Die kurze Antwort

Für einen normalen Wohnraum rechnen Sie mit 60 bis 100 Watt Kühlleistung je Quadratmeter. Bei 25 Quadratmetern sind das 1,5 bis 2,5 Kilowatt, also rund 5.100 bis 8.500 BTU je Stunde. Bei 40 Quadratmetern 2,4 bis 4,0 Kilowatt. Das ist die Größenordnung, und für die Gerätewahl genügt sie in den meisten Fällen.

Zwei Dinge müssen Sie dabei wissen. Erstens: Diese Zahl ist ein Branchenwert, keine Norm. Sie steht bei Buderus, bei Klimaprofis und bei den Deutschen Klimawerken, und keine der drei Seiten sagt, woher sie stammt. Zweitens kursiert dieselbe Zahl im Netz mit der falschen Einheit: „60 bis 100 BTU je Quadratmeter“ ergäbe für 25 Quadratmeter nur 0,44 bis 0,73 Kilowatt. Das ist ein Einheitenfehler und liefert nicht einmal ein Drittel der nötigen Leistung.

Kurz gesagt Diese Seite gibt Ihnen die Größenordnung aus vier Angaben und sagt Ihnen, welche Vertiefung Sie als Nächstes brauchen. Wenn Sie es genau wollen, mit Fensterfläche, Verglasung und Sonnenschutz, dann rechnen Sie es mit dem Kühllastrechner nach; dort steht das Werkzeug samt Rechenweg.

Vier Angaben, eine Größenordnung

Die Rechnung ist einfach genug, um sie im Kopf zu machen. Sie brauchen die Fläche des Raumes, eine Einschätzung der Sonneneinstrahlung, die Information, ob der Raum unter dem Dach liegt, und die Zahl der Personen, die regelmäßig gleichzeitig darin sind.

VIER ANGABEN, UND DIE GRÖSSENORDNUNG STEHT1FlächeLänge mal Breite, mal60 Watt im einfachenFall, mal 80 Watt imNormalfall.2SonneGroßes Südfenster ohneRollladen außen? Dannrechnen Sie mit 110Watt je m².3DachLiegt der Raum unterdem Dach, giltebenfalls der obereWert.4PersonenJe Person, dieregelmäßig gleichzeitigda ist, rund 100 Wattdazu.Faustzahl 60 bis 100 W je m² nach Buderus und zwei weiteren · 100 W je Person nach zwei Rechnern.
Mehr als diese vier Angaben braucht es für die Größenordnung nicht. Für die Gerätewahl reicht das in den meisten Fällen aus, weil zwischen zwei kaufbaren Gerätegrößen ohnehin ganze Kilowatt liegen. Genauer wird es erst, wenn die Fensterfläche in Quadratmetern und die Verglasung dazukommen, und genau danach fragt kein einziger der geprüften Rechner der Hersteller und Händler.

Damit haben Sie einen Wert in Watt. Für die drei Fälle, die sich damit unterscheiden lassen, sieht die Rechnung so aus: 60 Watt je Quadratmeter für einen sanierten Raum mit Nordfenster, 80 Watt für den Normalfall, 110 Watt für den schwierigen Fall mit großem Süd- oder Westfenster ohne außenliegenden Sonnenschutz oder für einen Raum unter dem Dach. Alle drei Zahlen beziehen sich auf den Quadratmeter Grundfläche, nicht auf den Quadratmeter Fensterfläche. Das ist eine andere Bezugsgröße mit ganz anderen Werten, dazu gleich mehr.

