Oliver Takens
Entwickler von KlimaCraft · 25. August 2026 · Lesezeit ca. 14 Minuten
Kurz zusammengefasst
Für einen normalen Wohnraum rechnen Sie mit 60 bis 100 Watt Kühlleistung je Quadratmeter. Bei 25 Quadratmetern sind das 1,5 bis 2,5 Kilowatt, also rund 5.100 bis 8.500 BTU je Stunde. Angaben wie „60 bis 100 BTU je Quadratmeter“ kursieren ebenfalls und sind ein Einheitenfehler: Sie liefern nicht einmal ein Drittel davon. Vier Angaben genügen für die Größenordnung; für die genaue Zahl gibt es einen eigenen Rechner.
Die kurze Antwort
Für einen normalen Wohnraum rechnen Sie mit 60 bis 100 Watt Kühlleistung je
Quadratmeter. Bei 25 Quadratmetern sind das 1,5 bis 2,5 Kilowatt, also rund 5.100 bis
8.500 BTU je Stunde. Bei 40 Quadratmetern 2,4 bis 4,0 Kilowatt. Das ist die
Größenordnung, und für die Gerätewahl genügt sie in den meisten Fällen.
Zwei Dinge müssen Sie dabei wissen. Erstens: Diese Zahl ist ein Branchenwert, keine
Norm. Sie steht bei Buderus, bei Klimaprofis und bei den Deutschen Klimawerken, und keine
der drei Seiten sagt, woher sie stammt. Zweitens kursiert dieselbe Zahl im Netz mit der
falschen Einheit: „60 bis 100 BTU je Quadratmeter“ ergäbe für 25 Quadratmeter nur
0,44 bis 0,73 Kilowatt. Das ist ein Einheitenfehler und liefert nicht einmal ein Drittel
der nötigen Leistung.
Kurz gesagt
Diese Seite gibt Ihnen die Größenordnung aus vier Angaben und sagt Ihnen, welche
Vertiefung Sie als Nächstes brauchen. Wenn Sie es genau wollen, mit Fensterfläche,
Verglasung und Sonnenschutz, dann rechnen Sie es
mit dem Kühllastrechner nach; dort
steht das Werkzeug samt Rechenweg.
Vier Angaben, eine Größenordnung
Die Rechnung ist einfach genug, um sie im Kopf zu machen. Sie brauchen die Fläche des
Raumes, eine Einschätzung der Sonneneinstrahlung, die Information, ob der Raum unter dem
Dach liegt, und die Zahl der Personen, die regelmäßig gleichzeitig darin sind.
Mehr als diese vier Angaben braucht es für die Größenordnung nicht. Für die Gerätewahl reicht das in den meisten Fällen aus, weil zwischen zwei kaufbaren Gerätegrößen ohnehin ganze Kilowatt liegen. Genauer wird es erst, wenn die Fensterfläche in Quadratmetern und die Verglasung dazukommen, und genau danach fragt kein einziger der geprüften Rechner der Hersteller und Händler.
Damit haben Sie einen Wert in Watt. Für die drei Fälle, die sich damit unterscheiden
lassen, sieht die Rechnung so aus: 60 Watt je Quadratmeter für einen sanierten Raum mit
Nordfenster, 80 Watt für den Normalfall, 110 Watt für den schwierigen Fall mit großem
Süd- oder Westfenster ohne außenliegenden Sonnenschutz oder für einen Raum unter dem
Dach. Alle drei Zahlen beziehen sich auf den Quadratmeter Grundfläche, nicht auf
den Quadratmeter Fensterfläche. Das ist eine andere Bezugsgröße mit ganz anderen Werten,
dazu gleich mehr.
Diese Tabelle rechnet mit drei Zahlen, und alle drei stehen darüber. Vier der geprüften Ratgeber haben ebenfalls eine solche Tabelle, aber keiner sagt, wie er auf seine Werte kommt. Bei blitzrechner.de weicht die Tabelle um den Faktor zwei von der Formel auf derselben Seite ab, bei Klimaprofis wird sie mit wachsender Fläche stillschweigend degressiv. Wer den Ansatz nennt, kann nachgerechnet werden.
