Die kurze Antwort

Sie haben ein Angebot vor sich, und die Summe passt nicht zu dem, was Sie über die Geräte wissen. Diese Erfahrung ist gut dokumentiert. Ein Nutzer im Forum von akkudoktor.net hat am 12. August 2026 seinen kompletten Einkauf offengelegt: eine Samsung-Multisplit mit zwei Innengeräten zu 2,5 und 3,5 Kilowatt samt passendem Außengerät für 1.719 Euro inklusive Versand, gekauft bei einem italienischen Onlinehändler, Lieferzeit drei Tage. Wenn die Geräte 1.719 Euro kosten, wo kommt der Rest her?

Der größte Teil der Antwort steckt in einer einzigen Zahl, die auf keinem Angebot steht: dem Stundenverrechnungssatz. Das ist nicht der Lohn des Monteurs. Es ist der Preis, den ein Betrieb für eine verkaufte Arbeitsstunde nehmen muss, damit am Jahresende nichts fehlt. In ihm stecken Lohn und Lohnnebenkosten, Werkstatt, Fahrzeug, Software, Versicherung, Zertifikate, Angebotsschreiben, Urlaub, Krankheit und vor allem die Stunden, die sich niemandem in Rechnung stellen lassen.

Kurz gesagt Ein Kälte-Klima-Betrieb berechnet für seinen Monteur 65,00 Euro netto je Stunde. Der Monteur selbst verdient nach den verfügbaren Gehaltsdaten rund 20 bis 22 Euro brutto in derselben Stunde. Die Differenz ist zum allergrößten Teil kein Gewinn, sondern Kosten, die dem Betrieb entstehen, ohne dass sie auf Ihrer Rechnung eine eigene Zeile bekommen.

Eine Zahl bleibt in diesem Beitrag offen, und das ist Absicht: was der Betrieb für das Gerät selbst bezahlt. Diese Zahl ist in Deutschland nicht öffentlich, und wer sie trotzdem nennt, kann sie nicht belegen. Warum das so ist, steht weiter unten in einem eigenen Abschnitt.

Was eine Monteurstunde kostet und was der Monteur davon bekommt

Anders als beim Gerätepreis muss man beim Stundensatz nicht raten. Es gibt Kälte-Klima-Betriebe, die ihre Verrechnungssätze offen ins Netz stellen. Die folgende Preisliste gilt seit dem 1. November 2024 und ist eine Primärquelle, kein Portalwert.

Positionnettobrutto
Monteurstunde65,00 €77,35 €
Kältetechnikerstunde76,50 €91,04 €
Kundendiensttechniker, je angefangene Stunde85,00 €101,15 €
Helferstunde42,00 €49,98 €
Anfahrt je Kilometer1,34 €1,59 €

Veröffentlichte Preisliste eines Kälte-Klima-Betriebs, gültig ab 1. November 2024. Derselbe Betrieb berechnet Zuschläge von 50 Prozent ab der dritten Stunde an Werktagen, 50 bis 75 Prozent samstags, 100 Prozent sonntags und 150 Prozent an Feiertagen. Ein Gewerbekältebetrieb weist für seine Servicetechniker 155,00 bis 255,00 Euro je Stunde aus. Dieser Satz gilt für Industriekälte und ist auf eine Wohnungsklimaanlage nicht übertragbar.

Daneben steht das Gehalt. Für Mechatronikerinnen und Mechatroniker der Kältetechnik nennt ein großes Stellenportal ein Medianjahresgehalt von 38.400 Euro brutto bei einer Spanne von 33.200 bis 46.300 Euro. Die Zahl stammt aus einem Portal, nicht aus einer Erhebung mit offengelegter Fallzahl, und ist entsprechend vorsichtig zu lesen. Teilt man sie durch die Stunden, die ein Betrieb im Jahr bezahlt, kommt man auf rund 20 Euro brutto je Stunde; teilt man sie durch die tatsächlich produktiven Stunden, sind es rund 22 Euro. Beides sind unsere eigenen Rechnungen aus zwei belegten Zeilen.

Zwischen dem, was der Monteur bekommt, und dem, was Sie bezahlen, liegen also rund 45 Euro. Wohin gehen die? Die einzige positionsgenaue Zerlegung einer Handwerkerstunde, die sich mit benannter Quelle finden ließ, stammt vom Betriebsberater der Handwerkskammer Mannheim und ist in der Deutschen Handwerks Zeitung erschienen.