RICHTWERTE: KÜHLLEISTUNG NACH RAUMGRÖSSEAngaben in Watt. Geteilt durch 1.000 ergibt Kilowatt, mal 3,4121 ergibt BTU je Stunde.einfacher Fall60 W je m²Normalfall80 W je m²schwieriger Fall110 W je m²10 m²600 W800 W1.100 W15 m²900 W1.200 W1.650 W20 m²1.200 W1.600 W2.200 W25 m²1.500 W2.000 W2.750 W30 m²1.800 W2.400 W3.300 W40 m²2.400 W3.200 W4.400 W50 m²3.000 W4.000 W5.500 W60 m²3.600 W4.800 W6.600 WEigene Rechnung mit offengelegtem Ansatz: 60, 80 und 110 Watt je m². Keine Norm, aber nachrechenbar.
Diese Tabelle rechnet mit drei Zahlen, und alle drei stehen darüber. Vier der geprüften Ratgeber haben ebenfalls eine solche Tabelle, aber keiner sagt, wie er auf seine Werte kommt. Bei blitzrechner.de weicht die Tabelle um den Faktor zwei von der Formel auf derselben Seite ab, bei Klimaprofis wird sie mit wachsender Fläche stillschweigend degressiv. Wer den Ansatz nennt, kann nachgerechnet werden.
Diese Tabelle ist unsere eigene Rechnung Sie steht so in keiner Norm und in keiner Quelle. Wir haben drei Ansätze gewählt und rechnen sie schlicht mit der Fläche hoch; nachrechenbar ist das mit einer Multiplikation. Worauf die drei Ansätze beruhen: 60 Watt je m² ist der untere Rand der belegten Faustzahl 60 bis 100, die wörtlich bei Buderus, bei magazin.klimaprofis.com und im Rechner der Deutschen Klimawerke steht; Bosch beginnt für Wohnräume bei 63. 80 Watt je m² ist die Mitte dieser Spanne und zugleich der Wert, den klimeo als Einzelzahl nennt; mit demselben Ansatz ist auch die Beispielrechnung weiter unten aufgebaut, sie bestätigt ihn also nicht, sondern zeigt ihn nur zerlegt. 110 Watt je m² liegt bewusst über der Faustzahl, siehe den nächsten Absatz. Was die Tabelle nicht ist: eine Kühllastberechnung. Die verbindliche Rechnung steht in der VDI 2078.

Der obere Wert von 110 Watt je Quadratmeter liegt bewusst über der Faustzahl. Er ist nicht gegriffen: Bosch nennt für Küchen einen Flächenfaktor von 126 bis 157 Watt je Quadratmeter, klimeo führt in einer seiner drei Varianten 115 Watt, und ein Nutzer im Forum von akkudoktor.net kommt für seine drei Schlafzimmer auf 100, 120 und 125 Watt je Quadratmeter. Der höchste Wert gehört dem Zimmer im Dachgeschoss.

Zwei Kennwerte, die gleich klingen und Verschiedenes meinen „Watt je Quadratmeter“ steht auf dieser Seite für den Quadratmeter Grundfläche: 60, 80 oder 110 Watt, und darin steckt der ganze Raum mitsamt Fenstern, Personen und Geräten. Im Beitrag zur Fensterfläche steht dieselbe Einheit für den Quadratmeter Fensterfläche: dort sind es 35 bis 500 Watt, je nach Himmelsrichtung und Verglasung, und das ist nur der eine Lastposten Fenster. Die ausführliche Tabelle mit allen acht Himmelsrichtungen, dem Dachfenster und drei Glasarten steht dort und wird hier bewusst nicht wiederholt. Verwechseln Sie die beiden Kennwerte nicht und multiplizieren Sie sie erst recht nicht miteinander.

Zwei Grenzen hat diese Tabelle. Nach unten hin wird sie unpraktisch, weil Splitgeräte unterhalb von 2,0 Kilowatt Nennleistung kaum angeboten werden. Ein Zimmer mit zehn Quadratmetern bräuchte rechnerisch 0,6 bis 1,1 Kilowatt, bekommt aber das kleinste erhältliche Gerät und ist damit von vornherein überdimensioniert. Was für kleine Räume unter 15 Quadratmetern daraus folgt, steht in einem eigenen Beitrag.

Nach oben hin greift die Tabelle zu kurz, sobald der Raum kein einzelner Raum mehr ist, sondern ein offener Wohn- und Essbereich mit Treppe oder Durchgang. Dann geht es nicht mehr nur um Kilowatt, sondern darum, ob die kalte Luft überhaupt bis in die entfernte Ecke kommt. Warum die Zahl allein dort nichts nützt, steht im Beitrag über große und offene Räume.