Diese Tabelle ist unsere eigene Rechnung
Sie steht so in keiner Norm und in keiner Quelle. Wir haben drei Ansätze gewählt und
rechnen sie schlicht mit der Fläche hoch; nachrechenbar ist das mit einer Multiplikation.
Worauf die drei Ansätze beruhen: 60 Watt je m² ist der untere Rand der belegten
Faustzahl 60 bis 100, die wörtlich bei Buderus, bei magazin.klimaprofis.com und im Rechner
der Deutschen Klimawerke steht; Bosch beginnt für Wohnräume bei 63. 80 Watt je m²
ist die Mitte dieser Spanne und zugleich der Wert, den klimeo als Einzelzahl nennt; mit
demselben Ansatz ist auch die Beispielrechnung weiter unten aufgebaut, sie bestätigt ihn
also nicht, sondern zeigt ihn nur zerlegt. 110 Watt je m² liegt bewusst über der
Faustzahl, siehe den nächsten Absatz.
Was die Tabelle nicht ist: eine Kühllastberechnung. Die verbindliche Rechnung steht in der
VDI 2078.
Der obere Wert von 110 Watt je Quadratmeter liegt bewusst über der Faustzahl. Er ist
nicht gegriffen: Bosch nennt für Küchen einen Flächenfaktor von 126 bis 157 Watt je
Quadratmeter, klimeo führt in einer seiner drei Varianten 115 Watt, und ein Nutzer im
Forum von akkudoktor.net kommt für seine drei Schlafzimmer auf 100, 120 und 125 Watt je
Quadratmeter. Der höchste Wert gehört dem Zimmer im Dachgeschoss.
Zwei Kennwerte, die gleich klingen und Verschiedenes meinen
„Watt je Quadratmeter“ steht auf dieser Seite für den Quadratmeter Grundfläche: 60,
80 oder 110 Watt, und darin steckt der ganze Raum mitsamt Fenstern, Personen und Geräten.
Im Beitrag zur Fensterfläche steht dieselbe
Einheit für den Quadratmeter Fensterfläche: dort sind es 35 bis 500 Watt, je nach
Himmelsrichtung und Verglasung, und das ist nur der eine Lastposten Fenster. Die
ausführliche Tabelle mit allen acht Himmelsrichtungen, dem Dachfenster und drei Glasarten
steht dort und wird hier bewusst nicht wiederholt. Verwechseln Sie die beiden Kennwerte
nicht und multiplizieren Sie sie erst recht nicht miteinander.
Zwei Grenzen hat diese Tabelle. Nach unten hin wird sie unpraktisch, weil Splitgeräte
unterhalb von 2,0 Kilowatt Nennleistung kaum angeboten werden. Ein Zimmer mit zehn
Quadratmetern bräuchte rechnerisch 0,6 bis 1,1 Kilowatt, bekommt aber das kleinste
erhältliche Gerät und ist damit von vornherein überdimensioniert. Was für
kleine Räume unter 15 Quadratmetern daraus
folgt, steht in einem eigenen Beitrag.
Nach oben hin greift die Tabelle zu kurz, sobald der Raum kein einzelner Raum mehr ist,
sondern ein offener Wohn- und Essbereich mit Treppe oder Durchgang. Dann geht es nicht
mehr nur um Kilowatt, sondern darum, ob die kalte Luft überhaupt bis in die entfernte Ecke
kommt. Warum die Zahl allein dort nichts nützt, steht im Beitrag über
große und offene Räume.
Woher die Zahlen stammen
Die Faustzahl 60 bis 100 Watt je Quadratmeter steht wörtlich bei Buderus, bei
magazin.klimaprofis.com und im Rechner der Deutschen Klimawerke. Bosch nennt
differenzierter 63 bis 94 Watt für Wohnräume, 94 bis 126 Watt für Büros und 126 bis 157
Watt für Küchen. Keine dieser Angaben ist genormt. Die Norm für die Kühllast ist die
VDI 2078, und die rechnet anders.
Warum acht Quellen acht verschiedene Zahlen nennen
Wer die Frage im Netz sucht, bekommt für denselben Raum Empfehlungen, die um den Faktor
sechs auseinanderliegen. Das ist kein Streit unter Fachleuten. Es ist ein Rechenfehler, der von
Seite zu Seite weitergereicht wurde.
