Acht Bauarten, und warum andere Listen anders zählen

Wer nach Arten von Klimaanlagen sucht, findet Übersichten mit drei, fünf oder neun Einträgen. Die Spannweite kommt nicht daher, dass sich die Technik strittig wäre. Sie kommt daher, dass die meisten Listen zwei verschiedene Dinge in einen Topf werfen: die Bauart und den Aufstellort.

Die Bauart beschreibt, wie der Kältekreislauf aufgeteilt ist: ob er vollständig in einem Gehäuse steckt oder auf zwei Geräte verteilt wird. Daran hängt fast alles, was danach kommt: ob eine Wand geöffnet werden muss, ob der Vermieter zustimmen muss und ob ein zertifizierter Betrieb einbauen muss. Nach diesem Kriterium sind es acht.

DIE ACHT BAUARTEN, SORTIERT NACH DEM BAULICHEN EINGRIFFMonoblock, mobilRollgerät mit SchlauchAußengerätneinWanddurchbruchneinsofort einsetzbarMonoblock, festzwei KernbohrungenAußengerätneinWanddurchbruchjaBohrung nötigFenstergerätsitzt im FensterAußengerätneinWanddurchbruchneinFenster bleibt belegtMobiler Splitmit SchnellkupplungAußengerätja, kleinWanddurchbruchneinder ZwischentypSinglesplitein Raum, festAußengerätjaWanddurchbruchjaFachbetrieb nötigMultisplitmehrere InnengeräteAußengerätja, einesWanddurchbruchjaFachbetrieb nötigVRF und VRVviele Zonen im HausAußengerätjaWanddurchbruchjanur GewerbeKaltwassersatzkühlt über WasserAußengerätjaWanddurchbruchjanur große GebäudeGrün heißt hier nicht besser, sondern: ohne Eingriff an der Gebäudehülle möglich.
Drei der acht Bauarten kommen ohne Loch in der Wand aus. Genau daran entscheidet sich für die meisten Mieter, welche Zeile überhaupt zur Auswahl steht. Erst danach lohnt der Blick auf Kühlleistung, Lautstärke und Preis. Die beiden letzten Kacheln stehen der Vollständigkeit halber da: Sie tauchen in vielen Übersichten auf, sind aber für Gewerbebauten ausgelegt.
  • Monoblock, mobil. Das Rollgerät mit Abluftschlauch. Der gesamte Kreislauf steckt im Gehäuse, nach draußen geht nur warme Luft. Ob das für Ihren Raum reicht, steht in der Rechnung zur mobilen Klimaanlage.
  • Monoblock, fest. Ein Wandgerät mit zwei Kernbohrungen statt Schlauch. Es wird oft als „Klimaanlage ohne Außengerät“ verkauft, was für Verwirrung sorgt; was hinter dem Begriff wirklich steckt, ist einen eigenen Beitrag wert.
  • Fenstergerät. Ein Gehäuse, das im Fensterrahmen sitzt, halb drinnen, halb draußen. In Deutschland selten, in den USA der Regelfall.
  • Mobile Splitanlage. Zwei Geräte, verbunden über eine werkseitig gefüllte Leitung mit Schnellkupplung. Der Zwischentyp, den fast keine Übersicht sauber einsortiert. Dazu unten mehr.
  • Singlesplit. Ein Innengerät, ein Außengerät, feste Kupferleitung durch die Wand. Der Vergleich mit dem Monoblock steht in Monoblock oder Split.
  • Multisplit. Mehrere Innengeräte an einem Außengerät. Wann sich das lohnt, klärt der Vergleich Monosplit gegen Multisplit.
  • VRF und VRV. Dieselbe Idee, nur für ganze Gebäude mit vielen Zonen. Ausgelegt für Hotels und Bürobauten, nicht für Wohnhäuser.
  • Kaltwassersatz. Zentrale Anlage, die nicht Kältemittel, sondern Kaltwasser durchs Gebäude schickt. Was ein Kaltwassersatz ist, und wen er überhaupt betrifft, steht separat.
Kurz gesagt Drei der acht Bauarten kommen ganz ohne Eingriff in die Gebäudehülle aus: der mobile Monoblock, das Fenstergerät und die mobile Splitanlage. Der feste Monoblock braucht zwei Kernbohrungen, alle Split-Varianten mit fester Leitung zusätzlich eine Zustimmung und einen Fachbetrieb.