EINE HANDWERKERSTUNDE, POSITION FÜR POSITIONPreisuntergrenze eines Handwerksbetriebs, zerlegt vom Betriebsberater der Handwerkskammer Mannheim76,58 €brutto je StundeDas bekommt der Mann, der bei Ihnen bohrt5,6 Prozent. Das ist der Gewinn.21,50 €18,67 €20,59 €3,59 €12,23 €Bruttolohn des Monteurs21,50 €Lohnnebenkosten18,67 €Gemeinkosten des Betriebs20,59 €Gewinn und Wagnis3,59 €Mehrwertsteuer 19 Prozent12,23 €Positionen im Detail: 7,12 € tarifliche und 7,32 € gesetzliche Sozialaufwendungen, 4,23 € freiwillige Sozialleistungen,14,03 € betriebliche und 6,56 € kalkulatorische Gemeinkosten. Quelle: Rolf Koch, Betriebsberater der HandwerkskammerMannheim, in der Deutschen Handwerks Zeitung, September 2023. Gewerk: Metallbau.
Der größte Baustein ist der Lohn, der kleinste ist der Gewinn. Diese Zerlegung stammt aus dem Metallbau, nicht aus der Kältetechnik. Eine positionsgenaue Aufstellung für einen Kälte-Klima-Betrieb ist öffentlich nicht zu finden. Bemerkenswert ist, wie nah die Summe an dem liegt, was ein Kälte-Klima-Betrieb tatsächlich verlangt: 64,35 Euro netto in der Rechnung, 65,00 Euro netto in der veröffentlichten Preisliste. Das ist Zufall, aber ein aufschlussreicher.

Der Gewinnanteil ist der kleinste Baustein von allen. 3,59 Euro von 64,35 Euro netto sind Unternehmerrisiko und Gewinn, also 5,6 Prozent. Zwischen dem Bruttolohn von 21,50 Euro und dem Nettosatz von 64,35 Euro liegen in dieser Rechnung 42,85 Euro. Davon sind 3,59 Euro Gewinn, alles andere sind Kosten. Wer die Differenz zwischen Monteurlohn und Stundensatz für die Marge des Betriebs hält, verwechselt Umsatz mit Ertrag.

Woher die Zahlen stammen Der einzige vollständige Rechenweg mit ausdrücklichem Bezug zur Kälte- und Klimatechnik steht im Blog von KlimaCraft, einer Branchensoftware. Diese Software entwickle ich selbst, deshalb steht der Rechenweg hier mit Offenlegung und nicht als neutrale Quelle. Er geht so: 25,00 Euro Bruttostundenlohn, plus rund 21 Prozent Arbeitgeber-Nebenkosten ergibt 30,25 Euro je bezahlter Stunde; verteilt auf 1.400 verkaufbare von 2.000 bezahlten Stunden sind das 43,20 Euro; plus rund 40 Prozent Gemeinkosten und rund 12 Prozent Wagnis und Gewinn ergibt 67,75 Euro netto. Die Prozentsätze in dieser Rechnung sind gesetzte Annahmen, keine Erhebung. Die Systematik ist belastbar, die Prozentzahlen sind es nicht.

Höher liegt der sogenannte Vollkostenverrechnungssatz. Für eine Kundendienststunde nennt der Fachverband SHK Nordrhein-Westfalen 82,16 Euro netto für 2021, 99,54 Euro für 2025 und 102,91 Euro für 2026, rund ein Viertel Steigerung in fünf Jahren. Diese Zahlen sind allerdings keine Primärquelle: Sie stehen auf einem Verbraucherportal, das weder das Verbandsdokument verlinkt noch benennt. Der Verband bestätigt auf seiner eigenen Seite lediglich, dass es eine „Kalkulationshilfe 2025“ mit einer „Musterberechnung für die Kosten einer Kundendienststunde“ gibt. Abrufbar ist sie nur nach Mitgliederanmeldung, und auf der öffentlichen Seite steht dazu keine einzige Zahl.

Warum ein Betrieb nur 1.400 von 1.930 Stunden verkaufen kann

Das ist der Punkt, an dem die Rechnung für Laien kippt, und der auf keiner der geprüften Verbraucherseiten vorkommt. Ein Betrieb bezahlt seinen Monteur nicht für die Stunden, die er verkauft, sondern für alle Stunden des Jahres.