Woher die Zahlen stammen Die Faustzahl 60 bis 100 Watt je Quadratmeter steht wörtlich bei Buderus, bei magazin.klimaprofis.com und im Rechner der Deutschen Klimawerke. Bosch nennt differenzierter 63 bis 94 Watt für Wohnräume, 94 bis 126 Watt für Büros und 126 bis 157 Watt für Küchen. Keine dieser Angaben ist genormt. Die Norm für die Kühllast ist die VDI 2078, und die rechnet anders.

Warum acht Quellen acht verschiedene Zahlen nennen

Wer die Frage im Netz sucht, bekommt für denselben Raum Empfehlungen, die um den Faktor sechs auseinanderliegen. Das ist kein Streit unter Fachleuten. Es ist ein Rechenfehler, der von Seite zu Seite weitergereicht wurde.

WAS ACHT QUELLEN FÜR DENSELBEN 25-QUADRATMETER-RAUM EMPFEHLENklimaanlage-rechner.de„60-100 BTU je m²“ → 1.500-2.5002.000homeandsmartdieselbe Angabe, aus der Vorrecherche2.000blitzrechner, Formel„100-150 BTU je m²“ → 2.500-3.7503.100klimeo, Variante 1„60-80 Watt je m²“ → 5.118-6.8245.970Bosch, Wohnraum63-94 Watt je m² → 5.374-8.0186.700Buderus und zwei weitere60-100 Watt je m² → 5.118-8.5306.820blitzrechner, Tabelleeigene Tabelle: 250-300 BTU je m²6.880klimeo, Variante 3„75-115 Watt je m²“ → 6.398-9.8108.100Balken = Mitte des genannten Bereichs, Spannweite links daneben. Werte in BTU je Stunde.
Die Branche ist sich nicht uneinig, sie hat sich verrechnet. Die drei roten Balken stammen von Seiten, die „60 bis 100“ in BTU je Quadratmeter angeben. Die blaugrünen stammen von Seiten, die dieselbe Zahl in Watt je Quadratmeter meinen. Weil ein Watt 3,4121 BTU je Stunde entspricht, liefert die BTU-Lesart nur 29 Prozent der nötigen Leistung. Keine der zehn geprüften Seiten erwähnt, dass es diesen Widerspruch gibt.

Die Ursache passt in einen Satz. Ein Watt entspricht 3,4121 BTU je Stunde. Die Zahl „60 bis 100“ meint bei Buderus, Bosch, Klimaprofis, den Deutschen Klimawerken und klimeo Watt je Quadratmeter, das sind umgerechnet 205 bis 341 BTU je Quadratmeter. Bei klimaanlage-rechner.de und bei homeandsmart steht dieselbe Zahl als BTU je Quadratmeter. Wer danach kauft, bekommt ein Gerät mit weniger als einem Drittel der nötigen Leistung.

Der verbreitete Irrtum „60 bis 100 BTU pro Quadratmeter.“ Richtig ist entweder 60 bis 100 Watt je Quadratmeter oder 205 bis 341 BTU je Quadratmeter. Beides ist dasselbe. Wer die Einheit verwechselt, landet bei 29 Prozent der nötigen Leistung. Was BTU überhaupt ist und warum Gerätenamen die Zahl im Titel tragen, steht im Beitrag darüber, was BTU bei einer Klimaanlage bedeutet.

Zwei der geprüften Seiten widersprechen sich sogar innerhalb einer einzigen URL. blitzrechner.de nennt in der Formel 100 bis 150 BTU je Quadratmeter und in der eigenen Tabelle darunter Werte, die 250 bis 300 BTU je Quadratmeter entsprechen. Das ist Faktor zwei bis zwei Komma vier. klimeo führt auf einer Seite drei verschiedene Faustzahlen: 80 Watt je Quadratmeter, dann 75 bis 115 Watt, dann 60 bis 80 Watt. Für 25 Quadratmeter ergibt das je nach Absatz 1,5 oder 1,9 oder 2,0 oder 2,9 Kilowatt.

Die vollständige Gegenüberstellung aller Quellen und der Nachweis, wo die Faustformel systematisch danebenliegt, stehen im Beitrag darüber, warum die Faustformel bei einem großen Südfenster um Faktor zwei danebenliegt. Hier genügt der Befund: Wenn eine Seite eine Zahl ohne Einheit und ohne Herkunft nennt, ist sie wertlos.