Bauart oder Aufstellort: der häufigste Mischfehler

Wandgerät, Truhengerät, Deckenkassette, Kanalgerät und Standgerät sind keine Bauarten. Es sind Bauformen des Innengeräts einer Splitanlage. Ein Kassettengerät ist eine Splitanlage, deren Innenteil in der Decke sitzt statt an der Wand. Der Kältekreislauf, die Genehmigungsfrage und die Fachbetriebspflicht sind in allen fünf Fällen identisch.

Trotzdem stehen sie auf mehreren Ratgeberseiten in derselben Aufzählung wie Monoblock und Multisplit. Ein regionaler Fachbetrieb führt in seinen Seiten-Schlagwörtern „Wandgerät, Kassette, Truhe, Kanal, Schrank“ als die Klimaanlagen-Bauarten. Für einen Laien liest sich das so, als müsse er sich zwischen einem Wandgerät und einer Splitanlage entscheiden. Muss er nicht: Die Frage lautet erst Split ja oder nein, und dann, wo das Innengerät hängt.

Verbreiteter Irrtum „Klimaanlage ohne Außengerät“ meint auf vielen Shopseiten schlicht ein Monoblock-Wandgerät mit zwei Bohrungen. Der Begriff suggeriert eine eigene Technik, die es so nicht gibt. Was der Ausdruck tatsächlich bezeichnet und was er verschweigt, steht in Gibt es Klimaanlagen ohne Außengerät?

Was sich vergleichen lässt, und was nicht

Ab hier wird es dünn. Keine der elf für diesen Beitrag geprüften Übersichtsseiten liefert eine Tabelle mit Kühlleistung, Lautstärke, Durchbruch, Genehmigung und Einbaupflicht für alle Bauarten. Die technisch beste Seite im Feld nennt Bänder für zwei Bauarten und lässt sechs weg. Hier ist die Tabelle, mit den Lücken, die dabei übrig bleiben.

ACHT BAUARTEN UND DIE VIER FRAGEN DAVORKühlleistungtypisch, in kWWanddurchbruchnötig?ZustimmungVermieter, WEGEinbau nur vomFachbetriebMonoblock, mobilRollgerät mit Abluftschlauchkeine belegteZahl gefundenneinin der RegelneinneinMonoblock, festWandgerät ohne Außengerätkeine belegteZahl gefundenja, zweiKernbohrungenjaneinFenstergerätsitzt im Fensterrahmenkeine belegteZahl gefundenneinnicht belegtneinMobile SplitanlageSchnellkupplung durchs Fenster1,47 bis 3,52neinnicht belegtungeklärtSinglesplit, festein Innen-, ein Außengerät2,5 und 3,5im Test 2026jajajaMultisplitmehrere InnengeräteSumme derInnengerätejajajaVRF und VRVKältemittel im ganzen Hausfür GewerbeausgelegtjajajaKaltwassersatzkühlt über einen Wasserkreisfür GewerbeausgelegtjajajaKühlleistung Singlesplit: Stiftung Warentest 2026, 15 geprüfte Geräte. Mobile Splitanlage: 5.000 bis 12.000 BTU jeStunde realer Angebote, umgerechnet.
Für fünf von acht Bauarten gibt es keine belastbare Leistungsangabe. Das ist kein Versehen dieser Seite, sondern der Zustand des Themas. Elf geprüfte Übersichtsseiten liefern zusammen genau zwei belegte Kühlleistungsangaben, und die stammen aus einem Test und aus umgerechneten Produktdaten. Die grauen Felder bleiben hier grau, statt mit geschätzten Zahlen gefüllt zu werden.