Die Branche ist sich nicht uneinig, sie hat sich verrechnet. Die drei roten Balken stammen von Seiten, die „60 bis 100“ in BTU je Quadratmeter angeben. Die blaugrünen stammen von Seiten, die dieselbe Zahl in Watt je Quadratmeter meinen. Weil ein Watt 3,4121 BTU je Stunde entspricht, liefert die BTU-Lesart nur 29 Prozent der nötigen Leistung. Keine der zehn geprüften Seiten erwähnt, dass es diesen Widerspruch gibt.
Die Ursache passt in einen Satz. Ein Watt entspricht 3,4121 BTU je Stunde. Die Zahl
„60 bis 100“ meint bei Buderus, Bosch, Klimaprofis, den Deutschen Klimawerken und klimeo
Watt je Quadratmeter, das sind umgerechnet 205 bis 341 BTU je Quadratmeter. Bei
klimaanlage-rechner.de und bei homeandsmart steht dieselbe Zahl als BTU je
Quadratmeter. Wer danach kauft, bekommt ein Gerät mit weniger als einem Drittel der
nötigen Leistung.
Der verbreitete Irrtum
„60 bis 100 BTU pro Quadratmeter.“ Richtig ist entweder 60 bis 100 Watt je
Quadratmeter oder 205 bis 341 BTU je Quadratmeter. Beides ist dasselbe. Wer die
Einheit verwechselt, landet bei 29 Prozent der nötigen Leistung. Was BTU überhaupt ist und
warum Gerätenamen die Zahl im Titel tragen, steht im Beitrag darüber,
was BTU bei einer Klimaanlage bedeutet.
Zwei der geprüften Seiten widersprechen sich sogar innerhalb einer einzigen URL.
blitzrechner.de nennt in der Formel 100 bis 150 BTU je Quadratmeter und in der eigenen
Tabelle darunter Werte, die 250 bis 300 BTU je Quadratmeter entsprechen. Das ist Faktor
zwei bis zwei Komma vier. klimeo führt auf einer Seite drei verschiedene Faustzahlen: 80 Watt je
Quadratmeter, dann 75 bis 115 Watt, dann 60 bis 80 Watt. Für 25 Quadratmeter ergibt das je
nach Absatz 1,5 oder 1,9 oder 2,0 oder 2,9 Kilowatt.
Die vollständige Gegenüberstellung aller Quellen und der Nachweis, wo die Faustformel
systematisch danebenliegt, stehen im Beitrag darüber,
warum die Faustformel bei einem großen Südfenster
um Faktor zwei danebenliegt. Hier genügt der Befund: Wenn eine Seite eine Zahl ohne
Einheit und ohne Herkunft nennt, ist sie wertlos.
Ist das die Spitze oder muss das dauernd laufen?
Diese Frage stellte ein Nutzer namens LordKartoffel am 18. Juli 2026 im Forum von
akkudoktor.net, und sie ist die beste Frage des ganzen Themas: Sind die ausgerechneten
Kühllastwerte „als Maximum, um einen heißen Raum anfänglich runter zu kühlen, oder als
dauerhaft notwendige Kühllast zu verstehen“? Der Thread beantwortet sie nicht. Die beiden
Antworten reden über Anlagengrößen. Auch keine der zehn geprüften Ratgeberseiten
beantwortet sie.
Es ist die Spitze. Die VDI 2078 rechnet auf einen Auslegungstag, im Regelwerk
Cooling Design Day genannt, und setzt dafür „Maximalwerte für die Außentemperatur am
Auslegungstag nach der jeweiligen Kühllastzone“ an. Deutschland ist in vier solcher
Kühllastzonen eingeteilt, die Auslegungstemperaturen liegen im Juli. Vor der eigentlichen
Auslegungsperiode rechnet das Verfahren 14 Tage vor und vier Tage an, damit die
Speichermasse des Gebäudes stimmt.