Ist das die Spitze oder muss das dauernd laufen?

Diese Frage stellte ein Nutzer namens LordKartoffel am 18. Juli 2026 im Forum von akkudoktor.net, und sie ist die beste Frage des ganzen Themas: Sind die ausgerechneten Kühllastwerte „als Maximum, um einen heißen Raum anfänglich runter zu kühlen, oder als dauerhaft notwendige Kühllast zu verstehen“? Der Thread beantwortet sie nicht. Die beiden Antworten reden über Anlagengrößen. Auch keine der zehn geprüften Ratgeberseiten beantwortet sie.

Es ist die Spitze. Die VDI 2078 rechnet auf einen Auslegungstag, im Regelwerk Cooling Design Day genannt, und setzt dafür „Maximalwerte für die Außentemperatur am Auslegungstag nach der jeweiligen Kühllastzone“ an. Deutschland ist in vier solcher Kühllastzonen eingeteilt, die Auslegungstemperaturen liegen im Juli. Vor der eigentlichen Auslegungsperiode rechnet das Verfahren 14 Tage vor und vier Tage an, damit die Speichermasse des Gebäudes stimmt.

WIE OFT DIE BERECHNETE SPITZE WIRKLICH GEBRAUCHT WIRD0 h20 h40 h60 h80 h100 h9 StundenVDI 4710 Blatt 3, 0,1 Prozent36 StundenASHRAE, 0,4 Prozent46,8 StundenMannheim, Mittel 1961 bis 199088,0 StundenMannheim, Mittel 1991 bis 2005Oben die Kriterien der Regelwerke, unten gemessene Stunden ab 30 °C in Mannheim.
Die Auslegungsleistung wird an neun bis 36 Stunden im Jahr gebraucht. So definieren die Regelwerke den Auslegungszustand: Die VDI 4710 Blatt 3 lässt eine Überschreitung von 0,1 Prozent der Jahresstunden zu, die amerikanische ASHRAE 0,4 Prozent. Zum Vergleich die gemessene Wirklichkeit an einem heißen deutschen Standort: In Mannheim wurden im Mittel der Jahre 1991 bis 2005 an 88 Stunden mindestens 30 Grad erreicht, im Zeitraum davor an 46,8 Stunden. Die Zahl hat sich fast verdoppelt.

Wie oft dieser Zustand eintritt, sagen die Regelwerke selbst. Die VDI 4710 Blatt 3 legt den sommerlichen Auslegungszustand so fest, dass er in 0,1 Prozent der Jahresstunden überschritten wird; das sind neun Stunden. Die amerikanische ASHRAE rechnet mit 0,4 Prozent, also rund 36 Stunden. In allen übrigen Kühlstunden liegt der tatsächliche Bedarf darunter, oft weit darunter.

Eine Größenordnung aus dem Betrieb, mit Vorbehalt Ein Nutzer im Forum von energiesparhaus.at beziffert den Abstand aus eigener Messung: Kühlspitze rund vier Kilowatt, dauerhaft gebraucht werden 1,8 bis 2,1 Kilowatt. Das ist Faktor rund zwei. Der Bericht stammt aus Österreich, ist von 2021 und betrifft eine Flächenkühlung über eine Wärmepumpe, kein Split-Wandgerät. Übertragbar ist allein das Verhältnis, nicht die Zahl.

Daraus folgt der wichtigste Satz dieses Beitrags: Wenn die berechnete Leistung nur an wenigen Stunden im Jahr wirklich gebraucht wird, dann entscheidet über Komfort und Stromrechnung nicht die Nennleistung, sondern die kleinste Leistung, die das Gerät noch regeln kann.

Warum eine Nummer größer nicht sicherer ist

Alle geprüften Seiten reden über die Nennleistung. Keine einzige über die Mindestleistung. Dabei steht sie in den Datenblättern, und sie erklärt, warum „im Zweifel eine Nummer größer“ der teurere Fehler ist.