Zwei Zeilen haben einen echten Zahlenanker. Stiftung Warentest hat 2026 fünfzehn Split-Klimageräte mit 2,5 oder 3,5 Kilowatt geprüft; Monoblockgeräte werden dort gar nicht mehr getestet, weil sie als energetisch ineffizient gelten. Die Gerätepreise im Test lagen zwischen 873 und 1.957 Euro, die reinen Kühlkosten über fünfzehn Jahre zwischen 780 und 1.800 Euro. Was darunter noch am Markt ist, sortiert der Blick auf günstige Klimaanlagen.

Die Kühlleistung ist die einzige Zahl in der Tabelle, die Sie selbst bestimmen können, statt sie nachzuschlagen: Sie hängt am Raum, nicht am Gerätetyp. Der Rechenweg steht in Kühlleistung berechnen, die Umrechnung der amerikanischen Angabe in Was BTU bei einer Klimaanlage bedeutet.

Ein Zahlenpaar macht den Unterschied zwischen den Bauarten greifbarer als jede Tabelle. Die Verbraucherzentrale zitiert einen Test, in dem ein 14 Quadratmeter großer Raum von 30 auf 24 Grad gekühlt wurde: Das Splitgerät brauchte weniger als fünf Minuten, das Monoblockgerät 30 bis 45 Minuten. Warum das so ist, steht im direkten Vergleich der beiden Bauarten.

WIE LAUT IST EIN MONOBLOCK? FÜNF ANTWORTEN AUF DIESELBE FRAGEAngabe in Dezibel, wie sie auf der jeweiligen Ratgeberseite steht203040506070DezibelSplitgerät, innenheizung.de: 20 bis 30 dBSplitgerät, außenheizung.de: 50 bis 60 dBMonoblock und mobile Geräte: dieselbe Klasse, fünf Ratgeberklimaanlagen-ratgeber.de„45 bis 55 dB“1komma5.com„50 bis 65 dB“heizung.de„60 bis 65 dB“co2online.de„mehr als 60 dB“toom.de„60 dB oder mehr“Keine der fünf Quellen nennt die Messmethode. Schalldruckpegel hängt vom Abstand ab, der genormte Schallleistungspegelnach DIN EN 12102 nicht. Solange das offenbleibt, sind die Angaben untereinander nicht vergleichbar.
Fünf Ratgeber, fünf verschiedene Bänder für denselben Gerätetyp. Die Angaben reichen von 45 bis über 70 Dezibel, und keine der Seiten sagt, wie gemessen wurde. Ohne diese Angabe ist ein Vergleich zwischen zwei Ratgebern wertlos. Vergleichbar sind nur zwei Datenblätter, die beide denselben genormten Wert ausweisen.
Woher die Zahlen stammen Alle Dezibelangaben oben sind Zitate von Ratgeberseiten, keine eigenen Messungen. Sie stehen hier nebeneinander, weil sie sich widersprechen und weil dieser Widerspruch der eigentliche Befund ist. Verlässlich ist nur der Wert im Datenblatt Ihres Geräts, und auch der nur, wenn dort steht, ob es sich um Schalldruck oder Schallleistung handelt.

Die mobile Splitanlage, der übersehene Zwischentyp

Von den elf geprüften Übersichtsseiten behandelt keine einzige die mobile Splitanlage als eigene Bauart mit eigenen Kennzahlen. Sie taucht als Produktlink auf oder als Werbewort ohne technische Definition. Dabei ist sie die einzige Bauart, die ein Außengerät hat, ohne eine Wand zu öffnen, also genau das, wonach viele Mieter suchen.

