Quadratmeter Dachgeschoss mit 3,5 Kilowatt auf 22 Grad und lasse dabei die Tür nach unten offen: „Kühlung überhaupt kein Problem“. Im KNX-User-Forum wollte jemand ein einziges 7,1-kW-Gerät zentral in den Dachgeschossflur hängen und darüber ein ganzes Haus mit 160 Quadratmetern über zwei Etagen kühlen. Die erfahrenen Teilnehmer widersprachen einhellig; einer berichtete, er habe mit Ventilatoren drei Stunden Vollgebläse gebraucht, um einen anderen Raum um zwei Grad abzusenken. Beide Berichte stehen nebeneinander, und es gibt keine Messung, die entscheidet, welcher der Regelfall ist.

Praktisch bleibt daraus zweierlei. Hängen Sie das Gerät nicht in die Nähe der Treppenöffnung. Und wenn das Obergeschoss ebenfalls gekühlt werden soll, gehört dorthin ein eigenes Gerät. Dass ein einzelnes Gerät über offene Türen und Durchgänge mehrere Räume mitversorgt, funktioniert in der Praxis deutlich seltener als erhofft.

Die offene Küche und die große Glasfront

Die meistgelesene Ratgeberseite zum Thema empfiehlt für den offenen Wohn-Küchen- Bereich einen Zuschlag von 20 bis 30 Prozent auf die Fläche. Diese Zahl ist dort ohne Quelle angegeben, und sie hat davon abgesehen die falsche Form. Eine Küche ist keine Fläche, sondern eine punktuelle Wärmequelle. Sie gibt Watt ab, keine Prozente.

Ein Teil davon lässt sich belegen. Ein Kühlschrank gibt im eingeschwungenen Zustand genau die elektrische Energie an den Raum ab, die er aufnimmt: Er verlagert Wärme aus seinem Inneren in den Raum und addiert die Antriebsenergie. Der Jahresverbrauch steht auf dem EU-Energielabel. Bei 150 Kilowattstunden im Jahr sind das im Mittel 17 Watt, bei einer Kühl-Gefrier-Kombination mit 250 Kilowattstunden rund 29 Watt. Das ist wenig, und es läuft rund um die Uhr.

Der größere Teil lässt sich nicht belegen. Für die Wärmeabgabe von Kochfeld und Backofen war in dieser Recherche kein Herstellerdatenblatt zugänglich. Die einschlägige Tabelle steht in VDI 2052 Blatt 1 von April 2017 im Anhang A, ist kostenpflichtig und gilt für gewerbliche Küchen, wäre für eine Wohnküche also ohnehin nur eine Näherung. Deshalb steht hier keine Zahl. Wenn Sie eine brauchen: Der Anschlusswert Ihres eigenen Geräts steht auf dem Typenschild.

Eine offene Frage Für Personen nennt VDI 2078 rund 170 Watt bei sitzender Tätigkeit. Wer in der Küche steht und kocht, gibt mehr ab. Ein belegter Wert für stehende Tätigkeit ließ sich in dieser Recherche nicht finden, deshalb wird hier keiner genannt.

Die Position, die im offenen Bereich fast immer alles andere überschreibt, ist ohnehin eine andere: die Verglasung. Eine Terrassenfront nach Süden oder Westen kann mehr Last in den Raum bringen als Küche, Personen und Wände zusammen. Wie viel genau, hängt an Fläche, Ausrichtung und vor allem daran, ob der Sonnenschutz außen oder innen sitzt. Bevor Sie über ein zweites Gerät nachdenken, rechnen Sie deshalb nach, was die große Glasfront zum Garten wirklich kostet.

So entscheiden Sie

Aus alledem wird eine Reihenfolge. Zuerst die Entfernung, dann die Last, dann das Gerät. Wer umgekehrt anfängt und mit einer Quadratmetertabelle beginnt, hat die wichtigste Frage übersprungen.

REICHT EIN EINZELNES WANDGERÄT?Sind es vom Gerät bis in die fernste Ecke unter 8 Meter?jaBleibt der Weg dorthin frei, ohne Knick und ohne Insel?jaLiegt die Deckenhöhe unter 3,0 Metern?jaIst der Bereich nach oben zu, ohne offene Treppe?jaEin Wandgerät reicht voraussichtlich.Kühllast rechnen, nicht Fläche schätzen. Gerät nach Regelbereich wählen.einmal nein?Ein zweites GerätBei einem einzigenNein wird es eng.Verschieben Siezuerst das ersteGerät, das ist derbilligste Hebel.Hilft das nicht,gehören zwei Gerätean zwei Wände oderein andererGerätetyp an dieDecke.
Die Acht-Meter-Schwelle ist bewusst der niedrigste Wert, den ein Hersteller angibt. Sie stammt aus der Datenblattzeile des Mitsubishi Heavy SRK20ZS-WF und SRK25ZS-WF. Konservativ ist sie deshalb, weil zu keiner Wurfweitenangabe eine Prüfbedingung veröffentlicht ist: keine Endgeschwindigkeit, keine Montagehöhe, keine Lüfterstufe. Wer mit der höchsten gefundenen Zahl plant, plant mit einem Marketingtext.