WIE TIEF REALE GERÄTE HERUNTERREGELN KÖNNENMitsubishi MSZ-AP20VGNennleistung 2,0 kW · Minimum 30 %0,6 kWMitsubishi MSZ-AP25VGNennleistung 2,5 kW · Minimum 36 %0,9 kWMitsubishi MSZ-AP35VGNennleistung 3,5 kW · Minimum 31 %1,1 kWMitsubishi MSZ-AP42VGNennleistung 4,2 kW · Minimum 21 %0,9 kWMitsubishi MSZ-AP50VGNennleistung 5,0 kW · Minimum 28 %1,4 kWDaikin RXM20ANennleistung 2,0 kW · Minimum 45 %0,9 kWDaikin RXM25ANennleistung 2,5 kW · Minimum 60 %1,5 kWDaikin RXM35ANennleistung 3,5 kW · Minimum 49 %1,7 kWMinimum als Anteil der Nennleistung: grün unter 40 %, orange bis 55 %, rot darüber.
Die Untergrenze ist eine Treppe, keine Gerade. Bei Daikin steigt sie von 0,90 auf 1,50 Kilowatt, wenn man von 2,0 auf 2,5 Kilowatt Nennleistung geht: Eine halbe Nummer größer kostet 67 Prozent Regelbereich nach unten. Bei gleicher Nennleistung von 3,5 Kilowatt liegt der Daikin-Wert mit 1,70 Kilowatt um 55 Prozent über dem von Mitsubishi. Der Hersteller entscheidet über das Taktverhalten stärker als die halbe Nummer Nennleistung. Zahlen aus dem Daikin Databook EEDEN24 und dem Mitsubishi-Planungshandbuch MSZ-AP, Version 1/2019.

Ein Inverter regelt die Verdichterdrehzahl stufenlos, aber nur bis zu einer Untergrenze. Darunter kann er nicht mehr modulieren, sondern schaltet ab und wieder an. Was dabei passiert, steht im Beitrag darüber, warum auch ein Inverter taktet, wenn er zu groß ist; wie die Regelung überhaupt funktioniert, im Beitrag über die Invertertechnik.

Die Effizienz zahlt mit. In derselben Mitsubishi-Baureihe fällt der SEER von 8,6 bei 2,0 bis 3,5 Kilowatt auf 7,8 bei 4,2 Kilowatt und auf 7,4 bei 5,0 Kilowatt. Der Sprung von 3,5 auf 5,0 Kilowatt kostet also 14 Prozent Effizienz, und gleichzeitig steigt die Untergrenze von 1,1 auf 1,4 Kilowatt. Was der SEER genau misst, steht in einem eigenen Beitrag.

Eine offene Frage Für die beiden größten Daikin-Geräte der Baureihe, RXM42A und RXM50A, nennt das Databook in der abgerufenen Fassung keinen Minimalwert. Ein Abruf lieferte für beide 1,70 Kilowatt, zwei weitere lieferten nichts. Solange das nicht am Originaldokument geprüft ist, steht hier keine Zahl. Für die Panasonic-Baureihe Etherea ließ sich die Untergrenze überhaupt nicht belegen: Eine Händlerseite nennt keine Minimalwerte, die andere gibt erkennbar die Leistungsaufnahme statt der Kühlleistung aus.

Was praktisch daraus folgt: Zwischen zwei Gerätegrößen nehmen Sie die kleinere, sobald Ihr Rechenwert deren Nennleistung erreicht. Ein zu großes Gerät läuft in der Teillast nicht sparsamer, sondern schlechter, weil es unterhalb seiner Untergrenze taktet und dabei auch weniger entfeuchtet. Die ausführliche Darstellung mit Takten, Entfeuchtung und Lebensdauer steht im Beitrag darüber, was bei einer zu großen Anlage passiert.

Die Gegenrichtung kann genauso schiefgehen, nur anders. Ein zu kleines Gerät läuft durch, erreicht an den heißen Tagen die Solltemperatur nicht und zieht dabei dauerhaft Strom, ohne dass der Raum kühl wird. Anders als beim zu großen Gerät merkt man den Fehler allerdings sofort. Was dabei genau passiert, steht im Beitrag darüber, was wirklich passiert, wenn die Anlage zu klein ist.