WO DER KÄLTEKREISLAUF GETEILT WIRD, UND WO NICHTMonoblockein Gehäuse im RaumINNENAUSSEN1234alle vier TeileAbluftschlauchEin Gehäuse, ein Schlauch.Kein Eingriff am Gebäude.kein Fachbetrieb nötigFester Splitzwei Geräte, eine BohrungINNENAUSSEN4Innengerät12Außengerätfeste KupferleitungKernbohrung durch die Wand.Kreislauf wird beim Einbau geöffnet.Fachbetrieb nötigMobile SplitanlageSchnellkupplung im FensterINNENAUSSEN4Innengerät12AußengerätKupplungLeitung durchs gekippte Fenster.Werkseitig gefüllt und verschlossen.Fachbetrieb: ungeklärtDie Nummern meinen im ganzen Ratgeber dasselbe: 1 Verdichter, 2 Verflüssiger, 3 Expansionsventil, 4 Verdampfer.
Die Trennlinie verläuft nicht zwischen mobil und fest, sondern am Kältekreislauf. Im Monoblock steckt der ganze Kreislauf in einem Gehäuse, nach draußen geht nur Luft. Beim festen Split wird der Kreislauf bei der Montage geöffnet, befüllt und wieder verschlossen. Die mobile Splitanlage liegt dazwischen: zwei Geräte wie beim Split, aber werkseitig gefüllt und über eine Kupplung verbunden.

Technisch ist sie eine Splitanlage: Verdichter und Verflüssiger sitzen draußen, der Verdampfer drinnen. Der Unterschied zum festen Split liegt in der Verbindung. Statt einer vor Ort verlegten und befüllten Kupferleitung gibt es eine werkseitig gefüllte Leitung mit Schnellkupplung, die durch ein gekipptes Fenster oder eine Fensterdurchführung passt. Am Markt angebotene Geräte liegen bei 5.000 bis 12.000 BTU je Stunde, umgerechnet 1,47 bis 3,52 Kilowatt.

Das ist der praktische Vorteil gegenüber dem Rollgerät: Der Verdichter steht draußen, seine Abwärme bleibt draußen, und es muss kein Schlauch durch einen Fensterspalt geführt werden. Warum das gekippte Fenster beim Monoblock so viel Kühlleistung kostet, ist ein eigenes Thema. Wer noch kleiner denkt, landet bei den Mini-Klimageräten, und wer ganz ohne Abluft auskommen will, sollte wissen, was Geräte ohne Abluftschlauch wirklich leisten.

Eine offene Frage Ob eine mobile Splitanlage von einem zertifizierten Fachbetrieb angeschlossen werden muss, ließ sich in dieser Recherche nicht klären. Das Argument dafür: Es ist eine Splitanlage mit Kältemittel in zwei Geräten. Das Argument dagegen: Der Kreislauf ist werkseitig gefüllt und wird beim Anschluss nicht geöffnet. Eine Shopseite behauptet für Geräte „ohne Außengerät“ ausdrücklich, es bestehe keine Sachkundepflicht. Eine Primärquelle nennt sie dafür nicht. In der Tabelle oben steht deshalb „ungeklärt“ und keine Antwort.

Welche Bauart zu welcher Wohnsituation passt

Die Reihenfolge der Fragen entscheidet mehr als die Antworten. Wer mit „welches Gerät ist das beste“ anfängt, vergleicht Bauarten, die für die eigene Wohnung gar nicht infrage kommen. Sinnvoller ist es, zuerst zu klären, was baulich überhaupt erlaubt und möglich ist.

WELCHE BAUART ZU WELCHER SITUATION PASSTMiete, nichts darf an die Fassadekein Durchbruch, kein AußengerätMonoblock, Fenstergerät, mobiler Splitdie drei Bauarten ohne baulichen EingriffZustimmung liegt vor, ein RaumEigentum oder schriftliches Ja des VermietersSinglesplitein Innengerät, ein Außengerät, ein KreislaufMehrere Räume, wenig Fassadeund möglichst wenige AußengeräteMultisplit oder mehrere Singlesplitdie Entscheidung hängt an der MindestleistungBürogebäude, Hotel, ganzes Hausviele Zonen, getrennt geregeltVRF, VRV oder Kaltwassersatzfür eine Wohnung deutlich überdimensioniertDer Wegweiser sortiert nach dem baulichen Eingriff, nicht nach Kühlleistung. Wie groß das Gerät sein muss, ist einezweite, davon unabhängige Rechnung.
Die erste Frage ist nie die nach der Bauart, sondern die nach dem Eingriff. Wer sie beantwortet hat, hat die Liste von acht auf zwei bis drei Möglichkeiten verkürzt. Alles danach ist Feinauswahl, und dafür gibt es zu jeder Zeile einen eigenen Beitrag.