BEZAHLTE UND VERKAUFBARE STUNDEN JE MONTEUR UND JAHRDer Betrieb bezahltLohn läuft auch an Tagen ohne Auftrag1.930 StundenDavon verkaufbarrund 72 Prozent der bezahlten Zeit1.400 StundenNicht abrechenbarFeiertage, Urlaub, Krankheit, Fahrten, Rüstzeit, Angebote530 StundenFachverband SHK Nordrhein-Westfalen, wiedergegeben von heizsparer.de, Stand 2026.
Fast jede dritte bezahlte Stunde lässt sich niemandem in Rechnung stellen. Diese 530 Stunden verschwinden nicht, sie werden auf die anderen 1.400 verteilt. Wer wissen will, warum eine Monteurstunde 65 Euro kostet, obwohl der Monteur rund 20 Euro verdient, findet hier den größten Teil der Antwort. Das Verbandsdokument selbst ist allerdings nur für Mitglieder abrufbar, und keine der geprüften Verbraucherseiten nennt diese Zahl auch nur.

Die ausführliche Fassung derselben Rechnung stammt aus dem Jahr 2018 und ist in einer Fachzeitschrift für Monteure erschienen. Sie geht von 1.931,4 bezahlten Stunden aus und zieht davon 81,4 Stunden Feiertage, 222 Stunden Urlaub, 88,8 Stunden Krankheit und 155,25 Stunden unproduktive Zeit ab. Am Ende steht dort ein Ergebnis von 1.377 produktiven Stunden.

Eine kleine Unstimmigkeit, die wir nicht glätten Die vier genannten Abzüge ergeben zusammen 547,45 Stunden. Zieht man sie von 1.931,4 ab, bleiben 1.383,95 Stunden, nicht 1.377. Rund sieben Stunden bleiben unerklärt. Möglich ist ein weiterer Abzug, der in der Wiedergabe fehlt. Nachprüfen ließ sich das nicht, weil die Originalveröffentlichung nicht frei zugänglich ist. An der Größenordnung ändert das nichts.

Und die Zahl selbst ist umstritten. Ein echter Betriebsvergleich unter 21 SHK-Betrieben in Bayern kommt für das Datenjahr 2019 auf 1.777 produktive Stunden je Mitarbeiter, also deutlich mehr als die Modellrechnungen der Verbände. Dieselbe Erhebung weist einen durchschnittlichen Stundenverrechnungssatz von 58,8 Euro aus. Bei einer Stichprobe von 21 Betrieben und einem Datenjahr, das sechs Jahre zurückliegt, ist das ein Anhaltspunkt und keine Marktzahl.

Interessanter als die genaue Stundenzahl ist ohnehin, was die Fachpresse über die Durchsetzbarkeit schreibt. In derselben Rechnung von 2018 steht ein kalkulierter Satz von 68,78 Euro einem in Nordrhein-Westfalen tatsächlich erzielten Satz von 49,50 Euro gegenüber. Fehlbetrag: 19,28 Euro je Stunde. Ein Betrieb, der zu billig anbietet, merkt das erst am Jahresende. Das ist auch der Grund, warum ein auffällig günstiges Angebot kein Glücksfall sein muss. Sie können mit einer Prüfliste durchs eigene Angebot gehen, statt allein auf die Endsumme zu schauen.

Was der Betrieb für das Gerät bezahlt

Hier endet die Recherche, und das ist der ehrlichste Abschnitt dieses Beitrags. Der maßgebliche Kälte-Fachgroßhandel in Deutschland führt Klimageräte in einem B2B-Shop. Wer ihn ohne Kundenkonto aufruft, sieht auf der Kategorieseite „Zugang anfordern“ und „Anmelden“. Und keinen einzigen Preis, weder Liste noch Netto. Bei einem zweiten geprüften Fachgroßhändler ist es genauso: Selbst die Position „Entsorgung nicht entzündbarer Kältemittel, Preis je Kilogramm“ steht ohne Betrag im Katalog.

Der verbreitete Irrtum „Der Handwerker zahlt für das Gerät nur die Hälfte.“ Diese Zahl kursiert in vielen Varianten: 30 Prozent, 40 Prozent, die Hälfte. Keine davon ist belegbar, weil die Einkaufspreise des Kältefachgroßhandels in Deutschland nicht öffentlich sind. Auch dieser Beitrag nennt deshalb keinen Prozentsatz. Wer Ihnen einen nennt, sollte sagen können, woher er ihn hat.

Was sich belegen lässt, ist der andere Endpunkt: der Preis, den ein Endkunde im europäischen Onlinehandel bezahlt. Der dokumentierte Einkauf vom 12. August 2026 liegt bei 1.719 Euro für zwei Innengeräte plus Außengerät, dazu 195 Euro für ein Zubehörpaket aus Kondensatschlauch, Bördelmuttern, Bodensockel und Leitungskanal. Das ist die Untergrenze, gegen die Sie Ihr Angebot halten können, nicht der Einkaufspreis des Betriebs, sondern ein Vergleichswert.