Die Auslegungsleistung wird an neun bis 36 Stunden im Jahr gebraucht. So definieren die Regelwerke den Auslegungszustand: Die VDI 4710 Blatt 3 lässt eine Überschreitung von 0,1 Prozent der Jahresstunden zu, die amerikanische ASHRAE 0,4 Prozent. Zum Vergleich die gemessene Wirklichkeit an einem heißen deutschen Standort: In Mannheim wurden im Mittel der Jahre 1991 bis 2005 an 88 Stunden mindestens 30 Grad erreicht, im Zeitraum davor an 46,8 Stunden. Die Zahl hat sich fast verdoppelt.
Wie oft dieser Zustand eintritt, sagen die Regelwerke selbst. Die VDI 4710 Blatt 3 legt
den sommerlichen Auslegungszustand so fest, dass er in 0,1 Prozent der Jahresstunden
überschritten wird; das sind neun Stunden. Die amerikanische ASHRAE rechnet mit 0,4
Prozent, also rund 36 Stunden. In allen übrigen Kühlstunden liegt der tatsächliche Bedarf
darunter, oft weit darunter.
Eine Größenordnung aus dem Betrieb, mit Vorbehalt
Ein Nutzer im Forum von energiesparhaus.at beziffert den Abstand aus eigener Messung:
Kühlspitze rund vier Kilowatt, dauerhaft gebraucht werden 1,8 bis 2,1 Kilowatt. Das ist
Faktor rund zwei. Der Bericht stammt aus Österreich, ist von 2021 und betrifft eine
Flächenkühlung über eine Wärmepumpe, kein Split-Wandgerät. Übertragbar ist allein das
Verhältnis, nicht die Zahl.
Daraus folgt der wichtigste Satz dieses Beitrags: Wenn die berechnete Leistung nur an
wenigen Stunden im Jahr wirklich gebraucht wird, dann entscheidet über Komfort und
Stromrechnung nicht die Nennleistung, sondern die kleinste Leistung, die das Gerät noch
regeln kann.
Warum eine Nummer größer nicht sicherer ist
Alle geprüften Seiten reden über die Nennleistung. Keine einzige über die
Mindestleistung. Dabei steht sie in den Datenblättern, und sie erklärt, warum „im Zweifel
eine Nummer größer“ der teurere Fehler ist.
Die Untergrenze ist eine Treppe, keine Gerade. Bei Daikin steigt sie von 0,90 auf 1,50 Kilowatt, wenn man von 2,0 auf 2,5 Kilowatt Nennleistung geht: Eine halbe Nummer größer kostet 67 Prozent Regelbereich nach unten. Bei gleicher Nennleistung von 3,5 Kilowatt liegt der Daikin-Wert mit 1,70 Kilowatt um 55 Prozent über dem von Mitsubishi. Der Hersteller entscheidet über das Taktverhalten stärker als die halbe Nummer Nennleistung. Zahlen aus dem Daikin Databook EEDEN24 und dem Mitsubishi-Planungshandbuch MSZ-AP, Version 1/2019.
Ein Inverter regelt die Verdichterdrehzahl stufenlos, aber nur bis zu einer Untergrenze.
Darunter kann er nicht mehr modulieren, sondern schaltet ab und wieder an. Was dabei
passiert, steht im Beitrag darüber,
warum auch ein Inverter taktet, wenn er zu groß ist;
wie die Regelung überhaupt funktioniert, im Beitrag über
die Invertertechnik.
Die Effizienz zahlt mit. In derselben Mitsubishi-Baureihe fällt der SEER von 8,6 bei
2,0 bis 3,5 Kilowatt auf 7,8 bei 4,2 Kilowatt und auf 7,4 bei 5,0 Kilowatt. Der Sprung von
3,5 auf 5,0 Kilowatt kostet also 14 Prozent Effizienz, und gleichzeitig steigt die
Untergrenze von 1,1 auf 1,4 Kilowatt. Was der
SEER genau misst, steht in einem eigenen
Beitrag.
Eine offene Frage
Für die beiden größten Daikin-Geräte der Baureihe, RXM42A und RXM50A, nennt das Databook
in der abgerufenen Fassung keinen Minimalwert. Ein Abruf lieferte für beide 1,70
Kilowatt, zwei weitere lieferten nichts. Solange das nicht am Originaldokument geprüft ist,
steht hier keine Zahl. Für die Panasonic-Baureihe Etherea ließ sich die Untergrenze
überhaupt nicht belegen: Eine Händlerseite nennt keine Minimalwerte, die andere gibt
erkennbar die Leistungsaufnahme statt der Kühlleistung aus.