Für mehrere Räume ist der Schritt von einem Gerät auf mehrere der teuerste. Bevor Sie ihn gehen, lohnen zwei Rechnungen: ob ein Innengerät für mehrere Räume überhaupt reicht (meistens nicht) und ob zwei Einzelgeräte günstiger und flexibler sind als ein Multisplit. Wie viele Geräte am Ende zusammenkommen, zeigt die Aufstellung für ein ganzes Haus; in welcher Reihenfolge sich das Klimatisieren lohnt, steht in Welche Räume klimatisieren.

Ein Punkt, der in Bauartlisten fast immer fehlt: Jede Splitanlage mit Umkehrfunktion kann auch heizen. Sie ist dann nichts anderes als eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Wer ohnehin baut, sollte diese Frage vor der Bauartwahl stellen, nicht danach.

Bauart und Kältemittel sind zwei verschiedene Fragen

Welches Kältemittel im Gerät steckt, steht auf keiner der Kacheln oben, und in neun von elf geprüften Übersichten steht überhaupt keine Kältemittelbezeichnung. Für die Bauartwahl ist das eine Lücke, weil nicht jede Kombination am Markt existiert.

WELCHES KÄLTEMITTEL IN WELCHER BAUART STECKTR290 · PropanTreibhauspotenzial GWP 3in Singlesplitüblichin Multisplitkaum am Marktmobil, Höchstmenge0,304 kgRaum bei 0,22 kg11 m²Füllmenge begrenztR32Treibhauspotenzial GWP 675Grenze seit 2025GWP 750in Singlesplitweiter zulässigVerordnungsklasseunter 3 kgab 2029offene Frageunter der GrenzeR410ATreibhauspotenzial GWP 2.088Grenze seit 2025GWP 750neue Singlesplitnicht mehrbetrifftNeugeräteim Bestandnicht gemeintläuft aus dem NeugeschäftGWP-Werte nach klimacraft.de, Füllmengen nach DIN EN 378-1:2014, referiert in kka-online.info.
Bauart und Kältemittel sind zwei Entscheidungen, aber nicht frei kombinierbar. Neun von elf geprüften Übersichtsseiten nennen überhaupt keine Kältemittelbezeichnung. Die zwei, die es tun, ordnen jeweils ein Mittel einer Bauart zu, statt zu zeigen, dass die Verfügbarkeit je Bauart verschieden ist. Am deutlichsten wird das bei R290: in Singlesplit-Anlagen längst üblich, in Multisplit-Anlagen praktisch nicht zu bekommen.

Der entscheidende Wert heißt GWP, Global Warming Potential: das Treibhauspotenzial eines Kilogramms Kältemittel über hundert Jahre, bezogen auf Kohlendioxid. R290, also handelsübliches Propan, liegt bei 3. R32 liegt bei 675. R410A, jahrzehntelang der Standard, liegt bei 2.088.

Seit dem 1. Januar 2025 dürfen neue Singlesplit-Geräte mit weniger als drei Kilogramm Füllmenge nur noch ein Kältemittel unter GWP 750 enthalten. R32 bleibt damit zulässig, R410A fällt für Neuinstallationen praktisch heraus. Propan ist dem Grenzwert weit voraus, hat aber eine andere Beschränkung: Es ist brennbar. Für hermetisch geschlossene und mobile Geräte begrenzt die Norm die Füllmenge auf 0,304 Kilogramm; bei einer Füllung von 0,22 Kilogramm nennt dieselbe Quelle 11 Quadratmeter Mindestraumfläche als Rechenbeispiel. Das ist der Grund, warum R290 in Multisplit-Anlagen mit mehreren Innengeräten bislang praktisch nicht am Markt ist.