Für den Aufschlag auf Material gibt es genau eine Zahl aus einer echten Erhebung. Der Betriebsvergleich der SHK-Betriebe in Bayern weist für das Datenjahr 2019 einen Materialzuschlag von 31,9 Prozent aus, bei kleinen Betrieben 33,5 und bei großen 30,1 Prozent. Material machte dort 38,1 Prozent des Umsatzes aus, Lohn 32,0 Prozent, und als Betriebsergebnis blieben 11,2 Prozent vom Umsatz. Auch hier gilt: 21 Betriebe, Stand 2019, kein Kältefachbetrieb darunter. Die Faustzahlen, die daneben im Netz stehen (15 bis 25 Prozent auf Wärmeerzeuger, 30 bis 50 Prozent auf Kleinmaterial), stammen von einem Softwareanbieter, der selbst schreibt, dass sie auf Praxiswissen und nicht auf einer Erhebung beruhen.

Verbreiteter Irrtum Zwei rankende Seiten widersprechen sich direkt. Ein Installationsanbieter schreibt, die Montagekosten seien „ungefähr doppelt so hoch wie die reinen Anschaffungskosten“. Eine Handwerkerbörse kommt in ihrer eigenen Tabelle auf das Gegenteil: Bei einem Gerät für 800 bis 1.500 Euro liegt der Gesamtpreis mit Montage bei 1.800 bis 2.800 Euro. Der Montageanteil liegt damit bei 1.000 bis 1.300 Euro, also ungefähr auf Höhe des Gerätepreises und keinesfalls beim Doppelten. Auflösen lässt sich der Widerspruch vermutlich so: Die erste Seite vergleicht gegen den Onlineshop-Preis des Geräts, die zweite gegen den Preis beim Fachbetrieb. Genau diese Verwechslung ist der Grund, warum Angebote unplausibel wirken.

Warum ein Meter Leitung über 100 Euro kostet

Keine Position eines Klimaangebots erzeugt so viel Ärger wie der Meterpreis für die Kältemittelleitung. Und keine wird so zuverlässig falsch gelesen.

EIN METER KÄLTEMITTELLEITUNG, DREIMAL BEPREISTMeterware im Onlineshopdokumentierter Einkauf, unitrading.at, 12.08.20266,36 €Zusatzmeter, Anbieter Averöffentlichte Preisliste, dynoair24.de, 202696,00 €Zusatzmeter, Anbieter Bveröffentlichte Preisliste, klimaprofis.com, 2026103,50 €7,50 € Unterschied, keine acht ProzentDarin stecken: Rohr und Isolierung, Kanal setzen oderTrasse stemmen, biegen, bördeln, befestigen, der Anteilan der Dichtheitsprüfung und die Arbeitszeit dafür.× 15 bis × 22Meterpreis im Angebot,bezogen auf den MaterialpreisDer Materialpreis ist ein Endkundenpreis aus einem Onlineshop. Was der Fachbetriebfür denselben Meter im Großhandel zahlt, ist nicht öffentlich.
Zwei voneinander unabhängige Betriebe nehmen fast denselben Meterpreis. Das ist das eigentliche Argument. Wäre der Meterpreis Willkür, müssten zwei unabhängige Anbieter weit auseinanderliegen. Sie liegen 7,50 Euro auseinander. Der Betrag ist also kalkuliert, und was er enthält, ist überwiegend Arbeitszeit, nicht Kupfer.

Der Fehler liegt im Wort. Der Betrag ist kein Materialpreis, sondern ein Einheitspreis, ein Preis für eine fertige Leistungseinheit. Bezahlt wird nicht ein Meter Rohr, sondern ein Meter verlegte, gebogene, gebördelte, isolierte, befestigte und druckgeprüfte Leitung, inklusive der Arbeitszeit dafür und inklusive des Anteils an Gemeinkosten und Wagnis, den jede verkaufte Stunde trägt. Wer diesen Preis als Materialaufschlag liest, hält seinen Handwerker für unverschämt, und wer ihn als reine Arbeitszeit liest, unterschätzt, wie viel Kleinmaterial darin steckt.

Warum manche Positionen im Angebot pauschal und andere je Meter oder je Stück abgerechnet werden, ist eine eigene Systematik. Sie steht in einem eigenen Beitrag dazu, warum manche Positionen pauschal und andere je Meter abgerechnet werden. Und wenn Sie wissen wollen, was die einzelnen Zeilen Ihres Angebots bedeuten, ist jede Position im Angebot einzeln erklärt.