Was praktisch daraus folgt: Zwischen zwei Gerätegrößen nehmen Sie die kleinere, sobald
Ihr Rechenwert deren Nennleistung erreicht. Ein zu großes Gerät läuft in der Teillast
nicht sparsamer, sondern schlechter, weil es unterhalb seiner Untergrenze taktet und dabei
auch weniger entfeuchtet. Die ausführliche Darstellung mit Takten, Entfeuchtung und
Lebensdauer steht im Beitrag darüber, was bei einer zu
großen Anlage passiert.
Die Gegenrichtung kann genauso schiefgehen, nur anders. Ein zu kleines Gerät läuft
durch, erreicht an den heißen Tagen die Solltemperatur nicht und zieht dabei dauerhaft
Strom, ohne dass der Raum kühl wird. Anders als beim zu großen Gerät merkt man den Fehler
allerdings sofort. Was dabei genau passiert, steht im Beitrag darüber,
was wirklich passiert, wenn die Anlage zu klein
ist.
Was Ihre Zahl nach oben treibt
Die Quadratmeter sind der bequemste Eingabewert, aber nicht der wichtigste. Wer wissen
will, warum sein Zimmer aus der Faustformel fällt, muss sich ansehen, woraus die Kühllast
tatsächlich besteht.
Die Quadratmeter sind der kleinste Posten der Rechnung. Der Balken bewegt sich am Fenster, nicht am Grundriss. Genau deshalb liegt die Faustformel bei einem Raum mit großer Südverglasung zu tief und bei einem Nordzimmer zu hoch. Die Aufteilung hier ist eine Beispielrechnung mit offengelegten Bausteinen, keine Norm. Die verbindliche Rechnung steht in der VDI 2078.
Die Fensterfläche. Sie ist der größte einzelne Lastposten und wird von keinem
Rechner der Hersteller in Quadratmetern abgefragt. Warum sie
mehr zählt als die Quadratmeter des
Bodens, steht in einem eigenen Beitrag, samt der Tabelle, wie viel Watt ein
Quadratmeter Fenster je Himmelsrichtung und Verglasung einträgt.
Der Sonnenschutz, und zwar der außenliegende. Ein Rollladen innen bremst
wenig, weil die Wärme dann schon im Raum ist. Außen ist er der wirksamste Einzelhebel
überhaupt, und genau einer von sieben geprüften Rechnern fragt danach. Wie viel
ein Rollladen außen wirklich bringt,
steht gesondert.
Der Raum unter dem Dach. Dachflächen heizen sich stärker auf als Wände, und
die Dämmung ist meist dünner. Weshalb
unterm Dach andere Zahlen gelten, steht
ebenfalls gesondert.
Die Personen. Hier widersprechen sich die Quellen offen: Bosch nennt 80 bis
120 Watt je Person, die Deutschen Klimawerke und kreativekiste.de je 100 Watt, die
VDI 2078 für eine sitzende Person 170 Watt, und OTTO nennt rund 250 Watt. Der letzte
Wert liegt um den Faktor 2,5 über dem von Bosch. Welcher stimmt, ließ sich nicht klären;
für die Größenordnung rechnen Sie mit 100 Watt.
Die Küche im Raum. Bosch setzt für Küchen mit 126 bis 157 Watt je
Quadratmeter fast den doppelten Flächenfaktor an wie für Wohnräume. Eine offene Küche im
Wohnbereich verschiebt Ihre Zahl deutlich.
Bevor Sie einzelne Räume durchrechnen, lohnt der Blick auf die Reihenfolge:
welche Räume überhaupt gekühlt werden
sollten, ist eine eigene Frage, und die Antwort ist selten „alle“.
Ein Gerät oder mehrere Geräte?
Ein Innengerät kühlt den Raum, in dem es hängt. Für den Nachbarraum hinter einer
geschlossenen Tür leistet es fast nichts, und auch bei offener Tür kommt nur ein Bruchteil
an. Ob und wann ein Innengerät für mehrere
Räume reicht, hängt an den Türen, an der Luftführung und daran, wie unterschiedlich
die Räume genutzt werden. Die Antwort fällt für ein Schlafzimmer anders aus als für einen
Flur.