Eine offene Frage Für den 1. Januar 2029 kursiert die Angabe, neue Luft-Luft-Splitanlagen bis 12 Kilowatt dürften dann kein Kältemittel ab GWP 150 mehr enthalten. Das würde auch R32 betreffen. Diese Angabe stammt aus einer einzigen Sekundärquelle und ließ sich am Verordnungstext nicht gegenprüfen. Sie steht hier als offene Frage und nicht als Kaufberatung. Wer heute plant, sollte sie vor der Entscheidung mit seinem Fachbetrieb klären.

Wer einbauen darf, und wer prüfen muss

Die Kette ist bei allen acht Bauarten dieselbe, sie fällt nur unterschiedlich aus: bauliche Veränderung ja oder nein, danach Zustimmung von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft, danach Fachbetriebspflicht. Die Fachbetriebspflicht hängt nicht daran, ob das Gerät fest hängt, sondern daran, ob der Kältemittelkreislauf beim Einbau geöffnet wird. Bei jeder fest verlegten Splitanlage ist das der Fall.

Für die Zustimmung gilt: Alles, was von außen sichtbar an der Fassade befestigt wird oder eine Öffnung in der Gebäudehülle erfordert, ist eine bauliche Veränderung. In der Mietwohnung braucht sie das Einverständnis des Eigentümers, in der Eigentümergemeinschaft einen Beschluss. Ein mobiles Rollgerät braucht beides nicht.

Was hier nicht steht Für Fenstergeräte, Truhen- und Kanalgeräte fand sich in keiner der geprüften Quellen eine Aussage dazu, ob eine Zustimmung nötig ist. Das ist keine Auskunft, sondern eine Lücke, und deshalb steht in der Tabelle „nicht belegt“. Im Zweifel gilt: schriftlich fragen, bevor gebohrt oder montiert wird.

Bleibt die regelmäßige Dichtheitsprüfung, die viele Käufer fürchten. Sie richtet sich nicht nach der Bauart, sondern nach Füllmenge mal Treibhauspotenzial. Ab 5 Tonnen CO₂-Äquivalent ist einmal jährlich zu prüfen, ab 50 Tonnen zweimal, ab 500 Tonnen viermal. Rechnen Sie das für eine Wohnraumanlage nach: Die Verordnung führt Singlesplit-Geräte in der Klasse unter drei Kilogramm Füllmenge. Drei Kilogramm R32 mal GWP 675 ergeben 2.025 Kilogramm, also rund 2 Tonnen CO₂-Äquivalent, deutlich unter der ersten Schwelle. Eine übliche Splitanlage im Wohnhaus fällt damit gar nicht unter die wiederkehrende Prüfpflicht. Was an Wartung trotzdem sinnvoll ist, steht in Muss eine Klimaanlage gewartet werden?

Kurz gesagt Die Bauart legt fest, was Sie dürfen. Die Raumgröße legt fest, wie groß das Gerät sein muss. Das Kältemittel legt fest, wie lange die Anlage noch dem aktuellen Stand entspricht. Diese drei Fragen sind unabhängig voneinander und sollten auch getrennt beantwortet werden.