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens: Die Zahl der Meter ist verhandelbar, der Preis je Meter kaum. Eine kürzere Trasse spart mehr als jede Diskussion über den Einheitspreis. Zweitens: Prüfen Sie, wie viele Meter im Pauschalpreis schon enthalten sind. Bei dem oben genannten Anbieter sind es fünf je Innengerät; alles darüber wird zugeschlagen. Im Altbau mit langen Wegen und dicken Wänden kommt da schnell etwas zusammen, weshalb der Altbau eigene Kostenposten mitbringt.

Zwei veröffentlichte Preislisten, neun Prozent Abstand

Der zweite belastbare Anker neben dem Stundensatz sind Montagepauschalen, die Betriebe offen veröffentlichen. Anbieter A aus Baden-Württemberg rechnet nach Innengeräten ab.

MONTAGEPAUSCHALE NACH ZAHL DER INNENGERÄTEEin InnengerätGrundpauschale1.699 €Zwei Innengeräte651 € mehr als bei einem2.350 €Drei Innengeräte875 € mehr als bei zweien3.225 €Vier Innengeräte1.530 € mehr als bei dreien4.755 €Veröffentlichte Komplettmontage-Pauschalen brutto, klimaprofis.com, Stand 2026.
Der Sprung zum vierten Gerät kostet mehr als das Doppelte des Sprungs zum zweiten. Enthalten sind je Innengerät eine Wandbohrung und fünf Meter Leitung, dazu Vakuumieren, Dichtheitsprobe, Inbetriebnahme, Protokoll und die Anfahrt im Umkreis von 50 Kilometern. Der wachsende Sprung ist kein Aufschlag nach Laune: Mit jedem weiteren Innengerät kommen eine Trasse, eine Bohrung, ein Kondensatweg und ein weiterer Abgleich dazu, und der Montagetag reicht irgendwann nicht mehr.

Anbieter B, ebenfalls aus Baden-Württemberg, aber ein anderer Betrieb und ein anderes Preismodell, rechnet umgekehrt: 890,00 Euro brutto je Außeneinheit, plus 180,00 Euro je Innengerät, plus 96,00 Euro je Meter Leitung, plus 1,89 Euro je Kilometer An- und Abfahrt. Rechnet man das auf denselben Leistungsumfang wie oben um (ein Innengerät, fünf Meter Leitung), ergibt sich: 890 plus 180 plus fünfmal 96 gleich 1.550 Euro brutto. Bei Anbieter A sind es 1.699 Euro. Neun Prozent Abstand zwischen zwei unabhängigen Betrieben. Diese Umrechnung auf gleichen Leistungsumfang leistet keine der geprüften Seiten, die Anbieter selbst eingeschlossen. Eine Einschränkung gehört dazu: Beide Betriebe sitzen im selben Bundesland. Über regionale Preisunterschiede sagt die Übereinstimmung deshalb nichts.

Damit lässt sich zum ersten Mal nachrechnen, ob eine Pauschale plausibel ist. 1.699 Euro brutto sind 1.427,73 Euro netto. Die einzige gefundene Angabe zur Montagedauer lautet „zwischen 4 und 8 Stunden“ und steht auf der Website eines Fachbetriebs, ohne Erhebung und ohne Angabe, ob damit ein Monteur oder ein Zweiertrupp gemeint ist. Nimmt man zwei Monteure an, stehen 8 bis 16 Monteurstunden im Raum, bei 65 Euro netto also 520 bis 1.040 Euro Lohnanteil. Für Material, Kältemittel, Anfahrt, Werkzeugvorhaltung und Marge bleiben dann 388 bis 908 Euro. Das geht auf.

Eine offene Frage Wie viele Monteurstunden eine Single-Split-Montage tatsächlich braucht, ist nicht belegt. In der Recherche fand sich dazu keine Herstellerangabe, keine Verbandszahl und keine Erhebung, nur die Spanne „4 bis 8 Stunden“ von einer Betriebswebsite. Die Rechnung oben steht und fällt mit dieser Annahme, deshalb steht sie hier als Annahme und nicht als Ergebnis.

Beide Preislisten tragen den Stand 2026, und das ist kein Detail. Die Preisliste des Gewerbekältebetriebs weiter oben trägt „gültig ab 1.10.2022“. Was sich seither geändert hat, lässt sich an einem Rohstoff zeigen.