Was Ihre Zahl nach oben treibt

Die Quadratmeter sind der bequemste Eingabewert, aber nicht der wichtigste. Wer wissen will, warum sein Zimmer aus der Faustformel fällt, muss sich ansehen, woraus die Kühllast tatsächlich besteht.

WORAUS DIE KÜHLLAST EINES 20-QUADRATMETER-RAUMES BESTEHT1.600 W400700200300Wände, Decke, Boden400 WFenster und Sonneneintrag700 WGeräte und Beleuchtung200 WPersonen und Lüftung300 WBeispielrechnung des Portals, Summe 1.600 W = 80 W je m². Keine Norm.
Die Quadratmeter sind der kleinste Posten der Rechnung. Der Balken bewegt sich am Fenster, nicht am Grundriss. Genau deshalb liegt die Faustformel bei einem Raum mit großer Südverglasung zu tief und bei einem Nordzimmer zu hoch. Die Aufteilung hier ist eine Beispielrechnung mit offengelegten Bausteinen, keine Norm. Die verbindliche Rechnung steht in der VDI 2078.
  • Die Fensterfläche. Sie ist der größte einzelne Lastposten und wird von keinem Rechner der Hersteller in Quadratmetern abgefragt. Warum sie mehr zählt als die Quadratmeter des Bodens, steht in einem eigenen Beitrag, samt der Tabelle, wie viel Watt ein Quadratmeter Fenster je Himmelsrichtung und Verglasung einträgt.
  • Der Sonnenschutz, und zwar der außenliegende. Ein Rollladen innen bremst wenig, weil die Wärme dann schon im Raum ist. Außen ist er der wirksamste Einzelhebel überhaupt, und genau einer von sieben geprüften Rechnern fragt danach. Wie viel ein Rollladen außen wirklich bringt, steht gesondert.
  • Der Raum unter dem Dach. Dachflächen heizen sich stärker auf als Wände, und die Dämmung ist meist dünner. Weshalb unterm Dach andere Zahlen gelten, steht ebenfalls gesondert.
  • Die Personen. Hier widersprechen sich die Quellen offen: Bosch nennt 80 bis 120 Watt je Person, die Deutschen Klimawerke und kreativekiste.de je 100 Watt, die VDI 2078 für eine sitzende Person 170 Watt, und OTTO nennt rund 250 Watt. Der letzte Wert liegt um den Faktor 2,5 über dem von Bosch. Welcher stimmt, ließ sich nicht klären; für die Größenordnung rechnen Sie mit 100 Watt.
  • Die Küche im Raum. Bosch setzt für Küchen mit 126 bis 157 Watt je Quadratmeter fast den doppelten Flächenfaktor an wie für Wohnräume. Eine offene Küche im Wohnbereich verschiebt Ihre Zahl deutlich.

Bevor Sie einzelne Räume durchrechnen, lohnt der Blick auf die Reihenfolge: welche Räume überhaupt gekühlt werden sollten, ist eine eigene Frage, und die Antwort ist selten „alle“.

Ein Gerät oder mehrere Geräte?

Ein Innengerät kühlt den Raum, in dem es hängt. Für den Nachbarraum hinter einer geschlossenen Tür leistet es fast nichts, und auch bei offener Tür kommt nur ein Bruchteil an. Ob und wann ein Innengerät für mehrere Räume reicht, hängt an den Türen, an der Luftführung und daran, wie unterschiedlich die Räume genutzt werden. Die Antwort fällt für ein Schlafzimmer anders aus als für einen Flur.

Wenn mehrere Innengeräte an einer Außeneinheit hängen, müssen Sie deren Leistungen nicht einfach addieren. Buderus rechnet mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,8: Drei Innengeräte zu je 2 Kilowatt ergeben 6 Kilowatt, davon 80 Prozent, also mindestens 4,8 Kilowatt für das Außengerät. Eine Herleitung nennt Buderus für diese Zahl nicht.

In der Praxis gehen die Hersteller noch weiter. Im Akkudoktor-Thread berichtet ein Nutzer, seine geplanten Innengeräte kämen auf 150 bis 170 Prozent der vorgesehenen 5-Kilowatt-Außeneinheit; ein anderer schreibt, Daikin lasse an einer 5-Kilowatt-Einheit bis zu 9 Kilowatt Innengeräteleistung zu. Beide Angaben stammen aus einem Forum und sind nicht geprüft, zeigen aber, wie weit die Praxis von der einfachen Addition entfernt ist.