Häufige Fragen

Nach der Aufteilung des Kältekreislaufs gibt es acht Bauarten: mobiler Monoblock, fester Monoblock, Fenstergerät, mobile Splitanlage, Singlesplit, Multisplit, VRF beziehungsweise VRV und der Kaltwassersatz. Die letzten beiden sind für Gewerbebauten ausgelegt. Wandgerät, Truhengerät und Deckenkassette sind keine eigenen Bauarten, sondern Bauformen des Innengeräts einer Splitanlage.
Im Monoblock steckt der komplette Kältekreislauf in einem Gehäuse; nach draußen geht nur warme Luft durch einen Schlauch oder eine Bohrung. Bei der Splitanlage sitzt der Verdampfer drinnen und Verdichter samt Verflüssiger draußen, verbunden über eine Kältemittelleitung. In einem Test kühlte ein Splitgerät einen 14 Quadratmeter großen Raum in unter fünf Minuten von 30 auf 24 Grad, ein Monoblockgerät brauchte 30 bis 45 Minuten.
Eine Splitanlage mit zwei Geräten, deren Kältemittelleitung werkseitig gefüllt und mit einer Schnellkupplung versehen ist. Die Leitung passt durch ein gekipptes Fenster oder eine Fensterdurchführung, ein Wanddurchbruch entfällt. Angebotene Geräte liegen bei 5.000 bis 12.000 BTU je Stunde, umgerechnet 1,47 bis 3,52 Kilowatt. Ob der Anschluss einem Fachbetrieb vorbehalten ist, ließ sich nicht abschließend klären.
Für ein mobiles Rollgerät in der Regel nicht. Sobald etwas an der Fassade befestigt wird oder die Gebäudehülle geöffnet wird, ist es eine bauliche Veränderung: In der Mietwohnung braucht sie das Einverständnis des Eigentümers, in einer Eigentümergemeinschaft einen Beschluss. Für Fenstergeräte, Truhen- und Kanalgeräte fand sich in den geprüften Quellen keine Aussage dazu.
Klären Sie zuerst, ob ein baulicher Eingriff möglich und erlaubt ist. Wenn nicht, bleiben mobiler Monoblock, Fenstergerät und mobile Splitanlage. Wenn ja und es geht um einen Raum, ist der Singlesplit der Regelfall. Bei mehreren Räumen steht Multisplit gegen mehrere Einzelgeräte. Die passende Kühlleistung ist eine davon unabhängige Rechnung, die sich am Raum orientiert und nicht am Gerätetyp.
R290 ist Propan und damit brennbar, weshalb die Füllmenge begrenzt ist. Für hermetisch geschlossene und mobile Geräte nennt die Norm höchstens 0,304 Kilogramm; bei 0,22 Kilogramm Füllung wird als Rechenbeispiel eine Mindestraumfläche von 11 Quadratmetern genannt. Sein Treibhauspotenzial liegt mit GWP 3 weit unter dem von R32 mit 675 und R410A mit 2.088.
Systeme, bei denen ein Außengerät viele Innengeräte über ein Kältemittelnetz im Gebäude versorgt und die Kältemittelmenge je Zone geregelt wird. Sie sind für Gewerbebauten wie Hotels und Bürogebäude konzipiert, nicht für private Wohnhäuser. In Bauartlisten tauchen sie trotzdem oft ohne diesen Hinweis auf, was bei der Suche nach einer Lösung für mehrere Räume in die Irre führt.
Oliver Takens
Wer das geschrieben hat

Oliver Takens

Entwickelt KlimaCraft, eine Branchensoftware für Kälte- und Klimatechnik, und sieht dort täglich, woran Aufträge in der Praxis hängen. Schreibt hier für Leute, die keine Kältetechniker sind und auch keine werden wollen.

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Die Entscheidung, die am häufigsten ansteht

Monoblock oder Split: derselbe Raum, zwei Bauarten, und ein Unterschied, der sich in Minuten messen lässt.

Zum Vergleich

Stand: 25. August 2026 · Quellen: Stiftung Warentest, Klimageräte im Test, 27.05.2026 · Verbraucherzentrale, Klimaanlage installieren, Stand 04.08.2026 · daikin.at · heizung.de · 1komma5.com · co2online.de · toom.de · klivatec.de · klimaanlagen-ratgeber.de · klimaanlagen-heizungen.de · midea.com · otto.de · shop-klimaanlage.de · nesseler-esser.de · smartklimatisieren.de · klimacraft.de für die GWP-Werte · kka-online.info zu DIN EN 378-1:2014 · thermohelden.de zur F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 · magazin.klimaprofis.com zu R290 in Multisplit-Anlagen · energie-experten.org zu VRF · kaeltetechnik-keil.de zu den Prüfintervallen · wohnideenhaus.de für die BTU-Angaben mobiler Splitgeräte · Forenbeiträge auf akkudoktor.net