KUPFERPREIS JE TONNE, IN US-DOLLARRekordmarke von 2021Mai 2021damaliges Allzeithoch10.700 $Sommer 2022der Stand, mit dem ältere Preislisten rechnen7.000 $Juni 2026über 13.000 Dollar13.000 $24. August 202613.163,72 $ oder 11.270,51 € je Tonne13.164 $Kurse nach gold.de; der Wert für Sommer 2022 ist eine Sekundärangabe aus einem Lexikon.
Kupfer hat sich seit dem Sommer 2022 fast verdoppelt. Rund 88 Prozent Aufschlag in vier Jahren. Die Kältemittelleitung besteht aus Kupfer, und jede Preisliste, die älter als zwei Jahre ist, rechnet mit ungefähr der Hälfte des heutigen Werts. Auch hier bleibt eine Unschärfe stehen: Die Londoner Metallbörse weist für den 21. August 2026 einen Tageswert von 14.291,00 Dollar aus, die Quellen weichen also voneinander ab.

Wer heute ein Angebot mit einem Ratgebertext von 2022 vergleicht, vergleicht deshalb nicht dieselbe Welt. Neben dem Kupfer sind auch die Löhne gestiegen; der Vollkostenverrechnungssatz des Fachverbands in Nordrhein-Westfalen legte zwischen 2021 und 2026 um rund ein Viertel zu. Beides zusammen erklärt einen erheblichen Teil des Abstands zwischen alten Preisspannen und aktuellen Angeboten. Wenn Sie eine Gesamtgröße suchen, steht an anderer Stelle, was eine Klimaanlage mit Einbau insgesamt kostet.

Was im Stundensatz steckt und auf keiner Rechnung steht

Bleibt die Frage, was ein Kälte-Klima-Betrieb an Kosten trägt, die ein Malerbetrieb nicht hat. Der Unterschied ist größer, als die meisten vermuten, und er ist gesetzlich erzwungen.

WAS IM STUNDENSATZ LANDET, WEIL ES KEINE EIGENE ZEILE BEKOMMTQualifikation des Monteurswas vor dem ersten Auftrag anfälltLehrgang Sachkunde40 UnterrichtseinheitenZugang erst nach2 Jahren BerufspraxisLehrgangskostenrund 1.000 bis 3.500 €Zertifikat der Landesinnung60 € oder 120 €einmalig je MonteurZertifizierung des Betriebswas zusätzlich zur Person nötig istFür juristische Personeneigene ZertifizierungNeue Kategorien A1 bis EEU-Verordnung 2024/2215Alte Kategorien I bis IVgültig bis 12. März 2029DanachAufstockungsschulunglaufende PflichtWerkzeug und Fahrzeugteils als eigene Position abgerechnetAbsaug- und Befüllgerät40 € je EinsatzLecksuchgerät30 € je EinsatzFüll- und Mischpumpe40 € je EinsatzAnfahrt1,34 € je Kilometernetto, Preisliste ab 11/2024Zeit, die niemand bezahltsteckt im Satz der übrigen StundenNicht verkaufbare Stundenrund 530 im JahrFeiertage, Urlaub, Krankheitim Satz enthaltenFahrten, Angebote, Material holenim Satz enthaltenAltes Kältemittel entsorgen100 € je Kilogrammje Monteur und JahrQuellen je Kasten: Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik, TÜV-Akademie, zwei Betriebspreislisten.
Nichts davon steht auf Ihrer Rechnung, alles davon steckt im Stundensatz. Das ist der Grund, warum ein Kälte-Klima-Betrieb teurer ist als ein Allrounder mit Bohrmaschine. Wer an einen Kältemittelkreislauf geht, braucht eine Sachkunde, die Zeit und Geld kostet, und der Betrieb braucht zusätzlich eine eigene Zertifizierung. Die Lehrgangskosten von rund 1.000 bis 3.500 Euro sind dabei die schwächste Zahl im Bild: Sie stammt von einem Softwareanbieter, belegt sind nur zwei Einzelbeispiele über 1.190 und 1.590 Euro.

Ein Punkt darin ist neu und in fast keinem Ratgebertext angekommen: Die Rede vom „Sachkundenachweis Kategorie I“ ist überholt. Seit einer EU-Durchführungsverordnung aus dem Jahr 2024 gelten sechs neue Personenkategorien mit den Bezeichnungen A1, A2, B, C, D und E. Die alten Kategorien I bis IV bleiben noch bis zum 12. März 2029 gültig, danach ist eine Aufstockungsschulung nötig. Juristische Personen brauchen zusätzlich eine eigene Unternehmenszertifizierung bei der Landesbehörde; Einzelunternehmer können ihre Personenzertifizierung nutzen. Selbst Lehrgangsanbieter zitieren teilweise noch die alte Verordnung von 2015.