Wenn mehrere Innengeräte an einer Außeneinheit hängen, müssen Sie deren Leistungen
nicht einfach addieren. Buderus rechnet mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,8: Drei
Innengeräte zu je 2 Kilowatt ergeben 6 Kilowatt, davon 80 Prozent, also mindestens 4,8
Kilowatt für das Außengerät. Eine Herleitung nennt Buderus für diese Zahl nicht.
In der Praxis gehen die Hersteller noch weiter. Im Akkudoktor-Thread berichtet ein
Nutzer, seine geplanten Innengeräte kämen auf 150 bis 170 Prozent der vorgesehenen
5-Kilowatt-Außeneinheit; ein anderer schreibt, Daikin lasse an einer 5-Kilowatt-Einheit
bis zu 9 Kilowatt Innengeräteleistung zu. Beide Angaben stammen aus einem Forum und sind
nicht geprüft, zeigen aber, wie weit die Praxis von der einfachen Addition entfernt ist.
Wie viele Geräte am Ende sinnvoll sind, ist deshalb keine Rechenfrage allein, sondern
hängt daran, welche Räume Sie tatsächlich gleichzeitig nutzen. Der Beitrag darüber,
wie viele Geräte ein Haus braucht, geht die
Räume der Reihe nach durch. Ob dafür eine Außeneinheit mit mehreren Innengeräten die
bessere Lösung ist oder mehrere einzelne Anlagen, steht im Vergleich
Monosplit oder Multisplit.
Wann die grobe Zahl nicht mehr reicht
Für den einfachen Fall lohnt der Aufwand einer echten Kühllastberechnung nicht. Für den
schwierigen lohnt er sich, und dazwischen liegt der Bereich, in dem der Rechner mit
Fensterfläche und Verglasung die richtige Wahl ist.
Fünf Fragen entscheiden, ob Sie der einfache oder der schwierige Fall sind. Kein geprüfter Rechner stellt alle fünf. Nach dem außenliegenden Sonnenschutz fragt genau einer von sieben, und das ist ein privates Hobbyportal. Das Baujahr und den g-Wert der Verglasung fragt keiner ab, obwohl beide den Sonneneintrag stärker bestimmen als die Deckenhöhe, nach der fast alle fragen.
Die verbindliche Berechnung heißt VDI 2078, Ausgabe Juni 2015. Sie rechnet stündlich
über einen Auslegungstag, berücksichtigt die Speichermasse des Gebäudes und wird mit
Software gemacht, nicht im Kopf. Nicht zuständig ist die DIN EN 12831; die regelt die
Heizlast. Auf einer der geprüften Rechnerseiten wird im Kühllastkontext sogar
„DIN EN 12831-3“ genannt; Blatt 3 dieser Norm regelt die Trinkwassererwärmung.
Eine offene Frage
Keiner der geprüften Rechner fragt nach dem Wohnort. Für den Winter gibt es eine
Norm-Außentemperatur je Postleitzahl, zwischen minus 10 und minus 14 Grad. Für den Sommer
existiert nichts Vergleichbares öffentlich: Die Zonentabelle steht nur in der
kostenpflichtigen VDI 2078. Der einzige frei zitierte Wert ist 34,5 Grad für den
Oberrheingraben. Frei verfügbar sind allein die Testreferenzjahre des Deutschen
Wetterdienstes im Kilometerraster, Datenbasis 1995 bis 2012, kostenfrei mit Nutzerkonto.
Ein Rechner, der Freiburg von Hamburg unterscheidet, wäre der erste. Gebaut ist er
nicht.
Wenn Ihnen ein Fachbetrieb ein Gerät anbietet, können Sie mit vier Fragen prüfen, ob
dahinter eine Rechnung steht: Auf welche Auslegungstemperatur wurde gerechnet? Wurde die
Fensterfläche in Quadratmetern erfasst? Welche Mindestleistung hat das angebotene Gerät?
Und warum diese Größe und nicht die nächstkleinere? Wie Sie darüber hinaus
prüfen, ob Ihr Angebot realistisch ist, und
welche Kauffehler am häufigsten vorkommen, steht
in eigenen Beiträgen.