Für die Last selbst gilt im offenen Bereich dasselbe wie überall, nur deutlicher: Eine Faustzahl mit 60 bis 100 Watt je Quadratmeter hat eine Spannweite von Faktor 1,7 und sagt nicht, woher sie kommt. Bei 52 Quadratmetern liegen zwischen dem unteren und dem oberen Ende gut zwei Kilowatt Unterschied. Warum 60 bis 100 Watt je Quadratmeter im offenen Bereich nicht weiterhelfen, steht in einem eigenen Beitrag. Den Rechenweg mit Fenster, Personen und Transmission getrennt finden Sie unter So bestimmen Sie die Kühllast Ihres Raums.

Und eine Sache zum Schluss, die im offenen Bereich gern untergeht: Der umgekehrte Fall ist genauso heikel. Im kleinen Raum ist nicht die Reichweite das Problem, sondern die untere Regelgrenze. Dort wird jedes Gerät schnell zu groß. Wie sich das auswirkt, steht im Gegenstück zu diesem Beitrag über die Auslegung für kleine Räume.

Häufige Fragen

Nur ein geprüfter Hersteller gibt dazu eine Datenblattzahl an. Mitsubishi Heavy nennt für die ZS-Baureihe 8 bis 10 Meter und für die größere ZR-Baureihe 17 Meter. Mitsubishi Electric behauptet im Blog bis zu 12 Meter, zeigt im eigenen Planungshandbuch aber Diagramme, deren Raumtiefe bei 3,64 bis 6,00 Metern endet. Daikin veröffentlicht in drei geprüften Unterlagen gar keinen Wert. Zu keiner dieser Zahlen wird eine Prüfbedingung genannt, ein Vergleich zwischen Herstellern ist deshalb nicht zulässig.
Ja, aber nicht als Prozentzuschlag auf die Fläche. Eine Küche ist eine punktuelle Wärmequelle und gibt Watt ab. Belegen lässt sich der Kühlschrank: Er gibt genau so viel Wärme an den Raum ab, wie er Strom aufnimmt, bei 150 Kilowattstunden im Jahr also rund 17 Watt im Mittel. Für Kochfeld und Backofen gibt es keine frei zugängliche Zahl. Der Anschlusswert Ihres Geräts steht auf dem Typenschild.
Das entscheidet die Entfernung, nicht die Leistung. Liegt die weiteste Ecke unter acht Metern vom geplanten Standort entfernt und ist der Weg dorthin frei, reicht meist ein Gerät. Zwei Geräte haben zwei belegbare Vorteile: Die untere Regelgrenze sinkt von 1,3 auf 0,9 Kilowatt, also um 31 Prozent, und jedes läuft leiser, weil keines allein die ganze Fläche schaffen muss.
In der Regel nicht. Die Erfahrungsberichte in Fachforen sind hier ungewöhnlich einheitlich: Wer ein zentrales Gerät im Flur über offene Türen wirken lassen will, bekommt in den entfernten Räumen kaum etwas ab. Ein Nutzer berichtet, er habe mit Ventilatoren drei Stunden gebraucht, um einen Nachbarraum um zwei Grad abzusenken. Gekühlt wird dort, wo das Gerät hängt.
Die sechs meistgelesenen Ratgeberseiten nennen dafür zwischen 3,0 und 6,5 Kilowatt, das ist der Faktor 2,2 für denselben Raum, und keine gibt eine Quelle an. Die Spanne entsteht, weil die Faustzahlen zwischen 60 und 130 Watt je Quadratmeter liegen. Belastbar wird die Zahl erst, wenn Fenster, Ausrichtung, Personen und Geräte getrennt gerechnet werden.
Ein Teil der Kühlleistung geht nach oben verloren, wie viel genau, ist nicht belegbar. In dieser Recherche fand sich dazu weder eine Herstellerangabe noch eine Norm noch eine Messung. Rechnen lässt sich nur der Auftrieb: Über eine Geschosshöhe von 2,60 Metern und 10 Grad Unterschied sind das rund ein Pascal. Solange das Gerät läuft, ist sein Gebläse die stärkere Kraft. Soll oben gekühlt werden, gehört dorthin ein eigenes Gerät.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Wie groß muss die Anlage denn nun sein?

Der Rechenweg für die Kühllast, mit sichtbaren Zwischenschritten statt einer Faustzahl.

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Stand: 25. August 2026 · Quellen: Technische Datenblätter Mitsubishi Heavy SRK-ZS-WF und SRK-ZR-WF (Zeile „Kaltluftstrom, Wurfweite“) · Technisches Datenblatt Mitsubishi Electric MSZ-LN · Planungshandbuch Mitsubishi Electric M-Serie, Kapitel Luftstromtechnische Daten (MSZ-LN25-60VG) · Technische Daten Daikin FTXM-A und Einzelblatt Daikin Perfera W · Mitsubishi Electric, Blogartikel zu Luftverteilung und Luftstrom vom 04.12.2024 · Fachhändlerangaben breeze24.com zu SRK35ZSX-WF und SRK50ZSX-WF · VDI 2078:2015-06 und VDI 2052 Blatt 1 (04/2017) als Existenznachweis, Zahlentafeln nicht frei zugänglich · Tabellenwerte zur Dichte trockener Luft · Forenbeiträge auf akkudoktor.net und im KNX-User-Forum · SERP-Analyse von temperaturheld.de, klimeo.de, klimaanlagen-guru.de, hitze24.com, tga-shop.de und magazin.klimaprofis.com, Abruf 24.08.2026