Wie viele Geräte am Ende sinnvoll sind, ist deshalb keine Rechenfrage allein, sondern hängt daran, welche Räume Sie tatsächlich gleichzeitig nutzen. Der Beitrag darüber, wie viele Geräte ein Haus braucht, geht die Räume der Reihe nach durch. Ob dafür eine Außeneinheit mit mehreren Innengeräten die bessere Lösung ist oder mehrere einzelne Anlagen, steht im Vergleich Monosplit oder Multisplit.

Wann die grobe Zahl nicht mehr reicht

Für den einfachen Fall lohnt der Aufwand einer echten Kühllastberechnung nicht. Für den schwierigen lohnt er sich, und dazwischen liegt der Bereich, in dem der Rechner mit Fensterfläche und Verglasung die richtige Wahl ist.

REICHT DIE GROBE ZAHL FÜR IHREN RAUM?Ist die Fensterfläche kleiner als ein Fünftel des Bodens?jaZeigen die Fenster nach Norden oder Osten?jaGibt es Rollladen, Markise oder Raffstore außen?jaLiegt über dem Raum ein Geschoss und nicht das Dach?jaHöchstens zwei Personen, keine Küche im Raum?jaDie grobe Zahl trägt.60 bis 80 Watt je Quadratmeter, linke oder mittlere Spalte.einmal nein?Rechnen Siegenauer.Schon ein Neinschiebt Ihren Wertan den oberen Randoder darüber. Beidrei und mehrgehört die Kühllastvon einemFachplanergerechnet.
Fünf Fragen entscheiden, ob Sie der einfache oder der schwierige Fall sind. Kein geprüfter Rechner stellt alle fünf. Nach dem außenliegenden Sonnenschutz fragt genau einer von sieben, und das ist ein privates Hobbyportal. Das Baujahr und den g-Wert der Verglasung fragt keiner ab, obwohl beide den Sonneneintrag stärker bestimmen als die Deckenhöhe, nach der fast alle fragen.

Die verbindliche Berechnung heißt VDI 2078, Ausgabe Juni 2015. Sie rechnet stündlich über einen Auslegungstag, berücksichtigt die Speichermasse des Gebäudes und wird mit Software gemacht, nicht im Kopf. Nicht zuständig ist die DIN EN 12831; die regelt die Heizlast. Auf einer der geprüften Rechnerseiten wird im Kühllastkontext sogar „DIN EN 12831-3“ genannt; Blatt 3 dieser Norm regelt die Trinkwassererwärmung.

Eine offene Frage Keiner der geprüften Rechner fragt nach dem Wohnort. Für den Winter gibt es eine Norm-Außentemperatur je Postleitzahl, zwischen minus 10 und minus 14 Grad. Für den Sommer existiert nichts Vergleichbares öffentlich: Die Zonentabelle steht nur in der kostenpflichtigen VDI 2078. Der einzige frei zitierte Wert ist 34,5 Grad für den Oberrheingraben. Frei verfügbar sind allein die Testreferenzjahre des Deutschen Wetterdienstes im Kilometerraster, Datenbasis 1995 bis 2012, kostenfrei mit Nutzerkonto. Ein Rechner, der Freiburg von Hamburg unterscheidet, wäre der erste. Gebaut ist er nicht.

Wenn Ihnen ein Fachbetrieb ein Gerät anbietet, können Sie mit vier Fragen prüfen, ob dahinter eine Rechnung steht: Auf welche Auslegungstemperatur wurde gerechnet? Wurde die Fensterfläche in Quadratmetern erfasst? Welche Mindestleistung hat das angebotene Gerät? Und warum diese Größe und nicht die nächstkleinere? Wie Sie darüber hinaus prüfen, ob Ihr Angebot realistisch ist, und welche Kauffehler am häufigsten vorkommen, steht in eigenen Beiträgen.