Häufige Fragen
Für Wohnräume gelten 60 bis 100 Watt je Quadratmeter, also 0,06 bis 0,1 Kilowatt. Bosch nennt differenzierter 63 bis 94 Watt für Wohnräume, 94 bis 126 Watt für Büros und 126 bis 157 Watt für Küchen. Für 20 Quadratmeter ergibt das 1,2 bis 2,0 Kilowatt. Die Zahl ist ein Branchenwert und keine Norm; die Norm für die Kühllast ist die VDI 2078.
20 Quadratmeter mal 60 bis 100 Watt ergeben 1.200 bis 2.000 Watt. Mal 3,4121 sind das rund 4.100 bis 6.800 BTU je Stunde. Angaben wie „60 bis 100 BTU je Quadratmeter“, die für 20 Quadratmeter auf 1.200 bis 2.000 BTU je Stunde kämen, sind ein Einheitenfehler und liefern weniger als ein Drittel der nötigen Leistung.
Für einen einzelnen Raum reicht sie weit: 3,5 Kilowatt decken bei 80 Watt je Quadratmeter rund 44 Quadratmeter ab, bei 60 Watt sogar rund 58. Für eine ganze Wohnung reicht sie trotzdem meist nicht, weil ein Innengerät nur den Raum kühlt, in dem es hängt. Entscheidend ist nicht die Wohnungsgröße, sondern der Grundriss und die Zahl der Türen.
Rechnerisch sind das 3,6 bis 6,0 Kilowatt. Diese Summe hilft aber nur beim Außengerät, denn sie verteilt sich auf mehrere Räume, und jeder braucht sein eigenes Innengerät. Üblich ist ein Multisplit mit zwei bis drei Innengeräten. Bei mehreren Innengeräten rechnet Buderus mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,8 auf die Summe.
Nein. Mehr BTU heißt höhere Nennleistung, und die geht meist mit einer höheren Mindestleistung einher. Bei Daikin steigt die Untergrenze von 0,90 auf 1,50 Kilowatt, wenn man von 2,0 auf 2,5 Kilowatt Nennleistung geht. Unterhalb ihrer Untergrenze kann eine Anlage nicht mehr regeln, sondern schaltet ab und wieder an.
In der Teillast, in der sie den größten Teil der Saison läuft, meist ja. Belegen lässt sich das am SEER: In derselben Mitsubishi-Baureihe fällt er von 8,6 bei 3,5 Kilowatt auf 7,4 bei 5,0 Kilowatt, also um 14 Prozent. Dazu kommt der Verlust durch häufigeres Takten, weil die Mindestleistung des größeren Geräts höher liegt.
Zu klein bedeutet Dauerlauf und eine Solltemperatur, die an heißen Tagen nicht erreicht wird. Zu groß bedeutet Takten, schlechtere Entfeuchtung und einen schlechteren Saisonwirkungsgrad. Der zweite Fall ist der häufigere, weil „im Zweifel eine Nummer größer“ als sichere Wahl gilt. Beide Fälle sind in eigenen Beiträgen ausführlich beschrieben.
Wer das geschrieben hat
Oliver Takens
Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.
Stand: 25. August 2026 · Quellen: VDI 2078, Änderungsblatt vom 28.01.2020 zur Ausgabe Juni 2015 · VDI 4710 Blatt 3 und ASHRAE, referiert über ingenieur.de (HLH) und ikz.de · Wetterdaten Mannheim über kka-online.info · Testreferenzjahre TRY 2017 von BBSR und DWD über gmodg.bund.de · Daikin RXM-A Databook EEDEN24 · Mitsubishi Electric Planungshandbuch MSZ-AP, Version 1/2019 · Rankende Ratgeber und Rechner von bosch-homecomfort.com, buderus.de, blitzrechner.de, magazin.klimaprofis.com, deutscheklimawerke.de, klimaanlage-rechner.de, kreativekiste.de, kaelte-bast.de und klimeo.de, abgerufen am 24. und 25. August 2026 · Forenbeiträge auf akkudoktor.net (Thread 40156) und energiesparhaus.at (Thread 64009) · Angaben von otto.de und homeandsmart aus der Vorrecherche, als solche gekennzeichnet