Dazu kommen Positionen, die zwar auf der Rechnung stehen können, aber selten erklärt werden. Das Absaugen und Entsorgen von altem Kältemittel etwa: Ein Betrieb veröffentlicht dafür 100,00 Euro netto je Kilogramm, also 119,00 Euro brutto. Bei einem Gerätetausch ist das eine reale Position und keine erfundene. Was sonst noch nachträglich auftaucht, steht in einem eigenen Beitrag zu den Kosten, die im Angebot gern fehlen.

So rechnen Sie Ihr eigenes Angebot nach

Fünf Schritte, alle mit den belegten Ankerwerten dieses Beitrags. Sie führen nicht zu einem Urteil, sondern zu einer Frage, die Sie stellen können.

  • Gerätepreis online nachschlagen. Suchen Sie die genaue Typenbezeichnung aus dem Angebot bei einem europäischen Onlinehändler. Der dokumentierte Vergleichswert für eine Zweizimmer-Multisplit lag im August 2026 bei 1.719 Euro. Wichtig: Das ist nicht der Einkaufspreis des Betriebs, sondern nur ein Anker.
  • Montageanteil herausrechnen. Ziehen Sie den Gerätepreis von der Angebotssumme ab. Was übrig bleibt, halten Sie gegen 1.550 bis 1.699 Euro brutto für ein Innengerät mit fünf Metern Leitung. Das sind die veröffentlichten Pauschalen zweier unabhängiger Betriebe.
  • Meter zählen, nicht den Meterpreis diskutieren. Fünf Meter je Innengerät sind bei einem der beiden Anbieter enthalten. Fragen Sie, wie viele Meter Ihr Angebot einrechnet und was der Meter darüber hinaus kostet. Bei 96 bis 103,50 Euro je Meter macht eine kürzere Trasse mehr aus als jede Preisverhandlung.
  • Bohrungen und Sonderpositionen zählen. Eine Kernbohrung in Beton kostet bei einem der Anbieter ab 198,00 Euro. Kabelkanal, Elektroanschluss, Kondensatpumpe und Konsolen sind je nach Anbieter enthalten oder eben nicht; das ist der häufigste Grund für Abweichungen zwischen zwei Angeboten.
  • Den Rest gegen Monteurstunden halten. Was danach übrig bleibt, rechnen Sie zuerst auf netto herunter, also den Bruttobetrag geteilt durch 1,19, und teilen das Ergebnis durch 65 Euro. Kommen Sie auf eine Stundenzahl, die zu einer ein- bis zweitägigen Montage mit zwei Leuten passt, ist die Rechnung plausibel. Kommen Sie auf ein Vielfaches, haben Sie einen konkreten Gesprächsanlass.

Eine Abweichung nach oben ist kein Beweis für irgendetwas. Angebote unterscheiden sich legitim durch Gerätemarke, Leistungsumfang, Anfahrtsweg und Auslastung des Betriebs. In zwei österreichischen Forenthreads liegen Nutzerangaben für dieselbe Aufgabenstellung um den Faktor zwei auseinander: 4.000 Euro für eine Midea-Anlage gegen 8.200 Euro für das ursprüngliche Angebot mit vier Innengeräten. Der Unterschied ist dort mindestens so oft die Gerätemarke wie die Marge. Beide Threads stammen aus Österreich, wo ein anderer Mehrwertsteuersatz gilt; die Beträge sind deshalb nicht eins zu eins übertragbar.

Was dieser Beitrag nicht weiß Drei Zahlen fehlen, und keine davon wird hier geschätzt. Erstens der Einkaufspreis des Betriebs für das Gerät und der Rabatt auf den Listenpreis: nicht öffentlich, bei zwei geprüften Fachgroßhändlern kein Preis ohne Kundenkonto. Zweitens die Zahl der Monteurstunden je Montage: keine Hersteller-, Verbands- oder Erhebungsangabe auffindbar. Drittens die Anschaffungskosten einer kältetechnischen Werkzeuggrundausstattung als Gesamtsumme; belegt sind nur die Einsatzpauschalen, mit denen Betriebe sie umlegen. Auffällig ist dabei ein Muster: Der Kunde diskutiert seine Angebote öffentlich in Foren, der Betrieb legt seine Kalkulation öffentlich nirgends offen.