Häufige Fragen

Für Wohnräume gelten 60 bis 100 Watt je Quadratmeter, also 0,06 bis 0,1 Kilowatt. Bosch nennt differenzierter 63 bis 94 Watt für Wohnräume, 94 bis 126 Watt für Büros und 126 bis 157 Watt für Küchen. Für 20 Quadratmeter ergibt das 1,2 bis 2,0 Kilowatt. Die Zahl ist ein Branchenwert und keine Norm; die Norm für die Kühllast ist die VDI 2078.
20 Quadratmeter mal 60 bis 100 Watt ergeben 1.200 bis 2.000 Watt. Mal 3,4121 sind das rund 4.100 bis 6.800 BTU je Stunde. Angaben wie „60 bis 100 BTU je Quadratmeter“, die für 20 Quadratmeter auf 1.200 bis 2.000 BTU je Stunde kämen, sind ein Einheitenfehler und liefern weniger als ein Drittel der nötigen Leistung.
Für einen einzelnen Raum reicht sie weit: 3,5 Kilowatt decken bei 80 Watt je Quadratmeter rund 44 Quadratmeter ab, bei 60 Watt sogar rund 58. Für eine ganze Wohnung reicht sie trotzdem meist nicht, weil ein Innengerät nur den Raum kühlt, in dem es hängt. Entscheidend ist nicht die Wohnungsgröße, sondern der Grundriss und die Zahl der Türen.
Rechnerisch sind das 3,6 bis 6,0 Kilowatt. Diese Summe hilft aber nur beim Außengerät, denn sie verteilt sich auf mehrere Räume, und jeder braucht sein eigenes Innengerät. Üblich ist ein Multisplit mit zwei bis drei Innengeräten. Bei mehreren Innengeräten rechnet Buderus mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,8 auf die Summe.
Nein. Mehr BTU heißt höhere Nennleistung, und die geht meist mit einer höheren Mindestleistung einher. Bei Daikin steigt die Untergrenze von 0,90 auf 1,50 Kilowatt, wenn man von 2,0 auf 2,5 Kilowatt Nennleistung geht. Unterhalb ihrer Untergrenze kann eine Anlage nicht mehr regeln, sondern schaltet ab und wieder an.
In der Teillast, in der sie den größten Teil der Saison läuft, meist ja. Belegen lässt sich das am SEER: In derselben Mitsubishi-Baureihe fällt er von 8,6 bei 3,5 Kilowatt auf 7,4 bei 5,0 Kilowatt, also um 14 Prozent. Dazu kommt der Verlust durch häufigeres Takten, weil die Mindestleistung des größeren Geräts höher liegt.
Zu klein bedeutet Dauerlauf und eine Solltemperatur, die an heißen Tagen nicht erreicht wird. Zu groß bedeutet Takten, schlechtere Entfeuchtung und einen schlechteren Saisonwirkungsgrad. Der zweite Fall ist der häufigere, weil „im Zweifel eine Nummer größer“ als sichere Wahl gilt. Beide Fälle sind in eigenen Beiträgen ausführlich beschrieben.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Der Kühllastrechner fragt Fensterfläche, Verglasung und Sonnenschutz ab und zeigt, welcher Posten wie viele Watt beisteuert.

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Stand: 25. August 2026 · Quellen: VDI 2078, Änderungsblatt vom 28.01.2020 zur Ausgabe Juni 2015 · VDI 4710 Blatt 3 und ASHRAE, referiert über ingenieur.de (HLH) und ikz.de · Wetterdaten Mannheim über kka-online.info · Testreferenzjahre TRY 2017 von BBSR und DWD über gmodg.bund.de · Daikin RXM-A Databook EEDEN24 · Mitsubishi Electric Planungshandbuch MSZ-AP, Version 1/2019 · Rankende Ratgeber und Rechner von bosch-homecomfort.com, buderus.de, blitzrechner.de, magazin.klimaprofis.com, deutscheklimawerke.de, klimaanlage-rechner.de, kreativekiste.de, kaelte-bast.de und klimeo.de, abgerufen am 24. und 25. August 2026 · Forenbeiträge auf akkudoktor.net (Thread 40156) und energiesparhaus.at (Thread 64009) · Angaben von otto.de und homeandsmart aus der Vorrecherche, als solche gekennzeichnet