Häufige Fragen

Ein Betrieb mit veröffentlichter Preisliste berechnet 65,00 Euro netto für die Monteurstunde, 76,50 Euro für den Kältetechniker und 85,00 Euro für den Kundendiensttechniker, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer und 1,34 Euro je Kilometer Anfahrt. Modellrechnungen der Verbände kommen für eine Kundendienststunde auf höhere Vollkostensätze von rund 100 Euro netto, sind aber nur als Sekundärquelle zugänglich.
Weniger, als die meisten annehmen. In der einzigen positionsgenau zerlegten Handwerkerstunde mit benannter Quelle entfallen 21,50 Euro auf den Bruttolohn des Gesellen, 18,67 Euro auf Lohnnebenkosten, 20,59 Euro auf Gemeinkosten und 3,59 Euro auf Gewinn und Wagnis. Der Gewinn macht damit 5,6 Prozent des Nettosatzes aus. Die Zerlegung stammt aus dem Metallbau; die Struktur ist übertragbar, die Beträge sind es nicht.
Das ist in Deutschland nicht öffentlich. Zwei geprüfte Kälte-Fachgroßhändler zeigen ohne Kundenkonto keinen einzigen Preis, weder Listen- noch Nettopreis. Jede kursierende Prozentzahl zum Handwerkereinkauf ist damit unbelegt. Belegbar ist nur der andere Endpunkt: Ein dokumentierter Endkundeneinkauf im europäischen Onlinehandel lag im August 2026 bei 1.719 Euro für eine Multisplit mit zwei Innengeräten.
Die einzige Zahl aus einer echten Erhebung stammt aus einem Betriebsvergleich unter 21 SHK-Betrieben in Bayern für das Datenjahr 2019: 31,9 Prozent Materialzuschlag, bei kleinen Betrieben 33,5 und bei großen 30,1 Prozent. Alle anderen im Netz kursierenden Spannen stammen von Softwareanbietern und beruhen nach deren eigener Angabe auf Praxiswissen, nicht auf einer Erhebung.
Weil es kein Materialpreis ist, sondern ein Einheitspreis für eine fertige Leistung: Rohr, Isolierung, Kanal oder Trasse, Biegen, Bördeln, Befestigen, der Anteil an der Dichtheitsprüfung und die Arbeitszeit dafür. Als Meterware kostet dieselbe Leitung 4,68 bis 6,36 Euro netto. Dass zwei unabhängige Anbieter 96,00 und 103,50 Euro nehmen, spricht für eine Kalkulation und gegen Willkür.
Es gibt Betriebe, die reine Montagepauschalen veröffentlichen, etwa 890 Euro brutto je Außeneinheit plus 180 Euro je Innengerät plus 96 Euro je Meter Leitung. Ein Forennutzer berichtet, so etwa die Hälfte des ursprünglichen Angebots bezahlt zu haben. Zu bedenken sind zwei Punkte: Am Kältemittelkreislauf darf nur zertifiziertes Personal arbeiten, und Gewährleistung für Gerät und Montage liegt dann bei zwei verschiedenen Adressen.
Zwei belegbare Treiber. Kupfer notierte im Sommer 2022 bei rund 7.000 US-Dollar je Tonne und am 24. August 2026 bei 13.163,72 US-Dollar, ein Aufschlag von rund 88 Prozent; die Kältemittelleitung besteht aus Kupfer. Und der Vollkostenverrechnungssatz einer Kundendienststunde stieg nach Verbandsangaben von 82,16 Euro netto im Jahr 2021 auf 102,91 Euro im Jahr 2026.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Stand: 25. August 2026 · Quellen: Veröffentlichte Preislisten von klimacorner.de (ab 01.11.2024), thermo-tec.de (ab 01.10.2022), klimaprofis.com und dynoair24.de (beide 2026) · Deutsche Handwerks Zeitung, Zerlegung einer Handwerkerstunde nach Rolf Koch, Betriebsberater der HWK Mannheim, September 2023 · haustec.de nach SBZ Monteur 12-2018 mit Zahlen des Fachverbands SHK NRW · heizsparer.de zum Vollkostenverrechnungssatz · shk-nrw.de/kalkulation (Kalkulationshilfe nur für Mitglieder) · Betriebsvergleich SHK Bayern, Ludwig-Fröhler-Institut, Datenjahr 2019, n = 21 · klimacraft.de (Software des Autors, siehe Offenlegung im Text) · clean-invoice.com zum Materialaufschlag · Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik zu den Zertifikatskategorien · TÜV-Akademie zum Lehrgangsumfang · schiessl-kaelte.com und frigotechnik.de als Negativbefund zu den Großhandelspreisen · gold.de, westmetall.com und kettner-edelmetalle.de zum Kupferpreis · stepstone.de zum Gehalt · Forenbeiträge auf akkudoktor.net und energiesparhaus.at · my-hammer.de, 1komma5.com und meister-job.de als geprüfte Vergleichsseiten